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Sozialpsychologie (Fach) / Aggression (Lektion)
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- Was ist ein zentraler Bestandteil moderner Aggressionsdefinitionen? Die Willensabsicht, jemand anderem Schaden zuzufügen, muss vorhanden sein.
- Was ist ein Konflikt? Ein Konflikt ist die wahrgenommene Unvereinbarkeit der Ziele zweier oder mehrerer Parteien.Oft geht es dabei um Kontrolle über materielle oder soziale Ressourcen.Manchmal nur subjektiv wahrgenommen.
- Wann spricht man von instrumenteller Aggression? Aggression als Mittel zum ZweckGeplantes Verhalten, rationell überlegt- Wahrgenommenes Verhältnis von Nutzen und Kosten (mastery)- Wahrgenommene Alternativen: Wer nichts mehr zu verlieren hat, handelt eher aggressiv- Gelegenheit macht Diebe- langfristiges, übergeordnetes Ziel kann ein anderes sein, z. B. Fußballfoul => Tor verhindern
- Wann spricht man von feindseliger Aggression? Emotionale bzw. Ärger-AggressionMotive: Selbstwertschutz (valuing me & mine), Verbindung mit anderen (connectedness)- nicht immer scharf von instrumenteller Aggression zu unterscheiden (kann hinterher "erklärt" werden- meist keine Kosten-Nutzen-Betrachtung- Bei extremer Emotion Missachtung offensichtlicher Risiken und Kosten möglich- Reaktion auf Provokation bzw. Mangel an Respekt oder Beleidigung besonders, wenn öffentlich
- Was besagt die Frustrations-Aggressions-Hypothese? Frustration führt zu aggressivem Verhalten, wenn damit negative Gefühle verbunden sind (kognitiv-neoassoziationistisches Modell).Das Erleben von Frustration steigert die Wahrscheinlichkeit von aggressivem Verhalten.
- Wodurch kann das Auftreten feindseliger Aggression verstärkt werden? - Soziale Ausgrenzung (subjektives Gefühl von Ablehnung)- Hoher Selbstwert- "Long Hot Summer Effect"- Andere negative Befindlichkeiten (Schmerz, Furcht, Gereiztheit, Müdigkeit)
- Wie kann Aggression durch Normen beeinflusst werden? - Normen können Aggression fördern oder einschränken- Sie können Aggression als angemessenes Verhalten erscheinen lassen oder die mit Aggression verbundenen Kosten senken- Beispiele: Privatsphäre in der Familie - familiäre Gewalt In den USA das Recht, Schusswaffen zu tragen- Kulturell vermittelte Hinweisreize machen aggressive Gedanken und Handlungen kognitiv zugänglicher, Beispiel: Waffeneffekt
- Was ist mit dem Begriff "Waffeneffekt" gemeint? Personen, die zuvor einer Frustration ausgesetzt waren, verhalten sich in der Gegenwart einer Waffe aggressiver als in der Gegenwart neutraler Objekte.=> Alleine der bloße Anblick von Waffen erhöht die kognitive Zugänglichkeit aggressiver Gedanken und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit für tatsächlich gezeigtes aggressives Verhalten.
- Zähle die vier Schritte der sozialen Lerntheorie nach Bandura auf. Aufmerksamkeit: Handlung eines anderen wird wahrgenommen Behalten: Speicherung der wahrgenommenen Handlung im Gedächtnis Reproduktion: Ausführung der kopierten Handlung Motivation: Konsequenzen bestimmen Wahrscheinlichkeit einer erneuten Ausführung
- Wie und wo wirken Vorbilder für Aggression? - Wer sich aggressiv verhält, aktivert aggressive Gedanken bei anderen- Vermittlung, dass Aggression angemessen und erfolgreich ist (oder zumindest straffrei bleibt)- Mediengewalt- Kinder als Zeugen häuslicher Gewalt
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- Was war das Fazit der Bobo Doll Studies von Bandura? - Lernen am Modell spielt wichtige Rolle beim Erwerb aggressiven Verhaltens- Beobachtung positiver Konsequenzen nicht notwendig- Modelle im Alltag: Familie, Gleichaltrige, Medien- Geschlechtsunterschiede erklärbar durch unterschiedliche Verfügbarkeit und Normen
- Was besagt der biologische Ansatz zur Aggression? Amygdala wird bei Gefahrensituationen aktiviert => schnelle Entscheidung ob Angriff oder Flucht Aktivierte Amygdala führt zu verstärktem Auftreten von Aggression Neurotransmitter Serotonin = emotionaler Hemmer, bei Fehlen => Steigerung der Aggression Testosteron: Nur schwacher positiver Zusammenhang nachweisbar
- Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Mediengewalt und Aggressionsbereitschaft? Forschungsergebnisse: Positive Korrelation zwischen Konsum von Mediengewalt und Gewaltbereitschaft Erleichternde Bedingungen zur Gewaltbereitschaft: Wirksamkeit: Aggresseion stärker, wenn Aggression im Film erfolgreich war Normativität: Wenn auch die "Guten" im Film Gewalt nutzten Relevanz: Identifikation mit den Personen im Film Empfänglichkeit: Leichte Beeinflussbarkeit der Person
- Wann kann Kommunikation auf Konflikte noch verschärfend wirken? Wenn sie negativ und kontraproduktiv ist - gegenseitiges "Hochschaukeln"
- Wie wirkt sich ein Konflikt auf die Wahrnehmung der Eigen- bzw. Fremdgruppe aus? Identifikation mit Eigengruppe wird verstärkt Eigengruppe wird wahrgenommen als moralisch vollkommen, unfähig Unrecht zu tun (valuing me & mine) mächtig, stark, siegessicher, gerecht Beispiel Religionskriege: "heilige Krieger" Fremdgruppe wird gesehen als böse, oft sogar weniger menschlich Beispiel Religionskriege: Dämonisierung Attributionen für Verhalten der Eigengruppe sind positiv verzerrt
- Wie wirken sich Drohungen bzw. Drohpotentiale in Konflikten aus? Grund für Einsatz von Drohungen: Anstrebung einer Machtposition (Kontrolle, Sicherheit), Zielerreichung Verfestigen aber die Position der anderen Gruppe Besonders schädlich: wechselseitige Drohpotentiale Können naheliegende kooperative Lösungen verhindern und so Verluste für beide Parteien bewirken Kommunikation allein kann die negativen Wirkungen nicht aufheben
- Welche Prozesse kann man zur De-Eskalation von Konflikten einsetzen? Wahrnehmungen und Reaktionen verändern Aggressive Hinweisreize entfernen Alternative Interpretationen fördern (systematische Verarbeitung) Besonders bei zwei einzelnen Personen: "bis 10 zählen" Empathie fördern Intervention durch Dritte Mediation: Vermittler Arbitration: Schiedsrichter oder Schlichter oder Lösung vorschlagen (oft bei Tarifkonflikten) Verhandlung Verhandlung = Wechselseitige Kommunikation zwischen den Parteien mit dem Ziel, eine Vereinbarung zu erreichen
- Nenne die verschiedenen Arten der Konfliktlösung. Auferlegte Lösung ("win-lose"):Einer (normalerweise Sieger) diktiert die Lösung Verteilungslösung ("split the difference"):Kompromiss, man trifft sich "in der Mitte" Integrative Lösung ("win-win"):Beide Parteien sehen sich subjektiv als Sieger, bezogen auf die Dinge, die der jeweiligen Partei wichtig sind (nicht immer möglich, Hindernis oft Zeitdruck) Parteien sind zufriedener bei Verteilungs- und Integrativen Lösungen
- Stelle Aggressionen und Konflikte in Bezug zu den 8 Grundprinzipien (ohne Accessability) Subjektive Konstruktion der Realität Oft Folge der subjektiven Wahrnehmung (anderer) Universalität sozialer Einflüsse Soziale Normen und Gruppenzugehörigkeiten Mastery: Motiv der Kontrolle Aussicht auf Belohnungen kann zu instrumenteller Aggression führen Connectedness: Motiv der Verbindung mit anderen Mangelnder Respekt und Bedrohung der Gruppenidentität können zu feindseliger Aggression führen Valuing Me & Mine: Motiv des Selbstwerterhalts Positive Bewertung der eigenen Partei, Abwertung der anderen Partei Conservatism Konflikte haben sich selbst aufrecht erhaltende Merkmale Informationsverarbeitung Systematische Verarbeitung kann Aggression reduzieren, indem sie alternative Lösungen aufzeigt