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Bevölkerung Ungleichheit Kultur (Sackmann) (Fach) / Bevölkerung Ungleichheit Kultur (Lektion)

Lernkarten aus Vorlesung und Seminar WS 2016

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  • 2_Bevölkerung, Bevölkerungsstruktur, Strukturmaße, Ereignismaße Bevölkerung: -Die Menschen einer regionalen oder administrativen Einheit, die dort ihre Hauptwohnung haben und dort gemeldet sind. Auch andere Bevölkerungskonzepte=> z.B. nur Ortsanwesende ohne zwangsläufige Meldung Bevölkerungsstruktur: - Wird bestimmt durch die Gliederung seiner Einwohner nach demografischen Merkmalen => z.B. Geschlecht, Alter, Wohnort, Wohnregion, Staatsangehörigkeit, Religion, Erwerbstätigkeit, Familienstand, Kinderzahl, Größe und Zusammensezung des Haushalts- Ist Teil der sozialen Verteilungsstruktur einer Gesellschaft- zur Beschreibung der Bevölkerungsstruktur gibt es Maßzahlen "Demografische Strukturmaße" => Absolute Strukturmaße, Relative Strukturmaße, Entsprechungszahlen StrukturmaßeDemografische Ereignismaße messen die Größe und Verteilung demografischer Merkmale zu einem bestimmten ZeitpunktAbsolute Strukturmaße:- Bestandsmaße, eine Bevölkerung oder Teilbevölkerung insgesamtRelative Strukturmaße:- Maße bei denen Strukturmaße zueinander in Beziehung gesetzt werden => z.B. Quoten (Anteil der 60 jährigen an der Gesamtbev.), Häufigkeitsverteilungen (Alterverteilung der Bev.), Proportionen (Sexualproportion: Verteilung der Bev. nach Geschlecht)Entsprechnungszahlen- sind Strukturmaße in denen die Bevölkerungsbestände zu anderen sinnvollen Größen (=> z.B. Bevölkerungsdichte) in Beziehung gesetzt werden EreignismaßeDemografische Ereignismaße erfassen die absolute und relative Häufigkeit demografischer Ereignisse in einem bestimmten Zeitraum.Absolute Ereignismaße:- Geben die Häufigkeit von demografischen Ereignissen, die in einer Bevölkerung/Bevölkerungsteil während eines Zeitraums stattgefunden haben => z.B. Jährliche Zahl der Geburten/SterbefälleRelative Ereignismaße (zwei unterschiedliche Berechnungsweisen)- Ereignisquoten: Messen die Verteilung von Ereignissen und setzen Ereignbisse zueinander in Beziehung => z.B. Nichtehelichenquote als Anteil der Nichtehelichen Geburten an allen Geburten eines Jahres- Ereignisraten/Ereignissziffern: Zahl der demografischen Ereignisse wird zur Größe der Gesamtbevölkerung/Bevölkerungsteil in Beziehung gesetzt => z.B. rohe Geburtenziffer, Anteil der Lebendgeburten eines Jahres auf 1000 Einwohner Durchschnittsbevölkerung: - Über einen Zeitraum, z.B. ein Kalenderjahr, werden Durchschnittswerte bestimmtBevölkerungsbewegung:- Veränderungen der Bevölkerungsgröße und Bevölkerungsstruktur- Ist Dimension sozialstrukturellen Wandels und steht in Wechselbeziehung mit sozialen, wirtschaftlichen und institutionellen Faktoren- Hauptkomponenten sind Geburten, Sterbefälle und Wanderungen (Migrationen)Demografische Ereignisse:- Vorkommnisse, die Bevölkerungsstand/Bevölkerungsstruktur verändern
  • Warum kann man die Bevölkerungsstruktur als Teil der sozialen Verteilungsstruktur einer Gesellschaft ansehen? ....
  • Worin unterscheiden sich Struktur- und Ereignismaße? ....
  • 2_Parameter der Bevölkerungsstruktur Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit, ... Verteilung der Bevölkerung nach GeschlechtSexualproportion- Verhältnis der Zahl der Männer zur Zahl der Frauen Verteilung der Bevölkerung nach dem AlterAlterzusammensetzung/Vitalstruktur/Alterstruktur/Altersaufbau- Ist Ergebnis der Geburtenhäufigkeit, der Wanderungsbewegungen und der Sterbefälle der letzten 100 Jahre- Es gibt drei unterschiedliche Grundtypen des Altersaufbaus einer Bevölkerung =>Pyramide (Typ der wachsenden Bevölkerung): Es werden mehr Kinder geboren, als für die Bestandssicherung der Bevölkerung notwendig sind; Verbreiterung der Basis abhängig von Geburtenhäufigkeit und alterspezifischer Streblichkeit in den mittleren Altersstufen=>Glocke (Typ der stationären Bevölkerung): Einzelne Jahrgänge bekommen so viele Kinder wie für die Bestandssicherung der Bevölkerung notwendig sind, d.h. der Geburtenjahrgang reproduziert sich dann gerade selbst; selten zeitstabil, eher Übergang zum dritten Grundtyp Pilz=>Pilz (Typ der schrumpfenden Bevölkerung): Es werden weniger Kinder geboren als für die Bestandssicherung der Bevölkerung notwendig sind. Größe nachrückender Geburtenjahrgänge verkleinert sich und es kommt zur Überalterung- Abschätzung der Folgen des demografischen Wandels auf Sozialsysteme durch Berechnung des Verhältnisses verschiedener Altersgruppen zueinander=>Jugendquotient: Verhältnis der unter 20-jährigen zu 20- bis unter 65-jährigen =>Altersquotient: Verhältnis der 65-jährigen und Älteren zu 20- bis unter 65-jährigen   Verteilung nach StaatangehörigkeitEinwohner mit Migrationshintergrund => Statistisches Bundesamt: Alle nach 1949 zugewanderten und alle in Deutschland geborenen Ausländer und Deutsche mit mindestens einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenem Elternteil Bevölkerungsdichte- Zahl zur Beschreibung der räumlichen Bevölkerungsverteilung- Verhältnis der Einwohner eines Gebietes zur Fläche
  • Beschreibe die verschiedenen Grundtypen des Altersaufbaus einer Bevölkerung ....
  • Wie hängen Altersstruktur und Bevölkerung zusammen? ....
  • Worin unterscheiden sich Jugend- und Altenquotient? ....
  • Nenne weitere demografische Merkmale zur Beschreibung der Bevölkerungsstruktur ....
  • 2_Bevölkerungsbewegung Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsbewegung- ist der Wandel der Bevölkerungsgröße und Bevölkerungsstruktur der durch demografische Ereignisse hervorgerufen wird- zentral sind aus sozialstruktureller Sicht Geburten, Sterbefälle, Wanderungen (hängen alle mit sizialstrukturellen Merkmalen zusammen => Fallen in Bildungsgruppen der Bevölkerung unterschiedlich aus- aber auch demografische Ereignisse wie Veränderungen des Familienstands, Lebensform oder Erwerbsbeteiligung Bestimmung der Bevölkerungsentwicklung- demografische Grundgleichung zur Bevölkerung: P=(P-1) + G - S + I - EGroße der Bevölkerung zum Stichtag=Größe der Bevölkerung am Ende des Vorjahres + Zahl der Geburten - Zahl der Gestorbenen + Zahl der Einwanderer - Zahl der Emigranten- durchschnittliche Bevölkerungsgröße: P=(P31.12.J+P31.12.-1):2 Demografisches Momentum- bezeichnet die Eigenschaft von Populationen, die Tendenz von Bevölkerungswachstum oder -rückgang auch noch nach Eintritt des Ersatzniveaus beizubehalten Querschnitts- oder Periodenbetrachtungsweise- demografische Ereignisse oder ihre Verteilung nach dem Alter werden bezogen auf ein Jahr erfasst und analysiert => Lebendgeburten von Frauen in einem Jahr bezogen auf Geburtenjahrgänge werden über einen Zeitraum von 20 Jahren verglichen Längsschnitt- oder Kohortenbetrachtungsweise- demografische Ereignisse werden über mehrere Jahre aufgenomnmen, weil man den Individuen in ihrer Entwicklung folgt. Ereignishäufigkeiten, ihre altersbezogene Verteilung und andere Ereignismaße lassen sich zwischen verschiedenen Geburtskohorten vergleichen => z.B. Ergebnisse zu Zahl der Lebendgeburten der Frauen eines Geburtsjahrgangs bis zum 45. Lebensjahr Lexis-Diagramm:- es werden Kalenderzeit (horizontale Achse) und Lebensalter (vertikale Achse) abgetragen- es versanschaulicht die zeitlichen Bezüge von Ereignissen und Lebensläufen- der Lebenslauf eines Individuums kann so auf einer 45° Diagonale, oder der Lebenslauf mehrerer Individuen einer Geburtskohorte als 45° diagonaler Schlauch, von links unten nach rechts oben, dargestellt werden =>Längsschnittvetrachtung (Kohorteneffekte)- Ereignisse eines bestimmten Kalenderjahres werden in einem vertikalen Schlauch abgebildet => Querschnittsbetrachtung (Periodeneffekte)- Ein horizontaler Schlauch repräsentiert ein bestimmtes Alterintervall (Alterseffekt) Querschnitts- und Längsschnittsmessung der Geburtenhäufigkeit-Querschnittsmaß der zusammengefassten Geburtenziffer eines Kalenderjahres (Total fertility rate:TFR): Summer der aslterspezifischen Geburtenziffern eines Jahres; Verhältnis der Lebendgeburten von Frauen eines bestimmten Alters im Jahr zur durchschnittlichen Zahl der Frauen dieses Alters im Jahr berechnet-Längsschnittmaß der endgültigen Kinderzahl der Frauen einer Geburtsgangskohorte AUCH Zusammengefasste Geburtenziffer einer Kohorte (completed fertillity rate CFR); Berücksichtigt nur die Geburten einer bestimmten Kohorte; Aufsummieren der alterspezifischen Geburtenziffern der Frauen dieser Kohorte
  • Aus welchen Komponenten setzt sich die Bevölkerungsentwicklung zusammen? ....
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  • Was ist mit die Quer- und Längsschnittbetrachtung des Bevölkerungswandels gemeint? ....
  • Welche Rolle spielt das demografische Momentum für die zukünftige Bevölkerungsentwicklung? ....
  • Trends der Bevölkerungsentwicklung-Geburtenentwicklung-Streblichkeitsentwicklung Lebendgeburten-zentral für die Reproduktion einer Bevölkerung-Zahl der Lebendgeburten hängt ab von: >1. Anzahl der Frauen und Männer die Kinder bekommen können; 2. Höhe der Kinderlosigkeitsraten; 3. Alter der Frauen und Männer bei der Geburt ihrer Kinder=> 2 und 3 Faktor abhängig von individuellen Interessen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Sterblichkeitsentwicklung-zweite Komponente der natürlichen BevölkerungsbewegungBestimmungsfaktoren für die Zahl der Strebefälle sind1. Säuglingssterblichkeit, also das Sterberisiko in den ersten 12 Lebensmonaten2. Morbidität, also das alterspezifische Sterberisko im höheren Alter=> 1 und 2 sind abhängig von Risikofaktoren ab =>z.B. Lebensstandard und medizinische Versorgung Sterbetafel-misst die durchschnittliche Lebenserwartung-beruht auf den Bevölkerungs- und Sterbefallstatistiken von drei aufeinanderfolgenden Jahren Ferne Lebenserwartung-gibt durchschnittliche Anzahl von Jahren an, die eine Person unter den gegegebenen Sterblichkeitsverhältnissen noch leben kann
  • 5_Soziale Ungleichheit Mit dem Wort "Ungleichheit" werden in den Sozialwissenschaften nicht bloße (horizontale) Unterschiede, sondern (vertikale) Besser- bzw. Schlechterstellungen zwischen Menschen bezeichnet. Man spricht von "sozialer Ungleichheit" (vgl. Hradil 2001: 27 – 46), wenn die Ressourcenausstattung (zum Beispiel der Bildungsgrad oder die Einkommenshöhe) oder die Lebensbedingungen (beispielsweise die Wohnverhältnisse) von Menschen aus gesellschaftlichen Gründen so beschaffen sind, dass bestimmte Bevölkerungsteile regelmäßig bessere Lebens- und Verwirklichungschancen als andere Gruppierungen haben. "Besser" sind Lebens- und Verwirklichungschancen dann, wenn Ressourcenausstattungen oder Lebensbedingungen bestimmten Menschen nach den jeweils geltenden gesellschaftlichen Maßstäben (zum Beispiel bezüglich Sicherheit, Wohlstand, Gesundheit) die Möglichkeit zu einem "guten Leben" und zur weiten Entfaltung der eigenen Persönlichkeit bieten, anderen Menschen jedoch nicht. Inwieweit diese Möglichkeiten individuell genutzt werden, steht dahin. Der Begriff soziale Ungleichheit schließt somit nicht aus, dass Menschen mit vorteilhaften Bedingungen ein elendes Leben führen. Verteilungsungleichheit und Chancenungleichheit "Verteilungsungleichheit" meint die ungleiche Verteilung einer wertvollen Ressource (z. B. des Einkommens) bzw. einer (un-)vorteilhaften Lebensbedingung innerhalb der Bevölkerung insgesamt. Mit "Chancenungleichheit" bezeichnet man die ungleichen Möglichkeiten bestimmter Bevölkerungsgruppen (zum Beispiel von Frauen oder Migranten), an vorteilhafte oder nachteilige Stellen innerhalb solcher Verteilungen zu gelangen (zum Beispiel höhere Einkommen zu erzielen). Chancenungleichheiten und Verteilungsungleichheiten verändern sich häufig unabhängig voneinander. So ist zum Beispiel die Verteilung der Einkommen in Deutschland in letzter Zeit ungleicher geworden. Die Einkommenschancen von Frauen haben sich dagegen denen der Männer angeglichen. In vielen Fällen bergen Chancenungleichheiten, so die geringen Bildungschancen von Migrantenkindern oder die schlechten Aufstiegschancen von Frauen, mindestens so viel gesellschaftspolitischen Zündstoff wie Verteilungsungleichheiten, wie etwa wachsende Armut und zunehmender Reichtum. Chancenungleichheiten bestehen insbesondere zwischen: Bildungs- und Berufsgruppen, Familien und kinderlosen Haushalten, Bewohnern unterschiedlicher Regionen, den Geschlechtern, Altersgruppen und ethnischen Gruppierungen. Damit sind zugleich die wichtigsten Determinanten sozialer Ungleichheit benannt. Einige von ihnen sind individuell erworben, andere gesellschaftlich zugeschrieben: Bildungsgrade, Berufe, Familien- und Lebensformen sind für die Einzelnen mehr oder minder frei wählbar. Das Geschlecht, das Alter, soziale Herkunft oder die ethnische Zugehörigkeit sind für die Einzelnen in der Regel nicht veränderbar. Darauf beruhende Chancenungleichheiten (beispielsweise die Benachteiligung von Frauen) gelten in modernen Gesellschaften als illegitim und werden stark kritisiert. Dimensionen sozialer Ungleichheit Die Vielfalt vorhandener sozialer Ungleichheiten wird in der Regel in Dimensionen gebündelt. In modernen Gesellschaften gelten der formale Bildungsgrad, die mehr oder minder sichere Erwerbstätigkeit, die berufliche Stellung, das Einkommen bzw. Vermögen und das berufliche Prestige als wichtigste Dimensionen sozialer Ungleichheit. Nicht alle Dimensionen hatten zu jeder Zeit das gleiche Gewicht: So war formale Bildung noch im ausgehenden Mittelalter für die Mehrzahl der Menschen eher unwichtig. Heute spricht viel dafür, dass der erreichte Bildungsgrad für die Menschen die wichtigste Dimension sozialer Ungleichheit darstellt. Innerhalb jeder dieser Dimensionen lassen sich höhere oder niedrigere Stellungen unterscheiden. Sie werden als Bildungs-, Erwerbs-, Berufs-, Einkommens- bzw. Prestige-Status bezeichnet. Soziale Schichten Eine »soziale Schicht« besteht aus Menschen, die einen ähnlichen »Status« innerhalb einer oder mehrerer Dimensionen sozialer Ungleichheit innehaben. So kann man z. B. Bildungs- oder Einkommensschichten unterscheiden. Zur Ermittlung der Stellung eines Menschen im gesamtgesellschaftlichen Schichtungsgefüge kombiniert man in der Regel seinen Bildungs-, Berufs- und Einkommensstatus. Das Oben und Unten der beruflichen Stellung, der hierfür notwendigen Qualifikation und des hieraus resultierenden Einkommens gelten in modernen Gesellschaften als Kernstruktur des Gefüges sozialer Ungleichheit. Die jeweilige Schichtzugehörigkeit hat viele Konsequenzen, aus denen die Vor- bzw. Nachteile der Schichtzugehörigkeit erst wirklich deutlich werden: Wer einer höheren Schicht angehört, denkt und handelt im Allgemeinen optimistischer, leistungsorientierter, planender, zukunftsorientierter und durchsetzungsfähiger. Die Mitglieder höherer Schichten sind seltener krank, leben länger, werden weniger straffällig und verfügen über größere Netzwerke mit mehr "Beziehungen". Die Kinder haben bessere Bildungschancen usw. Trotzdem fallen die Mentalitäten und Verhaltensweisen der Menschen innerhalb gleicher sozialer Schichten durchaus unterschiedlich (und gelegentlich über Schichtgrenzen hinweg ähnlich) aus. Die Begriffe der sozialen Milieus und der Lebensstilgruppierungen dienen dazu, diese Unterschiede zu erfassen. Soziale Milieus und Lebensstile Unter einem »sozialen Milieu« versteht man eine Gruppe gleich gesinnter Menschen mit ähnlichen Werthaltungen und Grundeinstellungen (zum Beispiel das liberal-intellektuelle Milieu). Die Milieuzugehörigen sehen und interpretieren ihre sachlichen Umwelten und ihre menschlichen Mitwelten in ähnlicher Weise und bestärken sich darin. Häufig arbeiten und wohnen die Menschen eines bestimmten sozialen Milieus auch in ähnlichen Um- und Mitwelten. Wie entstehen soziale Milieus? Sie bilden sich zum einen heraus durch die soziale Schichtung einer Gesellschaft: durch gleiche soziale Herkunft und die ähnlichen sozialisatorischen, beruflichen und gesellschaftlichen Erfahrungen der Mitglieder sozialer Schichten. Darüber hinaus gibt es aber auch kulturelle (historische, regionale, religiöse etc.) Faktoren, die zur Bildung sozialer Milieus auch innerhalb der sozialen Schichten beitragen. Das Konzept der sozialen Milieus spielt eine große Rolle in praxisorientierten sozialwissenschaftlichen Studien. Wie Kinder erzogen werden, welcher Partei Menschen zuneigen, wie Menschen wohnen, ihre Freizeit verbringen oder konsumieren, ist weitgehend eine Frage des sozialen Milieus. Niemand verhält sich jeden Tag völlig anders. Als Lebensstil bezeichnet man die Gesamtheit der immer wiederkehrenden Denk- und Verhaltensweisen eines Menschen. Diese Routinen sind nicht nur eine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern auch der Identität von Menschen. Infolge gesellschaftlicher Angleichungs- und Auseinandersetzungsprozesse erstrecken sich ähnliche Lebensstile über die Einzelnen hinaus auf größere gesellschaftliche Gruppierungen. Lebensstile bilden sich aufgrund vieler Faktoren heraus: Das Alter, das Geschlecht, die Familien- und Lebensform, der Bildungsgrad, die Schichtzugehörigkeit, aber auch eigene Entscheidungen und fremde Einflüsse können Lebensstile gestalten. Lebensstile sind psychologisch nicht so tief verankert wie Milieuzugehörigkeiten und ändern sich deshalb leichter als diese. Gleichwohl sind Konsumentscheidungen, Freundschafts- und Partnerschaftswahlen, Freizeitaktivitäten und vieles mehr auch eine Frage des Lebensstils
  • 5_Erklärungskraft Erklärungskraft: Ein Pänomen wiss zu erklären bedeutet, dass man für das Auftreten dieses Pänomens erstens eine Ursache und zweitens eine allgemeine Regel, eine Gesetzmäßigkeit angibt, die Ursache und Wirkung miteinander verknüpft.
  • 5_Soziale Klassen Zusammenfassung:-Klassenstrukturmodelle unterteilen Bevölkerung vorwiegend nach ökonomischen Kriterien-ältere Klassentheorie legt Fokus auf Erklärung makrosoziologische Prozesse des Wandels; neuere Klassentheorie auf Erklärung individueller Verhaltensformen Klassentheorie -Ursprünge bei Karl Marx und Max Weber-Gemeinsame Merkmale: 1. Einteilung der Bevölkerung allein auf Grundlage ökonomischer Kriterien, andere Kriterien (=>Lebenstil, kulturelle Überzeugungen) werden nicht berücksichtigt2. Objektive Klassenzugehörigkeit prägt das Handeln und Bewußtsein der Menschen3. Klassen bilden keine einfache vertikale Hierarchie Karl Marx-trennscharfes ökonomisches Kriterium: Stellung zu Produktionsmitteln=>gegensätzliche Interessen =>gemeinsames Klassenbewußtsein Unterscheidung Marx und Weber- Im Gegensatz zu Marx definiert Weber Klassen nicht auf Grundlage der zwischen ihnen bestehenden Ausbeutungsbeziehungen, sondern auf Grundlage der unterschiedlichen Marktchancen. Er unterscheidet zwischen Erwerbs- und Besitzklassen- Im Gegensatz zu Marx gibt es bei Weber eine Vielzahl von Klassenlagen und deshalb auch keinen zentralen Gegensatz von Interessen. Unterschiedlichen Gruppen haben vielmehr unterschiedliche Interessenlagen Neben der Klassenlage führt Weber das Model der sozialen Klasse ein (=>Anzahl der Klassenlagen zwischen denen Personen im Laufe ihres Lebens leicht wechseln können)Klassengrenzen werden also an der sozialen Mobilität zwischen Klassen festgemacht. Weber unterscheidet vier Klassen: Arbeiterschaft, qualifizierte Mittelklasse, Kleinbürgertum, Oberklasse Taditionelle Klassentheorie hat Anspruch Bevölkerung in soziale Klassen einzuteilen, die eigene Interessen verfolgen und Grundlage kollektiver Akteure werden können=>traditionelle Klassentheorie hat vorwiegend makrosoziologische Erklärungsansprüche. Ähnlich heute in Machtressourcentheorie. Wandlung in der Klassenanalyse: Klassenlagen der Akteure sollen deren individuelle Einstellungen erklärenKlassenmodell von von Erik O. Wright:-ähnlich Marx: Hauptgegensatz zwischen Eigentum an Produktionsmitteln und abhängiger Beschäftigung-differenziertweiter abhängig Beschäftigte nach zwei Dimensionen1. Autoritätsposition in den Produktionsbeziehungen2. Qualifikation=> Diese werden in drei Ausprägungen unterteilt (konkret nicht relevant)=> kombiniert man die Dimensionen erhält man neun unterschiedliche KlassenlagenFazit:-ermöglicht die Analyse von differenzierten Klassenstrukturen jenseits des Gegensatzes von Kapitalisten und Arbeitern im traditionellen marxistischen Modell-Annahme, dass Herausbildung von Klassen mit gemeinsamen Verhaltensweisen nicht zwangsläufig aus der Klassenstruktur resultiert, sondern in Abhängigkeit von der jeweiligen Klassenstruktur in historischen Prozessen stattfindet und sich international unterscheiden kann Klassenmodell von John Goldthorpe, auch EGP-Klassenmodell-Versuch Berufsgruppen nach nach Klassenlagen so zusammen zu fassen, dass sie möglichst homogen auf ihre Marktchancen und Arbeitsbedingungen sind-Unterscheidung der Berufsgruppen nach Besitz an Produktionsmitteln, dann Differenzierung nach Arbeitsbeziehungen-Wie überzeugen Unternehmer Arbeitnehmer in Interesse des Unternehmens zu handeln? => verschiedene Strategien; besonders Kontrolle/Überwachung und spezifische Qualifizierung => Unterscheidung Lohnarbeitsvertrag/Dienstvertrag/ Mischtypen-Deutlich wird, dass Berufsgruppen nach Grad der Selbstständigkeit und Arbeitsbeziehung klassifieziert sind-weiterhin auch Gliederung nach Qualifikation/Autoritätsposition und sektorale UnterscheidungFazit: -In Deutschland keine Klassenlage, die einen sehr großen Anteil an der Bevölkerung hat-Hat sich empirisch bewährt und wurde mit leichten Veränderungen in die europäische Sozioökonomische Klassifikation (ESeC übernommenKritik:Teilweise problematische Zusammenlegung der Klassifikation der Berufsgruppen (Großunternehmer und Management in Dienstklasse Bourdieus Kapitalkonzept-eher soziokulturelles Klassenkonzept, da hier Konzept der Klassenstruktur mit Lebensstilkonzept verbunden wird Weeden und Gusky-fordern Revitalisierung der Klassentheorie und Fokus auf Mikroklassen-Kritik weil gängige Klassenstrukturkonzepte soziale Phänomene auf der individuellen Ebene erklären, aber auf der Ebene der Makroklassen verbleiben und typischerweise deshalb nur geringe Erklärungskraft aufweisen-verwenden Klassenmatrix aus 126 Klassenlagen-Ihrer Ansicht nach gibt es vor allem drei Mechanismen zur Herstellung von Homogenität innerhalb von Klassen1. Allokationsprozesse=Zuordnungsprozesse seitens der Beschäftigten (Selbstselektion) und Unternehmer (Selektionsmechanismen)2. Mechanismen sozialer Konditionierung (innerhalb der Berufsgruppen ähnliche Ausbildung, ähnliche Interaktionsnetze, gemeinsame Interessen, Generalisierung spezifischer Arbeitserfahrungen auf PrivatesKritik:Geringe Übersichtlichkeit in der Beschreibung der Struktur sozialer Ungleichheit; Mikroklassen weisen innerhalb der Makroklassen auch Gemeinsamkeiten auf;
  • 5_Soziale Schichten und Statusskalen Im Gegensatz zu Klassenmodellen versuchen Konzepte sozialer Schichten und Skalen zur Messung des sozialen Status die Struktur der sozialen Ungleichheit auf einer einzigen vertikalen Dimension abzubilden.-In Schichtkonzepten wird angenommen, dass die Mitglieder einer Schicht vergleichbare Positionen in der Struktur sozialer Ungleichheit einnehmen und auch ähnliche Mentalitäten, Lebensstile und Einstellungen aufweisen-Schichtmodelle gehen davon aus, dass die vertikale Struktur sozialer Ungleichheit in Schichten separiert werden kann, die klare Grenzen aufweisen. Statusskalen sind ein eher graduelles Modell sind, in dem sich Individuen in ihrer Position auf der Statusskala nicht aber durch eine klare Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht auszeichnen-zentrales Problem der Schichtbegriffe ist die Abgrenzung von einzelnen Schichten auf den Prestige- und Statusskalen, da diese im Prinzip grauelle Veränderungen aufweisen und keine klaren Brüche zwischen Schichten Modelle von Prestigeschichte/Prestigeskalen- Weber => Konzept der ständischen Wertschätzung- Warner => Index of status charakteristics (Beruf, Einkommen, Haustyp, Wohngegegend)Deutschland => Scheuch Index (Einkommen, berufliche Stellung, Bildung)=> beides mehrdimensionale Skalen- Treiman => standard int. occupational prestige scale (SIOPS)- Wegener => Magnitude Prestigeskala=> beide befragen die Wertschätzung von Berufen Modelle subjektiver Schichtidentifikation-Klassifizieren Individuen nach ihrer eigenen Einschäzung zu ihrer Position im Schichtgefüge einer GesellschaftMoore und Kleining => Modelle zur Beschreibung der Schichtstruktur u. soz. MobilitätGFK => VerbraucherumfrageALLBUS,ISSPInsgesamt: Menschen in Deutschland klassifizieren sich vorwiegend entsprechend ihres Berufs, nachrangig über Einkommen und Bildung Modelle der Erfassung auf Grundlage objektiver Kriterien wie z.B. der ökonomischen LebenssituationGrundsätzlich zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen1. ein einziger Indikator (Verteilungsstruktur einer Ressource)=> eindimensionale Modelle; häufig BerufISCO => 1500 berufliche Tätigkeiten2. mehrere Indikatoren (Verteilungsstruktur mehrerer Ressourcen)=> mehrdimensionale Modelle; Beruf, Bildung, Einkommen => Statusskalen hier: Handl: Skala des sozioökonomischen StatusHoffmeyer-Zlotnik: Index der Autonomie des beruflichen Handelnsum Schicht/Status zu ermitteln Grundlage zur Bestimmung von Status/Prestige über Beruf sind BerufsklassifikationenWichtige Berufsklassifikationen sind: - ISCO 68 (ILO Genf) => geeignet da stärker differenziert und internationale vglbar, aber tewas veraltet- ISCO 88- Klassifikation der Berufsbennenungen (Statitsiche Bundesamt) Skalen mit multiplen Indikatoren zur Messung von Status und Schichtzugehörigkeit Gewichteteter Mittelwert aus Bildung und Einkommen für verschiedene BerufeOtis Duncan => SEI =>Ganzeboom/Treimann => ISEI Scheuch => SES Geiger- verwendet Schichtbegriff als Oberbegriff zur Erfassung der Struktur der sozialen Ungleichheit in unterschiedlichen Gesellschaften- Mitglieder einer Schicht sind durch ähnlichen Status/vergleichbare Ressourcenausstattung gekennzeichnet und weisen ähnliche Mentalitäten und Einstellungen auf Fazit:-
  • 5_Status (sozialer Status) und Prestige (soziales Prestige) Status > Position in der Struktur sozialer UngleichheitDarunter versteht man in der Soziologie die Position einer Person in der Verteilungsstruktur einer bestimmten Ressource, z.B. Einkommensverteilung, Bildungsstruktur. Prestige > Soziale WertschätzungVerweist auf Wertschätzung/Anerkennung, die einer bestimmten Person/Gruppe entgegengebracht wird. Nicht einfach ein Merkmal, sondern eine Relation zwischen Personen/Gruppen. Häufig bezogen auf das Vorhandensein/Nichtvorhandensein spezieller Merkmale => z.B. Beruf, Einkommen, Bildung.
  • 5_Klassen und Schichten Fazit - Insgesamt wenig tragfähige Gründe für das Verwerfen von Klassen und Schichtmodellen. - Deutlich werden aber die Grenzen:1. können nichtökonomischen Arten der Ungleichheit weniger gut erfassen2. berücksichtigen nicht die horizontale Dimensionen von Ungleichheit => z.B. Geschlecht, Ethnie, Region. Alter3. Klassen-/Schichtzugehörigkeit ist die die allumfassend erklärende Variable um alle Einstellungen und Verhaltensweisen zu erklären
  • 5_Soziale Lagen und Lebenslagen Konzept der sozialen Lage- eingeführt um anstelle der einfachen Beschreibung der Struktur sozialer Ungleichheit mittels Klassen-/Schichtkonzepten es als differenziertes und mehrdimensionales Konzept anwenden zu können- in der Praxis schwierig Umzusetzen, da keine Erhöhung der Erklärungskraft; es erschwert die Übersichtlichkeit aufgrund seiner Komplexität- eher brauchbar für Beschreibung von bestimmten Bevölkerungsgruppen oder in der Armutsforschung Hradil => Modell der sozialen Lagen - unterscheidet zwei Ebenen => ebene der sozialen Lagen und der sozialen Mileus- neben den ökonomischen Zielen der Akteure auch wohlfahrstaatliche und soziale Bedürfnisse hinzugekommen sind. Entsprechend hat sich das Spektrum der relevanten Lebensbedingungen über die klassischen ökonomischen Dimensionen (Geld, Bildung, Beruf, Macht) erweitert. Weitere Dimensionen sind 1. Wohlfahrtstaatliche Ziele (Arbeitslosigkeits- und Armutsrisiken, soziale Absicherung, Arbeitsbedingungen, Freizeitbedingungen, Wohnbedingungen, demokratische Institutionen)2. Soziale Bedürfnisse (Ungleiche Lebensbedingungen, Soziale Beziehungen, soziale Rollen, Diskriminierung, Privilegien)Dennoch monetäre Ausstattung als zentrale Bedingung Soziale Lage: Kontexte von Handlungsbedingungen, die gute bzw. schlechte Chancen zur Befriedigung allgemein anderkannter Bedürfnisse gewähren.Soziale Mileaus: Menschengruppen, die ähnliche oder gleiche Lebensbedingungen und Haltungen aufweisen, so dass hieraus gemeinsame Lebensstile ableitbar sind
  • 5_Fazit Insgesammt 6 verschiedene Möglichkeiten zur Beschreibung der vertikalen Dimension der Struktur sozialer Ungleichheit1. Klassenstruktur2. Prestigeskalen3. Prestigeschichten4. Sozioökonomische Statusskalen5. Sozioökonomische Statusschichten6. Soziale LagenSkalen des sozioökonomischen Status (ESE, SEI, ISEI) erfassen die vertikale Struktur der sozialen Ungleichheit am besten.
  • 9_Individualisierung Individualisierung als soziologische Kategorie (Modernisierungstheorien)Individualisierung bezeichnet einer Prozess, in dem die Abhängigkeit eines Individuums von seiner Umgebung abnimmt. -Traditionelle Lebensformen (hohe Normierungsleistungen für individuelles Handeln) verlieren an Bedeutung für die individuelle Lebensführung und das einzelne Subjekt muss im Rahmen seiner gesellschaftlichen Ressourcen eine eigene Lebensform erarbeiten -Unter Individualisierung ist nicht gemeint:1. Atomisierung, Vereinzellung, Beziehungslosigkeit2. Individuation, Emanzipation, Autonomie Beck => Drei Dimensionen eines gesellschaftlichen Prozesses 1. Freisetzungsdimension: Herauslösung des Individuums aus Sozialformen und Sozialbindungen (trad. Herschafts- und Versorgungszusammenhänge)2. Entzauberungsdimension: Verlust von traditionellen Sicherheiten (Handlungsweisen, Glauben, Normen)3. Kontroll- und Reintegrationsdimension: neue Art der sozialen Einbindung Neuer Rahmen:Restbestände an Lebenswelten mit geschlossener religiöser Sinngebung, klaren Autoritätsverhältnissen, Pflichtkatalogen; Möglichkeiten haben sich explosiv erweitert. Folge:verschiedene Autoren => Besorgte Diagnosen: Zunehmende Individualisierung führt zu einer Liquidation des SubjektsIndividualisierung ist eine Vergesellschaftungsmodus => akzentuiert werden Selbstkontrolle, Selbstverantwortung und Selbststeuerung. Hier sowohl positive (Kinder der Freiheit) und negative Lesart (Verschwinden bisheriger sozialer Bindungen) Individualisierung als institutionalisierte Individualisierung => Autonomie-behauptung des Individuums einerseits und Autonomiezuschreibung durch gesellschaftliche Institutionen andererseits. Heiner Keupp => Fokus auf Autonomie-zuschreibung durch Institutionen. "Autonomie wird abgefordert" im Arbeitsbereich (Unternehmerisches Selbst), im sozialen Bereich (Selbst-"Vorsorge"), etc. Individualisierung und Verortung => These des Gemeinschaftsverlust läßt sich nicht bestätigen (weder Urbanisierung noch neue Informationstechnologien); Hist. Wechsel von der door-to-door zu place-to-place-community bewirkt eine Reduzierung der Bedeutung der unmittelbaren Nachbarschaft und eine Aufwertung des eigenen Haushalt; Aktuell Wechsel von place-to-place zur person-to-person-community folgt eine weitere Reduzierung der Ortsgebundenheit; Im Bindungsbereich große Bedeutung der Vertragsfreiheit im Individualisierungsprozess; Prägend ist auch ein Verortungsdefizit, das vom individuellen Zugang zu psychischen, sozialen, symbolischen und materiellen Ressourcen abhängt Individualisierung und Ressourcen => Bewältigung der Gestaltungsaufgaben die Individualisierungsprozess setzt handlungsfähiges Subjekt mit Verwirklichungschancen (capabilities) vorausBourdieux => KapitalsortenCote/Levine => Konzept des Identitätenkapitals: Identitätenkapital ist die Summe aller Eigenschaften, die ein Individuum in der Interaktion mit anderen Individuen erworben/zugewiesen bekommen hat.1. tangible resources => Kreditwürdigkeit, Bildungszertifikate, etc.2. intangible resources => Ich-Stärke, Selbstwertschätzung, Lebenssinn, Selbstverwirklichung, etc. Individualisierung und identitäre Arbeit => Identität ist nicht mehr Entstehung eines identitären Kerns, sondern ein Prozessgeschehen, also beständige alltägliche Identitätsarbeit; d.h. permantente Passungsarbeit zwischen inneren und äußeren Welten. Vorstellungs von Identität als fortschreitende/abschließende Bildung von Kapital wird abgelöst durch die Idee, dass Identität ein Projektentwurf/Abfolge von Projekte ist bzw. die gleichzeitige Verfolgung verschiedener Projekte Individualisierung und Inklusion =>  Im Feld von Exklusion und Inklusion machen werden Veränderungen deutlich im Feld der Erwerbsarbeit, wohlfahrtstaatlicher Regulierung und der sozialen Beziehungen. Das Zusammenspiel dieser drei Bereiche führt zu einer zugespitzten Exklusion.Robert Castel: Unter diesen Merkmalen spaltet sich die Gesellschaft in 3 Zonen1. Zone der Inklusion; 2. Zone der Gefährdung/Verwundbarkeit; 3. Zone der Ausschließung/Exklusion Individualisierung und soziale Gerechtigkeit => 1. Modern: Existenzrisiken der Subjekte wurden durch Daseinsvorsorge und sozialstaatliche Leistungen Aufgefangen; Anschließend Übergang von öffentlichen zur privaten Sicherheit - von der Sozialversicherung zur Eigenverantwortung. Das Subjekt ist also für seine Gesundheit, Fitness, Passung selbst zuständig und auch für sein Scheitern.
  • 3_Sozialstruktur Sozialstrukturanalyse SozialstrukturIst die dauerhafte Gliederung und Ordnung einer Gesellschaft nach soziologisch relevanten Merkmalen, d.h. nach vertikalen Statusabstufungen (Klasse, Schicht, Stand), demografischen Merkmalen (Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit) und nach Dimensionen der Ungleichverteilung von Gütern und Positionen SozialstrukturanalyseBeschäftigt sich mit sozialstrukturellen Differenzierungen und Ungleichheiten von Nationalstaaten (Prämisse: Nationalgesellschaft ist integriertes Ganzes; Gesellschaft hat Mitglieder; Soziale Beziehungen zwischen sozialen Gruppen)
  • 13_Migration Unterschiedliche theoretische Konzepte zur Erklärung von Ursachen, Verlauf und Folgen von Migration: 1. makro- und mikrotheoretische Ansätze2. Konzepte zur Integration 3. transnationale Migrationstheorien Push-und Pull Modell => makrotheoretisches Konzept => Erklärung der Ursachen von Migration durch Verhältnis von Abstoßung (Herkunftsland) und Anziehung (Aufnahmeland); Im Zentrum der Erklärung liegen EinkommensunterschiedeKlassische Migrationsforschung => Migranten handeln nach dem Prinzip eines ökonomischen Rationalismus (ökonomische/demografische Aspekte); entscheidender Punkt Lohnunterschiede Etablierung Mikrotheoretischer Modelle => Kritik an einseitiger ökonomischer Betrachtungsweise => Erklärung durch komplexe Motive; Migration ist ein sozialer Vorgang und wird erklärt durch Ineinandergreifen Menschenlichen Handlungen (Mikroebene) und gesellschaftlichen Strukturen (Makroebene). Motivbündel ist entscheidend: persönliche Disposition, Familienkonstellation, sprachl Fähigkeiten, etc. Integration Assimilationskonzept => räumliche, soziale, sprachliche, kulturelle Segregation von Migranten löst sich im Zeitverlauf (spätestens in der 3 Generation) vollständig auf; Anschließend Fokus auf Diskriminierung und Chancenungleichheit von Migranten, also eine Verlagerung auf das Aufnahmeland; Aktuell Konzept der partiellen Assimilation: Migranten assimilieren sich nie vollständig, sondern nur partiell Transnationale Migration => Unterscheidung von temporärer und dauerhafter Wanderung trifft auf viele Migranten nicht mehr zu, da sie pendeln (Globalisierung) Wanderungsgeschehen: Methodisch zu bestimmen aus Saldo Zuwanderung/Abwanderung; aber in der Praxis häufig keine exakten Daten. Eurostat: Differenz zwischen Bevölkerungswachstum/natürlichem Wachstum (beruhend auf Geburts- und Mortalitätsentwicklung Europa => ökonomische Boomphase => Umseidlungen => Auswanderungen nach Nordamerika/Australien => Arbeitsmigration => Postkoloniale Wanderungen => politische Wanderungsgründe (Flucht/Asyl) => Familiennachzug => politisch initierte Wanderungen (Maastricht Beschlüsse; Erasmus Programme) => innereuropäische Ruhestandsmigration Bevölkerung mit MigrationshintergrundZwei Indikatoren: 1. Bevölkerungsanteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit2. Bevölkerungsanteil im Ausland geborener Personen EU-weit unterscheiden sich Zuwanderungsgesetze, Asyl- und Bleiberecht, Gewährung der Staatsbürgerschaft (Einbürgerungsquote)und unterschiedliche Migrationstraditionen Migrationssysteme=> Ergebnis institutionalisierter und stabiler Wechselwirkungen zwischen Herrkunfts- und Zielländern. Lassen sich bestimmen durch rechtliche Regulierungen von Zuwanderung, Integration auf dem Arbeitsmarkt, ethnische Zugehörigkeit von Migranten und Einbürgerungspolitik EU-weit verschiedene Migrationssysteme