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Psychologie (Fach) / 70 + 80 (Lektion)
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- Motivation als Prozess „kann als Prozess aufgefasst werden, in dessen Verlauf zwischen Handlungsalterna#ven ausgewählt wird. Das Handeln wird dabei auf ausgewählte Ziele ausgerichtet und auf dem Weg zum Ziel in Gang gehalten, d.h. mit psychischer Energie versorgt“
- Motivation als Ergebnis dieses Prozesses im Sinne von Mo#viertheit ist „die Bereitscha6 einer Person, sich intensiv und anhaltend mit einem Gegenstand auseinander zu setzen“.
- Mo#va#on und Voli#on wird beeinflusst von: themenspezifischen disposi2onellen Faktoren (z.B. Interesse an einem Gegenstand, themenbezogenes Selbstkonzept) • themenunspezifischen disposi2onellen Faktoren (z.B. individuelles Mo#vsystem, generelles Selbstkonzept, Erfolgszuversichtlichkeit, bevorzugter A_ribu#onss#l) • situa2onalen Faktoren (z.B. Bedürfnisse, die Interessantheit einer Situa#on, extrinsische Anreize (Verstärkung), Anforderungen, soziales Gefüge)
- Interesse allgemein, zwei Begriffe Interesse ist eine besondere Beziehung einer Person zu einem Gegenstand (Objekt, Thema, Tä#gkeit) Zwei Begriffe (auch: ForschungstradiAonen) SituaAonales Interesse (Interessantheit einer SituaAon) Interesse als individuelle DisposiAon (situaAonsübergreif. themat. Interesse)
- Korrelation Interesse und Lernleistung Korrela#on zwischen Interesse und Lernleistung: r = .30 ( Es ergibt sich eine mi_lere Korrela#on. Interpreta#on: Interesse scheint einen Einfluss zu haben, ist aber nicht der einzige Einflussfaktor.
- Big-Fish-Little-Pond-Effekt • Auf sozialen Vergleichen basierender Bezugsgruppeneffekt (Marsh, 1987) • Lernende mit gleichem Ausgangsniveau entwickeln ein unterschiedliches Fähigkeits-‐ selbstkonzept, je nachdem, in welcher Bezugsgruppe sie beschult werden. • Wer mit mi_lerem Leistungsniveau auf die Hauptschule kommt wird wegen des Vergleichs mit der neuen (durchschni_lich weniger leistungsfähigen) Bezugsgruppe tendenziell ein posi#veres Selbstkonzept entwickeln als jemand der mit gleichem Niveau auf das Gymnasium kommt (durchschni_lich leistungsfähigere Bezugsgruppe; vgl. Jerusalem & Schwarzer, 1992)
- Basking-‐in-‐reflected-‐glory-‐Effekt: • Das eigene Selbstkonzept wird höher eingestuo, wenn man sich des anspruchsvolleren Kontexts bewusst ist. („Ich bin Gymnasiast. Ich bin gut.“) • Die niedrigere Einschätzung: Ich bin nur ein Hauptschüler. PB9: Mo#va#on und Voli#on – Beide Phänomene (Big-‐fish-‐...; Basking-‐in-‐...) können sich überlagern/kompensieren. Die resul#erende Ausprägung des Fähigkeitsselbstkonzepts ist von der individuellen Verarbeitung abhängig.
- Auswirkungen von Emotionen auf Lerneleistung 1) PosiAve EmoAonen (Freude . . .) à posi#ve Wirkung auf intrinsische Handlungsmo#va#on 2) AkAvierende negaAve EmoAonen (Angst, Ärger . . .) à eher schädlich, vermindert aufgabenbezogene Aufmerksamkeit und reduziert intrinsische Mo#va#on 3) DesakAvierende negaAve EmoAon (Traurigkeit . . .) à beeinträch#gen tiefere Informa#onsverarbeitung und reduzieren aufgabenbezogene Mo#va#on (Pekrun &
- Strategien der Handlungskontrolle (Kuhl, 1996): 1) Aufmerksamkeitskontrolle (Störungen ausblenden) 2) Enkodierungskontrolle (Fokussieren auf Zielrelevantes) 3) Mo#va#onskontrolle (Steigerung Mo#vstärke) 4) Emo#onskontrolle (Beeinflussung eigener Gefühlslage) 5) Misserfolgs-‐ und Ak#vierungskontrolle (Misserfolgen „nicht nachhängen“, unerreichbare Ziele „vergessen“) 6) Ini#ierungskontrolle (nicht zu lange Handlungsalterna#ven abwägen)
- Voli#on als Handlungskontrolle Handlungsorien2erte: Vollständig ausgebildete Absichten Klarheit über: 1) den angestrebten zukünoigen Zustand 2) den zu verändernden gegenwär#gen Zustand 3) die zu überwindende Diskrepanz zwischen Ist-‐Soll-‐Zustand 4) die beabsich#gte Handlung, mit der die Diskrepanz reduziert werden soll
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- Lageorien2erte: degenerierte Absichten Z. B. nach einem Misserfolg: 1) kreisen ihre Gedanken nur um den gegenwär#gen Zustand 2) „wie schön wäre doch ein Erfolg gewesen“ 3) denken nicht über die Diskrepanz zwischen Ist-‐Soll-‐Zustand nach 4) denken nicht über mögliche diskrepanzreduzierende Handlungen nach PB9: Mo#va#on und Voli#on –
- Soziale Kognition • Soziale Kognition: Informationsverarbeitung, im Rahmen derer “soziale Informationen ausgewählt, interpretiert und erinnert werden” • Konstruktion der sozialen Realität • Soziale Wahrnehmung: “Prozess, durch den Menschen das Verhalten anderer verstehen und kategorisieren” • Die Zuschreibung von Ursachen (Kausalattribution) zu Verhalten spielt dabei eine große Rolle. Welche Ursachen einem Verhalten tatsächlich zu Grunde gelegen haben, ist eine andere Frage.
- 1. Fundamentaler Attributionsfehler : Überbewertung dispositionaler Faktoren
- 2. Self-serving bias: Verzerrung zugunsten der eigenen Person, selbstwertdienlichen Attribution
- 3. Erwartungen und Self-fulfilling prophecies (auch Pygmalion- oder Rosenthal-Effekt), Erwartungsbestätigendes Verhalten: Erwartungen/Vorhersagen provozieren das erwartete Verhalten.
- Zentrale Gütekriterien für einen Test (Zentrale Gütekriterien für eine Messung sind die ersten drei.) Objektivität: Unabhängigkeit vom Anwender des Tests bei Durchführung, Auswertung, Interpretation • Reliabilität: Zuverlässigkeit, Genauigkeit. Wie gut der Test das misst, was er (tatsächlich) misst. • Validität: Gültigkeit. Wie gut der Test das misst, was er messen soll. Validität: Gültigkeit.Wie gut der Test das misst, was er messen soll. • Normierung: Daten von größeren Gruppen, mit denen ein aktuelles Testergebnis verglichen werden kann. Eichung / Normierung (Durchführung an einer großen und repräsentativen Stichprobe) liefert einen Maßstab, mit dem später die einzelnen Testwerte (Rohwerte, z.B. Gesamtpunktzahl) verglichen werden können. • Testwerte werden anhand der Normierungsdaten in sog. “Normwerte” umgewandelt (meist über Tabellen), die für den geübten Testanwender recht anschaulich sind: IQ (M=100; SD=15), T (M=50; SD=10), Prozentränge Testwerte lassen durch den Vergleich mit den Testwerten einer Bezugsgruppe (Normierungsstichprobe) eine Bewertung der Leistung zu.
- 3 Berzugsnormen 1) Soziale Bezugsnorm: Leistung wird mit anderen Kindern einer Lerngruppe (Klasse) verglichen. Nachteile: Leistungsstärke der Bezugsgruppe wirkt sich auf die Bewertung der individuellen Leistung aus. Lernzuwächse werden vernachlässigt. 2) Individuelle Bezugsnorm: Leistung wird mit den bisher vom jeweiligen Schüler gezeigten Leistungen verglichen. Motivierende Wirkung. Gefahr, Leistungsunterschiede zwischen den Schülern zu vernachlässigen. 3) Sachliche (kriteriale, absolute) Bezugsnorm: Leistung wird mit einem inhaltlich verankerten Leistungsstandard verglichen (z.B. aktuell: Bildungsstandards). Mindestkompetenzen (auch für bestimmte Bewertungen) werden eingefordert.
- Beobachtungsfehler gibt es und es gibt Bewertungsfehler, nämlich: – Mildeeffekt, Großzügigkeitsfehler– Tendenz zur Mitte– Tendenz zu extremen Urteilen– Halo- oder Hofeffekt (Abhängigkeit von einem eigentlichfür die Bewertung irrelevantem Merkmal)– Pygmalion-Effekt (Rosenthal-, Erwartungseffekt)