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Klipsy Grundlagen (Fach) / Störungen des Kindesalters (Lektion)
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- Störungen des Kindesalters Psychische Störungen im KiJu Alter ähnlich häufig wie im Erwachsenenalter Schrittmacher für psychische Störungen des Erwachsenenalters Dringender Bedarf an Forschung mit Kindern à werden aber in Forschung und Versorgung vernachlässigt Zitate von Kollegen: „zu anstrengend“, „die spezifischen ethischen Anforderungen kosten zu viel Zeit“ , „und dann müssen auch noch die Eltern überzeugt werden“ Klassische psychologische Untersuchungsmethoden wie etwa Fragebogen und Interviews sind nicht anwendbar Kindgerechte Forschungsmethoden wie Verhaltensbeobachtung, standardisierte Bildinterviews sind aufwendig und zeitintensiv Ungünstiger Forschungsbereich für „schnelle“ Forschungskarriere Pharmazeutische Industrie: negative Kosten-Nutzen Relation Früherkennung und Vorbeugung muss hohen Stellenwert haben
- Frühe Störungsbilder · Regulationsstörungen (Fütterstörung) · Trennungsangst · ADHS und aggressive Verhaltensstörung · Ausscheidungsstörungen
- Normales Schreien · Normales Schreien -> Steigerung von 1,75 Stunden auf 2,5 Stunden pro Tag bis zur 6. Lebenswoche · Absinken auf 1 Stunde bis zum 4. Lebensmonat, Stabilisierung bis zum 1. Lebensjahr · Schreidauer in den ersten 3 Lebensmonaten (Largo) In den ersten 6 Wochen Anstieg des Schreiens Erklärung evtl.: Kind muss lernen sich zu regulieren, braucht Unterstützung der Eltern Durchschnitt liegt bei 2,5 Stunden pro Tag
- Gründe für normales Schreien o Körperliche Bedürfnisse: Hunger, Müdigkeit, Überreizung, nasse Windeln, Schmerzen, Krankheit o Soziale Bedürfnisse: nicht alleine sein (Langeweile), Körperkontakt, soziales Spiel, unvertraute Person oder Umgebung o Unspezifisches Schreien
- Verteilung der Schreiperioden o 40% der Säuglinge (bis 3 Monate) schreien am meisten zwischen 16-23 Uhr o Müdigkeit, viele Reize verarbeiten, Versuch sich runter zu regulieren à braucht Unterstützung
- Exzessives Schreien · 3er Regel (nach Wessel et al. , 1954) Schreien und Nörgeln > 3. Std. pro Tag An mehr als 3 Tagen In den letzten 3 Wochen Ø keine diagnostischen Kriterien vorhanden (wird nicht als psychische Störung verstanden)
- Schlafentwicklung Dämmerzustand bis zur 36. Schwangerschaftswoche, danach Ausbildung von Schlaf und Wachperioden Vor Geburt (bis zur vierten Lebenswoche) sind Wachsein und Schlafen nicht an Tag-Nacht-Wechsel gebunden à Schlaf-Wach-Rhythmus der Mutter überträgt sich kaum auf das Kind Ab ca. 15 Wochen Entwicklung eines beständigen Schlaf-Wach-Rhythmus 70% der Kinder schlafen bis zum 3. Lebensmonat durch (6-8 Stunden hintereinander schlafen) Länger am Stück schlafen wäre auch nicht gut, da sie häufiger Nahrung brauchen
- Schlafprobleme · V.a. Ein- und Durchschlafprobleme · Durchschlafprobleme: Kind älter als 6 Monate Über mind. 5 Nächte pro Woche mind. 1x pro Nacht aufwacht · Einschlafprobleme o Schlafeinleitungsproblem Kind braucht länger als eine halbe Stunde zum Einschlafen oder schläft nur in Gegenwart der Eltern ein Anstieg im Kindergartenalter, Stabilisierung im Schulalter, erneuter Anstieg im Jugendalter o Bettroutineprobleme Kind braucht länger als 1 Stunde vo Zeitpunkt der Aufforderung bis es ins Bett geht Anstieg im Kindergartenalter, Abfall im Schulalter · Prävalenz 20-25%
- Normale Entwicklung der Fütterung Alle gesunden Säuglinge nehmen zunächst Flüssigkeit durch Stillen oder die Flasche zu sich Zwischen 3. Und 6. Monat wird feste Nahrung eingeführt Zwischen dem 9. Und 15. Monat möchte sich das Kind zunehmend selbst füttern · Voraussetzung für erfolgreiches Füttern Anatomische Reifung (Zungenbewegung, Schlucken, Kopf halten, Zähne usw.) Entwicklung angemessener oral-motorischer Fähigkeiten Angemessene Positionierung beim Füttern Angemessene Eltern-Kind-Interaktion
- Häufigste Probleme bei der Ernährung · Häufigste Probleme in den ersten 6 Monaten Tägliches Erbrechen (3-6%) Essverweigerung (2%) Verweigerung jeglicher fester Nahrung (4-5%) Geringer Appetit (1-2%) Schluckprobleme (1%) · Häufigste Probleme nach dem 6. Lebensmonat Verweigerung jeglicher Nahrung (3%) Verweigerung fester Nahrung Geringer Appetit
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- Fütterstörung im Säuglings und Kleinkindalter (ICD-10: F98.2) o Ständiges Unvermögen, adäquat zu essen o Mindestens 1 Monat o Keine deutliche Gewichtszunahme bzw. deutlicher Gewichtsverlust o Geht nicht zurück auf Magen-Darm-Trakt oder andere Erkrankung o Nicht durch eine andere psychische Störung oder Nahrungsmangel bedingt o Beginn liegt vor dem 6. Lebensjahr
- Folgen von Problemen bei Neugeborenen/Kindern · Alle Störungen führen zu starker Belastung der Eltern · Psychosomatische, depressive Störungen, Partnerschaftsprobleme · 10-20% aller Eltern suchen Hilfe für Probleme mit Neugeborenen/Kleinkindern · Eltern unzufrieden, da Ärzte und Psychologen häufig keine kompetente Hilfe anbieten
- Regulationsstörungen – ein neues diagnostisches Konzept · Frühere Begriffe Synonyme Wahrnehmungsstörungen Frühkindliche Neurose Säuglingsdepression Early-onset ADHS Beziehungsstörung · Begriff der Regulationsstörung wertneutral und nicht stigmatisierend für Kind oder Eltern · Im Mittelpunkt steht Trias aus: Problem der frühkindlichen Verhaltensregulation Dysfunktionale Kommunikationsmuster Überlastungssyndrom auf Seiten der Hauptbezugsperson
- Definition Regulationsstörung · Schwierigkeit des Säuglings, sein Verhalten in Interaktions- und regulativen Kontexten (Selbstberuhigung, Schreien, Schlafen, Füttern, Aufmerksamkeit) angemessen zu regulieren · Äußert sich in alters- und entwicklungstypischen Symptomen à im 1. LJ in erster Linie exzessives Schreien, sowie Schlaf- und Fütterstörungen
- Konzept: beeinträchtigte Inhibition/Selbstregulation · Schreien: kann nicht aufhören · Schlafen: kann nicht alleine einschlafen oder wieder einschlafen, wenn erwacht · Füttern: lässt sich ablenken, verweigert, hypersensitiv · KANN Unterschiede in der Reaktivität geben · MUSS Unterschiede in der Regulation geben
- Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung Erscheinungsbild 3 Cluster von Symptomen, die einzeln oder kombiniert auftreten können Unaufmerksamkeit Hyperaktivität Impulsivität
- Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung 1. Unaufmerksamkeit Schwierigkeiten, Einzelheiten zu beachten Kurze Aufmerksamkeitsspanne Sprunghaftigkeit, Ablenkbarkeit Erscheinen als unordentlich, unzuverlässig, vergesslich Diagnostik: beschreibe was oben links in dem Rechteck passiert Kind mit ADHS: würde mit vielen Details beginnen, braucht länger, macht mehr Pausen 2. Hyperaktivität Motorische Unruhe (zappeln, toben) Eskalierende Unruhe Rededrang 3. Impulsivität Vorschnelles, unbedachtes Verhalten Mit Antworten herausplatzen Nur schwer abwarten können Neigung zu gefährlichen, unbedachten Verhaltensweisen
- Komorbidität ADHS geht mit mindestesne einer weiteren Störung einher (73%) am häufigsten oppositionelle Störungen 2. Affektive Störungen 3. STörungen des Sozialverhaltens Angststörungen Tic Störungen Ausscheidungsstörungen Legasthenie Störungen
- Entwicklungskomorbidität AHDS --> Opp.S --> SSV --> Derpression
- Störungen mit Trennungsangst Anhaltende, unangemessene und starke Angst bei Trennungen von Bezugspersonen Tritt ab dem Alter von 4-5 Jahren auf, frühste Angststörung Nicht zu verwechseln mit Fremdeln/Trennungsängstlichkeit im Kleinkindalter Median Punkt- bis 6-Monatsprävalenz: 2-3% Kann man jetzt auch bei Erwachsenen diagnostizieren, im DSM-IV nur Kinder à andere Symptome aber gleiches Prinzip der Störung Kinder die darunter leiden haben häufig auch Mütter mit trennungsängstlichen Symptomen, hält die Symptomatik des Kindes aufrecht -> Mutter in Therapie einbeziehen
- Spezifische Phobie · Anhaltende und exzessive Angst, in Anwesenheit oder Erwartung spezifischer Objekte oder Situationen (z.B. Fliegen, Höhe, Tiere) · Exposition führt zu unmittelbarer Angst · Phobische Situationen werden vermieden oder unter intensiver Angst ertragen · Starke Beeinträchtigung des täglichen Lebens · Änderung: Angst muss unverhältnismäßig sein, kulturelle Faktoren berücksichtigen
- Typische Spezifische Phobien des Kindesalters Plötzliche, laute Geräusche Gewitter/Unwetter Dunkelheit Mosnter unterm Bett/Phantasiefiguren Fremde, „komisch/merkwürdig“ aussehende Personen Andere große Kinder/Jugendliche Tiere (Spinnen, Schlangen, Hunde, Mäuse etc.)
- Vier-Stufen-Modell der Entwicklung der Blasenkontrolle 1. Lebensjahr = reflektorische Kontraktionen der Blase bei bestimmter Blasenfüllung; kein Einfluss durch Kind, Entleerung alle 1-2 Stunden 2. Lebensjahr Drang- und Urinempfindungen können wahrgenommen werden, Verzögerung möglich Absinken der Miktionshäufigkeit von 20 auf 10x 3./4. Lebensjahr Kind kann Miktionen willkürlich aufschieben/unterbrechen Schwierigkeiten bei nicht voller Blase zu beginnen Miktionshäufigkeit sinkt auf 6-8x ab Ab 6. Lebensjahr =Kind kann Miktion bei fast jeder beliebiger Blasenfüllung willkürlich einleiten