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Allgemeine Psychologie & Biopsychologie (Fach) / SS2016 (Lektion)
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- Was versteht man unter "Top-Down" Verarbeitung? absteigende, konzeptgesteuerte Informationsverarbeitung gesteuert durch höhere mentale Prozesse (durch Erfahrung und Erwartungen wird Information interpretiert)
- Definition: Bipolarzelle Die Bipolarzelle ist ein bipolares Neuron, also ein Neuron mit einem Axon und einem Dendriten, das in der mittleren Schicht der Netzhaut liegt. Es übermittelt die sensorische Information von den Photorezeptoren zu den Ganglienzellen.
- Definition: Ganglienzelle Die Ganglienzelle bündelt in der Netzhaut die Signale der Fotorezeptoren und leitet sie über ihre Axone (lange, faserartige Fortsätze einer Nervenzelle) weiter. Die Gesamtheit dieser Axone bildet den Sehnerv.
- Begriff: Akkomodation (Auge) Aktive Anpassung der Sehschärfe an verschiedene Entfernungen durch Veränderung der Krümmung der Linse.
- Begriff: Adaption (Auge) Adaption ist die Fähigkeit des Auges, sich an unterschiedliche Helligkeitsstufen anzupassen.
- Beschreibe den Weg von Licht durch das Auge ins Gehirn. Cornea (Hornhaut) Iris (regelt die einfallende Lichtmenge, Adaption) Linse (Bündelung des Lichts) Glaskörper Fovea (Bereich des schärfsten Sehens auf der Retina (Netzhaut) Retina (Umwandlung der Lichtsignale durch chemische Reaktionen in neuronale Informationen) Sehnerv (leitet die neuronalen Informationen der Retina an das Gehirn weiter)
- Begriff: Papille Blinder Fleck (Ort, an dem der Sehnerv das Auge verlässt)
- Begriff: Ziliarkörper Verändert die Krümmung der Linse zur Akkomodation (Scharfsehen).
- Beschreibe den Weg von einfallendem Licht durch die Netzhaut (Retina) ins Gehirn. Photochemische Reaktion in den Stäbchen und Zapfen im hinteren Retinabereich Aktivierung der Bipolarzellen Aktivierung der Ganglienzellen Weiterleitung der Signale durch den Sehnerv ins Gehirn
- Beschreibung: Stäbchen (Auge) lichtempfindliche Sehzellen im hinteren Bereich der Retina wandeln Licht in elektrische und chemische Reize um sind sehr lichtempfindlich (Dämmerungssehen) erkennen schwarz/weiß ermöglichen peripheres Sehen1 __________________________________________________1 Peripheres Sehen ist eine Form visueller Wahrnehmung, bei der nicht die zentrale Stelle der Netzhaut (Fovea) zum Fixieren eines Objekts benutzt wird, sondern dessen Wahrnehmung durch daneben gelegene (extrafoveale) Areale erfolgt. De facto schaut demnach ein Betrachter an dem Objekt vorbei. Im Gegensatz zum fovealen Sehen, bei dem die Gesichtslinie des Auges exakt auf das gewünschte Objekt ausgerichtet ist, um die maximale zentrale Sehschärfe auszunutzen, liefert das periphere Sehen nur grobe unscharfe und optisch verzerrte Seheindrücke außerhalb eines festen Fixationspunktes. Durch Zusammenschaltung von Sehzellen zu Gruppen, wird dafür jedoch eine Abtastfrequenz bis zu 100 pro Sekunde erreicht, anstatt nur 3 bis 4 wie beim fovealen Sehen.
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- Beschreibung: Zäpfchen (Auge) lichtempfindliche Zellen im hinteren Retinabereich ermöglichen Detailsehen können Farben unterscheiden sind in der Fovea konzentriert in der Fovea 1:1 mit Ganglienzellen verbunden, in der Peripherie (Bereich der Retina außerhalb der Fovea) nur 1:6
- Beschreibung: Bipolarzellen (Auge) Nervenzellen in der mittleren Schicht der Retina, die Informationen der lichtempfindlichen Fotorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) sammeln, gewichten und an die Ganglienzellen weiterleiten.
- Beschreibung: Ganglienzellen In der Retina gelegene Nervenzellen des Auges, die durch die Bipolarzellen aktiviert werden und deren Axone zusammen den Sehnerv bilden.
- Begriff: Retinotope Organisation (Auge) Reize, die in benachbarten Bereichen der Retina präsentiert werden, erregen benachbarte Neuronen.
- In welchem Bereich können wir Licht sehen? Zwischen 400 und 700 Nanometern (elektromagnetische Wellenlänge)
- Beschreibe den Weg der visuellen Informationen vom Sehnerv zum Gehirn. Sehnerv Chiasma opticum Tractus opticus Prätektale Region Coliculi superiores Corpus geniculatum laterale Primäre Sehrinde
- Definition: chiasma opticum (visuelles System) teilweise Kreuzung der Sehnerven hinter der Retina: die nasenseitig gelegenen Fasern wechseln die Seite, die schläfenseitigen laufen ungekreuzt weiter Informationen aus dem linken Gesichtsfeld werden an den rechten visuellen Kortex weitergeleitet, die aus dem rechten Gesichtsfeld an den linken visuellen Kortex
- Definition: Prätektale Region Bereich des Mittelhirns, das die Augenreflexe steuert erhält Informationen vom Sehnerv direkt nach dem Chiasma Opticum
- Definition: Coliculi Superiores Teil des Mittelhirns, der Augenbewegungen und komplexe Reflexe im Zusammenwirken mit dem Gehör koordiniert erhält Informationen vom Sehnerv, direkt nach dem Chiasma Opticum
- Definition: Corpus Geniculatum Laterale (CGL) linker Kniehöcker, Teil des Thalamus, eine der ersten "Umschaltstationen" fürs Auge im Gehirn gibt direktes Feedback ans Auge, ob Helligkeit und Schärfe stimmen Abbildung analog zur Retina (Retinotopie) Analyse von Bewegung und Objektqualitäten starke Vernetzung u. a. mit der Formatio Reticularis1 und dem visuellen Kortex ________________________________________1 Retikulärformation, säulenartige Neuronenstruktur im Kern des Hirnstammes
- Definition: Tractus Opticus Teil der Sehbahn vom Chiasma Opticum zum Gehirn leitet die Informationen zum visuellen Kortex
- Was passiert mit visuellen Informationen im visuellen Kortex? im primären visuellen Kortex Analyse auf Farbe, Orientierung, Bewegung und Räumlichkeit danach Weiterverarbeitung im übrigen Kortex
- Was ist mit Kovergenz und Divergenz bei der visuellen Verarbeitung gemeint? Konvergenz: die Informationen von 120 Mio. Rezeptorzellen in jeder Retina werden an nur 1 Mio. Fasern im Sehnerv weitergeleitet Divergenz: die Informationen von 1 Mio. Fasern im Sehnerv werden von mehreren Mrd. Kortexzellen verarbeitet
- Beschreibe die Multiplen Karten des visuellen Feldes. Jeder Ort auf der Retina entspricht einem Ort im CGL (Thalamus), im primären visuellen Kortex und in anderen spezialisierten Kortexarealen (retinotope Karten) Die Abbildung der Fovea ist stark vergrößert (0,01% der Retinafläche ~ 8-10% des visuellen Kortex)
- Zähle die drei Prinzipien visueller Verarbeitung auf. Konvergenz und Divergenz Multiple Karten des visuellen Feldes Spezialisierte Verarbeitungspfade (Was / Wo)
- Welche zwei spezialisierten visuellen Verarbeitungspfade gibt es? Ventraler Strom (Was?) über den Temporallappen Dorsaler Strom (Wo?) über den Parietallappen
- Welche Funktionsausfälle werden durch Läsionen des ventralen Stroms verursacht? Visuelle Agnosien (Objekterkennung gestört)
- Welche Funktionsausfälle werden durch Läsionen des dorsalen Stroms verursacht? Komplexe visumotorische Einschränkungen = Ataxien (Störungen der Bewegungskoordinationen), z. B. Zeigen auf ein Ziel, Greifen von Gegenständen
- Nenne die Funktionen des ventralen Stroms. Kontrastsehen Form- & Farbwahrnehmung Objektwahrnehmung / - erkennung Gesichtswahrnehmung / - erkennung Vision for Perception => "Sehen fürs Wahrnehmen" (aber auch Handlungsplanung)
- Nenne die Funktionen des dorsalen Stroms. Bewegungswahrnehmung Orientierung im Raum / Orientierung der Gegenstände im Raum Auge-Hand-Koordination Figur-Grund Vision for Action => "Sehen fürs Handeln" Visuell gelenktes Verhalten
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- Definition: Agnosie (visueller Assoziationskortex) Erkennensstörung ohne Beeinträchtigung anderer Funktionen Patienten bemerken ein Objekt, können es aber nicht benennen
- Definition: Prosopagnosie (visueller Assoziationskortex) Unfähigkeit, Menschen am Gesicht wiederzuerkennen. In extremen Fällen können Prosopagnostiker sich selbst nicht erkennen.
- Was ist die Ursache für Prosopagnosie und wie kann man mit dieser Störung umgehen? Ursache: Schädigung des Gehirns oder Vererbung Umgang:Nutzung von Merkmalen wie Stimme, besonderer Kleidung oder Frisuren, um Personen zu erkennen
- Definition: Laterale Hemmung (visuelles System) Benachbarte visuelle Zellen hemmen sich in vielen Bereichen gegenseitig Dadurch werden Unterschiede zwischen den Zellen verstärkt (Kontraste) Erhöhung der Gesamtempfindlichkeit des Systems
- Definition: Mach-Bänder Durch Kontrastverstärkung (Laterale Hemmung) an Übergängen zu helleren bzw. dunkleren Bereichen erscheinen dunklere Felder am Rand heller, hellere Felder am Rand dunkler.
- Wie funktioniert laterale Hemmung auf Ebene der Rezeptoren (Sehzellen)? Ein Rezeptor hemmt, wenn er feuert, seine benachbarten Rezeptoren.
- Definition: Helligkeitskonstanz Die Wahrnehmung gleichbleibender Lightness (Helligkeit eines Objektes) trotz wechselnder Beleuchtung.
- Definition: Lightness Wahrgenommene Helligkeit eines Objektes (psychologische Größe)
- Definition: Luminanz Menge oder Anteil des reflektierten Lichts, der das Auge erreicht (physikalische Größe)
- Welches Ergebnis erhält man bei Adelsons Schachbrett Illusion (Experiment zur Helligkeitsillusion)? Das visuelle System interpretiert das von der Oberfläche eintreffende Licht nicht als Absolutgröße, sondern relativ zu den erkennbaren Beleuchtungsverhältnissen Liegen von zwei Oberflächen gleicher Luminanz eine im Licht und eine im Schatten, wird die im Schatten liegende als heller empfunden. Sie gibt aber die gleiche Lichtmenge ab, obwohl sie im Schatten liegt.
- Wie funktioniert Farbsehen? Auf der Retina gibt es drei Zapfen, deren Sehfarbstoffe auf unterschiedliche Wellenlängen besonders intensiv reagieren Aktivierung der blauen, grünen und roten Zapfen durch Farbreize Der Farbeindruck wird durch gegenseitige Beeinflussung verstärkt Das Gehirn versucht, Farben auch unter verschiedenen Beleuchtungsstärken als konstant wahrzunehmen
- Wie funktioniert Helligkeitswahrnehmung? Helligkeitswahrnehmung entsteht aus der Summation der grünen und roten Zapfen Stäbchen sind nur beim Dämmerungs- und Nachtsehen aktiv, sie liefern unter Tageslichtbedingungen keinerlei brauchbare Signale
- Was besagt die Dreifarbentheorie? Es gibt drei Arten von Farbsystemen (Farbrezeptoren in der Retina) Dies wird daraus geschlossen, dass jede Farbe des sichtbaren Spektrums aus der Mischung von Licht dreier verschiedener, unabhängiger Wellenlängen in unterschiedlichen Anteilen erzeugt werden kann
- Was besagt die Gegenfarbentheorie? Es gibt zwei Arten von Farb- und eine Art von Helligkeitsrezeptor, die jeweils gegensätzliche Farben (Komplementärfarben) kodieren:rot-grün, blau-gelb, schwarz-weiß Dies wird daraus geschlossen, dass Farben sich nicht beliebig mischen lassen (z. B. kein rötliches Grün) und man nach dem Starren auf Farben komplementäre Farbbilder sieht
- Welche These haben die Gestaltpsychologen vertreten? Dass bei der Wahrnehmung das Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist.
- Definition: Wahrnehmungsorganisation Das Gehirn organisiert sensorische Informationen, um sie in sinnvolle Wahrnehmungen unzuwandeln. Haben wir eine Reihe von Empfindungen, organisieren wir sie so, dass eine Gestalt (also etwas Ganzes) entsteht.
- Definition: Figur-Grund (Formwahrnehmung) Die erste Wahrnehmungsaufgabe besteht darin, jedes Objekt (Figur) als ein Gebilde wahrzunehmen, das sich von seinem Hintergrund (Grund) abhebt. Derselbe Reiz kann mehr als eine Wahrnehmung auslösen.
- Zähle die sechs Gestaltgesetze der Formwahrnehmung auf. Gesetz der Prägnanz oder die "gute Gestalt" Gesetz der Nähe Gesetz der Ähnlichkeit Gesetz der Kontinuität Gesetz der Geschlossenheit Gesetz des gemeinsamen Schicksals / Zusammenhangs
- Was besagt das Gesetz der Prägnanz oder die "gute Gestalt"? (Formwahrnehmung) Es werden bevorzugt "Gestalten" (Objekte) wahrgenommen, die sich von anderen durch ein bestimmtes Merkmal abheben (Prägnanztendenz1). ____________________________________________________1 Bestimmte Formen, die sich durch Regelmäßigkeit und Geordnetheit auszeichnen, fallen aus der Menge der ungeordneten, unregelmäßigen Formen auf. So können beispielsweise auch unvollständig dargestellte Figuren zur guten Gestalt ergänzt werden, um die Symmetrie wiederherzustellen (Gesetz der guten Gestalt).
- Was besagt das Gesetz der Nähe? (Formwahrnehmung) Elemente mit geringen Abständen zueinander werden als zusammengehörig wahrgenommen.