25
Einführung in die Psychotherapie (Fach) / klinische Psychologie 1.1.1 (Lektion)
Die klinische Psychologie befasst sich mit seelischen Funktionsstörungen, ihrer Beschreibung und Klassifikation.
Zur klinischen Psychologie zählen die medizinische - und die Neuropsychologie. klinische Psychologie = Testpsychologie - Psychologische Test = Leistungs- und Persönlichkeitsdiagnostik
Ihre Ergebnisse tragen zur psychotherapeutischen und psychiatrischen Diagnostik und Behandlung bei. Die Behandlung ist nicht Aufgabe der klinischen Psychologie.
Diese Lektion wurde von Nasa erstellt.
Anzeige
- Klinische Psychologie 1.1.1 Die klinische Psychologie befasst sich mit seelischen Funktionsstörungen, ihrer Beschreibung und Klassifikation. Zur klinischen Psychologie zählen die medizinische - und die Neuropsychologie. klinische Psychologie = Testpsychologie - Psychologische Test = Leistungs- und Persönlichkeitsdiagnostik Ihre Ergebnisse tragen zur psychotherapeutischen und psychiatrischen Diagnostik und Behandlung bei. Die Behandlung ist nicht Aufgabe der klinischen Psychologie.
- Psychosomatik 1.1.3 griech. soma = Körper Die Psychosomatik beschäftigt sich mit seelischen Ursachen körperlicher Störungen und Beschwerden und Ihrer Behandlung. Es wird angenommen, dass die Psyche starken Einfluss auf den Verlauf von verschiedenen Krankheitsbildern hat, manche sogar erst hervorrufen kann. Asthma bronchiale, Neurodermitis, einige entzündliche Darmerkrankungen In psychosomatischen Kliniken werden auch unspezifische Erschöpfungszustände, Befindlichkeitsstörungen und leichte körperliche Symtome eigentl. psychiatrischer Krankheitsbilder versorgt.
- operative / manipulative Psychologie 1.1.4 Die operative oder manipulative Psychologie versucht Menschen mit psychologischen Mitteln zu beeinflussen. Diese Variante der Psychologie ist genau das Gegenteil der Psychotherapie (die ja mit psychologischen Mitteln zu helfen und nicht zu schaden versucht. DDR Staatssicherheit, Sektenführer, Personaltrainer Verkäufer nutzen bewusst oder unbewusst diese Methode der operativen Psychologie. Das Ergebnis einer psychologischen Manipulation: Wenn z.B. der Eskimo dem Verkäufer den Kühlschrank abnimmt
- Beratung / Counseling 1.1.5 Counseling ist die professionelle psychosoziale Beratung von Einzelnen oder Gruppen für Menschen in Problemsituationen, die Hilfe mit psychologischen Mitteln erhalten. Keine seelischen Erkrankungen !!! Z.B. Ehe-, Erziehungs-, Schwangerschaftskonfliktberatung - schulpsychologische Einrichtungen
- Psychotherapie 1.1.6 ist dem Wortsinn nach die Behandlung (Therapie) von Krankheiten oder Leidenszustanden (von psychischen Störungen) mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation) in Richtung auf ein gemeinsames Ziel. Das heisst das Psychotherapie im gegenseitigen Einverständnis zwischen Patient und Therapeut verabredet wird. wichtigste Grundlagen: Tiefenpsychologie - Psychodynamik „Lehre vom Wirken innerseelischer Kräfte" Lern- und Verhaltenspsychologie
- Physiologie Physio = Körper logie = Lehre Körperlehre griech. physis = Natur ist die Lehre von den körperlichen Vorgängen, die sich mit den natürlichen Lebensvorgängen und den normalen biochemischen, vor allem aber biophysikalischen Funktionsweisen des Organismus beschäftigt.
- Gemeindepsychiatrie Hilfe für psychisch Behinderte (die nicht nur vorrübergehend krank sind) auch in der Gemeinde, außerhalb der großen Anstalten und der Praxen der niedergel. Psychiater. Somit ist sie eine praktische Anwendung der Sozialpsychiatrie. Dazu gehören psychiatrische Stationen in allg. Krankenhäusern - Home treatment - Tageskliniken - betreutes Wohnen - Kontakt - und Beratungsstellen von freien Trägern, APP = ambulante psychiatrische Pflegen
- Soziotherapie Soziotherapie ist in Deutschland eine definierte ambulante Versorgungsleistung für Patienten mit schweren psychischen Störungen. Die Schwere der Störung darf jedoch einen Wert von 20 nicht unterschreiten und einen Wert von 40 auf der GAF Skale nicht überschreiten. GAF Global Assessment of Funktioning Skala zur Erfassung des allgemeinen Funktionsniveau einer Person. Soziotherapie ist eine ergänzende Form der Behandlung überwiegend für alleinstehende, sozial isolierte Patienten, die durch diese Maßnahmen besser sozial eingegliedert werden sollen und ihre Selbständigkeit behalten. Es handelt sich um eine verordnungsfähige Maßnahme im Rahmen der ambulanten Behandlung von Patienten.
- Epidemiologie Epi (auf/über) demos (Volk) logos (Lehre) was über das Volk hereinbricht Epi demio logie ist die Lehre von der Häufigkeit und Verbreitung psychischer Erkrankungen. beschäftigt sich ausschließlich mit Krankheiten in Bevölkerungen, also mit statistischen Größen. Sie arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, Häufigkeiten und Hypothesen über ursächliche Zusammenhänge. ist die Lehre von der räumlichen & zeitlichen Verteilung von Krankheiten und die Identifiziereung von Faktoren, die damit in Zusammenhang stehen können. z.B. wieviele Menschen sterben in welchem Alter woran, und wie müssen die Prämien kalkuliert werden... dient versicherungs-mathematischer Berechnung Das Ergebnis dient der Versorgungsplanung und Ursachenforschung
- Inzidenz Inzidenz ist die Zahl von Neuerkrankungen in einer bestimmten Population innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (meist ein Jahr) Neuerkrankungsziffer
- Anzeige
- Prävalenz Gesamtzahl Vorkommen einer Krankheit in einer bestimmten Population in einem bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt. M = Menge P = Prävalenz P= M (betroffen) : M (gesamt)
- kriminologische Prognosen Bei Fragen der Schuldfähigkeit... - das ist eine kriminologische Prognose: Wie hoch ist das Risiko, das der Täter erneut eine schwere Straftat begehen wird? Die von klinischen Psychologen durchgeführte Persönlichkeitsdiagnostik ist eine bedeutsame Aufgabe, bei der Beurteilung von z.B. psychisch kranken Straftätern.
- Pharmakotherapie Pharmako-Therapie = Behandlung mit Arzneimitteln Psychopharmaka sind Medikamente, die eine Wirkung im Gehirn entfalten, krankhafte Veränderungen des Erlebens und Verhaltens günstig beeinflussen und sich bei der Behandlung psychischer Störungen bewährt haben. Psychopharmakologie - Lehre von der Beeinflussung seelischer Vorgänge durch Psychopharmaka
- Klientenzentrierung Klientenzentrierung bezeichnet eine Vorgehensweise, bei der der Patient im Mittelpunkt (Zentrum) von Bemühungen steht. Instrument der Selbstfindung Diese Therapie von Carl Rogers bestimmt, das der Therapeut seinen Klienten nicht führt. Der Therapeut unterstützt den Klienten, während dieser sich selbst erforscht und selbst den Fortschritt der Therapie bestimmt. Klient bestimmt das Sprachniveau - den Hintergrund für gesellschaftlich und religöse Normen & Erwartungen - Klient bestimmt die Behandlungsbedingungen - abgesehen von Notfällen. Gegenteil - Therapeutenzentrierung = Ausrichtung nach Bedürfnissen des Therapeuten - Zurückstellung des Patienten nicht für die Behandlungen von Krankheiten trauglich - allenfalls für Beratungssituationen
- Externalisierung / Internalisierung Der externalisierende Patient erlebt die Ursachen und Entscheidungsgründe immer als "von aussen" kommend. "Meine Mutter ist schuld daran" - "ich habe immer nur Pech gehabt" Damit befreit er sich selbst von der Verantwortung, aber von der Möglichkeit & Verpflichtung zur Veränderung. Der internalisierende Patient dagegen sieht die Ursache bei sich oder in seinem Inneren. Er ist verantwortlich, wenn was schief geht. Er hat Schwierigkeiten seine Bedürfnisse & Ansprüche durchzusetzen. " Kein Wunder, das mich niemand mag, so langweilig wie ich bin. " Ich stelle mich immer so dumm an."
- psychologischer Test 2.2.3 psychologische Testverfahren - wichtige Hilfsfunktion in der Diagnostik liefert vor allem quantittative Ergebnisse - eine Aussage über die Schnelligkeit einer Antwort oder die Höhe des IQ qualitative Ergebnisse, also Aussagen über die Veränderung der Art des Wahrnehmens und Empfindens, kann man weniger gut mit dieser Methode erfassen. Psychische Erkrankungen sind aber vor allem qualitative Veränderungen. Gegenstück zur technischen Untersuchung in der körperlinen Medizin
- Anamnese eine wesentliche Säule der Dianosestellung erster Schritt in einer Untersuchung ist die Anamnese (anamesis=Erinnerung - Vorgeschichte) Eigenanamnese - Angaben des Patienten Fremdanamnese- Angaben von Bekannten - Freunden - Verwandten oder Begleitpers. professionelle Erfragung von (medizinisch) potentiell relevanten Informationen
- Unterschied zwischen Klient und Patient Patient kommt als Kranker / Hilfsbedürftiger Als Patient wird Jemand bezeichnet, der Ärztliche Dienstleistungen oder Dienstleistungen anderer Personen, die eine Heilbehandlung durchführen, in Anspruch nimmt. Klient kommt mit einem Anliegen. Den Begriff Klient verwenden Therapeuten gelegentlich in Abgrenzung zum Patienten um den Dienstleistercharakter Ihrer Tätigkeit sowie die Mündigkeit des Behandelten zu betonen.
- manische Episode Die Manie ist ein psychischer Zustand von extrem aufgehellter, meist euphorischer Stimmung. Bei stark ausgeprägten manischen Phasen handelt es sich jedoch keineswegs um eine gesunde "gute Laune" sondern um eine akut behandlungsbedürftige affektive Störung im Rahmen einer Psychose oder bipolarer Störung. Die Manie ist das Gegenteil der Depression. Oft sind emotionale Erlebnisse oder Stress der Auslöser einer akuten Phase. Der Antrieb und die Stimmung sind weit übernormal - rastlose Aktivität & Unruhe. Oft unangepasstes, distanzloses Verhalten - heiter Stimmung - teilweise aber auch Gereiztheit.
- Bestandteile der biografischen Anamnese 1. Geburtsanamnese, 2. Kindheit, 3. Pupertät, 4. Sexualität, 5. Erziehung, 6. weltanschauliche Orientierung, 7. Ausbildungsanamnese, 8. Berufsanamnese, 9. Partnerschaft,10. Lebenskrisen, 11. gesundheitliche/medizinische Anamnese, 12. psychiatrische + psychotherapeutische Eigen- und Fremdanamnese, 13. Genuss- und Suchtmittelanamnese, 14. Hobbys, Interessen, ehrenamtliches Engagement, 15. Selbstbild und Selbstwahrnehmung beachten: nicht nur die "negativ" eingeschätzten Umstände spielen eine Rolle - sondern durchaus auch die "positiven" Die Anamnese soll neben dem "biografischen Profil" Aufschluß geben über die unterschiedlichen Belastungsfaktoren vor und im Zusammenhang mit der aktuellen Erkrankung.
- Psychischer Befund Hauptinstrument für Diagnose und Therapiekontrolle beschreibt alle bedeutsamen Eigenschaften und Eigenarten von Erscheinung, Denken, Fühlen und Handeln des Patienten. In deutlicher Sprache & Begrifflichkeit, die für Fachleute nachvollziehbar ist. Plastisch & konkret, das der Leser sich ein Bild vom Patienten machen kann. Psychischer Befund zusammen mit der Anamnese ist die Grundlage für eine Diagnose, d.h. eine Zuordnung des Störungsbildes zu einer definierten Erkrankung. Der psychische Befund muss alle 4 aufgeführten Aufgaben der Untersuchung & der technischen Diagnostik bei körperlichen Erkrankungen alleine leisten. 1. Diagnosefindung 3. Therapiekontrolle 2. Verlaufsbeschreibung 4. Dokumentation
- Bestandteile des psychischen Befundes Bewusstseinslage - wach / klar /ungetrübt hellwach, Hypervigilant (z.b. Drogeneinfluss) schwerbesinnlich / schläfrig (somnolent) /eingetrübt bis hin zu Sopor (Starre, Fehlen von Spontanbewegungen aber Reaktion auf Schmerzreize) und Koma Orientierung Zeit, Ort, Person und Situation uneingeschränkt oder in allen Qualitäten orientiert = normal. Äussere Erscheinung die Beschreibung des Äußeren alters - und situationsgemäße Kleidung - gut oder ausreichend gepflegte Erscheinung, angemessenes Auftreten immer am kulturellen Hintergrund ausgerichtet. Äußerliche Selbstdarstellungsformen Psychomotorik Bewegungsgeschwindigkeit + -abläufe / Mimik + Gestik normal / gesteifert / verarmt / verlangsamt/ schneidet Grimassen, läuft unaufhörlich hin und her/ redet mit Händen und Füßen/ erloschene Gestik, kaum eine Gemütsbewegung im Gesicht erkennbar Auffassungsgabe Konzentration Gedächnis Intelligenz Antrieb Denken Ich Störungen Stimmung Impulskontrolle Suizidalität
- Komorbidität Die Komorbidität bedeutet das gemeinsame Auftreten verschiedener psychiatrischer Erkrankungen bei einer Person.
- Morbiditätsrisiko Wahrscheinlichkeit, im Leben an einer bestimmten Krankheit zu erkranken
- Endogene und exogene Psychosen die endogenen (gr. von innen stammend) Psychosen umfassen die schizophrenen und die affektiven (von kurzen, impulsartigen Gefühlsregungen) Psychosen. Zu den endogene Psychosen gehören die Schizophrenie, die manisch-depressive Erkrankung sowie isoliert vorkommende bestimmte Formen von Depressionen und Manien. Es ist mittlerweile unumstritten, das eine genetische Disposition (lat. Veranlagung) entscheidend für das Auftreten endogener Psychosen ist. Kinder von schizophrenen Erltern erkranken zu 9-16 %. Beide endogenen Erkrankungen, affektive Psychose und Schizophrenie sind durch Störungen des Transmitterstoffwechsels gekennzeichnet. Exogene Psychosen körperlich begründete Psychosen Haschisch oder LSD Exogene Psychosen dagegen haben eine organische Ursache. Die Ursache der Psychose können Hirnerkrankungen wie etwa Infektionen, Tumoren oder Hirnverletzungen sein. Was ist eine Psychose? Bei der Schizophrenie handelt es sich um eine so genannte Psychose. Psychosen sind schwere Störungen, bei denen sich das persönliche "Erleben von Dingen" stark verändert und der Realitätsbezug verloren geht. Es gibt Psychosen, deren Ursache organisch ist, und welche, die nicht organisch bedingt sind. Die Schizophrenie ist eine nicht organische Psychose. Organische Psychosen gehen auf eine Fehlfunktion des Körpers zurück. Sie können rückbildungsfähig sein, wie etwa nach Drogenkonsum, oder nicht rückbildungsfähig sein, z.B. bei Erkrankungen des Gehirns.