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Klipsy Vertiefung (Fach) / Kinder und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) (Lektion)

2. Vorlesung, 22.04.

Diese Lektion wurde von Amalaswinthaa erstellt.

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  • Arc de cercle ·      Eine Art Krampfanfall ·      Dissoziative Störung = Trennung zwischen körperlichem und psychischem Phänomen ·      Wollen das nicht tun, erinnern sich nicht daran, nicht ansprechbar
  • Definition des Fachgebietes ·      KJPP umfasst die Erkennung, nichtoperative Behandlung, Prävention und Rehabilitation bei psychischen, psychosomatischen, entwicklungsbedingten und neurologischen Erkrankungen/Störungen sowie bei psychischen und sozialen Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter
  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F90 – Hyperkinetische Störungen F90.0 Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (Unaufmerksamkeit, Ablenkbarkeit, Impulsivität) F90.1 Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung und Sozialverhalten)  - Charakterisiert durch einen frühen Beginn (ersten 5 LJ) à retrospektiv mit den Eltern die Entwicklung erarbeiten  - Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen  - Tendenz von einer Tätigkeit zur anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen  - Desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität  - Achtlos, impulsiv, neigen zu Unfällen  - Distanzstörung und Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung prägt Beziehung zu Erwachsenen  - Werden oft bestraft  - Bei anderen Kindern unbeliebt und isoliert  - Spezifische Verzögerungen der motorischen und sprachlichen Entwicklung  - Fast alle Kinder entwickeln auch depressive Symptome, da sie keine positiven Interaktionen haben    
  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F91 – Störungen des Sozialverhaltens  F91.0 Auf den familiären Rahmen beschränkte Störung des Sozialverhaltens o   Alles im Leben läuft gut, aber von den Eltern anders beschrieben o   Schreien, Schlagen, Diskussionen o   Kann man im Gespräch nicht erkennen, da es nur innerhalb der Familie auftritt F91.2 Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen F91.3. Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten o   Immer das Gegenteil machen von dem was die Eltern sagen o   Versuch der Selbstwertstabilisierung durch Autonomiegewinn
  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F92 – Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und Emotionen ·      Kombination von anhaltendem aggressiven, dissozialen oder aufsässigen Verhalten ·      Offensichtliche und eindeutige Symptome von Depression/Angst/anderen emotionalen Störungen ·      Kriterien für F91 und F93 müssen gegeben sein ·      F92.0 - Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung
  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F93 – Emotionale Störungen des Kindesalters Verstärkungen normaler Entwicklungstrends, weniger eigenständige, qualitativ abnorme Phänomene F93.0 – Emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters - Trennungsangst zum Überleben notwendig - Wenn zu extrem, dann wird sie zum Problem - Z.B. nicht alleine zu Hause bleiben können wenn die Eltern nicht da sind, aber in die Schule schon F93.1 – Phobische Störung des Kindesalters Sorge vor Tieren und Krankheiten im Prinzip normal und gesund Manchmal keine kategoriale Einordnung sondern Dimensional F93.2 – Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters F93.3 – Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität
  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F94 – Störungen sozialer Funktionen m. B. i. Kindheit und Jugend ·      F94.0 – Elektiver Mutismus o   Kinder die nicht sprechen wollen o   Mit ausgewählten Leuten ja, aber z.B. mit Lehrern bis zur 7. Klasse kein Wort reden ·      F94.1 – Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters o   Überhaupt keine Bindung aufbauen vs. wahllos Bindung aufbauen F94.2 – Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung    
  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F95 – Ticstörungen Tic = unwillkürliche, rasche, wiederholte, nichtrhythmische Bewegung meist umschriebener Muskelgruppen/ Lautproduktion, die plötzlich einsetzt und keinem erkennbaren Zweck dient Z.B. Räuspern, Bellen, Schnüffeln, Zischen Komplexe Tics = sich-selbst-schlagen, Springen/Hüpfen Komplexe vokale Tics = Wiederholung bestimmter Wörter, Gebrauch sozial unangebrachter, oft obszöner Wörter (Koprolalie), Wiederholung eigener Wörter und Laute (Palilalie) F95.0 – Vorrübergehende Ticstörung F95.1 – Chronische motorische oder vokale Ticstörung F95.2 – Komibierte vokale und multiple motorische Tics (Tourette-Syndrom)
  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F98 – Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend F98.0 – Nichtorganische Eneuresis F98.1 – Nichtorganische Enkopresis F98.2 – Futterstörung im frühen Kindesalter (Hauptdiagnose im 1. Lebensjahr) F98.3 – Pica im Kindesalter: Dinge essen, die nicht zum Essen geeignet sind, z.B. Wollreste, Teppiche, Tapeten F98.5 – Stottern F98.6 – Poltern
  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F98.4 – Stereotype Bewegungsstörungen ·      Willkürliche, wiederholte, stereotype, nicht funktionale und oft rhythmische Bewegungen, die nicht Teil einer anderen psychischen oder neurologischen Krankheit sind ·      Nichtselbstschädigende Bewegungen = Körperschaukeln, Kopfschaukeln, Haarezupfen, Haaredrehen, Fingerschnipsen, Händeklatschen ·      Stereotype Selbstbeschädigungen = wiederholtes Kopfanschlagen, ins-Gesicht-schlagen, in-die-Augen-bohren, Beißen in Hände/Lippen/andere Körperpartien ·      Alle treten am häufigsten mit Intelligenzminderung auf, wenn das der Fall ist sind beide Störungen zu kodieren
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  • Psychische Erkrankungen mit typischem Beginn in der Kindheit und Jugend F98.8 – Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend ·      Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität ·      Daumenlutschen ·      Exzessive Masturbation ·      Nägelkauen ·      Nasebohren
  • Methoden der KJPP ·      Biologisch = Psychopharmakotherapie (CAVE: Zulassung) ·      Psychisch = Psychotherapie sowohl VT als auch TP (CAVE: Triangulierung) vs. Erziehung ·      Sozial = Indikationsstellung für Sozialarbeit und Jugendhilfemaßnahmen ·      Indikationsstellungen für nonverbale Fachtherapien
  • Zusammenhang Entwicklungspsychologie Definition Entwicklungsaufgaben (Havinghurst 1948) ·      Frühe Kindheit (0-2), Kindheit (2-4), Schulübergang und frühes (5-7) sowie mittleres (6-12) Schulalter, Adoleszenz (13-17), Jugend (18-22), sowie frühes (23-30), mittleres (31-50) und spätes (ab 51) Erwachsenenalter ·      Aufgaben der Adoleszenz und Jugend: o   Autonomie/Ablösung von den Eltern erlangen o   Eigene Identität in der Geschlechterrolle finden o   Eigenes System von Moral- und Wertvorstellungen aufbauen o   Eigene Zukunftsperspektive entwickeln und/oder eine Berufswahl treffen  
  • Multitaxiale Klassifikation ·      Achse I: Klinische kinder- und jugendpsychiatrische Diagnose oder Syndrom ·      Achse II: Umschriebene Entwicklungsstörungen ·      Achse III: Intelligenzniveau ·      Achse IV: Körperliche Symptomatik ·      Achse V: Aktuelle Abnorme psychosoziale Umstände ·      Achse VI: Globalbeurteilung der psychosozialen Anpassung
  • Multitaxiale Klassifikation Achse II ·      F80: Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache ·      F81 – Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten ·      F82 – Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen ·      F84 – Tiefgreifende Entwicklungsstörungen o   Frühkindlicher Autismus o   Atypischer Autismus o   Rett Syndrom o   Asperger-Syndrom
  • Multitaxiale Klassifikation Achse V Abnorme intrafamiliäre Beziehungen Psychische oder andere Störungen in der Familie Inadäquate und verzerrte Kommunikation Abnorme Erziehungsbedingungen Abnorme unmittelbare Umgebung Akute belastende Lebensereignisse Gesellschaftliche Belastungsfaktoren Chronische Belastung  in Schule/Arbeit  Belastende Lebensereignisse infolge eigener Verhaltensstörung oder Behinderung
  • Multitaxiale Klassifikation Achse VI 0.     Hervorragende oder gute Anpassung auf allen Gebieten 1.     Befriedigende soziale Anpassung mit vorübergehenden oder geringgradigen Schwierigkeiten in lediglich 1-2 Bereichen 2.     Leichte soziale Beeinträchtigung mit leichten Schwierigkeiten in mindestens 1-2 Bereichen 3.     Mäßige soziale Beeinträchtigung in mindestens 1-2 Bereichen 4.     Deutliche soziale Beeinträchtigung in mindestens 1-2 Bereichen 5.     Deutliche und übergreifende Beeinträchtigung in den meisten Bereichen 6.     Tiefgreifende und schwerwiegende soziale Beeinträchtigung in den meisten Bereichen 7.     Braucht beträchtliche Betreuung 8.     Braucht ständige Betreuung (24h- Versorgung)
  • Ärztliche Psychotherapie ·      Geplanter interaktioneller Prozess nach ausführlicher Diagnostik unter definierter Zielsetzung und gezielter Auswahl von Methoden und Techniken oder eines Verfahrens ·      Therapieplanung und Durchführung eingebettet in einen ärztlichen Erfahrungskontext von leichten, aber auch schweren Erkrankungen und das Wissen um bio-psychosoziale und psychosomatische Zusammenhänge ·      Geht nicht immer mit offensichtlichem Anfang und Ende einher