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Kuwi Hagen Literatur (Fach) / Edition (Lektion)
Edition
Diese Lektion wurde von Jutta1967 erstellt.
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- Editio princeps Erstausgabe des ersten selbständigen Drucks eines Textes.
- Ausgabe letzter Hand Editionswissenschaftlicher Begriff für die letzte von einem Autor zu Lebzeiten autorisierte Ausgabe eines Textes.
- Erläuterungen Dem Text meist in Form eines Anhangs beigegebene Kommentierung einzelner Textstellen (z. B. Erläuterungen zu Eigennamen, zum historischen Hintergrund, zur Wortgeschichte).
- Wortindex Bezeichnung für ein Stellenverzeichnis von Worten, die in einer Textausgabe wiederholt vorkommen.
- Varianten Textänderungen. Unterscheidung von Entstehungsvarianten (Veränderungen des Textes durch den Autor) und Überlieferungsvarianten (absichtliche oder zufällige Veränderungen des Textes durch fremde Hand).
- Textstufen Bezeichnung für die im Prozess des Schreibens beobachtbaren Korrekturen, Streichungen, Verbesserungen usw. eines Autors, die einem genetischen Apparat dargestellt werden.
- Textkritik Editionswissenschaftliche Bezeichnung für alle Vorgänge, die für die Erarbeitung einer kritischen Ausgabe notwendig sind.
- Stemma (Stammbaum) Schematisierte Darstellung überlieferter Textzeugen und vermuteter Archetypen.
- Sigle Feststehende Abkürzungen für Wörter, Namen, Ausgaben usw. durch Buchstaben oder Zeichen.
- Sekundäre Dunkelheit Textstelle, die erst im Laufe der Zeit erläuterungsbedürftig geworden ist, im Gegensatz zur primären Dunkelheit.
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- Recensio lat. recensere - mustern Arbeitsschritt des Sammelns und Bewertens aller erreichbaren Textzeugen bzw. Textträger, die auf ihre Beziehungen zueinander geprüft werden müssen.
- Raubdruck Nicht vom Autor autorisierte Drucklegung, bzw. eine illegale Form des Nachdrucks; seit der Durchsetzung des Urheberrechts, die im 18. Jahrhundert beginnt und erst 1901 kodifiziert wird.
- Primäre Dunkelheit Textstellen, die von Autoren bewusst verschlüsselt wurden oder im Gegensatz zur sekundären Dunkelheit bereits für zeitgenössische Leser erläuterungsbedürftig waren.
- Lesarten Überlieferte oder durch Emendation bzw. Konjektur hergestellte Fassung einer Textstelle. Die von der Lesart des Haupttextes abweichenden Lesarten werden im Apparat als Varianten zusammengestellt. Wird auch als Bezeichnung anstelle von Überlieferungsvarianten verwendet.
- Lemma Editionswissenschaftlicher Begriff für ein Wort oder einen Textteil aus einem edierten Text, das im kritischen Apparat wiederholt wird, um eine eindeutige Zuordnung von kritischem Text und Variante zu gewährleisten. Das Lemmazeichen wird als Trennung zwischen Lemma und zugeordnetem varianten Text eingesetzt. Ein Lemma (oder Stichwort) ist in der Editionswissenschaft das Wort im Haupttext, auf welches sich die Anmerkung oder der textkritische Apparat eines Kommentars bezieht.
- Konkordanz Zusammenstellung aller in einem Text oder bei einem Autor vorkommenden Wörter (manchmal auch Gedanken) mit Stellenbeleg.
- Kommentar Editionswissenschaftliche Bezeichnung für sprachliche und sachliche Erläuterungen eines Textes durch den Herausgeber.
- Kontamination Mischtext aus verschiedenen Textträgern, also verschiedenen Fassungen. In der Editionswissenschaft strikt verboten.
- Konjektur lat. coniectura - Vermutung Editionswissenschaftlicher Begriff für den Eingriff eines Editors in den überlieferten Text zugunsten einer plausiblen Vermutung, um einen originalen Textzustand wiederherzustellen.
- Kollation lat. collatio - zusammentragen Bezeichnet den Vergleich von Texten verschiedener Textträger, um Übereinstimmungen und Unterschiede eines Textes herauszustellen. Kollation oder Kollationierung (lat. von conferre: „zusammentragen“ oder „zusammenkommen“, also: „Sammlung, Zusammenstellung“) ist eine Bezeichnung der Textkritik und Editionsphilologie für den genauen Abgleich von Texten hinsichtlich der Vollständigkeit und Richtigkeit.
- Fassung Editionswissenschaftliche Bezeichnung für die voneinander abweichenden (vollendeten oder nicht vollendeten) Ausführungen eines Werkes.
- Emendation lat. emendare - berichtigen, verbessern Editionswissenschaftlicher Begriff für die Korrektur eindeutiger Druck-, Hör-, oder Schreibfehler des überlieferten Textes durch den Herausgeber. Die Grenze zur Konjektur ist nicht immer scharf zu ziehen. Daher gelten strenge Regeln, um willkürliche, deutende oder interpretatorisch geleitete Korrekturen ausschließen zu können. Die Emendation ist der Recensio, dem Sammeln und der Durchsicht möglicher Textzeugen und der Examinatio, der kritischen Prüfung der ausgewählten Textzeugen nachgeordnet.
- Apparat Editionswissenschaftlicher Begriff, der das Variantenverzeichnis in einer wissenschaftlichen Textausgabe bezeichnet, das abweichende überlieferte Versionen des edierten Textes sowie sämtliche Editoreingriffe kommentiert. Es werden alle Bestandteile einer wissenschaftlichen Ausgabe außer dem Textteil umfasst. - Einzelstellenapparat: Diese Form des Apparates ist die einfachste Form der Apparatetypen. Er eignet sich besonders für Korrekturen am Text, die nicht in einem engeren Zusammenhang stehen - Einblendungsapparat: Die Korrekturen werden in den fortlaufenden Text „eingeblendet“. - Treppenapparat:Dieser Apparat bietet sich dann an, wenn der Autor Sofortkorrekturen vorgenommen hat. Die Korrekturfolgen sind mit einer aufsteigenden Ziffern- bzw. Buchstabenfolge bezeichnet. Damit wird die Chronologie deutlich. Vorteilhaft ist, dass man die einzelnen Arbeitsstufen nachvollziehen kann.
- Lachmann, Karl 1793-1851 Begründer der modernen Textkritik und - edition. Er orientiert sich für sein Verfahren an der Klassischen Philologie.
- Historisch-kritische Ausgabe Vornehmster und anspruchvollster Editionstyp: macht alle Texte eines Autors zugänglich beschreibt alle für einen Text editorisch relevanten Textträger (Handschriften, Drucke zu Lebzeiten). dokumentiert in einem Apparat alle aus den Textträgern erfassbaren Varianten druckt alle erreichbaren Materialien wie Entwürfe, Schemata oder verworfene Textteile (Paralipomena) ab, die ein Autor im Zuge der Entstehung eines Textes angefertigt hat. gibt alle Dokumente zur Entstehung und Textgeschichte wieder (wie z. Bsp. briefliche Äußerungen oder Tagebucheintragungen eines Autors). liefert Dokumente zur Wirkungsgeschichte eines Textes zu Lebzeiten des Autors (wie z. Bsp. Rezensionen, brieflicher Äußerungen Dritter). kommentiert den edierten Text hinsichtlich seiner Sachbezüge
- Kritisch-kommentierte Ausgabe Beispiel: 38 Bände umfassende "Große kommentierte Frankfurter Ausgabe" der Werke, Briefe und Tagebücher Thomas Manns. Es wurde ein kritisch geprüfter Text vorgelegt, der jeweils die Fassung des Erstdrucks restituiert. Der Kommentarteil informiert über Text- und Wirkungsgeschichte und die von Thomas Mann verwendeten Quellen. Ein Einzelstellenkommentar liefert Sacherläuterungen zum Text. Das Attribut historisch bedeutet, dass alle überlieferten Textträger (Manuskripte, Typoskripte, Drucke) gesichtet und bezüglich ihrer Rolle für die Textgenese bewertet werden. Das Attribut kritisch bezieht sich darauf, dass die Textträger nicht nur abgedruckt, sondern auch kritisch untersucht und bewertet werden.
- Studienausgabe Studienausgaben liefern zumeist einen editorisch zuverlässigen Text. Sie können u. U. direkt von historisch-kritischen Ausgaben abgeleitet sein. Sie beschränken sich meist auf die Textwiedergabe und einen Kommentarteil.
- Leseausgabe Eine Leseausgabe ist eine Textausgabe ohne textkritischen Apparat oder Anmerkungen. Vorwort und/oder Nachwort des Herausgebers können aber enthalten sein. Eine Leseausgabe ist in der Regel nicht zitierfähig und erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch. Sie ist daher häufig preiswert und dient in erster Linie der Lektüre des Textes.
- Kritische Faksimile-Edition Das Faksimile (lat. fac simile „mache es ähnlich“; Plural: Faksimiles) ist eine originalgetreue Kopie oder Reproduktion einer Vorlage, häufig im Falle historisch wertvoller Dokumente. Anspruchsvoller Sondertyp von Edition, der Faksimiles von Handschriften einer möglichst diplomatischen Transkription gegenüberstellt. Innerhalb der Transkription wird die Textgenese, d. h. also die chronologische Abfolge von Varianten, Streichungen oder Ergänzungen durch verschiedene Schrifttypen oder -größen bzw. mehrfarbigen Druck kenntlich gemacht.
- Regestausgaben Sie bieten statt eines getreuen Textabdrucks eine Zusammenfassung der zentralen inhaltlichen Elemente nach exakt festgelegten Regeln. Regestausgaben kommen vor allem bei der Herausgabe von Briefen oder Briefwechseln zum Einsatz, um die in den Briefen mitgeteilten Inhalte zur Verfügung zu stellen.