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BIO 122 Verhaltensbiologie (Fach) / Definitionen (Lektion)

die wichtigsten Definitionen der Verhaltensbiologie

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  • Verhaltensbiologie Erforschen der unmittelbaren/proximaten Ursachen des Verhaltens (Mechanismen und Ontogenese) und seiner ultimaten Ursachen (Anpassungswert und seine stammesgeschichtliche Enstehung/Phylogenese).
  • Individualselektion Individualselektion ist ein Konzept, dass der Selektionsdruck sich auf den Phänotyp des Individuums richtet. Hier pflanzen sich Individuen unterschiedlich stark fort (und überleben unterschiedlich lang) und darauf basiert der evolutionäre Wandel.
  • Behaviorismus unterschiedliche Verhalten werden durch Unterschiede in der Umwelt ausgelöst Gene haben keinen Einfluss
  • nature - nurture Debatte Behaviorismus vs Verhaltensgenetik
  • Heritabilität (h) eines Merkmals Anteil der in einer Population beobachteten phänotypischen Varianz (zB Körpergrösse), welcher der genetischen Variation zuzuschreiben ist. h=0 -> keine gen. Varation, nur Umweltunterschiede h=1 -> nur gen. Variation, kein Umwelteinfluss je höher Heritabilität (h), desto schnellere Reaktion auf Selektion
  • Bastardisierung nahe verwandte Arten kreuzen falls das Verhalten eine Mischung des Verhalten von beiden Eltern ist, dann hat das Verhalten eine genetische Komponente
  • angeborenes Verhalten Organismus reagiert in einer bestimmten Situation biologisch sinnvoll, unabhängig von Lernerfahrung
  • Erbkoordination (engl. fixed action pattern) Verhaltensreaktion, die von selbst vollständig abläuft, wenn sie durch einen adäquaten Reiz (Schlüsselreiz, Auslöser, Signal) aktiviert ist
  • Auslösemechanismus (engl. innate releasing mechanism) Neurosensorischer Filtermechanismus
  • Optimalitätsprinzip (in bezug auf Nahrungsökologie) Immer das Verhalten gezeigt, das am wenigsten kostet und maximalen Nutzen bringt.
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  • Theorem des Grenzertrags (Marginal value theorem) besagt, dass mit steigendem Aufwand an z.B. Zeit oder Energie zur Gewinnung einer Ressource der Ertrag nicht proportional steigt, sondern sich einem Plateau nähert oder sogar abnimmt
  • Feindvermeidung evolutives Wettrüsten zwischen Räuber und Beute zB Aggression, Dunkelangst, Flucht, Fluchtbereitschaft, Kampf-oder-Flucht-Reaktion, Totstellverhalten, Vermeidungsverhalten, Warnsignal
  • Apostatische (frequenzabhängige) Selektion eine Form der Selektion in Räuber-Beute-Beziehungen ein Beutegreifer sucht die häufigste Morphe in einer polymorphen Population von Beuteorganismen aus Seltene Morphen haben daher einen Selektionsvorteil und nehmen in der Population zu, auch weil der Beutegreifer die häufigere Morphe wegfängt.
  • Motivation / Handlungsbereitschaft die internen Entscheidungsprozesse, die beeinflussen, welches Verhalten gezeigt wird momentanen Ursachen von Verhalten, dh diejenigen Faktoren, die verantwortlich für den Beginn, die Aufrechterhaltung und die Beendigung eines Verhaltens
  • externe Reize ökologisch sozial
  • interner Zustand physiologisch Hormone Aktivität des Nervensystems innere Uhr
  • Homöostatisches Modell aufrechterhalten von physiologischen Parametern des Körpers
  • Übersprungsbewegung (engl. displacement activities) Ein Verhalten wird gezeigt, obwohl es zu diesem Zeitpunkt irrelevant erscheint.-> Konflikt von Motivationssystemen, entsprechenden Verhalten können nicht gezeigt werden-> stattdessen ein drittes, irrelevantes Verhalten gezeigt zB Ente und Fuchs: Ente brüten oder flüchteten?     -> putzt sich
  • umadressiertes Verhalten (engl. redirected behavior) EIn Verhaltensmuster passend zum bestehenden Konflikt wird gezeigt, aber es ist auf ein nicht im Konflikt relevantes Objekt gerichtet. zB Heringsmöwe-♂ reisst Gras aus, wenn es einem aggressiven Eindringling an Territoriumsgrenze gegenüber stehtzB Erdmännchen, wenn sie auf Eindringling oder dessen Spuren treffen, verbeissen sich ebenfalls in Vegetation und markieren Revier
  • Absichtsbewegung (engl. intention movements) Die Hemmung durch ein Motivationssystem ist nicht stark genug, wodurch ein Verhalten entsprechend dieser Motivation nicht völlig unterdrückt wird. In diesen Fällen kann dies die Anfangsphasen von einigen Bewegungen oder Sequenzen von Bewegungen hervorrufen, die dann wieder abgebrochen werden. zB Möwe: brüten oder von Räuber flüchten     -> zeigen Flügelbewegungen ohne davonzufliegen
  • Ambivalentes Verhalten (engl. ambivalences) Bewegungselemente von zwei konkurrierenden Motivationssystemen zeigen sich in einem einzelnen Verhalten. zB Mobben von Räuber, Tiere nähern sich kurz und ziehen sich wieder zurück
  • Emotionen (Mensch) kurzer, intensiver, psycho-physiologischer Prozess, ausgelöst durch die Wahrnehmung (bewusst od. unbewusst) eines Reizes
  • Emotionen (Tier) Nachweis: (neuro)physiologische Methoden (Hirnaktiviät, Herzrate...) Verhaltensveränderung (Körperhaltung, Bewegung...) kognitive Indikatoren (erhöhte Aufmerksamkeit zum Reiz)
  • Motivation vs Emotion Motivationen weisen auf die Wahrscheinlichkeit hin, dass ein Tier ein bestimmtes Verhalten ausführt. Emotionen weisen auf einen Zustand hin, der durch spezifische phsysiologische Parameter und das Verhalten ausgedrückt ist.
  • Tierkommunikation Kommunikation beschreibt die Interaktion zwischen einem Individuum (Sender) der ein Signal/Hinweis produziert, welches das Verhalten oder die Physiologie von einem anderen Individuum (Empfänger) beeinflusst. kein Austauschkeine Informationin Definition enthalten
  • Ritualisierung Stammesgeschichtliche Umwandlung von Signalen aus Verhaltensweisen, die keine Signalwirkung hatten Ritualisierung beruhgt auf einer Cue-Veränderungen: Vereinfachung der ursprünglichen Verhaltensweise Übertreibung der übrig gebliebenen Komponenten Stereotype Wiederholung des Cues/Signals
  • Lernen Fähigkeit eines Tieres Informationen zu erlangen, zu speichern und zu verarbeiten, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu verwenden, d.h. ihr Verhalten in der Zukunft entsprechend zu modifizieren. Erfahrungen (Interaktionen mit der Umwelt), welche künftige Verhalten (mehr oder weniger dauerhaft) beeinflussen oder modifizieren
  • Verstärkung jedes Vorkommen, das die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Verhalten welches auf den Reiz folgt, in der Zukunft wieder auftritt
  • positive Verstärkung positive Folge z.B. Futtererhalt (Belohnung)
  • negative Verstärkung negativer Reiz (z.B. Lärm) wird weggenommen
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  • Bestrafung jedes Vorkommen, welches die Wahrscheinlichkeit vermindert, dass das Verhalten welches auf den Reiz folgt, in der Zukunft wieder auftritt Bestrafung entweder über negative Folge (Stromstoss) oder durch Entziehung von positiver Folge (Belohnung)
  • Höheres Lernen einsichtiges oder kognitives Lernen Eine Handlung wird zuerst in Gedanken durchgeplant und dann als Aktion umgesetzt Auszuschliessen: Vesuch und Irrtum, kopieren von Artgenossen
  • Soziales Lernen Lernen durch beobachten von anderen
  • Soziale Förderung (engl. social faciliation) Tier besitzt bestimmtes Verhatlen in seinem Repetoire, aber führt es eher wieder aus, weil es anderen zusieht, diese auszuführen  Gähnen oder Lachen
  • Lokale Verstärkung (engl. local enhancement) Aufmerksamkeit von Tieren wird durch die anderen auf einen bestimmten Teil in der Umwelt gelenkt
  • wahre Imitation (engl. true imitation) Kopieren von ansonsten unwahrscheinlichen Verhalten Existenz von wahrer Imitation ausser beim Menschen ist umstritten
  • Prägung Prozess in der frühen Entwicklungsphasen eines Organismus, der eine Fokussierung auf wenige Reiztypen, welche eine soziale Reaktion auslösen, bewirkt.
  • Filiale Prägung frühe soziale Präferenzen sind begrenzt auf einen bestimmten Reiz oder Reizklasse, als Folge der Aussetzung zu diesem Reiz (oftmals Mutter)
  • Geschlechtliche Prägung frühe soziale Erfahurng bestimmt das Objekt, auf welches später das geschlechtliche Verhalten gerichtet ist
  • Sensible Phase Zeitperioden, wenn Präferenz entwickelt wird
  • Altruismus Verhalten, welches für den Träger der Eigenschaft mit Fitness-Nachteile (Opportunitätskosten) verbunden ist, und dem Empfänger einen Fitness-Vorteil vermittelt Helferverhalten
  • genetische Verwandschaft Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig gewähltes Allel aus dem Erbgut eines Individuums bei einem anderen Individuum auch vorhanden ist, weil beide einen gemeinsamen Vorfahr haben. Wahrscheinlichkeit, dass zwei Individuen abstammungsidentische Kopien desselben Allels haben.
  • Verwandtschaftskoeffizient r Wahrscheinlichkeit, dass zwei Individuen eine abstammungsidentische Kopie des gleichen Gens haben Zu erwartender Anteil im gesamten Genom eines Tieres, den es mit einem Verwandten aufgrund gemeinsamer Abstammung teilt.
  • direkte Fitness Persönliche Reproduktionsleistung
  • indirekte Fitness Genetischer Gewinn, durch Unterstützung von nicht eigenen Nachkommen
  • Gesamtfitness direkte Fitness + indirekte Fitness Summe von direkter und indirekter Fitness genetischer Gesamtbeitrag zur Folgegeneration
  • direkte Selektion wirkt auf Variation im individuellen Fortpflanzungserfolg
  • indirekte Selektion wirkt auf Variation im Einfluss von Individuen auf den Reproduktionserfolg von Verwandten
  • Verwandtenselektion kin selection verwandtschaftsabhängige gegenseitige Hilfeleistung genetisch egoistisch
  • Hamiltonsche Regel r * b - c > 0r : Verwandtschaftskoeffizientb : Nutzenc : Kosten dann sollte Helferverhalten gezeigt werden