12

Bildungswissenschaften (Fach) / Leistungserhebung / -messung im (Grundschul-)Unterricht (Lektion)

WWU Münster Dozent: Streffer Seminar: Kompetenzorientierung und individuelle Förderung

Diese Lektion wurde von DroelferJoneAss erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Definition von Leistungsmessung (Köck) „Der Begriff Leistungsmessung fasst sämtliche Maßnahmen zusammen, die geeignet erscheinen, über Prozess und Ergebnis einer Lernleistung Erkenntnis zu gewinnen.“ 
  • Ziele und Funktionen von Leistungsmessung (7 Punkte) S-S-L-P-I-D-L Selektion und Stigmatisierung z.B. in unterschiedliche Schulformen (Selektion nach Schulen, NC an Unis oder Arbeitgebern) Sozialisation in Form von Eingliederung in leistungsorientierte Gesellschaft Legitimation und Kontrolle für bildungspolitische, administrative und unterrichtliche Entscheidungen und Nachweis von Bildungsqualität Prognose für zukünftige Leistungen der SuS Information und Rückmeldung über erreichten Lernstand für z.B. SuS, Eltern, Arbeitgeber Disziplinierung der SuS durch realistischere Leistungseinschätzung Lehr- und Leistungserziehung der SuS Umgang mit ihrer eigenen Arbeitshaltung 
  • Leistungsmessung und Gütekriterien Objektivität - gebundene Aufgaben, z. B. Multiple-Choice, sind vollständig objektiv auswertbar- bei Aufgaben mit frei zu formulierenden Antworten sollte möglichst detaillierte Musterlösung / Erwartungshorizont festgelegt werden  Validität (=Gültigkeit) - ein valider Schulleistungstest misst das, was laut Lehrplan zu lernen war der Lehrer muss wahrend der Vorbereitung mit Blick auf die abschließende Überprüfung verschiedene Aspekte berücksichtigen:o   Lernzielbereiche: kognitiv, affektiv, psycho-motorisch usw.o   Operationalisierbarkeit der Lernziele: Was konkret sollen die SuS später können? Reliabilität (=Zuverlässigkeit) - Je mehr voneinander unabhängige Einzelaufgaben gestellt werden, umso zuverlässiger ist das Testergebnis- Reliabilität ist z. B. dann nicht bzw. kaum gewährleistet, wenn Aufgaben (z.B. in der Mathematik) aufeinander aufbauen, d.h. das Lösen einer Aufgabe setzt richtige Zwischenergebnisse voraus 
  • Zwei Verfahren von Leistungsmessung Objektives (Formelles) Verfahren: Standardisierte Schulleistungstest, welche auf Objektivität, Reliabilität und Validität kontrolliert wurden und in der Regel von Testexperten entwickelt werden. Beispiele für (inter-) nationale Vergleichstests sind TIMSS, PISA, IGLU.  Subjektive Verfahren: Schulleistungstest, die von Lehrkräften konzipiert werden. Beispiele hier für sind: mündliche Prüfungen, schriftliche Tests (Klassenarbeiten), Kontrolle von Hausaufgaben etc.
  • Optimierungsvorschläge for subjektive Leistungsmessung -Objektivität verbessern (3 Punkte) Objektivität verbessern durch: präzise Absprache mit Kolleginnen und Kollegen bzgl. Durchführung, Auswertung und Interpretation  Trennung von Auswertung und Interpretation Reflexion der eigenen Bewertungspraxis
  • Optimierungsvorschläge zur subjektiven Leistungsmessung - Reliabilität verbessern (2 Punkte) Reliabilität verbessern druch: Verwendung von mehr Aufgaben Feststellung von Messfehlern vor der Durchführung der Leistungsmessung
  • Optimierungsvorschläge zur subjektiven Leistungsmessung - Validität verbessern (4 Punkte) Validität verbesserun durch: einfache sprachliche Formulierung der Aufgabenstellungen in nicht-sprachlichen Fächern  Verwendung von Aufgaben, die nicht nur Gedächtnisleistungen abfragen  Entfallen von Zeitvorgaben (Zeitdruck verhindern)  Beurteilung der Leistung der SuS nicht anhand des Leistungsstands der Klasse 
  • Bezugsnormen der Leistungsbeurteilung (3 Punkte) Soziale Norm:  Die Leistung des Einzelnen wird in Verhältnis zur Gruppenleistung gesetzt.  Kriteriale Norm: Die Beurteilung orientiert sich an fachlich-sachliche Anforderungen.  Individuelle Norm: Leistungen werden als gut beurteilt, wenn der Lernende einen Fortschritt in seiner Schulleistung oder eine permanent sehr hohe Leistung zeigt. 
  • Notengebung - 3 Entscheidungsebenen Verfahren zur Feststellung des Lernerfolgs (informelle vs. standardisierte Aufgaben, offene vs. Strukturierte Beobachtung) Wahl der Bezugsnorm zur Bewertung des Lernerfolgs (soziale, kriterial, individuell) Wahl der Darstellungsform in der Rückmeldung (Beschreibung vs. Bewertung, freie Formulierung vs. Ziffern)
  • Notengebung - Gütekriterien erfüllt? (Arbeitsgruppe Primarstufe 2006) (6 Punkte) Nicht valide: immer Fachfremde Merkmale enthalten (u.a. Schrift, Rechtschreibung) Nicht objektiv: dieselbe Leistung wird von Lehrpersonen unterschiedlich bewertet (auf Grund unterschiedlicher Schwerpunktsetzung o.Ä.) Nicht verlässlich: dieselbe Leistung wird von dem selben Lehrer zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich bewertet. Nicht vergleichbar: dieselbe Leistung wird in verschiedenen Klassen unterschiedlich bewertet, je nach Niveau der Klasse. Nicht informativ: Differenzierte Leistungsprofile schrumpfen auf eine pauschale Ziffer Nicht dauerhaft motivierend: Die Leistungen in Klassen, die auf Noten verzichten, sind nicht schlechter als dort, wo benotet wird. 
  • Anzeige
  • Notengebung - Schwächen und Stärken von Verbalbeurteilungen (5 Schwächen & 6 Stärken) Schwächen: o   Vielseitigen Deutungsmöglichkeiteno   Sehr Zeitaufwändigo   Setzt gründliche Schülerbeobachtung vorauso   Fehlende Objektivitäto   Eingeschränkte Vergleichbarkeit Stärken: o   Differenziertes Leistungsprofil statt bloßer Ziffer (Kompetenzen werden inhaltlich beschrieben)o   Systematische Betrachtung statt einseitiger Peronalisierung von Schwierigkeiten (äußere Bedingungen werden berücksichtigt)o   Persönlicher Lernzuwachs statt Vergleich zur Lerngruppeo   Nächste Schritte statt Lernstando   Entwicklung wird aufgezeigto   Wortzeugnisse helfen den lernschwächeren Schüler, "das Gesicht zu wahren, Mut zu behalten und sich trotz seiner Lernschwierigkeiten weiter zu bemühen." (Einsiedler/Schöll)
  • Begründete Themenauswahl (10 Punkte) · Schwerpunkte spiele große Rolle für mich · Kooperatives Lernen bietet Möglichkeit des selbstständigen und eigenverantwortlichen Lernens · Arbeitsprozess und Lösungsweg stehen im Vordergrund · Leistungsmessung anspruchsvoll · Jeder Moment muss beobachtet und analysiert werden · Folgen von Leistungsbewertung beachten · Leistungsbewertung im KL --> hohe Kompetenz der LP · Fair und transparent muss sie sein · KL bietet viel Raum für Differenzierung und somit für individuelles Lernen · Leistungsmessung bietet Möglichkeit der individuelle Bewertung und somit zum Schluss von möglicher Förderung