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Sozialpsychologie (Fach) / Einstellung (Lektion)

Einstellungen sind Bewertungen von Menschen, Gegenständen und Vorstellungen (Ideen).

Diese Lektion wurde von CThomas erstellt.

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  • Definition Einstellung Einstellungen sind Bewertungen von Menschen, Gegenständen und Vorstellungen (Ideen).
  • Einstellungen bestehen aus drei Komponenten, die zusammen die Bewertung des Einstellungsobjekts bilden 1. Die affektive Komponente besteht aus der emotionalen Reaktion auf das Einstellungsobjekt. 2. Die kognitive Komponente besteht aus den Gedanken und Überzeugungen über das Einstellungsobjekt. 3. Die Verhaltenskomponente besteht aus den Handlungen oder dem beobachtbaren Verhalten im Hinblick auf das Einstellungsobjekt.
  • Woher kommen Einstellungen? einige Einstellungen weisen eine genetische Komponente auf (Zwillingsuntersuchungen; aber keine "Einstellungsgene", sondern möglicherweise Temperament als Grundlage) soziale Erfahrung spielt große Rolle bei der Bildung von Einstellungen (Sozialpsychologie) Einstellungen können unterschiedlich gebildet werden bzw. auf anderen Erfahrungsarten beruhen 1. Kognitiv basierte Einstellung 2. Affektiv basierte Einstellung 3. Verhaltensbasierte Einstellung
  • 1. Kognitiv basierte Einstellung Eine kognitiv basierte Einstellung ist eine Einstellung, die überwiegend auf den Annahmen über die Eigenschaften eines Einstellungsobjektes beruht.
  • 2. Affektiv basierte Einstellung Eine affektiv basierte Einstellung ist eine Einstellung, die mehr auf Gefühlen und Wertvorstellungen als auf Annahmen über die Eigenschaften des Einstellungsobjektes beruht.
  • 3. Verhaltensbasierte Einstellung Eine verhaltensbasierte Einstellung ist eine Einstellung, die auf Beobachtungen darüber basiert, wie man sich dem Einstellungsobjekt gegenüber verhält. Einstellung ist mehr durch die Beobachtung des eigenen Verhaltens begründet als durch Kognition oder Affekt Selbstwahrnehmungstheorie nach Bem (1972): manchmal unklar, was man empfindet/denkt bei schwacher oder mehrdeutiger Einstellung sowie fehlender anderer Rechtfertigung für Verhalten
  • 2. Wenn sich die Einstellung gebildet hat, auf welchen Ebenen sie existiert Explizite Einstellungen sind Einstellungen, die bewusst sind und leicht benannt werden können. Implizite Einstellungen sind Einstellungen, die unwillkürlich, unkontrollierbar und mitunter unbewusst sind.
  • 3. Wie verändert sich Einstellung Einstellungen ändern sich durch sozialen Einfluss (z.B. dadurch, was andere Menschen über ein Einstellungsobjekt sagen oder wie sie sich ihm gegenüber verhalten) → Der Erfolg verschiedener Techniken zur Einstellungsänderung hängt von der Art der Einstellung ab, die verändert werden soll.
  • Bedingungen, unter denen sich Einstellungen am wahrscheinlichsten ändern: 1. Einstellungsänderung durch Verhaltensänderung 2. Persuasive Kommunikation und Einstellungsänderung 3. Emotionen und Einstellungsänderung
  • 1. Einstellungsänderung durch Verhaltensänderung kognitive Dissonanz und Einstellungsänderung - Menschen empfinden Dissonanz, wenn sie etwas tun, das ihr positivesSelbstbild bedroht, besonders dann, wenn es keine Möglichkeit gibt, dieses Verhalten als Folge äußerer Umstände zu erklären (d.h. Fehlende externe Rechtfertigung)wirkungsvoller Weg, um Einstellungen zu ändern: einstellungskonträre Argumentation - z.B. rauchenden Freund eine Nichtraucher-Rede halten lassen (unter Bedingung geringer externer Rechtfertigung)andere Techniken nötig zur Einstellungsänderung möglichst vieler Menschen- persuasive Kommunikation (z.B. Rede, Fernsehwerbespot)
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  • 2. Persuasive Kommunikation Persuasive Kommunikation ist eine Mitteilung (etwa eine Rede oder ein Fernsehwerbespot), die von einer bestimmten Meinung zu einem Thema überzeugen soll.
  • Elaborations-Wahrscheinlichkeits-Modell (elaborationlikelihood model) Das Elaborations-Wahrscheinlichkeits-Modell (elaborationlikelihood model) ist eine Erklärung der zwei Wege, auf denen persuasive Kommunikation eine Einstellungsänderung bewirken kann. 1. zentral, wenn Menschen motiviert sind, sich mit den Argumenten der Botschaft auseinanderzusetzen (hierbei auch längerfristige Änderung) 2. peripher, wenn sie nicht den Argumenten folgen, sondern stattdessen von oberflächlichen Faktoren beeinflusst werden (z.B. davon, wer die Rede hält)
  • Furchterregende Kommunikation Furchterregende Kommunikation beschreibt persuasive Botschaften, die versuchen, durch Erregen von Furcht die Einstellung von Menschen zu ändern. Furchterregende Appelle scheitern, wenn sie so stark ausfallen, dass die Menschen davon überwältigt werden.Werden Menschen in intensive Angst versetzt, werden sie defensiv, leugnen die Relevanz und werden unfähig nachzudenken.optimales Vorgehen- genug Furcht erregen, um Menschen zu motivieren, den Argumenten zuzuhören; aber nicht so viel, dass sie sich abwenden oder missverstehen, was man zu sagen hat - spezifische Empfehlungen geben (z.B. wie man aufhört zu rauchen; "Runter vom Gas!")
  • Einstellungsimpfung Die Einstellungsimpfung meint die Immunisierung von Menschen gegen Versuche, ihre Einstellung zu ändern, indem man sie in kleinen Dosen Argumenten gegen ihre Position aussetzt. → Argumente gegen die Einstellung durchdenken, bevor man angegriffen wird (im Voraus pro und contra Argumente überlegen) Deswegen Vorsicht bei product placement, man ist nicht auf Abwehr eingestellt
  • Gruppenzwang (peer pressure) Zusätzlich zur Impfung mit logischen Argumenten kann man die Menschen auch mit Beispielen der emotionalen Appelle „impfen“, denen sie begegnen könnten. z.B. "Ich wäre ein noch größerer Feigling, wenn ich rauchen würde, nur um Dich zu beeindrucken." Rollenspielmethode bei Siebtklässlern: nach drei Jahren weniger Raucher als Kontrollgruppe
  • Reaktanztheorie Die Reaktanztheorie meint das Konzept, dass bei Menschen, die ihre Freiheit, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten, bedroht sehen, ein aversiver Zustand der Reaktanz entsteht, der durch Ausführung des verbotenen Verhaltens reduziert werden kann. Bsp. Verbot die Wände zu beschriften, wer macht es?
  • Vorhersage Spontanes Verhalten Einstellungszugänglichkeit ist die Stärke der Assoziation zwischen dem Objekt einer Einstellung und der Bewertung dieses Objekts durch eine Person; gemessen an der Geschwindigkeit, mit der man angeben kann, wie man dieses Objekt beurteilt. → niedrige Zugänglichkeit: man wird sich der Einstellung langsamer bewusst → hohe Zugänglichkeit: man wird sich der Einstellung schnell bewusst (wie man das Einstellungsobjekt sieht und darüber denkt); man denkt eher an die Einstellung, wenn man handelt → nur dann erlaubt die Einstellung eine Voraussage des spontanen Verhaltens 
  • Vorhersage Überlegtes Verhalten Nach der Theorie des geplanten Verhaltens (Theory of Planned Behavior) ist der beste Prädiktor für geplantes, überlegtes Verhalten eines Menschen seine Verhaltensabsicht. Die Verhaltensabsicht ihrerseits wird von den Einstellungen zum spezifischen Verhalten, der subjektiven Norm und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle bestimmt.
  • Subliminale (unterschwellige) Botschaften Subliminale (unterschwellige) Botschaften sind Worte oder Bilder, die nicht bewusst wahrgenommen werden, aber trotzdem die Urteile, Einstellungen und Verhaltensweisen der Menschen beeinflussen können. → wurde nur bisher unter Laborbedingungen bewiesen