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Psychiatrie und Psychosomatik (Fach) / Psychosen (Lektion)

Diagnostik, Epidemiologie, Therapie

Diese Lektion wurde von Annislav erstellt.

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  • schizophrene Psychosen Epidemiologie Prävalenz: 0,5-1 % Männer und Frauen gleichhäufig multifaktorielle Entstehung, polygene Vererbung Prädilektionsalter bei Männern 21Jahre, Frauen 5Jahre später 75% erkranken vor 40. Lebenjahr
  • neuropathologische Veränderungen erweiterter Seiten- und 3.Ventrikel Atrophie im Hippocampus, zantral limbische Strukturen im Temporallappen, Hypofrontalität Überaktivität zentralnervöser dopaminerger Strukturen
  • dopaminerge Bahnsysteme ZNS mesokortikaler Trakt: Hypoaktivität, negative Symptome, Kognition nigrostrialer Trakt: EPS tuberoinfundibulärer Trakt: hemmt Prolaktinfreisetzung mesolimbischer Trakt: Hyperaktivität, positive Symptome
  • psyhosoziale Faktoren niedrige Schicht (Drift-Hypothese) Großstadt > Life-Event High-expressed-Emotions Familien psychosoziale Überstimulation (Produktivsyndrom)  / psychosoziale Unterstimulation (Negativsymptomatik) prämorbide Persönlichkeit
  • Symptomatik Bleuler: Grund- und akzessorische Symptome Grundsymptome: formale Denkstörungen, Störung der Affektivität, Antriebsstörungen, Autismus akzessorische Symptome: Wahn, Halluzination, Katatonie Schneider: Symptome 1. und 2. Ranges 1.Rang: Wahn, akustische Halluzinationen, Gedanken-laut-Werden, -entzug, -eingebung, -ausbreitung, Beeinflussungserlebnisse 2.Rang: Wahneinfall, optische Halluzinationen, Affektveränderung, Rastlosigkeit
  • Positivsymptomatik Produktivsymptomatik Wahn, Halluzinationen
  • Negativsymptomatik Antriebsmangel, Affektarmut
  • charakteristische schizophrene Symptome bizarre, magisch-mystische Wahngedanken imperative, dialogisierende-, kommentierende Stimmen Paralogik, Neologismen, Vorbeireden, Sperrung, Zerfahrenheit
  • Katatone Symptome katatoner Stupor > bewungslos, aber voll erhaltenes Bewusstssein, Mustismus Katalepsie wachsartige Biegsamkeit Negativismus oder Befehlsautomatie
  • klinische Subtypen der Schizophrenie paranoid-halluzinatorischer Typ katatoner Typ -> extreme Hyperkinese und Stupor wechseln sich ab /perniziöse Katatonie lebensbedrohlich! (durch Hyperthermie und vegetative Entgleisung) hebephrener Typ > Affektstörungen mit leerer Heiterkeit und formalen Denkstörungen (va Jugendalter) Residualtyp > oft im Verlauf auftretend, Persönlichkeitsveränderungen, Affektarmut, sozialer Rückzug
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  • erforderlich für Diagnose nach ICD-10 mind. 1: Gedankenentzug etc, Wahn, Stimmen, bizarrer Wahn mind. 2 von: anhaltende Halluzinationen, Zerfahrenheit oder Gedankenabreißen, katatone Symptome, , Negativsyptomatik nach DSM IV A) mind. 2 von: Wahn, Halluzination, desorganisierte Sprechweise, desorganisiertes oder katatones Verhalten, negative Symptome B) soziale/berufliche Einbußen C) Dauer mindestens 1 Monat
  • Medikamentöse Therapie der Schizophrenie Antipsychotika als Monotherapie 1-3 mg Haloperidol/d > einschleichende Dosiserhöhung (akute Zustände mit 1-2 Ampullen hoch dosiertem Haloperidol (5mg)) und zusätzlich 10mg Diazepam Antipsychotika der 2. Generation (Risperidon, Alanzapin) > breiteres Wirkspektrum undgeringere EPS bei therapierefraktären Patienten Clozapin bei katatonem Stupor: Antipsychotika, hohe Dosen Lorazepam > akut , frühzeitig EKT
  • Nebenwirkungen der Antipsychotika EPS = extrapyramidal-motorische-Störungen > geringer bei Antipsychotika der 2.Generation, fehlt bei Clozapin > durch Blockade postsynaptischer dopaminerer D2-Rezeptoren Akathisie ( Unvermögen ruhig zu sitzen) Parkinsonoid (Tremor, Rigor, Akinese) Dystonie (unwillkürlich Muskelkontraktionen, va Augen, Rücken, Hals, Mundgegend) Dyskinese (Früh- und Spätdiskinese mit hyperkinetischer unwillkürlicher Behandlung) EPS können zu jedem Zeitpunkt einsetzen sonstige NW: anticholinerg, antihistaminerg, antiadrenerg, Risiko metabolischer Störungen (Diabetes) und kardiovaskulären Risiken, Gewichtszunahme besonders bei 2.Generation
  • schizoaffektive Störung Mischbild zwischen schizophrener und affektiver Erkrankung mindestens 2 typisch schizophrene Symptome mit gleichzeitig vorliegend manischen und depressiven Episoden schizomanische, schizodepressive und gemischte (bipolare) schizoaffektive Störung Therapie: Antipsychotika in Kombination mit Antidepressiva und Phasenprophylaktikum (Lithium)