42

Political and Social Studies (Fach) / Politische Kulturforschung/Wahlforschung (Lektion)

Definition, Datenquellen, Dimensionen,

Diese Lektion wurde von LorenaSarter erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Definitionen von politischer Kultur - Almond, Verba spezielle Verteilung von Orientierungsmustern zu den politischen Objekten zwischen den Mitgliedern der Nation
  • Definition von politischer Kultur - Berg-Schlosser bezeichnet subjektive Dimension der gesellschaftlichen Grundlage politischer Systeme umfasst Gesamtheit aller politisch relevanten individuellen Persönlichkeitsmerkmale, latente in Einstellungen und Werten verankerte Prädispositionen zum politischen Handeln auch in symbolhaften Ausprägungen und konkreten politischen Verhalten
  • Definitionen von poltiischer Kultur - Werte "konzeptionen des Wünschenswerten" , moralische Maßstäbe zur Beurteilung der Wirklichkeit
  • Definitionen von politischer Kultur Politische Kultur beschreibt die ideelen Grundlagen des politischen Systems
  • Was will die politische Kultur erklären? Maktrophänomene wie sozio-ökonomische Entwicklung, Demokratie, Stabilität, Krisen Politische Verhaltensmuster wie Klientelismus, Wahlverhalten
  • Politische Kultur - Grundannahme Zwischen politischer Kultur und politischer Struktur muss Kongruenz bestehen (einstellungen der BV = einstellungen der Institutionen
  • Politische Kultur - Ansatz Ansatz auf der Makroebene, Wurzeln im Strukturfunktionalismus
  • Politische Kultur - Methode Umfrageforschung
  • Datenquellen - World Values Surveys unter Leitung des Inter-University Consortium for Political and Social Research (Michigan) erste Welle in 24 Längdern, vierte Welle in über 60 Ländern sammelt viele Quellen
  • Datenquellen - International Social Survey Programme (ISSP) seit 1985 alle zwei Jahre, mit wechselnden zum Teil bereits republizierten sozialen und politischen Themenschwerpunkten zunächst in 6, heute in 31 Ländern weltweit durchgeführt
  • Anzeige
  • Datenquellen - Eurobarometer seit Anfang der 70er im Auftrag der Europäischen Kommission halbjährlich oder öfter in allen Mitgliedsstaaten der EG/EU ermittelt eine Vielzahl von Haltungen gegenüber der EU, aber auch nationale politische und soziale Orientierungen
  • Datenquellen - acht osteuropäische Eurobarometer CEEB, Central and Eastern Eurobarometer im Auftrag der europäischen Kommission zwischen 1990 und 1997 in bis zu 20 Ländern durchgeführt
  • Datenquellen - New Democracies Barometer durchgeführt in osteuropäischen Transformationsstaaten finanziert von der österreichischen Paul Lazarsfeld Gesellschaft
  • Datenquellen - Latinobarometer Surveys seit Mitte der 90er auf mehr als 12 Ländern (auch außerhalb Lateinamerikas) sowue ab Mitte der 90er die Daten des Cross-National Election Project (CNEP) und der Comparaive Study of Electoral Systems (CSES)
  • Datenquellen World Values Survey International Social Survey Programme Eurobarometer acht osteuropäische Eurobarometer New Democracies Barometer Latinobarometer Surveys Cross-National Election Project (CNEP) Comparatve Study of Electoral Systems (CSES)
  • Almond/Verba: The Civic Culture Begründung des klassisschen Ansatzes der politischen Kulturforschung -> Ausgangslage: politische Kultur hat eigenständigen EInfluss auf das Funktionieren einer Institution
  • Civic Culture - Differenzierung politischer Überzeugungen in vier Objektbereiche politischer Einstellungen Selbstbild des einzelnen Bürgers innerhalb eines Systems Einstellungen gegenüber den strukturellen Systemcharakteristika Bewertung der Beziehung zwischen Ich und System Beertung des System-Outputs
  • Dimensionen politischer Überzeugungen alle EInstellungen können positiv oder negativ ausgeprägt sein oder nicht vorkommen. alle Einstellungen können sich auf der kognitiven, der affektiven oder der evaluativen Ebene bewegen
  • Typen politischer Kultur - Reine Typen  paroquial culture (beschränkte) subject culture (untertanen) participant culture -> Idealtypen, funktionieren in der Realität nicht
  • Typen politischer Kultur - Mischtypen parochial-subject culture subject- participant culture parochial participant culture
  • DIe Civic Culture civic culture (Staatsbürgerkultur) als Mischtyp der drei reinen Typen Einstellungsmix auf der Ebene der einzelnen Bürger (Wechsel aus Unterordnung und aktiver EInflussnahme) Positive Beziehungen der Bürger zu den Strukturen des politischen Systems und dem Input-Prozess (positive Grundeinstellung zum eigenen System) Kongruenz zwischen politischer Kultur und politischer Struktur civic culture als noramtives Leitbild Almond/Verba: C.C ist geeignet für Erhaltung eines stabilen und effektivne politischen Prozesses
  • Henne oder Ei? Zuerst civic culture oder stabile Demokratie? stabilisieren sich gegenseitig
  • Messung der Civic Culture Die Ausprägung der politischen Kultur wird in empirischen Umfragen anhand bestimmter Items gemessen Lebenszufriedenheit Unterstützung für revolutionären Umsturz Interpersonal Trust
  • Messung der Civic Culture - Lebenszzufriedenheit insgesamte Zufriedenheit mit Leben Leiter von 1 bis 10 Allensbach Institut
  • Messung der Civic Culture - Unterstützung für revolutionören Umsturz Abrage von 3 verschiedenen Items zur Systemunterstützung Organisation der Gesellschaft muss radikal revolutionär verändert werden Gesellschaft muss schrittweise durch Reformen verändert werden Gesellschaft muss sich verteidigen gegen staatsfeindliche Kräfte Inglehart 88
  • Messung der Civic Culture - Interpersonal Trust Glauben Sie, dass man den meisten Menschen vertrauen kann? -> Grundvertrauen gegenüber den Mitmenschen Gegenfrage wird auch immer gesellt -> Grundhaltung des Ichs im System
  • Materialismus vs. Postmaterialismus -> Werte des westlichen Volkes haben sich geändert überwältigender Schwerpunkt auf materiellem Wohl und physischer Sicherheit -> Schwerpunkt auf Lebensqualiät (inglehart, Ronald, silent revolution -> Einstellungen haben sich durch Generationwechsel verändeert
  • Wertorientierungen "materialistisch/postmaterialistisch" -> Liste mit möglichen Zielen der Politik, Auswahl nach Relevaz (persönlich) A: Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Land B: Mehr Einfluss der Bürger auf Entscheidungen der Regierung C: Kampf gegen steigende Preise D: Schutz des Rechts auf freie Meinungsäußerung A und C : Materialistische Einstellung
  • Kritik politischer Kultur in einige Indikatoren werden Verhaltenskomponenten (als Verhaltensdispositionen) einbezogen -> partiell findet eine Vermischung deskriptiver und normativer Ebenen statt; betrifft v.a. interpretative Orientierungsarten Schwierige Trennung der Messung von Einstellungen zu grundlegenden Werten von aktuellen Einflüssen; Momentaufnahmen wenig aussagekräftig , notwendig ist Messung langfristiger Trends Alte Fragen müssen beibehaten werde aufgrund der Erforderung langfristiger Trends , aiuch wenn sie methodisch problematisch sind nicht alle Fragen sind im internationalen Vergleich gleicherweise zu interpretieren zu diskutieren ist, ob civic culture in der Tat die angemessene Form politischer Kultur in allen Demokratien bildet Kritik der unzureichenden Systematik der Typologie, Wertorientierungen finden keine Beachtung ebenfalls wie die jeweiligen Merkmalsausprägungen Übertragung der Einstelungen in politische Veränderungen ist unklar
  • Wahlforschung Schlüsselstellungen von Wahlen in demokratischen Systemen Aufschwung der Wahlforschung im Zuge der behaviouristischen Revolution methodologischer Individualismus wichtigste und erfolgreichste Bereiche: Wahlforschung (lazarsfeld, campbell, converse, miller, stokes) und Studium der parlamentarischen Eliten (Lasswell, Truman) Suche nach Überwindung der Fachgrenzen Praxisbezug Verwissenschaftlichung des Fachs -> analytisch-rationale Orientierung
  • Anzeige
  • Entwicklung der Wahlforschung Frage nach den Beweggründen und Bedingungskonstellationen für die Wahlentscheidung -> Erklären und Prognostizieren Integration verschiedener Forschungslinien und Traditionen ab den 1970er Jahren: Studien zur politischen Kultur und zum Wertewandel (Inglehart) SPannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis
  • Mit welcher Art von Daten arbeitet die Wahlforschung? - Aggregatdaten bezogen auf Gebietseinheiten , i.d.R. auf Wahlkreise ökonomische oder soziale Strukturmerkmale Vorteil: hoher Grad an Verlässlichkeit
  • Mit welcher Art von Daten arbeitet die Wahlforschung? - Umfragedaten repräsentative Stichproben Einstellungen zu Parteien, Kandidaten, Sachfragen sowie zu grundsätzlichen Einstellungsmustern Nachteil: kein Beleg für tatsächliches Verhalten, möglicherweise Fälschung
  • Mit welcher Art von Daten arbeitet die Wahlforschung? - repräsentative Wahlstatistik Verwendung gekennzeichneter Stimmzettel erhoben werden Geschlecht und Altersgruppe
  • Erklärungsansätze für das Wahlverhalten - Der mikro-soziologische Erklärungsansatz Bedeutung: Wählerverhalten ist Gruppenverhalten Einfluss gruppenspezifischer Merkmale (Status, Religion, Wohnort) Lazarsfeld: eine Person denkt politisch wie sie sozial ist, Gesellschaft bestimmt Mpolitische Präferenzen Möglichkeit von cross pressures (Individuum ist unterschiedlichen Kräften ausgesetzt) erklärt stabiles Wahlverhalten, aber keine kurzfristigen Veränderungen (vernachlässigung der Makroebene)
  • Erklärungsansätze für das Wahlverhalten - Der makrosoziologische Erklärungsansatz Bedeutung sozialer Konfliktlinien (cleavages) cleavages sind andauernde Abteilungen (Unstimmigkeiten von Interessen o. Orientierung) Klassische cleavages: Stadt - Land, Zentrum - Peripherie, Staat - Kirche, Arbeit - Kapital unterschiedliche Ausprägungen in Europa (ein-, zwei-, mehrdimensionale Cleavage-Struktur neue cleavages: Materialismus - Postmaterialismus typisch für zentral Europa (D, Ö, Schweiz, NL) : zwei dimensionale cleavage-Struktur
  • Erklärungsansätze für das Wahlverhalten - Der individualpsychologische/sozialpsychologische Erklärungsansatz (Michigan-Modell) Campell, Angus, Miller... Wahlverhalten als Ergebnis kurzfristiger und langfristiger Orientierung langfristige, stabile Variable: Parteiidentifikation (langfristige, emotionale Bindung des Wählers an seine Partei, erworben während der politischen Sozialisation) -> Parteiidentifikationen liegen dem normal vote zugrunde kurzfristige, variable Faktoren: Kandidatenbewertung und Issueorientierung Probleme: Gefahr der Tautologie Quantifizierung der Anteile von langfristigen und kurzfristigen Faktoren Der funnel of causality nach dem Michigan-Modell enthält: soziologische Merkmale sozialer Status familiäres Umfeld Parteienidentifikation Beurteilung der Kandidaten Bewertung der politischen Themen Wahlentscheidung
  • Erklärungsansätze für das Wahlverhalten - Das Modell des rationalen Wählers nach A. Downs Wahlentscheidung bestimmt durch maximalen Nutzen orientiert am Bild des rationalen Wählers relevant sind in erster Linie Sachfragen Parteiendifferential: Differenz zwischen dem erwarteten Nutzen einer Regierungspartei A und dem status quo (Nutzen aus der aktuellen Regierungspartei B) Bounded rationality: Zeit und Kosteneffiziente Entscheidungsstrategien unter der Bedingung begrenzter Informationen Paradox der Wahlbeteiligung Erklärt warum eine Partei gewählt wird, aber nicht warum überhaupt gewählt wird
  • Probleme der Wahlforschung Erklärung der Wahlentscheidung im Spannungsfeld von kurzfristigen und langfristigen Einflüssen Gewichtung individueller und gruppenspezifischer Motive für die Wahlentscheidung Was erklärt die Wandlungsprozesse im Wahlverhalten und wie sind sie zu bewerten? -> zweifelhafte Prognosefähigkeit
  • Lebenswelten in Deutschland - Sinus-Milieus Unterscheidung Grundorientierung : Festhalten, Bewahren, Tradition Haben und Genießen, Sein und Verändern, Modernisierung und Individualisierung Machen und Erleben, Grenzen überwinden, Neuorientierung Soziale Lage: untere Mittelschicht/Untershcicht mittlere Mittelschicht Oberschihct, obere Mittelschicht
  • Sinus Milieus -sozial-ökologisches Milieu idealistisches, konsumkritisches /-bewusstes Milieu mit ausgeprägten ökologischen und sozialen Gewissen: Globalisierungsskeptiker, Bannerträger von Political Correctness und Diversity
  • Sinues Milieus - Traditionelles Milieu Sicherheit und Ordnung liebende Kriegs-/Nachkriegsgeneration: in der alten kleinbürgerlichen Welt bzw. in der traditionellen Arbeiterkultur verhaftet