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Medizin - Aufbau und Funktion des Nervensystems (Fach) / Neurologische Erkrankungen (Lektion)

- Multiple Sklerose - Demenzielle Syndrome - Epilepsien - Zerebrovaskuläre Erkrankungen und traumatische Schäden des Gehirns - Kopfschmerz - Übersicht neurologischer Symptome

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  • Was ist Multiple Sklerose? Entmarkungserkrankung Auflösung der Myelinscheiden sensible und motorische Nervenfasern im ZNS durch autoimmunologischen Prozess betroffen vor allem junge Frauen (20-40 Jahre)
  • Wie ist der Verlauf von MS? multipel in Lokalisation und Zeit  80% schubweise oder chronisch progredient in untersch. neurolog. Funktionssystemen Störungen
  • Was sind Frühzeichen für MS? Sehnerventzündung Sehstörungen
  • Was sind weitere Folgen von MS? Empfindungsstörungen Kleinhirnsymptome - Tremor, ataktischer Gang, abgehackte Sprache spinale Syndrome Blasen- und Sexualfunktionsstörungen bis zum kompletten Querschnitt vielfältige Hirnnervenstörungen
  • Diagnostik von MS sicher nur postmortal klinische Diagnostik anhand von Symptomatologie
  • Therapie von MS unheilbar Kortikosteoride zur Verkürzung der Schübe
  • was versteht man unter demenziellen Syndromen? charakterisiert durch Verlust ehemals vorhandener kognitiver Fähigkeiten Persönlichkeitsveränderungen neuropsychologische Auffälligkeiten Bewusstseinsstörung: keine Demenzdiagnose Alkohol und Drogen können auslösen AIDS, Morbus Parkinson u.a. Auftreten von Demenzkomplex
  • welche Unterscheidungen trifft man bei Demenzen? primäre Demenzen 90% Morbus Alzheimer vaskuläre Demenzen sekundäre Demenzen 10% im Rahmen endokriner Störungen Stoffwechselerkrankungen Entzündungen (zB Borreliose)
  • Diagnostik demenzieller Syndrome Bildgebung des Gehirns neuropsychologische Diagnostik (Mini Mental State Test/Screening, CERAD-Testbatterie) Differentialdiagnose: normale alterbedingte Gedächtnisstörungen Schizophrenien Pseudodemenzen im Rahmen affektiver Erkrankungen
  • Was ist Morbus Alzheimer? 75% ICD F00* degenerative Hirnerkrankung schleichender Beginn progredienter Verlauf rasch schwere Demenz kognitiven Veränderung im Vordergrund Persönlichkeit nicht so stark beeinträchtigt zwei Typen: präsenile Demenz (Typ 2) - früher Beginn vor 65 senile Demenz (Typ 1) - nach 65
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  • Was ist die Symptomatik von Morbus Alzheimer? Störung der Mnestik (Gedächtnis) Desorientiertheit Aphasien Apraxien Agnosie Antriebs- und Schlafstörungen psychomotorische Unruhe ängstlich-depressive Verstimmung Aggressivität
  • Wie wird Morbus Alzheimer diagnostiziert? Ausschlussverfahren anderer Demenzursachen typischer Verlauf keine neurologischen Herdzeichen sicher nur post mortem (Nachweis von Alzheimer-Fibrillen/Plaques)
  • Ursache Morbus Alzheimer Veränderungen im cholinergen Transmittersystem Acetylcholinhypothese
  • Therapie von Morbus Alzheimer Behandlung Begleitsymptome Cholinesterasehemmer (beeinflussen nur Progredienz) Training von Alltagsfähigkeiten
  • Was sind vaskuläre Demenzen? 15% ICD F01* infolge verminderter Gehirndurchblutung nach vielen kleinen Schlaganfällen Arteriosklerose Schädigung durch Gehirnblutung Beginn plötzlich Verlauf schneller als Alzheimer Unterschiedliche Ursachen, daher Verlauf variabel meist zerebrovaskuläre Erkrankung oder Risikoprofil
  • welche Formen der vaskulären Demenzen gibt es? häufigste Morbus Binswanger  zerebrale Gefäßerkrankung wegen lang bestehender Hypertonie subkortikale Demenz, unter Hirnrinde liegende Strukturen betroffen Multi-Infarkt-Demenzen
  • Symptomatik der vaskulären Demenzen allg. Demenzkriterien, zusätzl. neurologische Symptome und psychopathologische Symptome: Persönlichkeitsänderungen mit auffälliger Affektdurchlässigkeit bei emotionaler Verflachung später depressiv-mürrische Grundstimmung Zuspitzung best. prämorbider Charakterzüge (Geiz, Reizbarkeit) Verwirrtheitszustände
  • Diagnose vaskulärer Demenzen neurolog. Herdzeichen: Lähmungen Gesichtsfeldausfälle Arteriosklerose Bildgebung (Ischämie - Durchblutungsstörung)
  • Ursache vaskulärer Demenzen Arteriosklerose meist kleinere Schlaganfälle
  • Therapie vaskulärer Demenzen Begleitsymptome Sekundärprophylaxe weiterer Ischämien Blutdruckeinstellung
  • Was ist Morbus Pick? sehr selten ICD F02.0 zw. 50. und 60. LJ Beginn allmählich anfangs Nachlassen Leistungsfähigkeit bald danach Persönlichkeitsveränderungen
  • Symptomatik Morbus Pick allg. Demenzkriterien 1. Symptom allg. Nachlassen Routineleistungen Persönlichkeitsveränderung: läppisch-euphorisch oder mürrisch-verdrossen emotionale Verflachung Persönlichkeitsvergröberung Vernachlässigung Familie, eig. Person
  • Diagnose Morbus Pick Frontal- und Temporallappenathropie (Bildgebung)
  • Therapie Morbus Pick Begleitsymptome sedierende Psychopharmaka
  • Beschreibe das Realitätsorientierungstraining (ROT) 1966, Folsom & Taulbee geriatrischer Therapieansatz zur Betreuung Dementer Ziele: Verbesserung Orientierung, Gedächtnis Erhaltung Identität Ermutigung Kommunikation soziale Interaktion drei Komponenten Training Pflegepersonal 24-Std.-ROT: bei jd. Interaktion Info Ort, Zeit, eig. Person, gerade stattfindende Ereignisse auf Station Strukturierte Sitzungen in Gruppen (classroom ROT)
  • Was ist sind Epilepsien? epileptische Anfälle: heterogene Gruppe anfallsartig auftretender klinischer Syndrome pathophysiologische Gemeinsamkeit: fokal (umschriebene) oder generalisierte (gesamte Gehrin ergreifend) synchrone elektrische Entladung von Neuronenverbänden Epilepsie: Anfälle wiederholen, manifestieren sich ohne spezifische Provokationen
  • Wie werden Epilepsien unterschieden? symptomatische Epilepsie: Symptom einer anderen Erkrankung zB Tumore, Entzündungen idiopathische/genuine Epilepsie: eigenständige Erkrankung
  • was sind primär generalisierte Anfälle? bilaterale synchronisierte Entladungen im EEG immer Bewusstseinsverlust, Amnesie für Ereignis bilaterale motorische Symptome charakterisiert durch altersspezifisches Erscheinungsbild: Säugling, Kleinkind und Schulalter, Adolszenzalter, Erwachsenenalter
  • Epilepsie - wie zeigen sich generalisierte Anfälle im Säuglingsalter Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe (BNS-KRämpfe, West-Syndrom) ruckartige Bewegungen v.a. Oberkörper bis zu 100 Mal / Stunde ungünstige Prognose schwere Behinderung, Versterben
  • Epilepsie - wie zeigen sich generalisierte Anfälle im Kleinkind- und Schulalter? Absencen kurze Bewusstseinsstörungen ohne Reaktion auf Außenreize meist ohne Ohnmacht und Krämpfe evtl. motorische Phänomene (Blinzeln, Lidzucken, Dauer wenige Sekunden) mehrere 100mal am Tag
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  • Epilepsie - wie zeigen sich generalisierte Anfälle im Adoleszenzalter? Impulsiv-Petit-Mal kurze ruckartige Zuckungen Nacken, Schultern, Arm oft nach Schlafentzug oder nach Erwachen Auslösung zT durch Emotionen
  • Epilepsie - wie zeigen sich generalisierte Anfälle im Erwachsenenalter? Grand-Mal-Anfälle oft vorher Aura-Phänomene - opt. Phänomene, Missempfindungen, Lähmung, Sprachstörung plötzliche Muskelstarre Bewusstlosigkeit Hinstürzen (tonische Phase) rhythmisches Zucken (klonische Phase) Schaum, Zungenbiss schlafähnlicher Zustand allmähliche Reorientierung
  • Epilepsie - Was versteht man unter fokalen Anfällen? EEG-Veränderungen herdförmig, nicht über beide Hemisphären abzuleiten kein Bewusstseinsverlust keine Amnesie motorische Symptome unilateral best. Körperregionen
  • Epilepsie - was versteht man unter einfach fokalen Anfällen? Bewusstsein da motorische Symptome (klonische und tonische Krämpfe einer Hand, Gesichtshälfte) sensible Symptome (Missempfindungen, Kribbelprästhesien) optische Symptome (Lichtblitze) aphasische Symptome (Sprachhemmung) vegetative Symptome (Schwitzen, Rötung, etc.)
  • Epilepsie- was versteht man unter komplex fokalen Anfällen? gestörtes qualitatives Bewusstsein keine Bewusstlosigkeit anfangs oft Aura-Phänomene (optisch, gustatorisch) Bewusstseinstrübung Ausführung stereotyper Handlungsabläufe (orale Automatismen Schmatzen, Lecken, Rülpsen)
  • Epilepsie - Diagnostik Diagnose klinisches Bild EEG - typisches Anfallsmuster große Wellen, scharfe Spitzen (spikes and waves)
  • Epilepsie - was ist der status epilepticus? andauernder epileptischer Anfall oder Aufeinanderfolgen mehrerer Anfälle dazwischen Bewusstsein nicht voll zurückerlangt lebensbedrohlich 
  • Epilepsie - Ursache? Teil primär generalisierten Epilepsien genetisch fokal - überwiegend strukturelle Läsionen der Hirnsubstanz
  • Epilepsie - was versteht man unter einem psychogenen Anfall? Anwesenheit von Zuschauern geschlossene Augen oft mit Ausdrucksbewegungen (arc de cercle) danach sofort voll ansprechbar Meist kein Urinabgang oder Zungenbiss, wenn dann mittig
  • Was passiert bei einem Schlaganfall? Ischämischer Schlaganfall (Apoplex) Durchblutungsstörungen schlagartig (apoplektiform) oder in Minuten Halbseitenlähmung (Hemiparese) Sprach- und Sehstörung evtl. Vigilanzminderung je nach Hirnregion Funktionsausfälle (Doppelbilder, Schluckstörungen) Nekrosen wenn nicht sofort Therapie dann irreversible Schäden
  • Wie werden Schlaganfälle unterschieden? TIA - transitorische ischämische Attacke: Rückbildung/Reversibilität innerhalb Minuten bis 24 Std. von neurologischen Ausfällen Risiko trotzdem für kompletten Schlaganfall progressive stroke (progredienter Insult): diskontinuierlich fortschreitend Ausfälle nehmen an Schwere und Ausmaß zu complete stroke (vollendeter Infarkt): weder fortschreitend, noch reversibel neurolog. Ausfälle stabilisiert, persistieren
  • Was versteht man unter einer Post-stroke-depression? nach Schlaganfall jeder zweite bis dritte betroffen Zusammenhang eher mit Ausmaß der funktionellen Einschränkung weniger mit anatomischer Schädigung
  • Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma? Verletzungen des Schädels mit Hirnbeteiligung ärztl. Überwachung auch bei leichten Traumen empfohlen wegen auftretender Komplikationen (Hirnblutungen)
  • SHT - Symptome Kopfschmerzen Schielen Schwindel Erbrechen Übelkeit Krämpfe Pupillendifferenz und Bewusstseinsstörung bes. Warnzeichen, da evtl. Hinweise auf Blutungen
  • SHT - Einteilung Glasgow-Koma-Skala (GCS)  einfache allgemeine Skala zur Abschätzung Bewusstseinsstörung  Verwendung in Notfallmedizin und Neurologie Punkte in drei Rubriken: Motorische Antwort, Verbale Reaktion, Öffnen der Augen Punkte: 3= tiefes Koma, 15 = volles Bewusstsein Leicht: 13-15 Pkte Mittelschwer: 9-12 Pkte Schwer: 8-3 Pkte genaue Punkteverteilung: S. 97
  • Migräne - Alter und Geschlecht Pubertät Frauen mehr als Männer
  • Migräne - Dynamik eher morgendlicher Beginn Dauer 24-72 Stunden
  • Migräne - Begleitsymtpomatik Lichtscheue Geräuschempfindlichkeit Übelkeit, Erbrechen vorausg. teilweise Auraphänomene (Flimmerskotome, neurolog. Symptome wie Aphasien)
  • Migräne - Lokalisation und Charakter meist einseitig fronto-temporal pulsierend, bohrend Stärke: 6-8/10 NRS Liegedrang
  • Migräne - Auslöser Schlafmangel Nikotin Rotwein Käse hormonelle Umstellungen Wetterwechsel