12
Sopsy (Fach) / Soziale Normen (Lektion)
Anzeige
- Soziale Normen Turner (1991) Soziale Normen sind Regeln des Denkens, Fühlens und Handelns, an denen sich ein Akteur in einer bestimmten Situation orientieren sollte Beinhaltet das Wertesystem einer Gruppe -> einer der zu uns gehört sollte X tun und Y unterlassen
- Soziale Normen Eigenschaften Beinhalten immer eine moralische Komponente Verschiedene Normsender unterscheiden sich in ihren normativen Erwartungen Haben immer eine objektive und subjektive Komponente Unterscheiden sich im Grad ihrer Allgemeinheit
- Injunktive Normen Beziehen sich auf die vom Akteur wahrgenommenen normativen Erwargungen seiner Umwelt (what most others approve or disapprove – „the ought“) Moralischer Appell, der mit Sanktionen verbunden ist Beispiel -> Norm der Reziprozität, Gegenseitigkeit wird erwartet Sanktionen bei Normbruch -> soziale Exklusion Hochgradig wirksam -> wenn sich ein Vorbild an eine Norm hält, wird sie eher befolgt
- Deskriptive Normen Beziehen sich auf das vom Akteur wahrgenommene tatsächliche Verhaltn anderer (what most others do – „the is“) Beispiel: Ist es üblich, dass in Isreal ein STück auf dem Teller zurückgelassen wird? Menschen lassen sich durch deskriptive Normen beeinflussen, ohne dass auch nur eine Andeutung von Sanktion vorhanden ist Weil Evidenz darüber enthalten ist, was effektiv und angepasst ist à wenn es jeder tut, muss es sinnvoll, möglich oder angebracht sein Z.B. behalten Hotelgäste ihre Handtücher länger, wenn ihnen gesagt wird, dass andere genauso handeln
- Deskriptive Normen Anwendung auf Energiesparen (Nolan et al.) Mitteilung einer korrekten deskriptiven Norm über die Nichtverwendung der Klimaanlage im Sommer zum Zweck des Energiesparens in San Marco, Kalifornien à reduzierter Stromverbrauch im nächsten Monat 77% der Bewohnerschaft tut es Kommunikation der deskriptiven Norm ist wirksamer als Verweis auf Umweltschutz oder darauf, dass man Geld spart („Your community’s popular choice“) Erziehung: We as a family don’t do that kind of stuff
- Implizite Normen Werden nicht explizit vorgeschrieben, obwohl sie hohe Verbindlichkeit besitzen Sozialer Einfluss durch Normen wird unterschätzt
- Studie von Reno, Cialdini und Kallgren Bedingungen 3x2 Design Norm Deskriptive Norm: Konföderierter wirft Fast Food Tüte auf den Boden à Salienz auf der Umgebung UNjunktive Norm: Konföderierter hebt eine bereits auf dem Boden liegende Tüte auf à Salienz auf der Missbilligung von Vermüllung Walk-by: Kontrollgruppe Umgebung Sauber Vermüllt
- Studie von Reno, Cialdini & Kallgren Hypothesen/Erwrtungen aus der Norm-Fokus-Theorie Saubere Umgebung: Deskriptive und injunktive Normsalienz vermindert Vermüllung Vermüllte Umgebung: nur injunktive Normsalienz vermindert Vermüllung Beweis für Effektivität der injunktiven Normsalienz, auch wenn negative deskriptive Normen vorhanden sind (vermüllte Umgebung)
- Studie von Reno, Cialdini & Kallgren Was zeigt das Experiment? Deskriptive wie injunktive Normen haben einen Einfluss auf das Verhalten Injunktive Normen auch dann hilfreich, wenn eine starke widersprüchliche Norm impliziert wird (dreckige Umgebung und Abwertung dieser Norm durch den Konföderierten)
- Warum befolgen Menschen soziale Normen? Die Nichtbefolgung sozialer Normen wird von Dritten skeptisch betrachtet oder sogar negativ sanktioniert Soziale Normen werden im Laufe der Sozialisation internalisiert Freiwillige Normeinhaltung, sonst Gefühl von Schuld und Scham (Freud: Über-Ich) Oft Befolgung auch dann, wenn man rein kognitiv den Sinn einer solchen Norm infrage stellt Religion übernimmt häufig die Funktion, die Normeinhaltung zu predigen Beispiel: Selbstwertgefühl von Katholiken vermindert sich, wenn sie ein Bild des Papstes sahen, auf dem dieser unfreundlich guckt
- Anzeige
- Crowding Out Effekt intrinsischer Motivation Die intrinsische Motivation einer Person, sich an bestimmte Normen zu halten, kann sich verringern, wenn diese Person zugleich externe Sanktionen zu befürchten hat Anwesenheitskontrolle Studenten -> Fehltermine führen dazu, dass die Motivation geringer wird für die letzten zwei Termine zu kommen
- Erklärungsansätze für das Entstehen sozialer Normen Enstehen durch ein häufig ausgeführtes Verhalten -> es bleibt noch zu klären, warum Verhalten häufig ausgeführt wird Regeln das (friedliche) Zusammenleben in der Gesellschaft Aber: Gefahr des „funktionalistischen Fehlschlusses“ -> das infrage stehende Phänomen wird aus seiner sozialen Funktoin heraus erklärt, ohne dass angegeben wird, welcher Mechanismus die einzelnen Akteure dazu bringt, sich in einer bestimmten Weise zu verhalten Werden von Herrschenden vorgegeben und durchgesetzt