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Einführung (Fach) / VL 12 Entwicklungspsychologie (Lektion)
- Warum sind Menschen/wir so, wie wir sind? universelle Merkmale • Aussagen/Mechanismen über die Entwicklung aller (gesunden) Menschen (z.B. motorische Entwicklung, Sprache…) interindividuelle Unterschiede (Individuen unterscheiden sich) Wie entwickeln sich diese Unterschiede? z.B. • gibt es Temperamentsunterschiede von Geburt an? • Welchen Einfluss hat die Familie auf die Entwicklung? • Wie stabil sind interindividuelle Unterschiede?
- Warum Entwicklungspsychologie? Wissenschaftlich fundierte Grundlagen für : - Vorhersage/Prognose zukünftiger Entwicklung – Stabilität und Veränderung (Bspw. Schuleignungsdiagnostik; jugendliche Gewalttäter ...) --> Diagnostik - Bestimmung „normaler“ und „atypischer“ Entwicklung (was ist „noch normal“, wann ist Verhalten problematisch?) à wichtig für Klinische Psychologie - Prävention und Intervention Wissen um Entwicklungs- und Veränderungsbedingungen Planung (Wo? Wann? Wie?) Evaluation von Interventionsmaßnahmen - Wissenschaftlich fundierte Antworten auf sozial-politische und pädagogische Fragen; Begründung von Erziehungszielen, z.B. • aktuelle Diskussion über Betreuung 0-3-Jähriger • Altersadäquate Lehr- und Lernmethoden (Schule, Fortbildung) • Präventive Programme bzgl. Delinquenz
- Was ist Entwicklung? Traditionelle Konzeption der „allgemeinen Entwicklungspsychologie“ - Veränderungsreihe mit mehreren Schritten, gehen auseinander hervor - Zielgerichtetheit: Richtung auf höherwertigen Endzustand (unidirektional) - Irreversibilität: Abfolge der Schritte unumkehrbar - Qualitative Transformationen: strukturelle Veränderungen - Universalität: kennzeichnend für Homo sapiens, nicht kulturgebunden
- Die strukturgenetische Theorie der Denkentwicklung nach Jean Piaget: 0-2 Jahre: Sensumotorisches 2-6/7 Jahre: Präoperationales 7-12 Jahre: Konkretoperatorisches ab 12 Jahren: Formaloperatorisches
- Präoperationale Phase Egozentrismus Piagets drei Berge Versuch. Die Kinder sollten das Bild auswählen, das der Perspektive der Puppe auf dem gegenüberliegenden Stuhl entspricht. Die meisten Kinder unter 6 Jahren wählen das Bild, das die Szene so zeigt, wie sie ihnen selbst erscheint
- Moderne Konzeption der Entwicklungspsychologie Lebenslange Entwicklung: Entwicklung endet nicht im frühen Erwachsenenalter. • Bsp. Übergang in Rente/Pension: Entwicklungsprozess Multidirektionalität: Entwicklung enthält über die gesamte Lebensspanne gleichzeitig Gewinn (Wachstum) und Verlust (Abbau). • Bsp. Sprachentwicklung: Expertisegewinn in Muttersprache à Verlust der Differenzierungsfähigkeit anderer Laute Plastizität in jedem Lebensalter (Kompensation von Verlusten) Kontextualität: Historischer Wandel und ontogenetische Entwicklung; Sozio-kulturelle Kontexte der menschlichen Entwicklung
- Definition Entwicklungspsychologie: Entwicklungspsychologie beschäftigt sich mit intraindividuellen Veränderungen des Verhaltens und Erlebens über die menschliche Lebensspanne (von der Geburt bis zum Tod) sowie mit interindividuellen Unterschieden der intraindividuellen Veränderungen Wilkening et al. (2009) Entwicklung bezieht sich auf relativ überdauernde intraindividuelle Veränderungen des Erlebens und Verhaltens über die Zeit hinweg. Trautner (1992)
- Entwicklungspsychologie erforscht die Entwicklungen von welchen 3 Richtungen der Psychologie? Kognitive Psychologie • Aufmerksamkeit • Wahrnehmung • Gedächtnis • Sprachverarbeitung • Kognitive Kontrolle Sozialpsychologie • Gruppenprozesse • Soziale Vergleiche • Vorurteile • Prosoziales Verhalten • Aggressivität • Moral • Soziale Beziehungen Persönlichkeitspsychologie • Temperament • Persönlichkeitseigenschaften • Intelligenz • Kreativität
- Bindungstheorie Bindung: Eine enge und überdauernde emotionale Beziehung von Kindern zu ihren Eltern (und anderen Bezugspersonen) TYP B: Feinfühlige Bezugsperson, zuverlässige Beantwortung der kindl. Signale A: Keine Zuverlässigkeit der Bezugsperson, keine Sicherheit C: Wechselnde Erfahrungen mit Bezugspersonen D: Sehr ungünstige Interaktionserfahrungen (Missbrauch o.ä.)
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