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Beratung und Intervention I (Fach) / 1. VL (Lektion)
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- Zentrale Fragen der Psychotherapieforschung Welche Behandlungen funktionieren und bei welchen Störungsbildern? Welche Komponenten/Wirkfaktoren sind verantwortlich? Welche Beziehungsaufnahme und Arbeitsbeziehung mit dem Patienten funktioniert? Welche Patientenmerkmale lassen Erfolg/Misserfolg erwarten? Welche Therapeutenmerkmale lassen Erfolg erwarten?
- Historische Entwicklung Legitimationsphase 50-60er Jahre Psychoanalyse und unkontrollierte Erfolgsberichte Grund für Unterschiede im Behandlungserfolg = Patientenmerkmale Eysenk 1952: Wirkt Psychoanalyse überhaupt? Sind die Wirkungen vorhergehensspezifisch? Psychologen wollen empirische Wirksamkeit nachweisen
- Historische Entwicklung Konkurrenzphase 60-70er Jahre neue Formen der Psychoanalyse, Gesprächspsychotherapie, VT Grund für Unterschiede im Behandlungserfolg = Therapeutenvariablen (GT) und Therapietechnik (VT) Trend: Vergleich von Therapiemethoden
- Historische Entwicklung Phase differenzieller Fragestellungen 70-80er Jahre Welche Therapie, durch wen angewandt, bewirkt unter welchen Bedingungen bei welchen Patienten welche Effekte? Erste Versuche, empirisch gesicherte Kriterien für die differenzielle Indikationsstellung herauszuarbeiten
- Historische Entwicklung Phase der Prozess-Outcome Forschung 80-90er Jahre Genaue Analyse von Prozessmerkmalen innerhalb therapeutischer Sitzungen und von Therapieverläufen Vorhersage des Therapieerfolgs aufgrund von Prozessmerkmalen
- Historische Entwicklung Aktuelle Trends Störungsspezifische Therapien durch Verbesserung der klassifikatorischen Diagnostik Manualisierung Ökonomisierung Pendelschlag zurück: von der Störungsspezifität zum Erlernen von Basiskompetenzen, z.B. Aufnahme konstruktiver Beziehungen, Problemlösetraining, Psychoedukation Vierfeldertafel: Störungsbilder X Grundkompetenzen
- Evalutationskriterien für die Bewertung des Erfolgs einer Psychotherapie Effektivität (Wirksamkeit) Effizienz (Nutzen) Prozessforschung Patientenzufriedenheit
- Grundlagenforschung vs. klinische Forschung Effektivität (Wirksamkeit) Interne Validität „Proof of principle“ Bedeutsamkeit der Veränderung (Signifikanz) =Selektive Patienten mit strengen Ein- und Ausschlusskriterien in Therapie- und Kontrollgruppe Beispiele: Essstörung OHNE Depression, Impulsivität, Borderline; ADS OHNE Epilepsie, Schulphobie, Störung des Sozialverhaltens usw. „Labor“ Effizienz (Nutzen) Externe Validität/Generalisierbarkeit Transfer bei komplexen Störungsbildern mit Komorbiditäten, anderen Settings = Normale Patienten aus dem prallen Leben Beispiele -> Patienten mit mehreren Störungen/Problemen „Klinische Realität“
- Woran messe ich Behandlungserfolg? Symptome: Rückfälle, spezifische Symptome, Diagnosen Soziales Funktionsniveau Schul-/Arbeitsfähigkeit, gesellschaftliche Inklusion Kognitives oder anderes Leistungsniveau Allgemeines Funktionsniveau/ Gesundheitszustand Subjektive Lebensqualität/Zufriedenheit
- Methodenübergreifende Variablen des Arbeitsbündnisses Affektive Beziehung des Patienten zum Therapeuten Fähigkeit/Motivation des Patienten zur Mitarbeit Empathisches Verstehen des Therapeuten Übereinstimmung im Hinblick auf Ziele der Therapie; Übereinstimmung der Wichtigkeit von Inhalten starker Prädiktor für Effektivität einer einzelnen Sitzung
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- Evidenzbasierte Psychotherapie EBM: von der Eminenz zur Evidenz = EbM ist der gewissenhafte, explizite und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz (Belege) für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten Weiterentwicklung der Definition = Systematisch entwickelte Aussagen, die den gegenwärtigen Erkenntnisstand wiedergeben und den behandelnden Ärzten
- Kriterien guter Leitlinien 1. Repräsentative Entwicklergruppe 2. Systematische Evidenzbasierung 3. Strukturierte Konsensfindung (Kritische Bewertung der Evidenzen für den klinischen Alltag bezüglich Relevanz und Anwendbarkeit)