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Psychopharmakologie (Fach) / Antidepressiva (Lektion)

- Indikationen - Wirkmechanismen - Substanzgruppen - Antidepressiva und Suizidalität - Anwendung

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  • was sind die Indikationen für Antidepressiva? depressive Störungen Angststörungen Zwangsstörungen chronische Schmerzerkrankungen Essstörung (v.a. Bulimie, SSRI) Schlafstörungen somatoforme Störungen PTSD chronic fatigue syndrom PMS
  • Beschreibe die Wirkmechanismen von Antidepressiva Unterscheidung auf welchen Neurotransmitter Einfluss unterschiedliche Wirkung (und UAW), je nachdem welcher Rezeptor angesprochen wird Effekt erst nach 2-3 Wochen Wegen mit Latenz einsetzender Down-Regulation der postsynapt. Rezeptoren
  • historische Gesichtspunkte der Substanzgruppeneinteilung alte Generation: Mao-Hemmer, trizyklische Antidepressiva neuere Generation: tetrazyklisch, SSRI, SNRI, SSNRI, selektive MAO-Hemmer
  • Trizyklische und Tetrazyklische Antidepressiva - Wirkweise, pharmakologischer Ansatzpunkt Erhöhung Transmitterangebot durch Hemmung Reuptake langfristig Down-Reguation postsynapt. Rezeptoren Noradrenalin Serotonin Muskarinerge Acetylchlorinrezeptoren Histamin Tetra ähnlich
  • TZA Wirkung stimmungsaufhellend sedierend oder angstlösend (früher) Antrieb: Drei Gruppen Unterschied Desipramin-Typ: deutlich Imipramin-Typ: leicht aktivierend Amitriptylin-Typ: sedierend-dämpfend
  • TZA - UAW anticholinerge Wirkungen: Mundtrockenheit, Akkomodationsstörungen, Glaukom, Blasenentleerungsstörung, Obstipation, kardiale Störungen (Tachykardie, EKG-Veränderungen) histaminerge Wirkung: Sedierung, Müdigkeit, Gewichtszunahme kardiovaskuläre Wirkungen: Erregungsleitungsstörungen, Arrythmien sonstige: orthostatische Hypotonie, sexuelle Funktionsstörung, Senkung Krampfschwelle 
  • TZA- Beispielhafte Wirkstoffe und Handelsnamen Amitriptylin - Saroten Doxepin - Aponal Trimipramin - Stangyl Imipramin - Tofranil Desipramin - Petylyl Clomipramin - Anafranil Dibenzepin - Noveril
  • TZA - Kontraindikation, CAVE karidale Vorschädigung, bekannte Krampfneigung Suizid möglich (kardiale Arrythmien) Provozierung von Manien möglich
  • Tetrazyklische Antidepressiva - Wirkung stimmungsaufhellend unterschiedliche Antriebswirkung
  • Tetrazyklische Antidepressiva - UAW kaum anticholinerge v.a. Sedierung, Gewichtszunahme
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  • Tetrazyklische Antidepressiva - Wirkstoffe und Handelsnamen Mirtazapin - Remergil Mianserin - Tolvil
  • SSRI - Wirkweise, pharmakologischer Ansatzpunkt Hemmung des Reuptakes langfristig Down-Regulation Serotonin
  • SSRI - Wirkung stimmungsaufhellend nicht sedierend, dadurch wenig leistungsmindernd zu Beginn agitierend
  • SSRI - UAW Unruhe Erbrechen, Übelkeit, Diarrhoe, Appetitlosigkeit Schlafstörungen sexuelle Funktionsstörungen (meist vorübergehend) nicht anticholinerg oder histaminerg
  • SSRI - Wirkstoffe und Handelsnamen Fluoxetin - Fluctin Citalopram - Cipramil Escitalopram - Cipralex Sertalin - Gladem Paroxetin - Seroxat 
  • SSRI - CAVE selten zentrales Serotoninsyndrom: Fieber, psychopathologische Auffälligkeiten (Delir, Erregung), gastrointestinale Symptome, Bewusstseinsstörungen, div. Komplikationen (Krampfanfälle, Koma, Organversagen), lebensbedrohlich, selten sogar tödlich
  • SNRI - Wirkungsweise, pharmakologischer Ansatzpunkt Hemmung des Reuptakes,  langfristig Down-Regulation Noradrenalin
  • SNRI - WIrkung stimmungsaufhellend angstlösend psychomotorisch enthemmend oder dämpfend schmerzstillend schlafanstoßend
  • SNRI - UAW Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe Schlafstörungen, Erregung sex. Fktsstörungen Miktionsstörungen Schwitzen, Kältegefühl
  • SNRI - Wirkstoffe und Handelsnamen Reboxetin - Edronax
  • SNRI - Bemerkung bei ADHS zugelassen (Atomoxetin- Strattera)
  • SSNRI - Wirkweise, pharmakologischer Ansatz Hemmung des Reuptakes langfristig Down-Regulation Serotonin  Noradrenalin
  • SSNRI - Wirkung stimmungsaufhellend
  • SSNRI - UAW Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe Schlafstörungen, Erregung sex. Fktsstörungen
  • SSNRI - Wirkstoff und Handelsnamen Venlafaxin - Trevilor Duloxetin - Cymbalta
  • MAO-Hemmer - Wirkweise, pharmakologischer Ansatzpunkt Hemmung des Abbauenzyms der Monoamine langfristig Down-Regulation MAO-A: Abbau Serotonin, Noradrenalin, Adrenalin MAO-B: Abbau Dopamin, Tyramin
  • MAO-Hemmer - Wirkung antriebssteigernd stimmungsaufhellend entängstigend schmerzstillend schlafanstoßend
  • MAO-Hemmer - UAW alte Generation irreversible, nicht selektive Hemmung von MAO-A und -B dadurch Ansammlung Tyarin im Spalt  Folge Blutdruckerhöhung, kardiovaskuläre Probleme, Tyraminkrise (lebensbedrohlich) neue Generation reversible, selektive Hemmung von MAO-A gut verträglich, keine anticholinergen UAW 
  • MAO-Hemmer - Wirkstoffe und Handelsnamen MAO-B: Tranylcyromin - Jatrosom N MAO-A: Moclobemid - Aurorix
  • MAO-Hemmer - Bemerkungen alte: Notwendigkeit tyraminarme Diät (kein Käse, Rotwein) nicht mit TZA oder SSRI kombinieren vor Beginn eines neuen Antidepressivums mind. 2 Wochen Pause teuer eingeschränkte Fahrtüchtigkeit
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  • Was ist bei Antidepressiva und Suizidalität zu beachten? Risiko kurzfristig erhöht, wenn antriebssteigernde Wirkung VOR stimmungsaufhellenden einsetzt bei suizidalen Monotherapie mit sedierendem Antidepressivum in Initialphase begleitend Benzodiazepin zusätzlich SSRI Diskussion kontrovers Paroxetin Warnung TZA können tödlich wirken, SSRI eig. eher nicht überdosierbar Malariaprohylaxe suizidale Halluzinationen und Suizidimpulse
  • wie werden Antidepressiva angewendet? Akuttherapie: 6-8 Wochen Erhaltungstherapie: bis 12 Monate Rezidivprophylaxe: bis zu 3 Jahren  bei leichten Depressionen zunächst PT alleine (kognitiv-behaviorale VT) Kombi Pharmako/PT alleiner PT nicht überlegen
  • Vergleich TZA und SSRI/SNRI/SSNRI und MAOHemmer SSRI etc. weniger toxisch als TZA TZA verhindern Reuptake von Serotonin und Dopamin, Einfluss auf Histaminspiegel im Hirn, außerdem ausgeprägtere UAWs MAO-Hemmer hemmen Abbau von Serotonin und Noradrenalin, Dopamin, Tyramin