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Psychopharmakologie (Fach) / Neuroleptika (Lektion)
- allgemeines
- Indikation
- Substanzgruppen
- Wirkmechanismen
- UAW
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- was sind Neuroleptika? sehr unterschiedliche chemische Struktur antipsychotischer Wirkungsschwerpunkt Antipsychotika dämpfend auf psychotische Symptomatik und Emotionalität gegen psychomotorische Symptome (Erregtheit, katatone Verhaltensweisen, Aggressivität)
- Was sind Indikationen für Neuroleptika? schizophrene Störungen bipolare Störungen (Akutbehandlung Manie, Phasenprophylaxe) Depression mit psychotischer Symptomatik schizoffektive Störungen Begleittherapie: Persönlichkeitsstörungen, Zwang, Angst, Demenz, organisch bed. Psychosen, nicht psychot. Depression, Schmerzsyndromen
- In welche Substanzgruppen kann man Neuroleptika einteilen? 3 Einteilungen chem. Struktur typische und atypische Neuroleptika, atypische Eigenschaften (gut antipsychotisch, weniger extrapyramidale Störg., wirksam bei Negativsymptomatik, Therapieresistenz, geringe Prolaktinerhöhung neuroleptischer Potenz (antipsych. Wirksamkeit), unscharfer Begriff, Rangfolge nach Beeinflussung Dopaminrezeptor D2
- Wie sind die Wirkmechanismen von Neuroleptika? Überangebot Dopamin für Schizophrenie verantwortlich Antipsychotika Antagonisten Blockade Dopaminrezeptoren (D2) im limbischen System beeinflussen aber auch Acetylcholinrezeptoren (anticholinerge UAW) Serotoninrezeptoren (sedierend, Verbesserung Negativsymtpomatik, aber auch Appetit+Gewicht) Histaminrezeptoren (Sedierung) Alkohol verstärkt, Nikotin vermindert
- Neuroleptika - UAW allgemein häufig vorübergehend, gut kontrollierbar: begl. Medikation, Dosierungsänderung gefürchtet: bei Langzeit mit typischen Neuroleptika Spätdyskinesien
- typische Neuroleptika - UAW v.a. extra-pyramidal-motorische
- typische Neuroleptika - pharmakologischer Ansatzpunkt Blockade D2-Rezeptoren limbisches System nicht im Striatum
- typische Neuroleptika - Wirkung hoch, mittel, niedrigpotent stark antipsychotisch überwiegend auf Wahn und Halluzinationen
- typische Neuroleptika - Wirkstoffe und Handelsnamen Haloperidol - Haldol, Sigaperidol Fluspirelen - Fluspi, Imap Flupentixol - Fluxanol Sulpirid - Dogmatil, Meresa, Neogama Promethazin - Atosil, Closin, Prothazin
- atypische Neuroleptika - pharmakologischer Ansatzpunkt Blockade D4-Rezeptoren limbischen System nicht im Striatum
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- atypische Neuroleptika - Wirkung etwas weniger stark antipsychotisch beeinflussen auch Negativsymtpomatik
- atypische Neuroleptika - UAW signifikant weniger extra-pyramidal-motorische UAWs
- atypische Neuroleptika - Wirkstoffe und Handelsnamen Clozapin - Elcrit, Leponex Olanzapin - Zyprexa Quetiapin - Seroquel
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz hochpotente Neuroleptika (meist ältere) - Wirkung stark antipsychotisch wenig sedierend
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz hochpotente Neuroleptika (meist ältere) - UAW ausgeprägte extrapyramidal-motorische Wirkungen wenig vegetative
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz hochpotente Neuroleptika - Wirkstoffe und Handelsnamen typisch: Haloperidol
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz - mittelpotente Neuroleptika Wirkung mäßig antipsychotisch mäßig sedierend
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz - mittelpotente Neuroleptika UAW mäßig viele motorische mäßig viele vegetative
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz - mittelpotente Neuroleptika Wirkstoffe und Handelsnamen Zuclopenthixol - Ciatyl Z Melperon - Eunerpan, Melneurin Thioridazin - Melleril atypisch Quetiapin - Seroquel Clozapin - Leponex, Elcrit
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz - niedrigpotente Neuroleptika Wirkung wenig antipsychotisch deutlich sedierend
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz - niedrigpotente Neuroleptika UAW wenig motorische eher vegetative
- Einteilung nach neuroleptischer Potenz - niedrigpotente Neuroleptika Wirkstoffe und Handelsnamen Chloroprothixen - Truxal Levomepromazin - Levioum, Neurocil Pipamperon - Dipiperon Promethazin - Atosil, Protazin, Closin Triflupromazin - Psyquil Sulpirid - Dogmatil, Meresa, Neogama
- UAW Extrapyramidal-motorische Wirkungen - Frühdyskinesien überschießende Bewegungen Krämpfe Gesichts-, Augen-, Zungenmuskulatur Früh und reversibel besonders nach Behandlungsbeginn und Dosiserhöhung Behandlungsmöglichkeiten: Anticholinerge Medikamente zB Akineton
- UAW Extrapyramidal-motorische Wirkungen - Parkinson-Syndrom Tremor Rigor Akinese Einschränkung Feinmotorik, reduzierte Mimik, kleinschrittiger Gang, erhöhter Muskeltonus, Zittern vor allem Mund früh und reversibel ca. 30% betroffen öfter bei hochpotenten typischen Neuroleptika Behandlungsmöglichkeiten: Anticholinerge Medikamente, zB Akineton Dosisreduktion Umstellung auf atypische Neuroleptika
- UAW Extrapyramidal-motorische Wirkungen - Akathisie quälende Unruhe (Bewegungsdrang) früh und reversibel öfter bei hochpotenten typischen Neuroleptika Behandlungsmöglichkeiten: Dosisreduktion evtl. Benzodiazepine
- UAW Extrapyramidal-motorische Wirkungen - Spätdyskinesien unwillkürliche Tics und Bewegungen im Gesichts-, Rachen-, Extremitätenbereich zB Schmatzbewegungen, Blinzeln spät und oft irreversibel 10-20% betroffen frühestens 1/2 Jahr nach Beginn, meist erst nach Jahren Behandlungsmöglichkeiten: niedrigstmögliche Dosis strenge Indikationsstellung als Prophylaxe Akineton wirkungslos oder verschlechternd evtl. Clozapin
- UAW vegetative Wirkungen Blutdrucksenkung (bes. bei niedrigpotenten typischen Neuroleptika) Blasenentleerungsstörung Störung der Speichel und Schweißsekretion Behandungsmöglichkeiten: Medikamente Kathetisierung
- UAW - hormonelle Wirkungen Anstieg der Prolaktinsekretion Frauen Milcheinschuss, Zyklusstörungen Männer Gynäkomastie, Errektionsstörungen, Libidostörungen
- UAW - Metabolische Wirkung Gewichtszunahme erhöhtes Risiko Entwicklung metabolisches Syndrom Langzeitbehandlung bis zu 50% E twicklung BMI höher als 30 Behandlungsmöglichkeiten: diätische Maßnahmen psychotherarpeutische Unterstützung
- UAW - anticholinerge Wirkung Mundtrockenheit Akkomodationsstörungen und Veränderung des Augeninnendrucks (Glaukom) Blasenentleerungsstörung und Obstipation Kardiale Störungen, wie Tachykardie, EKG-Veränderung wegen Blockade muskarinerger Acetylcholinrezeptoren sitzen u.a. an parasympathischinnervierten Organen
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- Anwendung Gesamtbehandlungsplan m. psychosozialen Maßnahmen nicht störungsspezifisch Beachtung zu beeinflussender Ziele und UAWs schlechte Compliance wegen geringer Krankheitseinsicht und UAWs Depotpräparate - muskulär, alle 2-4 Wochen, gleichmäßiger Serumspiegel möglich Nachteile - mangelnde Feinabstimmung, fehlende Reaktionsmöglichkeit Auswahl eingeschränkt Routinekontrollen - Blutbild, Leberwert, EEG, EKG Absetzen vorsichtig ausschleichend
- Anwendungsdauer Initialphase: möglichst früh, Ziel Reduktion Positivsymptomatik Stabilisierungsphase: vorsichtige Reduktion Langzeittherapie zur Rezidivprophylaxe: gleiches Med. wie in Akutphase Ersterkrankung ein Jahr Rückfall innerhalb eines Jahres 2-5 jährig häufige Rezidiven: unbegrenzt
- Beschreibe das maligne neuroleptische Syndrom sehr seltene Komplikation v.a. zu Beginn, Männer, Lithiummedikation Letalität ca. 20% erhöhter Muskeltonus (Rigor) Bewusststeinsstörung bis Koma hohes Fieber vegetative Störungen (Herzrasen, Schwitzen) Entgleisung Blutwerte intensivmedizinische Behandlung notwendig