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Forstbotanik (Fach) / Erkrankungen (Lektion)
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- Erkrankungen von Nadeln - Schwarzer Schneeschimmel Herpotrichia juniperi • kommt hauptsächlich zwischen 1400 und 2000 m vor und ist an hohe Schneelagen gebunden.• neben Fichte auch Latsche, Tanne, Wacholder. Die Verbreitung des Pilzes erfolgt mit Hilfe von Askosporen, die während der schneefreien Zeit gebildet und freigesetzt werden.• endgültige Besiedlung des Wirtes erfolgt erst im Winter, wenn der Pilz unter der Schneedecke die Nadeln umspinnt, zunächst nur in die Epidermis eindringt (ektoparasitische Phase), später dann durch die Stomata hindurch das Nadelinnere besiedelt (endoparasitische Phase). Erst jetzt sterben die Nadeln ab und werden braun.>> Der Schwarze Schneeschimmel ist für seine Wirte besonders gefährlich, solange diese im Winter ganz oder zum großen Teil von Schnee bedeckt sind. Über den Schnee hinausragende Pflanzenteile werden nicht geschädigt.Den Sommer überdauert der Pilz in Form von trockenresistentem, melanisiertem Myzel.
- Erkrankungen von Nadeln - Fichtennadelritzenschorf Asco; T: Lirula macrospora (R.Hartig) DarkerWirt: Picea abies• bevorzugt in Naturverjüngung unter Schirm, in Dickungen, im Schatten und bei hoher Luftfeuchtigkeit.• befällt in erster Linie die Nadeln an den unteren Ästen junger Fichten.• Infektion erfolgt durch fadenförmige Askosporen vor dem Austrieb im Frühjahr an den zu diesem Zeitpunkt jüngsten Nadeln (also Nadeln aus Vorjahr).• Je nach Infektionsintensität sterben einzelne Nadeln im Laufe des Jahres ab, oder ± der gesamte Nadeljahrgang wird abgetötet.
- Erkrankungen von Nadeln - Fichten NadelbräuneDeutero: Rhizosphaera kalkhoffii BubakWirt: Picea spp.• kommt praktisch weltweit auf Fichten (und anderen Koniferen) vor.Virulenz des Pilzes gegenüber den verschiedenen Fichtenarten sehrunterschiedlich• in Mitteleuropa ist der Pilz also hauptsächlich in Weihnachtsbaumkulturen von P. pungens und bei deren Anzucht von Bedeutung.• bei Picea abies rasche Ausbreitung in absterbenden und frisch abgestorbenen (alten) Nadeln. Schon wenige (2-3) Wochen nach dem Eindringen des Pilzes in die Nadel beginnen seine schwarzen Pyknidien aus den Spaltöffnungen herauszuwachsen.(Bei den anfälligen Fichtenarten können die Pyknidien schon an den grünen Nadeln gebildet werden).• Dabei wird das Wachs aus dem Vorhof nach oben gedrückt und bleibt oft als weiße "Mütze" an der Spitze des Pyknidiums haften.
- Rostpilze Die Rostpilze oder Rostpilzartigen sind eine Ordnung der Ständerpilze (Basidiomycota). Sie sind Pflanzenparasiten und befallen vorwiegend Sprossachsen und Blätter. Sie haben einen komplexen Lebenszyklus, der häufig auch Wirtswechsel einschließt. Etliche Vertreter sind von wirtschaftlicher Bedeutung, da sie Nutzpflanzen befallen.• bis zu 5 Sporenarten• beide Stadien parasitisch• Uredosporen breiten sich massenweise auf Wirt aus, überwintern am Ende des Jahres als Teliosporen. Daraus entwickeln sich im Frühjahr Basidien, die wieder einen anderen Wirt befallen• jüngste Triebe sind betroffen• Befall von Nachbarbäumen• führt nicht zum Absterben des Baumes• wird kritisch bei extremen Witterungen
- Fichtennadelrost Chrysomyxa rhododendri, Chrysomyxa abietis Wirt: Picea spp.Abhängig von der Befallsintensität werden einzelne Nadeln bis hin zu ganzen Jahrgängen abgeworfen. Das Ausmaß der daraus resultierenden Schädigung bleibt aber, von Ausnahmen bei jungen Fichten abgesehen, meist gering.• C. rhododendri ist auf die beiden Alpenrosen Rhododendron ferrugineum und Rhododendron hirsutum als Dicaryontenwirte angewiesen.• Chrysomxya abietis weist im Vergleich zu Ch. rhododendri einen mikrozyklischen Entwicklungsgang auf, (Äcidiosporen und Uredosporen fehlen). Es werden lediglich Teleutosporenlager gebildet, in deren Bereich sich die Nadeln orangegelb verfärben.Im Frühjahr werden die jungen Nadeln mit Basidiosporen (von der Fichte ausgehend) infiziert.
- Tannennadelrost T: Pucciniastrum epilobii Wirt: Abies alba Befallssymptome• Schäden an den jüngsten Trieben von Tannenverjüngungen• nach dem Austrieb der jungen Nadeln brechen aus der Nadelunterseite stiftförmige Sporenlager hervor. Die befallenen Nadeln werden gelb, dann braun und fallen bereits im Sommer ab.• Manchmal auch Triebverkrümmungen; dann struppig und zerzaust.Der Schaderreger• Dieser Rostpilz benötigt für seine Entwicklung einen Wirtswechsel mit demWeidenröschen (z.B. Epilobium angus-tifolium).• Infektiöses Ausgangsmaterial sind abgestorbene Weidenröschen mit überwinterten Teleutosporen. Diese keimen Anfang bis Mitte Mai zum Zeitpunkt des Nadelaustriebs und bilden bei feuchter Witterung Basidiosporen, die über die Luft verbreitet werden und junge Tannennadeln befallen.• Schon zwei bis drei Wochen später (Anfang bis Mitte Juni) entstehen an der Unterseite der befallenen Nadeln Aecidiosporen, die wiederum nur Weidenröschen infizieren können.• Keine Übertragung von Tanne zu Tanne oder auf ältere Nadeln• Sommer- (=Uredo-)sporen auf Weidenröschen, die nur weitereWeidenröschen infizieren können. Gegen Ende der Vegetationsperiode entstehen dort in den Blättern Teleutosporen zur Überwinterung.
- Nennen und charakterisieren Sie drei grundlegende Typen von Holzfäulen. Alle durch Pilze verursacht!1. Weißfäule: • Simultanfäule – Hauptsächlich Laubholz, Abbau von Cellulose, Lignin und Hemicellulose, Sprödbruch, Minderung Schlagbiegefestigkeit • Selektive Delignifizierung: Laub- und Nadelbäume, Abbau zuerst von Lignin und Hemicellulose, später auch Zellulose, leichte Erhöhung der Schlagbiegefestigkeit. Faserigkeit. Ein charakteristisches Merkmal sind dunkle Linien, (Demarkationslinien = Abgrenzung zwischen gesunden und befallenen Teilen). Diese Linien ermöglichen dem Weißfäulepilz eine Regulation der Feuchtigkeit im Holz. Voraussetzung: hohe Holzfeuchte 2. Braunfäule: Vorwiegend an Nadelholz, Abbau von Cellulose und Hemicellulose, Sprödbruch, Braunfärbung, Verlust Biege- und Schlagfestigkeit. 3. Moderfäule: Abbau von Lignin, Hemicellulose und Cellulose, Sprödbruch, keramikartig, hohe Steifkeit.
- Tannenkrebs Melampsorella caryophyllacearum Haplontenwirt: Tanne>> Hexenbesen ein Jahr nach Keimung der Basidiospore in Jungtrieben. Anschwellung.Sporen auf der Unterseite der NadelnDikaryontenwirt: NelkengewächseWenn Pilz in Hauptstamm, jährlich größer werdender, stammumfassender Krebs
- Kiefernschütte Lophodermium seditiosum Leptostroma rostrupii • eine der wichtigsten Kiefernkrankheiten. Befällt viele verschiedene Wirtsarten und kann bei mehrjährigem starkem Auftreten zu erheblichen Wachstumseinbußen und zum Absterben der befallenen Individuen führen.• In erster Linie sind junge Kiefern in Kulturen und Dickungen gefährdet.• schwarze, schiffchenförmige, Hysterothecien, während der Sommermonate auf den am Boden liegenden Nadeln ausgebildet.• mit grünlichen Längsspalt, der sich bei Feuchtigkeit durch Quellung öffnet, Ascosporen werden ausgeschleudert.• Sporenproduktion umso größer, je höher und anhaltender die Niederschläge im Sommer sind. Mit der Infektion der neuen Nadeln zwischen Juli und September ist der in der Regel einjährige Entwicklungszyklus wieder geschlossen.Gegenmaßnahmen/Vermeidung• Auswahl wenig anfälliger Provenienzen • Verwendung nur gesunder Sämlinge• Baumschulanlagen nicht in unmittelbarer Nähe von Altkiefern • Beseitigung von Schlagabraum• Vermeidung feuchter Standorte • Vermeidung zu dichter Pflanzungen • Unkrautbekämpfung - bedarfsgerechte Düngung - Fungizidanwendung
- Kiefern-Nadelbräune Mycosphaerella pini Dothistroma septospora Wirt: Pinus nigra• praktisch weltweit verbreitetes Pathogen, das auf vielen Kiefernarten zu Nadelbräune und vorzeitigem Schütten führt Als besonders anfällig haben sich weltweit Pinus ponderosa, Pinus radiata, Pinus nigra und auch Pinus contorta erwiesen.• Kupferhaltige Fungizide haben sich bei der Bekämpfung des Pilzes bewährt.
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- Rußige Douglasienschütte Phaeocryptopus gäumannii Wirt: Pseudotsuga menziesii• wichtige Douglasienkrankheit. Begrenzender Faktor für den Douglasienanbau in schattigen Lagen und bei hoher Luftfeuchtigkeit.• mehrjähriger Krankheitsprozeß: beginnt im Mai/Juni mit der Infektion junger und älterer Nadeln. Die Infektion erfolgt über Askosporen, deren Keimschläuche durch die Spaltöffnungen eindringen. Etwa ein Jahr nach der Infektion beginnen schwarze Perithezien aus den Stomata herauszuwachsen. Je nach Befallsintensität werden die Nadeln früher (nach ca. 2 Jahren) oder später (nach ca. 3-4 Jahren) abgeworfen. • Nasse Sommer begünstigen die Krankheit.
- Teerfleckenkrankheit Rhytisma acerinum Wirt: Acer pseudoplatanusBlattkrankheit, die bei intensiv schwarz gefleckten Blätter gefährlich aussieht, letztlich jedoch keine große Bedeutung hat.• Infektion erfolgt im Frühjahr und geht von den am Boden liegenden Blättern des vorangegangenen Jahres aus. Auf ihnen befinden sich die schwarzen Stromata, in denen die Ascocarpien mit den fadenförmigen Ascosporen gebildet werden. Die Ascosporen werden bei günstigen Witterungsbedingungen (Wechsel zwischen feucht und trocken) in Schüben ausgeschleudert, gelangen auf die Blätter, die sie von der Unterseite her, also wohl durch die Stomata, infizieren.
- Eichenmehltau Erysiphe [Microsphaera] alphitoides E. alphitoides ist ein Ektoparasit. Von dem Myzel, das die Blätter als dichte weiße Schicht überzieht, ausgehend dringt der Pilz in die Epidermiszellen ein und bildet dort Haustorien, mit Hilfe derer er den Zellen Nährstoffe entzieht. An der Blattoberfläche werden auch die einfachen Konidienträger gebildet, von denen Konidien in großer Zahl abgeschnürt werden (Name!). Eine Besonderheit der echten Mehltaupilze ist, dass die Konidienbildung bei hohen Temperaturen, intensiver Sonneneinstrahlung und geringer Luftfeuchtigkeit besonders intensiv erfolgt.