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Ökonomie (Fach) / Kapitel 1 (Lektion)

Vorlesung 1

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  • Das Ökonomische Prinzip - Nichtverschwendung knapper Mittel zur Erreichung eines gegebenen Ziels, wennHandlungsalternativen bestehen (\Ezienz")- > einzelwirtschaftlich (individueller Konsument, Produzent)-> gesamtwirtschaftlich (Volkswirtschaft, Weltwirtschaft)
  • Beitrag der Ökonomik zum Mensch-Umwelt-Verhältnis - Durch welche Institutionen und Regelungssysteme lasst sich erreichen, dass naturlicheUmwelt und Ressourcen effizient genutzt und bewahrt werden?
  • Mensch und Natur - Natur / Naturliche Umwelt ist zunachst    -> Gegenstand der Naturwissenschaften    -> Behandlung in Form von Naturgesetzen - Naturwissenschaftliche Perspektive:-> Gegenstand: die Natur-> Menschliches Handeln als "Störung" der Natur - Humanwissenschaftliche Perspektive:-> Ausgangs-/Mittelpunkt: Mensch-> Wahrnehmung der natürlichen Umwelt durch den Menschen-> Gestaltung der natürlichen Umwelt durch den Menschen-> Ziel: menschliches Wohlbefi nden
  • Menschliches Wirtschaften und natürliche Umwelt - Wirtschaften heißt, bei der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und Wünsche effzient (das bedeutet: nicht-verschwenderisch) mit knappen Ressourcen und Beschränkungen umzugehen- Viele Knappheiten und Beschränkungen werden dem Menschen durch die Natur(gesetze) auferlegt:-> endliche Menge nicht-erneuerbarer Ressourcen (Öl, Kohle, Erze, ...)-> endliche naturliche Regenerationsrate erneuerbarer Ressourcen (Holz, Fisch,Bodenfruchtbarkeit, ...)-> Materieerhaltung (Abfälle, Emissionen, ...)-> Wechselwirkungen und Ruckkopplungen in Umweltmedien (Eutrophierung, ...)-> ...- Die natürliche Umwelt ist daher grundsätzlich und schon immer ein wichtiger Gegenstand des Wirtschaftens - Bsp Bestäubung von Blütenpflanzen durch Insekten -> Gesamtwert 153 Mrd Euro/Jahr
  • Historische Perspektive: Die Geschichte der Mensch-Umwelt-Beziehung - Zwei gegensatzliche Hypothesen:1. Der Mensch hat seine naturliche Umwelt schon immer wirtschaftlich genutzt. Die heutigen Umweltprobleme sind nichts qualitativ Neues, sie sind nur quantitativ größer als früher.2. Die gegenwartigen Umweltprobleme sind etwas fundamental Neues in derMensch-Umwelt-Geschichte und in dieser Qualität erst in der Neuzeit (bzw. in derindustriellen Revolution, im 20. Jahrhundert) entstanden.
  • Gegenwärtiger Status und Trends - sehr starke Verschmutzung der natürlichen Umwelt-> Trend: uneinheitlich (ressourcenspezi sch, regionenspezi sch, einkommenspezi sch)- sehr starke globale Übernutzung natürlicher Ressourcen-> Trend: überwiegend zunehmend- Beeintrachtigung der Funktionsfähigkeit natürlicher Systeme-> Trend: stark zunehmend- genereller Verlust an Natürlichkeit-> Trend: stark zunehmend-> Nicht wünschenswerte, teilweise besorgniserregende Entwicklung-> Resilienz-Grenzen des Planeten Erde sind bereits überschritten
  • Fehlwahrnehmungen und Missverständnisse - Regeln - Regel 1: Lerne, wer Ökonomen wirklich sind-> Ökonomen sind nicht: Manager, Finanzexperten, Buchhalter, Wirtschaftspolitiker,Lobbyisten fur Wirtschaftsinteressen, ...-> sondern: Ökonomen, d.h. Wissenschaftler, die die Ökonomie untersuchen
  • Was ist Ökonomie? - Die Ökonomie entstammt der praktischen Philosophie-> Zentrale Frage: Was sollen wir tun?-> Spezi scher Fokus: Knappheit von Gütern und Ressourcen- "Ökonomie" von griechisch oikos - Haus- nomos - Gesetz, Bestimmung- Aristoteles (384- 322 v.Chr.): Politik, Nikomachische Ethik-> Ökonomie als verantwortliche (nachhaltige) Hauswirtschaft, Haushaltsführung-> Wirtschaften als notwendige Voraussetzung und Grundlage politischer Betätigung-> Das eigentliche Ziel ist die gerechte Gesellschaft, gutes Wirtschaften ist dafür erforderlich
  • Adam Smith (1723- 1790) - Begründer der modernen Ökonomie- Lehrstuhl fur Moralphilosophie, Universität Glasgow- Theorie der ethischen Gefühle, 1759- Der Wohlstand der Nationen, 1776- Ziel: Höchstes mögliches Wohlergehen für alle Mitglieder der Gesellschaft, maximale gesellschaftliche Wohlfahrt- Frage: Wie erreicht man diesen Zustand? (Institutionen, Mechanismen, etc.)- Antwort: Individuelle Maximierung des persönlichen Wohlbefi ndens und von Firmengewinnen auf freien Wettbewerbsmärkten ("unsichtbare Hand")- Fazit: Freie Märkte sind gut, da sie die gesellschaftliche Wohlfahrt maximieren.
  • Moderne Ökonomik (seit dem 18. Jahrhundert): - Ziel ist die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und Wünsche-> anthropozentrisch-> heute und zukünftig lebende Menschen-> Bedürfnisse und Wünsche-> normative Begründung in der Gerechtigkeitstheorie des Liberalismus:     -> Menschen sollten frei sein, ihr eigenes Glück zu mehren, insofern und insoweit sie         dabei nicht die Freiheit anderer Menschen, dasselbe zu tun, beeinträchtigen
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  • Ökonomik untersucht - menschliches Verhalten- als Entscheidungen zwischen alternativen Optionen- über die Verwendung knapper Ressourcen- zur Erreichung eines gegebenen Ziels
  • Effizienz als genuin ökonomischer Fokus - Definition: - Eine Allokation heißt effizient in Bezug auf ein bestimmtes Ziel (oder: Ziele), wenn zur Erreichung des Ziels (der Ziele) keine knappen Mittel verschwendet werden. - Frage: Welche(s) Ziel(e) ?-> Beispiele fur ethisch legitime Ziele:-> Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und Wünsche-> Schutz einer bedrohten Tierart vor dem Aussterben-> Nachhaltigkeit: Gerechtigkeit gegenüber anderen heute und zukünftig lebenden Menschen sowie gegenüber der Natur
  • Warum ist die natürliche Umwelt ein ökonomisches Thema? 1. Der bedeutsame ökonomische Wert der Natur für den Menschen rechtfertigtUmweltschutz und nachhaltige Nutzung (direkt und indirekt, Gebrauchs- and Nichtgebrauchswert, Markt- und Nichtmarktwert)2. Ökonomische Ursachen und Erklärungen von Umweltproblemen(fundamentale Ursachen -> unmittelbare Ursachen ->  Umweltprobleme)3. Entwurf und Implementierung effizienter Anreize, Instrumente und Institutionenfür die Steuerung des Mensch-Umwelt-Verhältnisses(minimiere die ökonomischen Kosten der Erreichung umweltpolitischer Ziele)4. Optimale Balance zwischen Umweltschutz und anderen sozio-ökonomischen Zielen (z.B.Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung,...) bei Berucksichtigung von Opportunitätskosten(maximiere die gesellschaftliche Wohlfahrt)
  • Schlussfolgerung - Ökonomik ist wirklich nützlich, und sogar unentbehrlich, für ein umfassendes Verständnisdafür, wie Umweltprobleme entstehen und wie sie gelöst werden konnen.