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Psychologische Methodologie (Fach) / 20.01. (Lektion)

20.01.

Diese Lektion wurde von Laura_Henc erstellt.

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  • Was ist die Definition der Biografieforschung? - Erhebung & Rekonstruktion lebensgeschichtlicher Erzählungen - sie dienen als Schnittstele zwischen der Wirklichkeit des Erzählers & der sozialen Wirklichkeit - Lebensgeschichte ist immer individuell erlebte und rekonstruierte Wirklichkeit, daher keine Abbildung von objektiven Begebenheiten & sollten nicht im Hinblick auf ihren Wirklichkeitsgehalt bewertet werden
  • Welche Methoden eignen sich zur Datenerhebung in der Biografieforschung? - narrativ-biografisches Interview - episodisches Interview - Triangulation von verschiedenen Quellen und Methoden sinnvoll
  • Was ist das "Forschungsprogramm Subjektive Theorien"? - entwickelt von Groeben & Scheele in den 70ern - Annahme: Menschen versuchen im Alltag, genau wie Wissenschaftler, die Welt um sie herum zu beschreiben, zu erklären und zu verändern - Ziel: Erhebung, Rekonstruktion, Geltungsprüfung subjektiver Theorien - Vorgehensweise: Phasen der kommunikativen & explanativen Validierung, nur kommunikative ist qualitativ
  • Was ist die Definition von "Subjektiven Theorien"? fünf Kriterien: - Kognitionen der Selbst- und Weltsicht - die im Dialog-Konsens aktualisierbar & rekonstruierbar sind - komplex mit zumindest impliziter Argumentationsstruktur - Funktionen der Erklärung, Prognose & Technologie müssen erfüllt sein & deren Akzeptierbarkeit ist als objektive Erkenntnis zu prüfen
  • Was passiert in der Phase der kommunikativen Validierung? - Erhebung der subjektiven Theorien und deren Rekonstruierung in 2 Teilschritten - erster Schritt: Erhebung der Theorieinhalte in einem Leitfadeninterview - zweiter Schritt: Rekonstruierung der Theorie-Struktur unter Verwendung eines Stuktur-Lege-Verfahrens im Dialog-Konsens zwischen Teilnehmern & Forschern
  • Was ist ausschlaggebend für die Rekonstruktion der subjektiven Theorie? Zustimmung der Teilnehmenden im Dialog-Konsens
  • Wann ist das Dialog-Konsens-Kriterium erfüllt? - wenn Teilnehmer im Gespräch mit Forscher zustimmt, dass die rekonstruierte Theoriestruktur die Gedanken zu einem Thema angemessen wiedergibt - sollte frei von Zwängen sein
  • Was ist die explanative Validierung? - es wird geprüft, ob eine subjektive Theorie der Realität entspricht (=Geltungsprüfung) - 3 Designs: Korrelationsstudien, Prognosestudien, Modifikationsstudien
  • Was ist ein Interview? - Gespäch, in dem die Rollen asymmetrisch verteilt sind - Forschende stellen Fragen, Teilnehmer antworten - dient der Informationsermittlung
  • Welche Kriterien gibt es zur Unterscheidung von Interviewformen? - Grad der Standardisierung: standardisiertes, halb-, nonstandardisiertes Interview - Anzahl der befragten Personen: Einzel-, Gruppeninterview - Anzahl der Forschenden: Einzel-, Tandem-, Board-Interview - Offen vs geschlossen
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  • Was ist das nonstandardisierte Interview und welche Formen zählen dazu? - großer Spielraum für Forscher und Teilnehmer - keine Vorformulierung von Fragen, nur Festlegung von Themenkomplexen - Tiefen-, narrative, episodische Interview
  • Was ist das Tiefeninterview und wie wird es noch genannt? - Intensivinterview - nonstandardisiertes Interview - Ziel: unbewusste Prozesse & Motive der Befragten aufklären
  • Was ist die Definition des episodischen Interviews? - Ziel: Erhebung von Erzählungen über kürzere Ereignisse - problemzentriertes Interview: Fokus auf subjektive Bedeutungsgebung des Interviewten von schon zuvor analysierten aktuellen Problemen - wird häufig als kürzere Interviewform bei großen Stichproben angewendet
  • Was ist die Definition des narrativen Interviews? - Ziel: Erzählung der gesamten Lebensgeschichte oder einzelner länger anhaltender relevanten Episoden aus dem Leben der befragten Personen zu rekonstruieren - gliedert sich in Phasen: Erzählanstoß, Haupterzählung, Nachfragephase, Bilanzierungsphase - freies Erzählenlassen von Geschichten -> Erschließen von der subjektiven Bedeutungsstruktur - Anwendungsgebiete: Thematiken mit starkem Handlungsbezug, explorative Fragestellungen mit Bezug zu subjektiven Sinnstrukturen
  • Was sind Narrative im Bezug auf Interviews? - natürliche in der Sozialisation eingeübte Diskurs- und/oder Introspektionsverfahren, mit denen sich Menschen untereinander der Geschehnisse ihrer Welt versichern (durch Verarbeitung, Bilanzierung, Evaluierung)
  • Wie erfolgt die Strukturierung eines Interviews und wie ist die Struktur? - Strukturierung erfolgt natürlich - Abstract = einführender Überblick - Orientierung als Schilderung worum es geht - Komplikation - Evaluation als Einschätzung des Geschehens - Auflösung - Schlussbetrachtungen
  • In welchen Phasen läuft ein Interview ab und was geschieht in diesen Phasen? - Eröffnung: erste Kontaktaufnahme, Infos über die Untersuchung geben, gemeinsame Etablierung des Erzählgegenstandes - Hauptteil: Fragen stellen, Erzählung stimulieren, roten Faden/Erzählstruktur aufrechterhalten, Nachfragen in Richtung der intendierten subjektiven Bedeutungsstruktur - Endphase: Ankündigung des Gesprächsendes, Möglichkeit für die befragte Person, weitere Punkte anzusprechen
  • Was ist bei der Formulierung von Interviewfragen zu beachten? - keine Ja/Nein-Fragen - keine Suggestivfragen - nicht zu viele Warum-Fragen - Formulierung an die Ausdrucksweise des Teilnehmers anlehnen - einfache Formulierungen, kurze Sätze - eindeutige Formulierungen, keine Doppelfrage, keine Doppelverneinung - komplexe Sachverhalte in Einzelfragen zerlegen - umfangreiche Themen in Teilgebiete aufgliedern - sich mit eigenen Reflexionen zurückhalten
  • Welche Explorativen Fragetechniken gibt es und was beinhalten sie? - Sondierungsfragen: allgemein gehaltene Kontakt- & Einleitungsfragen in die Thematik -> rausfinden welche subjektive Bedeutung Themen für den Teilnehmer haben - Leitfadenfragen - Überleitungsfragen - Übergangsfragen - Kontrollfragen - Ad-hoc-Fragen
  • Was ist das Leitfadeninterview? - halbstandardisiertes Interview = Reihenfolge der Fragen wird dem Gesprächsverlauf angepasst & Fragen werden in Anlehnung an die Begrifflichkeit der Teilnehmer formuliert - Leitfaden ist nur Anhaltspunkt
  • Wie läuft das Leitfadeninterview ab? - Erstellung des Leitfadens - Erprobung des Leitfadens/Schulung der Forschenden - Durchführung des Interviews - Verschriftlichung
  • Was setzt das Leitfadeninterview voraus? Vorkenntnisse über den Forschungsgegenstand
  • Was haben Wissenschaftler und Menschen im Alltag gemeinsam? - sie stellen Fragen - diese Fragen befassen sich mit dem gleichen Gegenstand
  • Was ist der Unterschied beim Fragen stellen zwischen Wissenschaftlern und Alltagsmenschen? auf welche Art die Fragen beantwortet werden
  • Welche drei alltagspsychologischen Wege zur Erkenntnis gibt es? - Überzeugungsstrategie: sich sehr überzeugt von einer Antwort zeigen - Berufung auf Autoritäten, die sich einmal mit dem Thema befasst haben - Aneinanderreihung von Beispielen