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Einführung in die Kommunikationswissenschaften (Fach) / 07 Was sind Sozialwissenschaften und wie funktionieren sie? (Lektion)
07 Was sind Sozialwissenschaften und wie funktionieren sie?
Diese Lektion wurde von Renato erstellt.
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- Erkenntnistheorie: • Wirklichkeit ist kognitiv konstruiert• Medien-Wirklichkeit ist doppelt konstruiert: „gewissermaßen nur Schatten von Schatten“• Erkenntnistheoretische Paradigmen:• deduktiv: Mathe, Physik, Rechtswissenschaft• induktiv• empirisch-analytisch: qualitativ, quantitativ• hermeneutisch: analytisch, normativ
- Deduktion vs. Induktion Deduktion: (vom Allgemeinen zum Besonderen)• Übertragung eines allgemeinen Gesetztes auf konkretere Fälle (theoriegeleitetes Vorgehen) --> mathematischer, naturwissenschaftliche Beweise Induktion: (vom Besonderen zum Allgemeinen)• Übertragung einer konkreten Beobachtung auf vergleichbare Fälle (empiriegeleitetes Vorgehen)
- Induktive Verfahren: • Hermeneutisch: (Geisteswissenschaftliche Textinterpretation)• Lesen & Verstehen von Texten (aller menschlichen Artefakte)• Forscher als subjektiver Interpret von Aussagen• Empirisch-analytisch: (Sozialwissenschaftliche Beobachtung)• empirisch (direkte Erfassung menschlichen Verhaltens und seiner Artefakte)• analytisch (Erfassung erfolgt nach nachvollziehbaren & wiederholbaren Regeln)
- Hermeneutische Verfahren: • normativ: • Forscher verfolgt gesellschaftsbezogene Ziele (Kapitalismuskritik, Demokratieförderung)• diskursiv: • Forscher versteht sich als aktiver Teilnehmer öffentlicher Debatten • Ziel: politische Intervention (Informieren der Öffentlichkeit, Beeinflussen von Debatten & Entscheidungen im eigenen Sinn) • analytisch: • Trennung von Wissenschaft & persönlicher Meinung --> Forscher analysiert offen & unvoreingenommen --> Ausblenden persönlicher Ziele und Vorlieben, ggf. transparent machen • Forscher liefert wissenschaftliche Grundlagen für öffentliche Debatten & Entscheidungen
- Empirisch-analytische(qualitativ/quantitativ) Ansätze - Ziele & Vorgehen: • qualitativ: • Ziele: Exploration (Entdecken sozialer Phänomene & Zusammenhänge) und Systematisierung (Typenbildung sozialer Phänomene & Zusammenhänge) • Vorgehen: intensive Beobachtung weniger Beispiele: Personen, Gruppen, Situationen • Verallgemeinbarkeit von Beobachtungen unmöglich --> keine Ableitung von Gesetzmäßigkeiten • quantitativ: • Ziele: • Exploration & Systematisierung• Quantifizierung: Wie häufig/verbreitet/wahrscheinlich ist ein Phänomen? • Nomologie: Erkennen von Gesetzmäßigkeiten • Vorgehen: • Exploration & Systematisierung • Entwicklung eines quantitativen Messinstruments • einheitliche Messung (Zahlen) • quantitative Datenanalyse • Verallgemeinbarkeit von Messungen schwierig --> direkter Beweis von Gesetzmäßigkeiten unmöglich
- Hypothese • empirisch überprüfbarer Aussagesatz zum Zusammenhang zwischen mindestens 2 Sachverhalten• Unterschieds-, Zusammenhangs- und Kausal-Hypothesen
- Theorie System sinnvoll zusammenhängender Hypothesen
- Modell + Funktionen Modell = visuelle Darstellung einer Theorie • vereinfachte/abstrahierte Visualisierungen von Sachverhalten (Zusammenhängen/Unterschieden) • Organisationsfunktion: • Einzelaspekte in Gesamtzusammenhang integrieren & systematisieren • Komplexität reduzieren: Sachverhalte so komplex wie nötig & so einfach wie möglich darstellen• Heuristische Funktion: (Heuristik: einfache Entscheidungsfindung) • neue Ideen, Forschungsfragen & Hypothesen hervorbringen • Messfunktion: • Zuordnung theoretischer Konstrukte --> empirische Messung • Prognosefunktion: • Gesetzmäßigkeiten erkennen & zukünftiges Verhalten vorhersagen
- Wie überprüft man Hypothesen? Konstrukt 1 Beziehung zu Konstrukt 2:Schritt 1:• Defintion der Konstrukte Schritt 2:•Operatilonalisierung/Messung (Messvorschriften1 u. 2)Schriit 3:•Auswertung/Datenanalyse(Variable 1 - Rechenvorschrift - Variable 2)
- Validität: Reliabilität: • Validität: • Gültigkeit der Messung --> misst die Messvorschrift bzw. Variable, was sie messen soll (=Konstrukt) • Reliabilität: • Verlässlichkeit der Messung --> misst die Messvorschrift bzw. Variable immer wieder dasselbe?
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- Was wird gemessen? (Mikro,Makro, Meso) Mikro-Ebene (Individuen)• Individuen (Journalisten, Bürger, Mediennutzer, Politiker)• menschliche Handlungen (journalistische Recherche, TV-Umschaltungen) Meso-Ebene (Organisation/Gruppen)• soziale Konstellationen (familiäre TV-Nutzung, Public Viewing)• Organisationen (Medienunternehmen)• Medien (Zeitungstitel, TV-Sender, Nachrichten-Portale)• Medieninhalte (Artikel über ein Thema, Pressemitteilungen) Makroebene (Gesellschaft)• Staaten/Mediensysteme (nationale Berichterstattung über ein Thema)
- Deskriptive Forschung (Deskription = Beschreibung)• Wahlumfragen, Marktübersicht & Benchmark-Studien, Konsumentenforschung, Publikumsforschung, Markt-/Media-Studien• Ziele: möglichst genaue Beschreibung einfacher sozialer Sachverhalte, keine Hypthesen-/Theorieprüfung • Vorgehen: Bildung einer repräsentativen Stichprobe, univariate Auswertung, ggf. Segmentierung nach relevanten Gruppen
- Sozialwissenschaftliche Grundbegriffe: • Struktur: dauerhafte Beziehungen/Unterschiede zwischen Elementen eines sozialen Systems: Personen, Verhaltensweisen, Organisationen, Akteure, Systeme, usw • Funktion: Aufgaben/Leistungen, die Elemente für sich oder andere erfüllen; Dysfunktion: unbeabsichtigte Wirkung bzw. Gegenteil einer Funktion (analog„Dissonanz“) • Prozesse: Handlungen und Handlungsabläufe; fixierte Abläufe, Traditionen & Riten als sich verstetigende Prozesse --> bilden Strukturen
- Gängige Erhebungsmethoden und qualitative Forschungsdesigns: Gängige Erhebungsmethoden:• qualitative Methoden: Leitfadeninterviews, Experteninterviews, Gruppendiskussionen, Qualitative Inhaltsanalyse, Qualitative Beobachtung• quantitative Methoden: Befragung, quantitative Inhaltsanalyse, Beobachtung & Dokumentenanalyse Gängige quantitative Forschungsdesigns:• Querschnitt-Design: (Einmal-Befragung)• Längsschnitt-Design: Trendstudie (wiederholte Befragung mit unterschiedl. Personen), Panelstudie (wiederholte Befragung derselben Personen)• Experiment: Experimental- vs. Kontrollgruppe, mehrere Experimentalgruppen
- Journalismus: Journalist: Journalismus:• (1980) Herstellen und Bereitstellen von Themen zur öffentlichen Kommunikation• (2006) System, das aktuell Informationen zur öffentlichen Kommunikation selektiert und vermittelt--> gesellschaftliche Aufgabe Journalist:• hauptberuflich an Erarbeitung bzw. Verbreitung von Infos, Meinungen und Unterhaltung durch Medien mittels Wort, Bild oder Ton beteiligt.• Leistungen sind Recherchieren, Auswählen und Bearbeiten von Informationsinhalten--> eigenschöpferische medienspezifische Aufbereitung• tätig im Fernsehen (14,9%), Hörfunk (16,5%), Zeitschriften (19,5%), Zeitungen (35,5%)--> Zahlen von 2005• Journalisten befassen sich mit recherchieren (117 min), verfassen/redigieren eigener Texte (120 min), technische Tätigkeiten (84 min), verwaltende Tätigkeiten (78 min),...