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Ökonomie (Fach) / Kapitel 2: Nutzen der natürlichen Umwelt für den Menschen (Lektion)
Vorlesung 2
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- Der Nutzen der Natur für den Menschen - Die natürliche Umwelt trägt in vielfaltiger Weise zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und Wünsche bei.-> Das heißt: Die Natur stiftet einen Nutzen fur den Menschen- Beispiel: Ökosystemdienstleistungen-> Ökosystemdienstleistungen sind die Nutzen, die Menschen aus Ökosystemen erhalten
- Natürliche Ressourcen und Leistungen als ökonomische Güter - DefinitionEin Gut ist ein Mittel zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und Wünsche. - Natürliche Ressourcen und Dienstleistungen als ökonomische Güter-> Beispiele: Wasser, Früchte, Biodiversität, mineralische Erze, Erdöl, Klimastabilität, ...- Konzeptionalisierung als ökonomisches Gut erfordert Abgrenzung1. physisch (materiell, räumlich, zeitlich)2. subjektiv (Befriedigung individueller Bedürfnisse und Wünsche)3. institutionell (Verfüugungs- und Nutzungsrechte)
- Formale Beschreibung: Nutzentheorie - Historische Nutzeninterpretation ("kardinales" Nutzenkonzept)-> Nutzen U als quantitatives Maß von Glück und Leid eines Individuums aufgrund desKonsums einer bestimmten Menge x eines Gutes => U(x) - Utilitarismus (Jeremy Bentham, James Mill, John Stuart Mill) - Annahme: Nutzen die Differenz von Glück und Leid der einzelnen Individuen ist quantitativ messbar und interpersonell vergleichbar=> Ui für i = 1, ..., n- Wohlfahrt einer Gesellschaft als Summe der individuellen Nutzen=> W = U1 + ...+ Un-> Ethisches Gebot: maximiere W - Der Grenznutzen ist der Nutzenzuwachs aus dem Konsum einer infinitesimal kleinenzusätzlichen Menge des Gutes -> Formel siehe Ausdruck
- Typische Eigenschaften der Nutzenfunktion U(x) - Positiver Nutzen: U(x) > 0- Positiver Grenznutzen: U(x)' > 0(Monotonie, Steigung von U: "Mehr ist besser", Nichtsättigung)- Abnehmender Grenznutzen: U(x)'' ≤ 0(Konkavität, Krümmung von U: "Mehr ist zwar besser, aber immer weniger besser")
- Probleme des kardinalen Nutzenkonzepts: - Messbarkeit von Nutzen als Bedürfnisbefriedigung unklar- interpersonelle Vergleichbarkeit nicht gegeben
- Moderne Nutzeninterpretation ("ordinales" Nutzenkonzept) - Nutzen nicht als quantitatives Maß der Bedürfnisbefriedigung eines Individuums sondern als Konzept zur Darstellung der relativen Rangordnung der Wünsche des Individuums
- Güterbündel und Güterraum z ∈ Z- Beispiel: zwei stetig teilbare Güterz = (x, q) ∈ Z = IR2+x: Menge eines auf Markten gehandelten Konsumguts (Preis p)q: Menge eines nicht notwendigerweise auf Markten gehandelten Umweltguts
- Präferenzrelation - Beschreibe Präferenzen als binäre Relation "≥" ("mindestens genauso gut wie") über demGüterraum:-> Für z1, z2 ∈ Z bedeutetz1 "≥" z2; dass das Individuum Güterbündel z1 mindestens so hoch wertschätzt wie Güerbündel z2. - Daraus abgeleitete Relationen: z1 ">" z2 ("echt besser als") :<-> z1 "≥" z2 und nicht z2 "≥" z1 z1 ∼ z2 ("genauso gut wie") :⇔ z1 "≥" z2 und z2 "≥" z1
- Übliche Annahmen an die Präferenzrelation: "Rationalität" 1. Vollständigkeit:-> Für alle Güterbündel z1, z2∈ Z gilt: z1 "≥" z2 oder z2 "≥" z1 oder beides 2. Transitivität (Widerspruchsfreiheit):-> Für alle Güterbündel z1, z2, z3 ∈ Z gilt: z1 "≥" z2 und z2 "≥" z3 impliziert z1 "≥" z3 - Eine Präferenzrelation mit diesen beiden Eigenschaften ist eine Präferenzordnung:- In jeder Teilmenge von Güterbuündeln gibt es ein bestes Güterbündel, das mindestens so gut gefunden wird wie alle anderen Güterbündel dieser Teilmenge.
- Indifferenzkurven - Def: Die Indifferenzkurve Iz zum Güterbündel z umfasst alle Güterbündel, die ein Konsument gleich wertschätzt wie z -> Graphische Darstellung im (x,q) Raum -> Typische Eigenschaften: - Monotonie: Nicht- Sättigung - negative Steigung ("Grenzrate der Substitution") dx/dq: Substituierbarkeit- Konvexe Krümmung: abnehmende Steigung -> durchschnittliche Güterbündel werden höher geschätzt als extreme,-> abnehmender Wert beider Güter - Indifferenzkurven drücken relative Beziehungen zw Umweltgütern und anderen Gütern in Ihrer Rolle der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und Wünsche aus -> vollständige Substitute-> vollständige Komplemente -> unvollständige Substitute -> Sättigung -> ... - Indifferenzkurven sind (wie Präferenzen überhaupt) immer subjektiv und individuell - Form der Indifferenzkurven hängt ab vom betrachteten Individuum, von den betrachteten Gütern und vom Konsum-/ Einkommensniveau - Bei Substituierbarkeit zw Umweltgut und Markt- Konsumgut geben Indifferenzkurven Aufschluss über die subjektive, lokale, marginale Bewertung des Umweltgutes durch Individuum
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- Ordinale Nutzenfkt - Siehe Karteikarte
- Kritik am homo-oeconomicus-Modell - Der homo oeconomicus ist-> selbstbezogen, d.h. orientiert sich ausschließlich am eigenen Wohlbefinden-> optimierend, d.h. maximiert sein eigenes Wohlbefinden unter gegebenen Beschränkungen-> rational, d.h. die Präferenzen sind vollständig und widerspruchsfrei-> (egoistisch, d.h. Wohlbefinden entspringt dem eigenen Konsum)-> (unersättlich, d.h. "mehr ist besser")-> (ausgewogen, d.h. "Durchschnitte sind besser als Extreme")-> max x U(x) unter der Nebenbedingung g(x) ≥ 0 wobei U'(x) > 0, U''(x) ≤ 0
- Weiterentwicklungen und Verfeinerungen: z.B. Soziale-Ungleichheitsaversion - Verhaltensexperimente: Diktatorspiel, Ultimatumspiel (einmalig-wiederholt, anonym-oen)- Verhaltenshypothese: z.B. Ungleichheitsaversion (Fehr/Schmidt 1999)Ui(πi, πj) = πi - α* max{πj - πi,0} - β* max{πj - πi,0}-mit i, j - Individuum- πi - Auszahlung an Spieler i- α - "Neid"-Parameter - β - "Schlechtes Gewissen"-Parameter
- Zusammenfassung - Wie die natürliche Umwelt zum Wohlergehen des Menschen beitragt, kann mit mikroökonomischen Konzepten beschrieben werden:- > Güterraum-> Präferenzrelation-> Indierenzkurve-> Nutzenfunktion-> Grenzrate der Substitution