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psychotrope Substanzen (Fach) / Störungen durch Alkohol (Lektion)
- allgemeines
- Ätiologie
- Entwicklung der Abhängigkeit nach Jellinek
- Jellineks Typologie
- Cloningers Typologie
- kurzfristige Folgen
- langfristige Folgen
- Entzugssymptome
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- allgemeines 2,5 Millionen in BRD alkoholkrank Unterschieldiche Verstoffwechselung Männer und Frauen Männer: 60g/Tag gesundheitsgefährdend Frauen : 20g/Tag 1 Liter Bier 40g reiner Alkohol 1 Liter Wein 80g
- Ätiologie multifaktorielles Geschehen VT: positive Verstärkung TfP: Fixierung auf oraler Ebene, Ich-Funktionsdefizite hereditäre, soziale, familiäre Faktoren
- Entwicklung der Alkoholabhängigkeit nach Jellinek Voralkoholische Phase Erleicherungstrinken, Spannungsabbau, soziales Trinken bis täglich konsumiert wird Prodromalphase Gier, gedankliche Ausrichtung, heimlicher Konsum, Schuldgefühle, Toleranzentwicklung Kritische Phase zunehmender Kontrollverlust, morgendl. Trinken, soziale Probleme, beginnende körp. Vernachlässigung, Verstecken und Bunkern, starke psych. Abhängigkeit Chronische Phase tagelange Räusche, inkl. psychot. Erleben, Konsum Ersatzsubstanzen (Rasierwasser), Entzugssyndrome, beginnende Alkoholintoleranz hier am meisten behandlungsbereit
- Jellineks Typologie (trotz Kritik) Alpha-Typ Erleichterungstrinker, Kummertrinker, noch nicht krank aber gefährdet, vor allem psychischer Abhängigkeit Beta-Typ Gelegenheitstrinker, große Mengen bei sozialen Anlässen, bleibt unauffällig, alkoholnaher Lebensstil, weder körperl. noch psychisch abhängig, aber gefährdet Gamma-Typ Rauschtrinker, Alkoholiker, längere abstinente Phasen wechseln mit starker Berauschungsphasen ab, typisch Kontrollverlust, kann nicht aufhören, alkoholkrank Delta-Typ Spiegeltrinker, Alkoholiker, bestrebt Konsum stets gleichbleibend zu halten, lange sozial unauffällig (funktionierender Alkoholiker), selten erkennbar betrunken, stark körperlich, ständig um Entzugssymptome zu vermeiden, Folgeschäden, nicht abstinenzfähig, alkoholkrank Epsilon-Typ Quartalstrinker, Alkoholiker, unregelmäßige Intervalle exzessiver Konsum mit kontrollverlust, Dauer Tage bis Wochen, dazwischen oft monatelange Abstinenz
- Cloningers Typologie Typ-I-Alkoholismus keine genet. Disposition Männer und Frauen gleich funktionaler Einsatz (zB Ängste) untersch. Verläufe je nach sozialem Status Typ-II-Alkoholismus genet. Disposition nur Männer funkt. Einsatz (zB Euphorisierung, Enthemmung) vor 25. LJ oft komb. mit antisozialen Persönlichkeitszügen schlechtere Prognose
- kurzfristige Folgen erst enthemmend, anregend höhere Dosen aggressives Verhalten, Streitlust, Bewusststeinstrübung, Somnolenz, Koma Erinnerungslücken immer möglich neurolog. jede Rauschform Psychose akute Alkoholintoxikation: akuter Rausch Enthemmung, Lallen, Denkstörung, Gang- und Standataxie, evtl auch Rumpfataxie, Nystagmus akute, reversible, organische Störung ohne vitale Bedrohung komplizierter Rausch intensiv, Erregungszustände, Amnesie, Delir, Suizidalität, paraniod-halluzinatorisches Denken pathologischer Rausch exogene Psychose, kurze Dauer unter 1 Std. Menge bei meisten keine Intoxikation, kurz danach bei Betroffenen plötzl. persönlichkeitsfremder aggress. oft. gewalttätiger Ausbruch Folge Dämmerzustand mit Desorientiertheit, Halluzinationen, gereizte Stimmung, Amnesie für Zustand, Terminalschlaf Ursache vermind. Toleranz, zB wegen Hirnerkrankungen, körp. Erschöpfung klassische Intoxikationspsychose, Alkoholpsychose eher selten Angst, akustische Beschimpfungshalluziantionen selten Eifersuchtswahn
- langfristige körperl. Folgen Lebererkrankungen - Fettleber Hepatitis, Leberzirrhose (dadurch Blutungsneigung), hormonelle Störungen (Impotenz, Gynäkomastie, Menstruationsstörungen) Erkrankungen Bauchspeicheldrüse - Pankreatitis bis zur Autolyse des Organs Magenschädigung - Gastritis, Magengeschwüre Herzschädigungen, Stoffwechselstörungen, Hypertonie neurolog. Symptome
- langfristige neurolog. Symptome nach vielen Jahren Polyneuropathien Schädigung peripherer Nerven (axonale Degeneration), zahlreiche Ausfallerscheinungen, Schmerzen Wernicke-Enzephalopathie exzessive Mangelernährung, Vitamin B1-Mangel (Thiamin-Mangel) schwammartiger Zerfall Hirngewebe akut Kardinalsymptomatik: Augenmuskelparesen, Nystagmus, Ataxie, psychischen Störungen (Erregung, Gedächtnis, Halluzination) geht oft in Korsakow-Psychose über, daher oft Wernicke-Korsakow-Syndrom alkoholbedingte Korsakow-Psychose B1-Mangel führt zu falscher Orientierung (Person, Örtlichkeit) Konfabulationen (Füllen von Erinnerungslücken mit Fantasien) Störungen Lern- und Merkfähigkeit (kurz zurückliegende Sachverhalte) entweder langsame Entwicklung oder gemeinsam mit Wernicke-Enzephalopathie weitere Schädigung des Nervus opticus (Verfall Sehschärfe), frontal betonte Hirnrindenathropie mit Hirnvolumenminderung (bedingt Demenzen und Eifersuchtswahn) Kleinhirnathropie mit Ataxie (breitbeinig torkelnd, unsicheres Stehen, Schaukeln)
- Entzugssymptome einfacher Entzug Schlafstörungen, Zittern (v.a. Hände), Schwitzen, Tachykardie, Angst, Unruhe unbeabsichtigter Entzug (oder kontinuierlicher Alkoholgabe) Alkoholpsychose Delirium tremens oft vorher Prädelir mit u.a. Symptomen v. einfachem Entzug grobes Zittern unverständliches Reden Störungen der Vigilanz Desorientiertheit psychomotorische Unruhe (Beschäftigungsunruhe) Halluzinationen (meist visuell, Tiere, bewegte Objekte) illusionäre Verkennung starke Suggestibilität starke veget. Symptomatik Krampfanfälle lebensbedrohlicher Zustand
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