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Sozialpsychologie (Fach) / Konformität (Lektion)
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- Definition Konformität Konformität ist die Veränderung des eigenen Verhaltens (Anpassung an das Verhalten anderer) aufgrund des tatsächlichen oder angenommenen Einflusses anderer Personen.
- Informationaler sozialer Einfluss Informationaler sozialer Einfluss ist der Einfluss anderer Menschen, der uns dazu bringt, uns ihnen anzupassen, weil wir sie als Informationsquelle dafür betrachten, wie wir uns verhalten sollten. Wir passen uns an, weil wir glauben, dass ihre Interpretation einer mehrdeutigen Situation zutreffender ist als unsere und uns helfen wird, angemessen zu handeln. Bsp.: Bewegung eines Lichtpunktes einschätzen, in der Gruppe haben sich die Meinungen angepasst autokinetischer Effekt
- Private Akzeptanz Private Akzeptanz meint die Anpassung an das Verhalten anderer aus der festen Überzeugung heraus, dass das, was sie tun oder sagen, richtig ist. → Nachweis, indem die Personen danach noch einmal alleine befragt werden
- Öffentliche Compliance Öffentliche Compliance (Folgsamkeit) meint die öffentliche Konformität mit dem Verhalten anderer, ohne von dem, was man sagt oder tut, auch wirklich überzeugt zu sein.
- Unter welcher Bedingung kam es häufiger zur Konformität (d.h. Anschließen an falsche Antwort der confederates)? -> je wichtiger eine Entscheidung, desto eher Verlass auf andere (wenn Situation mehrdeutig, schwierige Aufgabe)
- Situationen, in denen informationaler sozialer Einfluss am ehesten ein konformes Verhalten zur Folge hat 1.Wenn die Situation mehrdeutig ist (wichtigste Variable) - Menschen sind unsicher und nutzen andere Menschen als Informationsquellen; je unsicherer, desto mehr Verlass auf andere 2.Wenn es sich um eine Krisensituation handelt - Krisensituationen gehen häufig mit Mehrdeutigkeit einher. - keine Zeit, sofortiges Handeln erforderlich, Angst und Nervosität 3.Wenn andere Personen Experten/innen sind - Je mehr Sachkenntnisse eine Person (vermeintlich) hat, desto wertvoller ist sie als Leitbild in einer mehrdeutigen Situation.
- Normativer sozialer Einfluss Normativer sozialer Einfluss ist der Einfluss anderer Menschen, der uns zu konformem Verhalten verleitet, um von ihnen gemocht und akzeptiert zu werden. Diese Art der Konformität führt zu öffentlicher Compliance mit den Überzeugungen und Verhaltensweisen der Gruppe, aber nicht unbedingt zu privater Akzeptanz.
- Social-Impact-Theorie Ob wir uns dem sozialen Einfluss einer Gruppe beugen, hängt davon ab, a) wie wichtig sie uns ist, b) wie unmittelbar wir ihrem Einfluss ausgesetzt sind und c) wie viele Mitglieder sie hat.
- Idiosynkrasiekredit Der Idiosynkrasiekredit ist die Toleranz einer Gruppe gegenüber individueller Abweichung, die man sich im Laufe der Zeit durch die Anpassung an deren Normen verdient hat. Hat man ausreichend Idiosynkrasiekredit erworben, kann man sich gelegentlich abweichend verhalten, ohne Sanktionen der Gruppe befürchten zu müssen.
- Minderheiteneinfluss Minderheiteneinfluss ist die Beeinflussung des Verhaltens oder der Überzeugung einer Mehrheit durch eine Minderheit. Konsequenz ist hierbei wesentlich - über einen längeren Zeitraum vertreten- Einigkeit unter den abweichenden Mitgliedern Minderheiteneinfluss i.d.R. anhand informationalem sozialem Einfluss (z.B. neue, unerwartete Informationen), private Akzeptanz
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- Soziale Normen Soziale Normen sind die impliziten und expliziten Regeln einer Gruppe für akzeptable Verhaltensweisen, Werte und Überzeugungen ihrer Mitglieder.
- Injunktive Normen Injunktive Normen beziehen sich auf die Wahrnehmung, welche Verhaltensweisen von anderen gebilligt oder missbilligt werden („what is typically approved in society “). → Bestrafung/Belohnung
- Deskriptive Normen Deskriptive Normen beziehen sich auf die Wahrnehmung, wie andere sich in einer gegebenen Situation tatsächlich verhalten, unabhängig davon, ob dieses Verhalten von anderen gebilligt oder missbilligt wird („what is typically done in a given setting “). → Information über effektives und adaptives Verhalten in gegebener Situation; Bsp. Müll bei "public viewing"
- Milgram-Experiment (1963, 1974) Die Rolle des normativen sozialen Einflusses Normativer Druck hat es den Probanden schwer gemacht, sich den Anweisungen des Versuchsleiters zu widersetzen und den Versuch abzubrechen. Es ist sehr schwierig, "nein" zu sagen, wenn jemand etwas nachdrücklich von uns verlangt, besonders wenn es sich um eine Autoritätsperson handelt. Versuchleiter nahm hier (nicht wie bei Asch o.a.) eine aktive Rolle ein und versuchte, die Probanden zur Konformität zu bewegen. Normativer Druck wird deutlich bei Variation mit drei "Lehrern", die sich Aufgabe teilen (Teilnehmer soll Schocks erteilen) und von denen sich die zwei confederates nach einer Weile weigern.
- Milgram-Experiment (1963, 1974) Die Rolle des informationalen sozialen Einflusses Normativer Druck spielt zwar eine entscheidende Rolle, war aber nicht die einzige Ursache für die Fügsamkeit der Probanden. Menschen orientieren sich besonders in verwirrenden Situationen am Verhalten anderer. Situation bei Milgram war schwierig, mehrdeutig und verwirrend. Versuchsleiter als Experte Gehorsam sinkt bei Ersatz- Versuchsleiter (weiterer "Lehrer", der auffordert, um 15 V zu erhöhen); auf Null, wenn uneinige Versuchsleiter
- Milgram-Experiment (1963, 1974) Anpassung an die falsche Norm widersprüchliche Normen, zunächst "Experten/Autoritäten gehorchen", später dann "Anderen Menschen keinen Schaden zufügen" Zeitdruck im Verlauf; kaum Zeit, genauer über die angemessene Norm nachzudenken
- Milgram Selbstrechtfertigung Erhöhung um 15 V → Dissonanz → Dissonanzreduktion durch Selbstrechtfertigung → dient als Rechtfertigung für weitere 15 V Verlust des Gefühls persönlicher Verantwortung Teilnehmer als "Marionette" des Versuchsleiters, der lediglich Befehle ausführt, die er nicht verantwortet Es hat nichts mit Aggression zu tun Erklärung unplausibel, dass Ausbruch von Aggressivität der Teilnehmer, da Gelegenheit: Bei Variante mit freier Wahl der Schock-Höhe wählen nur 2,5% der Teilnehmer Maximum.aber auch (spätere Untersuchung): Personen mit höherer Ausprägung auf F-Scale verabreichen eher höhere Schocks