15

Sopsy (Fach) / Antisoziales Denken Fühlen und Handeln (Lektion)

Kapitel 2

Diese Lektion wurde von Amalaswinthaa erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Definition Antisoziale Handlungen Breites Spektrum von Verhaltensweisen mit zumeist aggressiver Komponente, welche soziale Regeln in einer nicht tolerablen Weise verletzen  
  • Definition Aggressive Handlungen Handlungen, die in der Absicht durchgeführt werden, einem anderen zu schaden Werden durch die zugrunde liegende Motivation definiert und nicht durch die Konsequenzen
  • Frustrations-Aggressions-Hypothese Frühere, einfache Formulierung: auf Frustration folgt immer Aggression, und jeder Aggression liegt eine Frustration zu Grunde   Spätere Differenzierung der Theorie Frustration bietet einen möglichen Anreiz für aggressives Verhalten als eine unter vielen möglichen Reaktionsformen Entscheidend auch Faktoren in der Person oder Umwelt
  • Waffeneffekt (Berkowitz) Aggressive Hinweisreize erhöhen die Auftretenswahrscheinlichkeit für Aggression Experiment: - Vpn frustrieren durch negative Rückmeldung - Gelegenheit, anderen Stromstöße zu geben - Personen mit Waffe im Raum bestrafen häufiger als bei Federballschläger - Anblick der Waffe aktiviert damit verbundene negative Gedanken, Gefühl und Verhaltensweisen (Priming)
  • Kognitiv-neoassoziationistisches Modell (Berkowitz) Frustration stellt als negative affektive Erregung nur eine von mehreren möglichen Reizbedingungen dar Nach aversivem Ereignis: Erster automatisierter Bewertungsprozess -> Fight or Flight  Zweiter stärker elaborierter und kontrollierter Bewertungsschritt verfestigt emotionalen Zustand als Ärger/Furcht Dieser ist in Abhängigkeit von Lernerfahrungen und Kontext entscheidend Daher funktioniert Waffeneffekt auch bei nicht frustrierten Teilnehmern, da es beweist das aggressive Hinweisreize auch ohne Frustration / Ärger durch Priming aggressionsbezogene Schemata aktivieren  
  • Skripts (Huesmann) Basis des Sozialverhaltens im Allgemeinen und aggressiven Verhaltens im Speziellen Wiederholtes gleichartiges Reagieren auf den selben Stimulus -> generalisierte kognitive Repräsentation, die den Stimulus eng mit der Reaktion verknüpft Erneutes Auftreten des Stimulus -> aktiviert mit zunehmender Wahrscheinlichkeit auch das Skript -> gespeicherten Verhaltensweisen werden ausgeführt Nicht nur konkrete Verhaltensanweisungen darin enthalten, sondern auch z.b. normative Überzeugungen (wann das Verhalten angemessen ist)
  • Allgemeines Aggressionsmodell (Lindsay, Anderson) Komplexer Verarbeitungsprozess auslösender Variablen (Input) und daraus resultierendes Verhalten (Output) -> als Zusammenspiel zwischen verfügbaren -Kognitionen -Affekten -Erregung - und einem darauffolgenden Bewertungsprozess systematisiert Lernerfahrungen und Bedingungen -> Festigung der kognitiven Repräsentationen durch wiederholtes Durchlaufen der Bewertungsschleife; voraussgesetzt
  • Allgemeines Aggressionsmodell (Lindsay, Anderson) Aufbau Individuelle Unterschiede (Traits, Einstellungen etc.) und Situationale Variablen (kognitive Hinweisreize, Enge, Frustration etc.) haben Einfluss auf den aktuellen inneren Zustand Aktueller innerer Zustand besteht aus: zugängliche Kognitionen, Zugängliche Affekte, Erregung (beeinflussen sich gegenseitig) Aktueller innerer Zustand hat Einfluss auf Bewertungsprozesse (automatisch und kontrolliert) z.B. Interpretation der Situation Bewertungsprozesse beeinflussen das Verhalten  
  • Einfluss von Alkohol Führt bereits in geringen Mengen zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von aggressivem Verhalten Wirkung besteht aus physiologischen und psychologischen Faktoren Konsum von Alkohol geht mit Bewertungsprozessen einher -> kein einfacher situativer Faktor 
  • Faktoren, die Einfluss auf Aggression haben Hohe Temperaturen Enge Lärm Schmerzen Wirken nicht als Haupteffekte, sondern intensivierend, wenn aggressives Verhalten bereits die dominante Reaktionsweise war Können durch kogntiive Prozesse auch unterdrückt werden  
  • Anzeige
  • Dampfkesselmodell (Lorenz) Ein kontinuierlich aufbauendes Aggressionspotenzial entlädt sich entweder aufgund von spezifischen Schlüsselreizen oder spontan bei Aggressionsstau Katharsis -> z.B. bei Sport raus lassen
  • Messung von Aggression Beobachtungen (+ nah am Konstrukt, - aufwändig, subjektiv) Fragebogen (+ validiert anwendbar, - soziale Erwünschtheit) Einschätzung anderer (+ nah am Konstrukt, - aufändig, subjektiv) Elektroschocks/Luftstöße (+ Augenscheinvalidität, - unmoralisch, aufwändig) Hot sauce und Picture Selection (+anwendbar, messbar, - Augenscheinvalidität) Lexical Decision (+accessibility, gut validiert, - Verhalten?)
  • Persönlichkeitsfaktoren Selbstwertgefühl Menschen mit einem instabilen hohen Selbstwert (schwankend) sind aggressiver als solche mit einem hohen SElbstwert oder einem niedrigen Selbstwert Vor allem dann, wenn er Unterliegende vor sich hat (z.B. Chef der zu Hause Stress hat, will seinen Selbstwert anderweitig erhöhen) Ähnelt aufgeblasenem Selbstwert des Narzissten
  • Situative Faktoren Affektiv/Motivational Faktoren verstärken oder reduzieren aggressives Verhalten, müssen aber normalerweise in Verbindung mit der Persönlichkeit gebracht werden Bewertung (appraisal) ist wichtig: Enge wird im Club nict negativ empfunden
  • Situative Faktoren - Kognitiv Waffeneffekt Gewalt als Norm (familiär, peer group...) Macht Sex --> semantischer Link zwischen Sex und Aggression, Männer nach Sex Priming Frauen gegenüber aggressiver, Frauen nur veränderte Wahrnehmung (Scannen nach aggressiven Reizen)