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Biopsychologie Güntürkün (Fach) / Kapitel 5 (Lektion)

14.04. und 21.04.

Diese Lektion wurde von Amalaswinthaa erstellt.

Lektion lernen

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  • Werden wir mit der Karte unserer Sinne geboren? Es gibt angeborenes Wissen über uns selbst Wissen kommt durch Erfahrung und Lernen Schlussfolgerung der Untersuchungen: - Repräsentation unseres Körpers in unserem Gehirn nicht ausschließlich durch Erfahrung geprägt - Repräsentation auch angeboren - Bedeutet nicht, dass Erfahrungen die Repräsentation nicht verändern können
  • Untersuchung von Aiha Zemp Unterscheidung von linken und rechten Füßen Eigenbedingung = die, die man immer von oben sieht, kann man schneller zuordnen, da man Übung hat Fremdbedingung = bei denen an die man gewöhnt ist braucht man länger Aiha Zemp bei beidem langsamer, aber bei Eigenbedingung schneller --> hat Hand und Füße mental wahrgenommen Gehirn Untersuchung - im MRT Instruktion, ihre FInger oder Füße zu bewegen - keine Aktivierung im Motorcortex (Nervenzellen, die die tatsächliche Bewegung steuern) Aktivierung bilateral im Prämotor- und Parietalcortex im Bereich der Finger- und Fußregion --> Bewegungsplanungsregion
  • Gummihand Ilusion Eigene Hand hinter Sichtblende, Gummi Hand auf sichtbare Seite Streicheln mit Pinseln bei beiden Händen gleich Kontrollbedingung: Streicheln desynchron Illusion erzeugt temporäre Übernahme der Hand in das eigene Körperschema Blutversorgung der eigenen Hand geht runter --> Temperatur sinkt Berührungen der eigenen Hand werden zeitlich schlechter verarbeitet Wenn Vpn auf ihre eigene Hand  zeigen müssen, zeigen sie verstärkt auf Gummihand - Synchron: Laserpointer zwischen eigener und Gummi Hand - Desynchron: eigene Hand Es gibt eine spezifische Aktivität in der prämotorischen Region, die die Gummihand repräsentiert 
  • Training und Affengehirne Affe will an Apfelstücke kommen, braucht in einer Bedingung Werkzeug um dran zu kommen Innerhalb von 15 Minuten verändert sich das rezeptive Feld Werkzeug wird zu einem teil des Gehirns und zu einer Verlängerung der Hand Hirnareale, die für sensomotorische Steuerung verantwortlich sind, verändern sich anatomisch
  • Karte der Sinne Repräsentation der Sinne im Gehirn wird durch die Dichte der Rezeptoren bestimmt Je mehr Rezeptoren wir an einer bestimmten Stelle unserer Haut/Retina haben, desto größer ist die Repräsentation im Cortex Sulcus Calcarinus = Zentraler Ort für den primären visuellen Cortex Aufbau des visuellen Feldes im Gehirn vertauscht Fovea (Ort des schärfsten Sehens) im Auge klein, im Gehirn riesig -> Überrepräsentation In der Peripherie der Retina: Rezeptoren weiter voneinander entfernt als in der Fovea Neuronen im Cortex äquidistant = Rezeptoren gleich weit voneinander entfernt Zentraler Bereich des Sehens wird groß
  • Homunculus Wilder Penfield Mikrostimulation vom somatosensorischen und Motorischen Cortex Landkarte erstellt Evtl. unangenehm für die Patienten, über Penissensationen zu berichten Mit Elektroden kam er nicht in mesiale Wand des Cortex -> aus widersprüchlichen Daten -> Penis an der mesialen Wand Heutige Untersuchungen  - Signale in der richtigen Penis Region - Rechneten Daten so, dass Ergebnisse noch halbwegs mit den alten übereinstimmen -> riesiger Penis Repräsentation des Penis eigentlich normal und nicht riesig
  • Geruch Gerüche werden als Landkarte abgebildet Duftstoffe in unserer Atemluft werden eingeatmet und binden an olfaktorische Zellen in der Riechschleimhaut 350 primäre Geruchsstoffe können wir wahrnehmen Axone der Geruchsrezeptorzellen verlaufen durch Siebbein und in den Riechkolben (bulbus olfactorius) Im Riechkolben Synapsen in den Glomeruli Glomeruli bekommen nur Input von Geruchszellen, die den gleichen Rezeptor enthalten Info eines Glomerulus kommt über Miralzellen zu den Geruchsregionen im Gehirn  
  • Komplexere Gerüche Kaffee besteht z.B. aus mehreren Geruchskomponenten Nur die dazugehörigen Geruchskomponenten werden aktiviert Gleichzeitige Aktivierung der Glomeruli erzeugt räumlich verteiltes Muster innerhalb des bulbus olfactorius Bei einem anderen Geruch, z.B. Zimt -> anderes Muster der Aktivierung Aktivitätsmuster sind Geruchslandschaften im Riechkolben Z.B. Kaffe und Zimt gleichzeitig (Zimt dominant): Glomeruli für Kaffee weniger aktiv und für Zimt mehr
  • Sinne allgemein Gehirn verarbeitet Sinne als (verzerrte) Landschaften Wenn ein Sinn schon zweidimensional geordnet werden kann (z.B. Sehen, Fühlen, Hören) dann wird das direkt genutzt Chemische Sinne (Riechen, Schmecken) müssen erst in zweidimensionale Karte transformiert werden
  • Weiteren Stufen der sensorischen Verarbeitung 1.     Primäre visuelle Repräsentation 2.     Assoziativ sensorisch à zueinander gehörige Elemente zusammensetzen 3.     Multimodal: Integration 4.     Prämotorisch à Vorbereitung für Bewegung, visuelles Bild in Motorik einsetzen 5.     Motorik selbst
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  • Erste Schritte sensorischer Verarbeitung Durch sukzessive Aufschaltung von immer spezialisierteren Zellen entstehen in V1 Neuronentypen, die auf bestimmte visuelle Eigenschaften wie z.B. bestimmte Formen reagieren Sukzession von immer komplexeren Bildrepräsentationen Konzentrische Zellen des visuellen Thalamus mit einfachen, runden rezeptiven Feldern, die einen exzitatorischen oder inhibitorischen Kern haben Off-Center = Mitte inhibitorisch, Rest exzitatorisch On-Center = Mitte exzitatorisch, Rest inhibitorisch On/Off Zellen schalten auf Simple Cells des primären visuellen Cortex, die auf einen bestimmten Balken in einer bestimmten Orientierung spezialisiert sind Jede Zelle codiert einen bestimmten Strich Punkte --> Striche --> Muster --> Komplexere Muster
  • Ventraler Pfad Cerebrale Achromatopsie = Verlust des Farberlebens durch eine Hirnschädigung des Gyrus lingualis (V4) Maler, der Autounfall seine Farbwahrnehmung verliert Sehschärfe liegt bei 120%, Form- und Bewegungswahrnehmung sind unbeeinträchtigt Weiß, welche Farben die Dinge haben müssten, kann Farbnahmen benennen, kann sich die Gegenstände aber nicht mehr farbig vorstellen Komplettes Konzept von Farbe verloren Alles mit Farbwarnehmung -> Farbareal Alles mit Bewegung -> Bewegungsareal Repräsentation von Farbe im Gyrus lingualis
  • Cerebrale Achromatopsie Unterschied zur Farbanomie? Farbanomie = Unfähigkeit, Farbe zu benennen V4 wahrscheinlich intakt, besitzt aber keine Verbindung mehr zum Sprachsystem Imaginieren von Farben ist möglich Wegfall der Farbimagination zeigt, dass die innere Vorstellung die Aktivierung der gleichen sensorischen Areale benötigt wie die Wahrnehmung selbst
  • Ventraler Pfad Prosopagnosie Selektive Unfähigkeit, die Verbindung zwischen einem Gesicht und der dazugehörigen Person zu erkennen, obwohl die primären Sehleistungen intakt sind Tritt häufig nach einer (rechtsseitigen) Schädigung des gyrus fusiformis auf Identifikation komplexer visueller Gegenstände fällt ihnen nicht schwer
  • Prosopagnosie Patient ·      Überdurchschnittlich intelligent, gutes Gedächtnis ·      Primäre visuelle Funktionen intakt ·      Erkennt niemanden, geht nach logischen Kriterien vor um Leute zu identifizieren ·      Erkennt selbst seine Frau nicht mehr ·      auch bei Tiergesichtern Probleme, aber im geringeren Umfang
  • Prosopagnosie Inversionseffekt Gesunde Menschen können Gesichter auf dem Kopf schwieriger erkennen Prosopagnostiker zeigen den Effekt nicht Zeigt, dass sie die gleichen visuellen Mechanismen nutzen wie Prosopagnostiker Sind hoch trainiert, einzelne Eigenschaften von Gesichtern zu erkennen Durch einzelne Eigenschaften folgt Identifikation, aber Konfigurale Abbildung fehlt à können einzelne Eigenschaften nicht mehr zu einem Skript integrieren Inversionseffekt bei gesunden Menschen, da wir mit Gestaltbildung arbeiten Dafür bei der Erkennung invertierter Objekte besser à hochgradig trainiert einzelne Features zu erkennen & da kein Gesicht auch konfigurale Abbildung möglich
  • Fusiform Face Area (FFA) Region im ventralen Bereich des Cortex am Übergang vom occipitalen zum temporalen Cortex  Läsionen -> Prosopagnosie & andere Defizite in der Gesichts- und Objekterkennung Ableitungen zeigen häufig Aktivierungen auf Gesichtsreize bzw. Wechseln der Identität der gezeigten Gesichtsbilder Cluster kleiner Regionen, die auf verschiedene Aspekte von Gesichtsreizen/weiterer visueller Objekte spezialisiert sind
  • Ventraler Pfad Apperzeptive Agnosie Unfähigkeit zu Erkennen durch das „Nicht-Abgeschlossensein“ des Perzeptionsprozesses Z.B. Prozess ein Legohaus zu bauen: Prozess vor dem Entstehen des Hauses stoppen --> Bruchsteine vorhanden & sichtbar, aber können nicht zum Haus zusammengefügt werden Man kann die Dinge nicht mehr erkennen, da man sie nur als Einzelteile sieht und nicht mehr als Ganzes Patient kann das Objekt nicht identifizieren greift aber zielstrebig und richtig danach à Repräsentation die zur korrekten Handlung führt intakt Dissoziation zwischen Objekterkennung (Ventral) und Objektmotorik (dorsal) Intakte Repräsentation der Visumotorik steht für Bewusstsein und Sprache nicht mehr zur Verfügung
  • Apperzeptive Agnosie Patient Visuelle Funktionen alle gut Kann visuelle Objekte nicht mehr erkennen Kann sie benennen, sobald er sie fühlen, hören oder riechen kann Kann keine Buchstaben erkennen, erkennt Personen nur wenn sie sprechen oder mit Farbinformationen Unfähigkeit, Formen zu erkennen und Bilder zu kopieren à Zum Kopieren gehört die Fähigkeit, ein Objekt zu erkennen
  • Ventraler Pfad Assoziative Agnosie Unfähigkeit, gespeichertes Wissen über Objekte abzurufen, wenn man sie sieht Perzeptionsprozess wurde aber erfolgreich abgeschlossen (Objekt liegt vollständig geschlossen vor) Kann nicht mehr mit semantischem Wissen in Kontakt gebracht werden Entsteht wahrscheinlich durch Verletzung am Endpunkt der ventralen Bahn Formdiskrimination intakt
  • Assoziative Agonie Patient Sehschärfe, Bewegungssehen, Helligkeitsdiskrimination in Ordnung Kann keine Objekte erkennen Fähigkeit zur Identifikation, wenn sie andere Sinne benutzen dürfen Können das Gesehene genau beschreiben und helfen sich damit selbst (Erkennungsstrategien, z.B. Schwein) Problem aus dem Gedächtnis zu zeichnen: intakte Verbindung zum visuellen System notwendig, um das Erinnerte visumotorisch umzusetzen Fähigkeit zum Kopieren aber intakt: gesehenen Muster werden motorisch nachgezeichnet, da sie ein geschlossenes Objekt sehen Läsion unterbricht Verbindung zum Weltwissen --> weiß wie ein Mensch aussieht, kann es aber nicht zeichnen
  • Dorsaler Pfad Cerebrale Akinetopsie Unfähigkeit zur Bewegungswahrnehmung nach einer Läsion im dorsalem Pfad im Bereich von V5 V5  liegt auf dorsalem Pfad hoch zum Parietalcortex, spätes visuelles Areal Dorsal = Wo-Pfad, Wie-Pfad (auch Interaktion mit Objekten)
  • Cerebrale Akinetopsie Patient L.M. Wegschauen, um sich auf sprechende Menschen zu konzentrieren Sucht nach Ruhepunkten um nicht schwindelig zu werden Autos werden plötzlich größer ohne gefahren zu sein IQ, visuelle Fähigkeiten normal Selektiver Verlust der Bewegungswahrnehmung Probleme zu schreiben, mit geschlossenen Augen fast fehlerfrei und schneller Johannsson-Versuch  - Kann die Bewegung der Punkte nicht sehen, aber sagen ob Mann/Frau  - „Form-from-motion“ wird außerhalb von V5 verarbeitet
  • Ventraler Pfad detaillierte Objektverarbeitung mit Form und Farbe Aufgabe, Objekt durch Schlitz zu bringen Problem beim Winkel vom Schlitz  Kann Objekte nicht erkennen, aber im Prinzip die Durchführung schon (Vorstellung von Postkarte und Briefschlitz hilft bei der Ausführung) Keine Probleme nach Objekten zu greifen, wissen aber nicht was sie greifen (um den Masseschwerpunkt herum greifen) Aus der Vorstellung zeichnen geht, da man eine interne Repräsentation hat à Objekt in echt erkennen (Kopieren) geht nicht mehr
  • Dorsaler Pfad Visuelle Bewegungs- und Raumverarbeitung, Visumotorik Aufgabe, Objekt durch Schlitz zu bringen Können Dinge perfekt sehen und erkennen, aber nicht greifen  Läsion wirkt sich weniger stark auf Zeichnen aus Aus der Vorstellung zeichnen geht nicht, da man sich ja die räumlichen Verhältnisse zueinander vorstellen muss Kopieren geht einigermaßen Doppelte Dissoziation --> Läsion in einem Bereich = nur diese Funktion gestört, Rest in Ordnung
  • Thalamus ·      Außer Geruchssinn müssen alle sensorischen Infos durch den Thalamus zum Cortex ·      93% vom Cortex zum Thalamus, 7% vom Thalamus zum Cortex ·      thalamische Umschaltung steht maßgeblich unter corticaler Kontrolle à die im Fokus der Aufmerksamkeit stehenden Infos kommen zum Cortex