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Grundlagen der Wirtschaftspsychologie (Fach) / 04.12. (Lektion)
04.12.
Diese Lektion wurde von Laura_Henc erstellt.
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- Wann war die Geburtsstunde der Psychologie und warum bekam sie plötzlich viel Zulauf? - 1824: Beschluss des preußischen Schulministeriums: Kandidaten des höheren Lehramts müssen zusätzlich Kenntnisse in Philosophie & Psychologie erwerben - Psychologen lehrten an Unis und Philosophielehrstühlen, bis 1923 kein eigener Lehrstuhl, bis 1941 kein eigener Studiengang
- Was sind Kennzeichen einer Gruppe? - mindestens 3 Personen - Dauerhaftigkeit begrenzt oder unbegrenzt - persönliche & räumliche Nähe - direkte Interaktion - gemeinsame Ziele, Werte und Normen - Rollen & Ränge - Zugehörigkeit & Identifikation des Einzelnen mit der Gruppe
- Was sind Eigengruppen, Kleingruppen und soziale Kategorien pro Gruppe? - Eigengruppen: Menge von Individuen, gleiche soziale Kategorie, gemeinsame Selbstdefinition, emotionale Bindung - Kleingruppen: Teams, Arbeitsgruppen, Familie - soziale Kategorien pro Gruppe: Studenten, Frauen, Deutsche
- Welche Gruppenarten und -strukturen gibt es? - primär: organisch gewachsen, starke emotionale Bindung, stabil & meist fortdauernd - sekundär: organisiert und geplant, rational und lösungsorientiert, zeitlich begrenzt - formell: offiziell geplant, langfristig oder befristet, normierte Vorgaben: Regeln, Verhalten, Kommunikation - informell: inoffiziell & nicht direkt erkennbar, parallel zu oder innrhalb formeller Gruppe, spontane Gründung, eigene Regeln & Verhaltensweisen, schnelle Kommunikation (Flur-Funk)
- Was ist Entitativität? - Ähnlichkeiten bei persönlichen Eigenschaften oder Verhalten der Gruppenmitglieder - gemeinsames Schicksal - räumliche Nähe
- Was ist Entitativität bei einer Gruppe? - Betrachtung einer Gruppe von außen durch sozialen Beobachter - Maß für subjektive Wahrnehmung als Gruppe - bezeichnet, in wieweit sich Mitglieder einer Gruppe als verbundene und kohärente Einheit wahrnehmen
- Was bedeutet kohärent? zusammenhängend
- Was sind Gruppen mit hoher und was mit niedriger Entitativität? - hoch: Primärgruppen -> Familie, Freunde, Mitglieder einer Religemeinschaft, Parteimitglieder -> hoher Einfluss, hohe Gefährlichkeit - niedrig: Sekundärgruppen -> Kinobesucher, Wartende an Bushaltestellen, Mitglieder einer FB-Gruppe -> wenig Einfluss, wenig Gefährlichkeit
- Was ist Gruppenkohäsion? - innerer Blick einer Gruppe - bezeichnet Wir-Gefühl einer Gruppe - Intensität der Beziehungen der Gruppenmitglieder untereinander, variabel
- Was ist die Minoritäts- und was die Majoritätsgruppe? - niedriger soz Status, höhere Präsenz der sozialen Situation, eingeschränkte Rechte oder Ressourcen - hoher soz Status, größeres Maß an positiven Gefühlszuständen, Gruppenzugehörigkeit in sozialen Situationen weniger präsent
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- Worum geht es bei der sozialen Kognition Gruppenwahrnehmung & Kategorisierung? - Wahrnehmung anderer durch automatische Kategorisierung leicht beobachtbarer Merkmale wie Hautfarbe, Geschlecht, Alter -> Assoziation stereotypischer Eigenschaften führt unbewusst zur Wahrnehmung z.B als Deutscher - nur bei Motivation zu kontrollierter Informationsverarbeitung, Hinzuziehung anderer Merkmale durch Charakter, Hobbys -> Verlagerung zu eigenschaftsbasierter Wahrnehmung, z.B Renate 35, deutsche Rechtsanwältin, die gerne joggt und mit Freunden Musik macht
- Welche Faktoren der Gruppensozialisation haben Einfluss auf individuelles Verhalten? - injunktive Normen: welches Verhalten von mir wird von der Gruppe gebilligt? - deskriptive Normen: welches Verhalten ist bei den meisten Gruppenmitgliedern in bestimmten Situationen üblich? - soziale Rolle: welches Verhalten wird von mir in dieser Rolle oder Position erwartet?
- Wie läuft das Gruppensozialisation & -dynamik Modell nach Bruce Tuckman (1965) ab? - Kreislauf - Adjourning (Auflösungsphase) -> Forming (Kontaktphase: Einstieg und Findung) -> Storming (Konfliktphase: Auseinandersetzung und Streit) -> Norming (Konstruktphase: Regelungen und Übereinkommen) -> Performing (Kooperationsphase: Zusammenarbeit und gemeinsame Anstrengungen) -> Adjourning
- Wie beeinflusst die Anwesenheit anderer Personen das Arbeiten in Gruppen? - führt zu gesteigerter körperlicher Erregung - Aufgaben leicht oder hoch überlernt -> Leistungssteigerung -> soziale Erleichterung - Aufgaben neu, komplex oder noch nicht erlernt -> Leistungsabfall, soziale Hemmung
- Wie wird die Gruppeneffizienz ermittelt? Wie wird die tatsächliche Gruppenleistung bestimmt? - Gruppeneffizienz = Gruppenpotenzial - tatsächliche Gruppenleistung - tatsächliche Gruppenleistung = Gruppenpotenzial - Prozessverluste + Prozessgewinne
- Was versteht man unter Prozessverluste beim Arbeiten in Gruppen? - Koordinationsverluste -> fehlende Koordination individueller Beiträge -> unklare Aufgabenverteilung -> keine oder kaum Berücksichtigung von Stärken & Schwächen bei Rollenzuweisung -> ineffiziente Arbeitsabläufe & Kommunikationsstrukturen - Motivationsverluste -> soziales Faulenzen wenn individuelle Beiträge nicht identifizierbar -> soziales Trittbettfahren: kein eigenes Engagement da Spekulation auf genug Einbringen der anderen -> Trotteleffekt: bei Annahme, die anderen strengen sich kaum an, Leistungsreduzierung um nicht als Trottel da zu stehen
- Was versteht man unter Prozessgewinne beim Arbeiten in Gruppen? - Koordinationsgewinne -> funktionierende Koordination individueller Beiträge zur Zielerreichung -> klare Aufgabenverteilung -> Aufgabenzuteilung gemäß Fähigkeiten & Stärke -> effiziente Ablauf- und Koordinationsprozesse - Motivationsgewinne -> sozialer Wettbewerb: erhöhte Anstrengung um besser da zu stehen -> soziale Kompensation: maximale Anstrengung, um Defizite anderer auszugleichen -> Köhler-Effekt: Mehrleistung der Schwächeren aus Angst vor Verantwortung für schlechtes Gruppenergebnis
- Was versteht man unter Entscheidungsprozessen in Gruppen? Informationsnutzung, Informationsverfügbarkeit, Gruppendenken, Ursache für Fehlentscheidungen
- Wer war Gabriel de Tarde und was hat er entwickelt? - Vergleichende Kriminalität 1886 & die Gesetze der Nachahmung 1890 Begründung seiner Soziologie: - Innovation (Neuerung/Verbesserung) -> eigener Charakter -> Kontingent: kann/kann nicht/kann anders geschehen - Nachahmung -> neue Innovationen sind bloß von "alten Innovationen" nachgeahmt - Nachahmung mit negativem Vorzeichen
- Wer war Mary Cover Jones und was hat sie entwickelt? - Entwicklungspsychologin - Mutter der Verhaltenstherapie, bedeutendes Experiment : Fall Peter (3 Jahre alt) -> durch Gegenkonditionierung ist Beseitigung der Phobie vor pelzigen Tieren/Gegenständen erleichtert - die für unsere Emotionen verantwortlichen Kognitionsprozesse finden in der frühen Kindheit statt -> Gegenkonditionierung nur mit Kindern erfolgreich
- Wer war Abraham H Maslow und was hat er entwickelt? - 1954 Entwurf der Bedürfnispyramide -> wichtiger Beitrag zur Motivationspsychologie - Gründervater der humanistischen Psychologie -> Möglichkeiten des Menschen zu wachsen und sich zu entfalten - wendet sich besonders gegen Elementarismus der Experimentalpsychologie