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Grundschulpädgogik (Fach) / Leistung 1 (Lektion)

Leistung

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  • Wann entstand der Leistungsbegriff? Im 18. und 19. Jahrhundert Zeit der Industrialisierung.
  • Was wurde mit Leistung als Verteilungsprinzip abgelöst? (Mittelalter) Die Verteilungschancen von sozialer Herkunft und Privilegien der Geburt
  • Die moderne Industriegesellschaft ist stark Leistungsorientiert, benutzt aber neben dem Leistungsprinzip auch weitere Verteilungsprinzipien. Nenne 6: Vorrechte der Geburt Loyalitätsprinzip Anciennitätsprinzip Beliebtheits- und Bekanntheitsprinzip Ideologieprinzip Sozialprinzip
  • Erkläre Verteilungsprinzip: Vorrechte der Geburt Hat andere Form angenommen, hörte nie auf zu bestehen Gruppe um Jencks (1973): Wies nach, dass in westlichen Industriegesellschaft, etwa Hälfte aller schichtspezifischen Vorteile und Handikaps von Eltern auf Kinder übergehen PISA-Konsortium: Festgestellt: Große Ungleichheit der Bildungschancen in Deutschland
  • Erkläre Verteilungsprinzip Anciennitätsprinzip Gratifikationen, Chancen und Positionen, werden z.T. auch nach dem Lebens- und Dienstalter bzw. nach Zeitdauer der Zugehörigkeit zu einer Organisation vergeben.
  • Erkläre Verteilungsprinzip Loyalitäsprinzip Positionen werden vergeben nach Treue, Unterordnung oder Identifikation mit Betriebszweck & Firmenleitung.
  • Erkläre Verteilungsprinzip Ideologieprinzip Nationalität, Stammeszugehörigkeit, Weltanschauung, Mitgliedschaft in einer Partei, Konfession, landmannschaftliche Zugehörigkeit sind ausschlaggebend
  • Erkläre Verteilungsprinzip Bekanntheits -und Beliebtheitsprinzip Hilfreich Entscheidungsträger persönlich zu kennen, sich bei ihnen sozial angenehm zu machen.
  • Erkläre Verteilungsprinzip Sozialprinzip Soziales Netz sichert Existenzminimum, bei denen die verschuldet oder unverschuldet keine Leistung bringen.
  • Wann ist Leistungserziehung ideologisch verkürzt? Wenn sie die anderen Verteilungsprinzipien unterschlägt.
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  • Warum ist die Anwendung des Leistungsprinzips in der modernen Arbeitswelt schwieriger geworden? 3 Punkte Komplexität von Arbeitsleistung hat rapide zugenommen. Oft umöglich indiviudellen Beitrag aus vielschichtiger, verzweigter Arbeitsorganisation mit zahlreichen dinglichen und personellen Komponenten herauszulösen. Kein tragfähiger Konsens was gute Leistung ausmacht (Eigeninitiative, kritisches Mitdenken, fehlerfreies und gewissenhaftes Arbeiten, umgehendes und präzises Befolgen von Anweisungen usw. werden sehr unterschiedlich bewertet und honoriert) Mulitnationale Konzerne agieren auf globalen Märkten oft nach Strategien die einseitig auf Profitmaximierung und Aktienkurse ausgerichtet sind und die Leistung ganzer Belegschaften oft ignorieren.
  • Warum war der deutsche Bildungsrat 1970 gegen eine Übertragung des Leistungsprinzips auf die Schule? (3 Punkte) Junge Menschen können die Folgen von minderen Leistungen vielfach noch nicht absehen und verantworten In Regel sind Leistungsdefizite nicht von ihnen alleine verschuldet Würde die Erziehung in der  Schule erheblich beeinträchtigen
  • Erziehung geht nie in der Anpassung an bestehende gesellschaftliche Verhältnisse auf: Warum? Nicht einfach junge Menschen durch vorauseilende Übernahme des Leistungsprinzips an Leistungegesellschaft anpassen, sondern auch... ... zur Ich-Starken Persönlichkeit mit Selbstvertrauen und Lebensmut erziehen, um Leistungsdruck standzuhalten
  • Das Leistungsprinzip ist schon tief in die Schule eingedrungen. Sie wurde von einem Ort zur 'Ermöglichung von Lernen' zu einem Ort 'der Bewertung von Leistung'. Nenne 3 Punkte die das verdeutlichen: Erlangen guter Bewertungen ist vielfach wichtiger als Lernen selbst Lernen wird mit Leistung gleichgesetzt Ist als konkurrierende Leistung definiert => Betonung auf leicht prüfbaren Produkten und schlichten kognitiven Kompetenzen
  • Das Leistungsprinzip in der Schule: Wohin tritt die Ermöglichung von Lernen zurück? Was soll angeglichen werden? Was passiert mit Schülern die diesem Kampf unterliegen? Hinter der Intention, jungen Menschen durch die Bewertung ihrer Leistung, ihren Platz im Leben & in der Gesellschaft zuzuweisen und ihre Selbstanschätzung dieser Zuweisung anzugleichen. Schüler die diesem Kampf unterliegen: Ausprägung eines negativen Selbstbildes durch: unnötig häufiges Prüfen Ständige Konfrontation mit eigenen Misserfolgen
  • Leistungsprinzip ist schon tief in die Schule eingedrungen: Welche Rolle spielen dabei Ziffernnoten. Nenne zusätzlich 3 Punkte. Sie erleichtern und vereindeutigen den sozialen Vergleich in Klasse und Altersgruppe. Oft nur behauptete Objektivierung & Verwissenschaftlichung der Bewertung Scheinexaktheit, machen Prozeduren unangreifbar Erschweren es Misserfolge anders als durch eigene Unfähigkeit zu erklären
  • Was bezeichnet man als 'cooling out'? Schüler erklären sich Misserfolge durch eigene Unfähigkeit => Ausprägung eines negativen Selbstbildes.  Man kann immer so viele Versager produzieren, die sich das versagen auch selbst zuschreiben, wie es wirtschaftlich und gesellschaftlich erforderlich ist. Funktioniert unabhängig davon, ob Leistung angemessen erhoben & richtig beurteilt wurde.