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Markt und Staat (Fach) / 7. Staatl. Eingriffe bei allokativem Marktversagen (Lektion)
7. Staatl. Eingriffe bei allokativem Marktversagen
Diese Lektion wurde von Stelak erstellt.
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- Entsprechend den unterschiedlichen Ursachengruppen allokativen Marktversagens ergeben sich folgende Aufgaben für staatliche Eingriffe: • Internalisierung externer Effekte• Verhinderung von Marktmacht und Unterversorgung im natürlichen Monopol• Lösung des Kollektivgutproblems• Behebung von Informations- und Anpassungsmängeln.
- Internalisierung: Überführung externer Effekte in das Kalkül der Wirtschaftssubjekte
- Optimaler Umfang der Internalisierung: Ausgleich von Grenzkosten der Vermeidung und Grenzschaden
- Die meisten Eingriffe zur Behebung allokativen Marktversagens betreffen Fälle, in denen negative technologische Externalitäten (insbesondere Umweltschäden) vorliegen.
- Ziel der Internalisierung einer negativen Externalität ist keineswegs eine vollständige Schadensvermeidung, sondern eine optimale Schadensbegrenzung.
- Ein Problem bei der Internalisierung sind fehlende Marktbewertungen der externen Effekte, alsoz.B. eines Preises für saubere Luft oder für den Nutzen von Grundlagenforschung.
- Ein weiteres Problem besteht darin, dass nicht immer klar zwischen Schädiger und Geschädigtemunterschieden werden kann, wie dies das Verursacherprinzip voraussetzt. Nach dem Verursacherprinzipsoll der Schädiger die Kosten des Schadens tragen.
- Instrumente der Internalisierung Moralische Appelle Fiskalische Lenkung Regulierung durch Ge- und Verbote Haftungsrecht Verhandlungslösungen Handelbare Rechte (Zertifikathandel) Kollektive Bereitstellung durch Betroffene (evtl. Fusion) Kollektive Bereitstellung durch Staat (öffentliche Güter)
- Moralische Appelle ineffizient und wenig zielgenau – am ehesten in kleinen Gruppen
- Fiskalische Lenkung effizient, aber nicht immer zielgenau– mögliche Zielkonflikte (z.B. zu Steuervereinfachung und Verteilungsgerechtigkeit)
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- Regulierung durch Ge- und Verbote Geringe Effizienz und Zielgenauigkeit – nur Ultima Ratio
- Haftungsrecht Effizient und potentiell zielgenau – hohe Ordnungskonformität, aber Umsetzungsprobleme
- Verhandlungslösungen Effizient und potentiell zielgenau – mitSchadenshaftung theoretisch optimal,aber schwer realisierbar (u.a. abhängigvon Gruppengröße und Verhandlungskosten)
- Handelbare Rechte (Zertifikathandel) sehr effizient und zielgenau – hohe Ordnungskonformität, praktischeAnwendungsprobleme
- Kollektive Bereitstellung durch Betroffene (evtl. Fusion) potentiell effizient und zielgenau – Voraussetzung Exklusivität – Fusion wegenMarktmachtproblem nur im Ausnahmefall
- Kollektive Bereitstellung durch Staat (öffentliche Güter) geringe Effizienz und Zielgenauigkeit– nur Ultima Ratio (Kollektivgüter)
- Eingriffe zur Verringerung von Friktionen (Beispiel: Arbeitsmarkt) dienen entweder der Behebung von Informationsmängeln (Senkung von Informationskosten) oder aber demAbbau von oft staatlich verursachten Inflexibilitäten (z.B. Senkung des Anspruchslohnniveausdurch Hartz IV).
- Mindeststandards bergen das Risiko der potentiellen Wettbewerbsbeschränkung (siehe mittelalterlicheZünfte) und müssen daher besonders gerechtfertigt sein (z.B. Risiken der Gesundheitsgefährdung).
- Bei Produkthaftung besteht die Gefahr eines moralischen Risikos, d.h. dieInformationsasymmetrie wird unter Umständen umgekehrt (Beispiel: Kunden machen fürselbst verschuldeten Schäden Gewährleistungsansprüche geltend). Die
- Produkthaftung kann moralischesRisiko hervorrufen
- Transfers zur nachträglichen Kompensation kommen als (ersatzweise) Versicherung fürnicht oder schlecht vorhersehbare Schadensereignisse in Betracht. Allerdings bergen sie die Gefahr negativer Anreize für die Eigenvorsorge.
- Ein Verbot ist sinnvoll, wenn eine Schädigung komplett vermieden werden soll
- zwei Vorschläge zur fiskalischen Lenkung: • Pigou-Steuern und –subventionen• Preis-Standard-Ansatz.
- Der klassische Ansatz der Pigou-Steuern und –subventionen geht auf Arthur Pigou zurück. Der Grundgedanke dabei ist, durch eine Steuer (Subvention) beim Verursacher dafür zu sorgen,dass im angestrebten Optimum dessen private Grenzkostenkurve (Grenznutzenkurve) diesoziale Grenzkostenkurve (Grenznutzenkurve) schneidet.
- Pigou-Steuer (Pigou-Subvention): • sehr hoher Informationsbedarf• geringe Effizienz und Treffgenauigkeit
- Preis-Standard-Ansatz: • pragmatische Fortentwicklung der Pigou-Steuer• politische Vorgabe statt optimaler Internalisierung• effizient, aber nicht sehr treffgenau• „Doppeldividende“ zweifelhaft
- Standard- Preis–Ansatz (Zertifikathandel): • effizient und treffgenau• ordnungskonform• teilweise praktische Anwendungsprobleme
- Coase-Theorem: effiziente Internalisierung über Verhandlungen möglich
- Die nach ihm benannte Effizienzthese, das Coase-Theorem, besagt, dass bei vollständiger Information, Vertragsfreiheit, klar definierten Eigentumsrechte und Abwesenheit von Transaktionskosten unter einer geringen Zahl beteiligter Wirtschaftssubjekte eine optimale Internalisierung externer Effekte auf dem Verhandlungsweg zustande kommt, wobei die Ausgangsverteilungder Eigentumsrechte keine Rolle spielt.
- Bei Gütern mit Nichtrivalität, also Klubgütern und Kollektivgütern kann eine kollektive Bereitstellung entweder durchdie Beteiligten selbst oder durch den Staat erforderlich sein.
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- Bei Klubgütern bietet sich eine kollektive Bereitstellung durch die Beteiligten durchaus an und kommt, wie die in der Realität existierenden Klubs belegen, unter bestimmten Voraussetzungenauch ohne staatlichen Zwang zustande.