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Persönlichkeitspsychologie (Fach) / Persönlichkeit: Kernwissen (Lektion)
eine Beschreibung
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- Womit befasst sich die Differentielle und Persönlichkeitspsychologie? die Differentielle und Persönlichkeitspsychologie befasst sich mit der Beschreibung, Erklärung, Vorhersage und Modifikation individueller Einzigartigkeit➔ Persönlichkeitspsychologie i.e.S., ideographischer Ansatz individueller Unterschiede➔ Differentielle Psychologie, nomothetischer Ansatz ... menschlichen Verhaltens und Erlebens
- Welche Fragen sind an Theorien des Verhaltens und Erlebens zu stellen? Grundfragen an Theorien des Verhaltens und Erlebens Kann eine Theorie Verhalten und Erleben angemessen beschreiben und auf dieser Basis vorhersagen? Kann eine Theorie Verhalten und Erleben nicht nur angemessen beschreiben und auf dieser Basis nicht nur vorhersagen, sondern auch Zugänge zur Modifikation eröffnen? Genügt eine Theorie den Anforderungen an eine wissenschaftliche Theorie?
- Welche Arten der Konsistenz lassen sich unterscheiden? Konsistenz: transsituational[Tendenz zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes Verhalten in verschiedenen Situationen zu zeigen (State)] transtemporal[Tendenz, zu verschiedenen Zeitpunkten ein bestimmtes Verhalten in einer bestimmten Situation zu zeigen (Habit)] transsituational und transtemporal[Tendenz zu verschiedenen Zeitpunkten ein bestimmtes Verhalten in verschiedenen Situationen zu zeigen (Trait)]
- Welche Arten der Stabilität lassen sich unterscheiden? Absolute Stabilität [absoltue Ausprägung eines Merkmals bleibt konstant] Relative Stabilität [Relative Ausprägung eines Merkmals bleibt konstant] Struktur-Stabilität [Zusammenhang zweier Merkmale bleibt konstant]
- Was sind Basisannahmen psychodynamischer Ansätze? Basisannahmen psychodynamischer Ansätze Psychologischer Determinismus Mensch als Energiesystem Homöostase- und Hedonismusprinzip Rolle des Unbewussten Bedeutung frühkindlicher Erfahrung Therapieorientierung
- Welche Grundgedanken zu Freuds Theorie sind hervorzuheben? Grundgedanken von Freuds Theorie: Annahme von Trieben (Eros und Thanatos) als Triebfeder menschlichen Verhaltens zentrale Rolle des Unbewussten neben dem Vorbewussten und Bewussten Untergliederung des psychischen Apparates in die Instanzen ES (Triebe), ICH (Kognitionen) und ÜBER-ICH (Normen) Charakter als typische Triebdynamik einer Person, resultiert aus konstitutioneller Stärke der ES-Ansprüche und erfahrungsbedingter Stärke der ICH-Funktionen und ÜBER-ICH-Ansprüche, im Zusammenspiel mit Triebbefriedigungs-Erfahrungen während psychosexueller Entwicklungsphasen
- Welche Kritik an Freud wurde vorgebracht, und wie wirken seine Ideen heute noch fort? Kritik an Freud und WeiterwirkenTheorie Kritik: zentrale Annahmen nicht empirisch falsifizierbar Weiterwirken: Bedeutung unbewusster Prozesse allgemein anerkannt Praxis der Psychoanalyse Kritik: viel zu langwierig/unökonomisch, Nachweis der Effektivität fehlt oder entspricht nicht den Standards Weiterwirken: besondere Therapien u.U. geeignet für spezifische Störungen
- Welche Bedürfnisse bringen Verhalten nach Ansicht von Bedürfnistheorien in Gang, und was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Theorien von Murray, Maslow und Rogers? Bedürfnistheorien Verhalten dient der Erreichung von Zielen die durch (die individuell unterschiedliche) Art und Stärke ihrer zugrunde liegenden Bedürfnisse und ihrer Wechselwirkung mit der Umwelt bestimmt sind Murray: viszerogene und psychogene Bedürfnisse Maslow: Mangel- und Wachstumsbedürfnisse Rogers: Aktualisierung
- Wie wirken Bedürfnistheorien heute in Forschung und Praxis fort? Betonung subjektiver Erfahrung und situativer Bedingungen als wichtige Anregungen für spätere Theorien (z.B. Kognitive und Interaktionistische Theorien) Fortwirken in der Therapie (z.B. Klient-Zentrierung), in der Diagnostik und A-/O-Psychologie (z.B. Leistungsmotivation) und in der Forschung
- Wie lassen sich Lerntheorien in den wissenschaftshistorischen Kontext einordnen? Wissenschaftshistorische Stellung der Lerntheorien Entwicklung in Reaktion auf psychodynamische und phänomenologische Ansätze, die der Introspektion große Bedeutung beimaßen Ablehnung der Bedeutsamkeit intrapsychischer Vorgänge für die wissenschaftliche Erklärung von Verhalten (aufgrund ihrer experimentellen Unzugänglichkeit) Entwicklung humanistischer und kognitiver Ansätze als Gegenreaktion Cognitive Neuroscience als Integration lerntheoretisch-experimenteller und kognitiver Theorien
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- Wie lauten die Grundannahmen der klassischen und operanten Konditionierung sowie des Beobachtungslernens? Lerntheoretische Grundannahmen Individuen prädizieren künftige Ereignisse anhand von zuverlässigen Hinweisreizen für künftige Ereignisse(klassisches Konditionieren, Ausbildung von Reiz-Ergebnis-Erwartungen) Konsequenzen von eigenen Verhaltensweisen(operantes Konditionieren, Ausbildung von Verhaltens-Ergebnis-Erwartungen) Beobachtungen von (Reiz-Ergebnis- und) Verhaltens-Ergebnis-Kontingenzen bei anderen Individuen (Beobachtungslernen)
- Welche Differentielle und praktische Relevanz besitzen Lerntheorien? Differentielle Relevanz von Lerntheorien interindividuell unterschiedliche Lernerfahrungen resultieren in unterschiedlichen Ausprägungen von Verhaltensdispositionen Persönlichkeit als individuelles Profil der Ausprägung dieser Verhaltensdispositionen Praktische Relevanz von Lerntheorien Erklärung klinischer und pädagogischer Phänomene Grundlage wirksamer Verhaltenstherapeutischer Interventionen
- Was sind Basisannahmen kognitiver Theorien, und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede finden sich bei Kelly, Rotter und Bandura? Annahmen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede kognitiver Theorien Hervorhebung der Rolle von Kognitionen und insbesondere Erwartungen als handlungsleitende Elemente Kelly: persönliche Konstrukte zur Antizipation zukünftiger Ereignisse Rotter: situative Erwartungen (Antizipation der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Verhalten in einer Situation zu einem Verstärker führt) sowie generalisierte Erwartungen (v.a. über den Ort der Verstärkerkontrolle: internal vs. external) Bandura: Erwartungen an Verhaltens-Ergebnis-Zusammenhänge (Ergebniserwartung) und Erwartungen an die Effektivität eigenen Verhaltens (Selbstwirksamkeitserwartung)
- Inwiefern wirken kognitive Theorien heute in Praxis und Forschung fort? Fortwirken in Forschung und Praxis Erwartungs-x-Wert Modelle, wie das von Rotter nach wie vor erfolgreich zur Erklärung der Wahl von Verhaltensalternativen Selbstwirksamkeit als wichtiger Prädiktor für die Bewältigung kritischer (Lebens-)Ereignisse sozial-kognitive Lerntheorien wie die von Bandura als aktueller Forschungsansatz auch im Bereich Cognitive Neuroscience aktuell Versuche, sozial-kognitive-Lerntheorien in Einklang zu bringen mit Eigenschafts- und Biopsychologischen Theorien
- Was charakterisiert Traittheorien, und wofür eignen sie sich prinzipiell? Charakterisierung und Anliegen von Traittheorien Beschreibung, Vorhersage und ggf. Erklärung von Verhalten anhand von Traits[als transtemporal und transsituational konsistente Dispositionen, in bestimmten Situationen bestimmtes Verhalten zu zeigen] erfordert zunächst Ordnung und Systematik in die Vielzahl von Eigenschaftsbegriffen, Situations- und Verhaltensbereiche zu bringen darauf aufbauend können Erklärungsversuche für das Zustandekommen dieser Systematik unternommen werden
- Wie lauten die Grundgedanken von Cattell und Vertretern des Fünf-Faktoren-Modells? Cattell und das Fünf-Faktoren-Modell Cattell: Verhalten vorhersagbar auf Basis der situativ gewichteten Ausprägungen in Temperaments-, Motivations- und Fähigkeitstraits Fünf-Faktoren-Modell: Verhalten beschreib- und vorhersagbar anhand von fünf generellen, stabilen und universellen Eigenschaftsdimensionen
- Wie lauten die Grundzüge von Eysencks deskriptiver Theorie? Eysencks deskriptive Persönlichkeitstheorie Persönlichkeit hinreichend genau beschreibbar anhand von drei stabilen, generellen und universellen Persönlichkeitsdimensionen:Psychotizismus, Extraversion, Neurotizismus
- Wie lauten die Grundannahmen von Eysencks Aktivierungstheorie der Persönlichkeit? [Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Leistungsverhalten Extravertierter und Introvertierter?] Extraversion vermittelt über ARAS-moduliertes Arousal in Antwort auf sensorische und kognitive Stimulation sowie VBS-Erregung Neurotizismus vermittelt über VBS-modulierte Activation in Antwort auf emotionale Reize interindividuelle Unterschiede im Grad des Arousals bzw. der Activation gehen einher mit spezifischen Unterschieden im Leistungsverhalten
- Was ist Sensation Seeking und welche biopsychologischen Grundlagen nimmt Zuckerman an? Zuckerman: Sensation Seeking definiert als Bedürfnis nach wechselnden, neuen, intensiven und komplexen Erregungen und der Bereitschaft, um dieser Erregungen Willen physische, finanzielle und soziale Risiken auf sich zu nehmen unterteilbar in Abenteuersuche (TAS), Erfahrungssuche (ES), Enthemmung (Dis) und Anfälligkeit für Langeweile (BS) moduliert durch die Monoamine Dopamin, Serotonin und Noradrenalin
- Was sind Grundannahmen der revidierten Reinforcement Sensitivity Theory (RST) von Gray? Gray: BIS, BAS und FFFS BAS moduliert Annäherungsverhalten in Antwort auf appetitive Reize FFFS moduliert Vermeidungsverhalten in Antwort auf aversive Reize BIS als Detektor von Verhaltenskonflikten (z.B. durch, aber nicht nur bei Neuheit) beeinflusst kognitive Vorgänge (Aufmerksamkeit) und körperliche Prozesse (Erregung) Rolle der Monoamine weniger eindeutig spezifiziert
- Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Ansätze von Zuckerman, Gray und Cloninger lassen sich ausmachen? Zuckerman, Gray, Cloninger: Gemeinsamkeiten/Unterschiede Deskriptive Teile: wie Eysenck Annahme dreier genereller Persönlichkeitsdimensionen, die inhaltlich aber nur teils identisch sind Explanative Teile: Annahmen zu Hirnsystemen, die Annäherung und Vermeidung beeinflussen und in ihrer Aktivität durch die Neurotransmitter DA, 5-HT und NA moduliert werden, wobei deren exakte Rolle unterschiedlich beschrieben wird wirken alle drei nachhaltig in aktueller Forschung fort
- Worum ging es in der Konsistenzdebatte? Konsistenzdebatte Hartshorne und May (1928): durchschnittliche Korrelation von einzelnen Verhaltensweisen in traitspezifischen Situationen sehr gering (r = .23), d.h. transsituative Konsistenz gering Mischel (1968): Fazit zur Vorhersagbarkeit von Verhalten, anhand von Persönlichkeitseigenschaften: durchschnittliche Korrelation Trait x Verhalten überschreitet nur selten r = .30 (Ausnahme: Intelligenz)
- Welche Arten von Person-Situation-Interaktionen lassen sich unterscheiden? Arten von Person-Situation-Interaktionen Reaktive Interaktionen:Personen nehmen dieselbe objektive Situation persönlichkeitsvermittelt unterschiedlich wahr und verhalten sich entsprechend (verschieden). Evokative Interaktionen:Interpretation einer Situation und entsprechendes Verhalten einer Person beeinflusst das Verhalten anderer (indirekt) und wirkt darüber vermittelt zurück auf die Person. Proaktive Interaktionen:Personen suchen Situationen ihrer Persönlichkeit entsprechend aktiv auf und kontrollieren so den Einfluss, den Situationen auf ihr Verhalten haben können Manipulative Interaktionen: Personen gestalten Situationen ihrer Persönlichkeit entsprechend aktiv
- In welchen anderen Theorien finden sich Konzepte von Mischel? Korrespondenzen von Mischels Fünf-PV mit anderen Konzepten kognitive und behaviorale Konstruktionskompetenzen➔ Fähigkeiten Kodierstrategien und persönliche Konstrukte➔ Persönlichkeitseigenschaften i.e.S., Kellys persönliche Konstrukte Verhaltens-Ergebnis-Erwartungen und Reiz-Ergebnis-Erwartungen➔ operantes und klassisches Konditionieren subjektive Reizwerte➔ Bedürfnisse und Motive Selbst-regulative Systeme und Pläne➔ Selbstverstärkung, Selbstwirksamkeit, Ziele
- Was ist Intelligenz? Wie lauten die Grundannahmen von Spearman und Thurstone? Intelligenz als komplexes Konstrukt umfasst Problemlösefähigkeiten in verschiedenen, aktuell akzeptierten Bereichen: akademische, praktische, soziale/emotionale und operative Intelligenz sowie Kreativität Spearman: Intelligenz als einheitliche Fähigkeit vs. Thurstone: Intelligenz als Bündel spezieller Fähigkeiten
- Was unterscheidet Fragebögen und Tests? Was zeichnet gute Fragebögen und Tests aus? Fragebögen: subjektiv, verfälschbar Tests: objektiv, schwer verfälschbar Güterkriterien: die klassischen Gütekriterien der Objektivität [Eine Messung ist unabhängig davon, wer sie durchführt], Reliabilität [eine Messung ist zuverlässig] Validität [eine Messung misst, das was sie messen soll] sowie die Nebengütekriterien Ökonomie, Nützlichkeit und Fairness etc.
- Was ist ein Konstrukt? Was ist eine Disposition? Was bedeuten die Begriffe Trait und State? Konstrukte: nicht beobachtbare hypothetische Begriffe, die über Zuordnungsregeln aus Beobachtungen von Verhalten in Situationen erschlossen bzw. über diese operationalisiert werden können Disposition: eine Tendenz, in bestimmten (konstruktspezifischen) Situationen ein bestimmtes (konstruktspezifisches) Verhalten zu zeigen Traits: transsituational und transtemporal stabile Dispositionen States: transsituational, jedoch nicht transtemporal stabile Dispositionen
- Welchen Nutzen haben Cattells Theorie und das Fünf-Faktoren-Modell in Forschung und Praxis? Nutzen von Cattell und dem FFM für Forschung und Praxis Cattell: Rahmenmodell für den diagnostischen Prozess (mit verschiedenen Datenarten) Fünf-Faktoren-Modell: reliable Vorhersage interindividueller Unterschiede➔ Gewissenhaftigkeit als Prädiktor von Berufserfolg➔ Neurotizismus als Vulnerabilitätsfaktor für affektive und Angststörungen
- Welche Kritikpunkte am FFM wurden vorgebracht Kritik am FFM: Problematik des lexikalischen Ansatzes [Jack Block] Subjektivität des Vorgehens [Jack Block] Einschränkungen der Datenbasis [Jack Block] Generalität und Anzahl der Faktoren [Eysenck] Mangel an Theorie und biologischer Basis [Eysenck]
- Welche Arten der Intelligenzmessung kennen Sie? Arten der Intelligenzmessung Akademische Intelligenz➔ klassische Intelligenztests [spezifische Tests, "Markiertests", Umfassende Intelligenztests z.B. I-S-T 2000 R, BIS-4, WIT-2] Praktische Intelligenz➔ Arbeitsproben Operative Intelligenz➔ Simulationen Soziale und Emotionale Intelligenz➔ teilweise objektive Tests, Rollenspiele, Befragung/Interview➔ Assessment Center Kreativität➔ teilweise Intelligenztests, ansonsten spezielle Aufgaben/Arbeitsproben
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- Was ist fluide, was kristallisierte Intelligenz? Fluide Intelligenz Fähigkeit, unbekannte Probleme und neue Situationen zu meistern angeboren oder durch beiläufiges (inzidentelles) Lernen erworben im Alter tendenziell Abnahme (abhängig von kognitivem Training) Kristallisierte Intelligenz Fähigkeit erworbenes (faktisches und prozedurales) Wissen auf Problemlösungen anzuwenden wissensabhängige, kulturell vermittelte und durch gezielte (intentionale) Lernprozesse erworbene Denkleistungen Leistung kann (auch im Alter) zunehmen
- Was sind Hauptaussagen der hierarchischen und mehrmodalen Intelligenztheorien? Hierarchische Natur von Intelligenzleistungen (Cattell/Carroll) Thurstones Primärfaktoren fallen auf höheren Abstraktionsebenen zusammen in die generelleren Intelligenzfaktoren fluide Intelligenz (= Potenzial) und kristallisierte Intelligenz (= Wissen), die wiederum zusammenfallen in Spearmans g-Faktor Mehrmodale Natur von Intelligenzleistungen (Guilford/Jäger) Intelligenzleistungen werden durch mehrere Modi bestimmt (z.B. bei Jäger Inhalte vs. Operationen), wobei die einzelnen Teilbereiche Thurstones Faktoren repräsentieren und die Gesamtleistung Spearmans g-Faktor