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Gesundheitsökonomie (Fach) / Versorgungssystem in Deutschland (Lektion)
Studentische Klausurfragen für das WiSe 15/16 für das Modul Vertiefung 1 des Masters Public Health der Universität Bremen
Diese Lektion wurde von LoriLipstick erstellt.
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- Was versteht man unter „angebotsinduzierter Nachfrage“ im Gesundheitswesen? A. Patienten können die Nachfrage nach Gesundheitspräparaten nicht beeinflussen B. Ärzte können die Leistungen, die durch Patienten in Anspruch genommen werden, durch angebotene Leistungen beeinflussen C. Patienten können das Angebot an Ärzten beeinflussen D. Ärzte können immer alleine das Angebot für ihre Patienten bestimmen Richtig ist Antwort B
- Welche dieser Aussagen zu Prämien und Beiträgen sind korrekt? A. Beide Finanzierungsarten haben einen grundsätzlichen Anspruch auf Gegenleistung B. Bei beiden Finanzierungsarten sind die Mittel zweckgebunden C. Beide Finanzierungsarten haben die Zielsetzung einer Umverteilung D. Bei beiden Finanzierungsarten wird eine Vorabzahlung (pre-payment) geleistet Richtig sind Antworten A, B & D
- Welche Finanzierungsformen kann es in Gesundheitssystemen geben? A. Steuern B. Beiträge C. Solidaritätszuschläge D. Prämien E. Out of Pocket Zahlungen Richtig sind Antwort A, B, D & E
- Was kennzeichnet ein Sozialversicherungssystem? A. Vorwiegend steuerfinanzierte Krankenversicherung B. Vorwiegend Private Krankenversicherungen C. Vorwiegend beitragsfinanziertes Versicherungssystem D. Vorwiegend Out of Pocket Zahlungen Richtig ist Antwort C
- Was kennzeichnet die aktuelle PKV in Deutschland? A. Risikoäquivalente Prämien B. Finanzierung durch Sozialabgaben C. Wahlfreiheit D. Hohe Belastung der öffentlichen Haushalte Richtig sind Antwort A & C
- Erklären Sie den Begriff Out of Pocket Zahlungen Übersetzt: Aus der eigenen Tasche. Out of Pocket Finanzierung nennt man jegliche Form der Selbstfinanzierung von Gesundheitsleistungen durch den Patienten (egal ob vollkommen oder teilweise selbst finanziert).(Zusatz, der nicht in die Bewertung eingeht: Diese Form der Finanzierung ist dadurch charakterisiert, dass das Krankheitsrisiko zum Teil oder ganz auf das Individuum übergeht)
- Nennen Sie je eine Stärke und eine Schwäche des NHS (Nationaler Gesundheitsdienst)! Stärken:- Hohes Potential zur Kostenkontrolle (Budgetprinzip) → Ausgaben für den Staat ex-ante planbar- keine Anreize für angebotsinduzierte Nachfrage (bei angestellten Ärzten)- umfassender Versicherungsschutz- gleicher Zugang „free at the point of delivery“ Schwächen:- Allokative und technische Ineffizienz (fehlende Innovationsanreize)- Rationierung (eingeschränkter Leistungskatalog, Wartelisten)- Investitionsstau (bei starker Ausgabenkontrolle)- Geringe Responsibilität (bei Monopolgesundheitsanbietern)
- Welche dieser Begriffe bezeichnen eine Kategorie von Akteuren im Gesundheitswesen? a) Regulierer b) Modifizierer c) Leistungsberechtigte d) Qualifizierer Richtig sind Antwort A & C
- Durch was kann es zu einer Änderung eines Gesundheitssystems kommen? a) Demographischer Wandel b) Eine Ausweitung des Binnenmarkts c) Globalisierung Richtig sind Antwort A & C
- Bei Änderungen welcher Faktoren spricht man von einem Wandel des Gesundheitssystems? a) Parameter b) Ziele c) Instrumente d) Staat Richtig sind Antwort A, B & C
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- Ein Wandel des Gesundheitssystems kennzeichnet sich durch … a) Änderung der Regulierung b) Änderung der Finanzierung c) Änderung von zugrundeliegenden Alltagstheorien d) Änderung des Problemdrucks hin zu einem Lösungsdruck Richtig sind Antwort A & B
- Welche Besonderheiten hat das aktuelle deutsche Gesundheitssystem? a) Das duale System von privater (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) b) Das Krankenkassenwahlrecht c) Die gemeinsame Selbstverwaltung d) Beveridge-System Richtig sind Antwort A, B & C
- Was ist das Beveridge-System? Staatliche, aus Steuern finanzierte Versorgungsnetze von Arztpraxen und Krankenhäusern, zu denen alle Einwohner Zugang haben. Geht auf Lord Beveridge zurück. In Skandinavien, Kanada, Italien und Spanien zu finden.
- Es gibt verschiedene Akteure im Gesundheitswesen, wie Leistungserbringer, Kostenträger und Leistungsberechtigte. Beantworten Sie, ob folgende Sätze richtig oder falsch sind. a) Ein Patient, der seine Medikamente selber zahlt, ist ein Kostenträger b) Ein Krankenhaus, welches keine medizinische Behandlung erbringt, zählt trotzdem zu den Leistungserbringern c) Die Sozialversicherung definiert die Leistungsberechtigten Richtig ist Antwort A
- Gibt es einen Unterschied zwischen Krankenkassenmitglied und Krankenkassenversicherten? Wenn ja, welchen? Ja. Mitglieder sind Beitragszahler. Über die beitragsfreie Familienversicherung sind Kinder und nicht erwerbstätige Ehepartner kostenlos mitversichert. Das zahlende Mitglied wäre in diesem Fall die erwerbstätige Person.
- Was gehört zu den Deep Roots in der GKV in Deutschland? a) Entwicklung von systematisch ausgebildeten Heilern in Indianerstämmen b) Verwurzelung grundlegender Überzeugungen in der christlichen Religion, die den Gläubigen soziale Solidarität mit Kranken und Bedürftigen als Gebot auferlegt c) Zünfte und Gesellenbruderschaften und deren genossenschaftliche Selbsthilfe d) Zusammenschlüsse von Spindelbrüdern zur Versorgung der Spindelgemeinschaft Richtig sind Antwort B & C
- Was kennzeichnet die Doppelstrategie Bismarcks im Zusammenhang mit der Entstehung der GKV? a) Sozialistengesetz Verbot der SPD b) Nationalistengesetz Verbot der NSDAP c) Gründung des Sozialstaats d) Gründung des Nationalstaats RIchtig sind Antwort A & C
- Welche Sozialversicherungszweige gehören zu den von Bismarck gegründeten? a) Krankenversicherung der Arbeiter b) Unfallversicherung c) Invaliditäts- und Alterssicherung d) Pflegeversicherung Richtig sind Antwort A, B & C
- Welche der folgenden Phasen gehören zu den Entwicklungsphasen der GKV? a) Expansionsphase b) Pränatale Phase c) Kostendämpfungsphase d) Verdienstkategorisierungsphase Richtig sind Antwort A & C
- Welche Aussagen treffen auf die Anfangsphase des Kassenwettbewerbs zu? a) Beitragssatz wurde zum Hauptwettbewerbsparameter b) Krankenkassen hatten alle gleiche Startbedingungen c) Es gab Anreize zur Diskriminierung und Selektion d) Wettbewerb fand nur über die Versorgungsqualität statt Richtig sind Antwort A & C
- Welche der folgenden Aussagen treffen zu? a) Rund 20% der Bevölkerung sind pflegebedürftig im Sinne des SGB XI b) Das Risiko, pflegebedürftig zu sein, steigt mit dem Alter c) Die Lebenszeitprävalenz von Pflegebedürftigkeit hat in den letzten Jahren abgenommen d) Vor Einführung des Pflege-Versicherungsgesetztes (SGB XI) mussten Pflegeleistungen zu einem Großteil privat finanziert werden Richtig sind Antwort B & D
- Wann wurde das Pflege-Versicherungsgesetzt (SGB XI) verabschiedet? a) 1974 b) 1894 c) 1994 d) 2004 Richtig ist Antwort C
- Was gehört zum Leistungskatalog der Pflegeversicherung? a) Pflegesachleistung durch zugelassene Pflegedienste b) Pflegegeld für selbst beschaffene Hilfe c) Vollstationäre Dauerpflege d) Taschengeld für die Enkelkinder der zu pflegenden Person Richtig sind Antwort A, B & C
- Welche der folgenden Aussagen treffen zu? a) Die Soziale Pflegeversicherung finanziert sich aus Beiträgen und Zinseinnahmen aus den Rücklagen b) Der Pflegebedürftige hat eine freie Wahl zwischen den verschiedenen Anbietern von Pflegeleistungen c) Die Pflegesätze sind einheitlich über alle Anbieter innerhalb der Bundesländer d) Ein Arbeitsloser hat keinen Anspruch auf Pflegeleistungen, wenn er die Kosten nicht selber decken kann Richtig sind Antwort A, B & C
- Wer ist für die Erfassung der Pflegebedürftigkeit zuständig? a) DRK b) MDK c) IQWiG d) G-BA Richtig ist Antwort B
- Welche Aussagen zur privaten Krankenversicherung treffen zu? a) In Deutschland kann eine private Krankenversicherung sowohl als Vollversicherung als auch als Zusatzversicherung abgeschlossen werden b) Der Vertrag zwischen dem Versicherten und einer privaten Krankenversicherung ist nicht bindend. Die bezahlten Leistungen können sich jederzeit ändern c) Komplementäre Formen einer privaten Krankenversicherung bieten eine Absicherung von Zuzahlungen, die im öffentlichen System bestehen d) Supplementäre Formen einer privaten Krankenversicherung decken vor allem Erstattungen für Nahrungsergänzungsmittel (engl. supplements) ab Richtig sind Antwort A & C
- Welcher der Folgenden Aussagen zu einem multidimensionalen Gesundheitssystem sind korrekt? a) In Gesundheitssystemen können Leistungen von öffentlichen, privaten non-profit orientierten oder privaten for-profit orientierten Leistungserbringern erbracht werden b) Der Markt ist ein Teil eines multidimensionalen Gesundheitssystems c) Die in einer Gesellschaft verankerten Werte spiegeln sich oft in der Gestaltung des Gesundheitssystems wider Alle Antworten sind richtig
- Welche Aussagen zu den unterschiedlichen Arten von Gesundheitssystemen sind korrekt? a) OECD-weit sind NHS Systeme und Sozialversicherungssysteme am weitesten verbreitet b) Beim Vergleich von Gesundheitssystemen kann man die Gerechtigkeit, die Effizienz oder die Effektivität von Systemen untersuchen Richtig sind Antwort A & B.
- Welche Aussagen zum NHS sind korrekt? a) Das System ist staatlich-hierarchisch reguliert b) Das System ist vorwiegend beitragsfinanziert c) Das System hat Probleme mit Staatsversagen d) Das System zeichnet sich dadurch aus, dass es gleichen Zugang zu Gesundheitsleistungen für alle garantiert Richtig sind Antwort A, C & D.
- Welche der folgenden Aussagen zum Wandel von Gesundheitssystemen sind korrekt? a) Es kommt zu einer Ausweitung von Privatisierung in NHS-Systemen b) Es kommt zu einer funktionalen Privatisierung in Sozialversicherungssystemen (Outsourcing von Aktivitäten, die vorher von öffentlichen Institutionen erbracht wurden) c) Es kommt zu einem Anstieg von öffentlicher Finanzierung und staatlich-hierarchischer Regulierung in Privatversicherungssystemen (z.B. USA) Alle Antworten sind richtig.
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- Welche Aussagen sind richtig? a) Zwischen den Versicherten und den Leistungserbringern gibt es nichts zu regulieren b) Öffentliche Krankenhäuser dürfen keinen Profit machen c) Arztpraxen sind private profitorientierte Einrichtungen d) Zu den Finanzierungsträgern zählen neben den Krankenkassen und dem Staat auch Privatpersonen Richtig sind Antwort C & D
- Welche (Drei) Typen von Gesundheitssystemen gibt es? Nennen Sie je ein Beispielland. NHS: Australien, Dänemark, Vereinigtes KönigreichSozialversicherungssystem: DeutschlandPrivates Versicherungssystem: USA
- Was gehört zu den wichtigsten Zielen eines Gesundheitssystems? a) Eindämmung von Kosten b) Soweit es geht die Kosten durch die Steuern decken c) Gerechtigkeit hinsichtlich der Versorgung und Finanzierungsmöglichkeiten schaffen Richtig sind Antwort A & C
- Welche Aussagen treffen zu? a) In den USA liegt der Anteil der Gesundheitsausgaben am GDP (deutsch: BIP) ähnlich wie in Deutschland bei 11% b) Im amerikanischen System werden die Prämien in der privaten Versicherung anhand von Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand kalkuliert c) Im amerikanischen System werden die Prämien in der privaten Versicherung periodisch neu berechnet d) Für das Individuum ist es immer günstiger, selbst versichert zu sein als über den Arbeitgeber e) In den USA waren im Jahr 2014 etwa 10% der Bevölkerung nicht versichert Richtig sind Antwort B, C & E
- Medicare und Medicaid… a) bestehen bereit seit Ende des 19. Jahrhunderts b) gehören zu den öffentlichen Versicherungsprogrammen der USA c) Richten sich an ältere Menschen und Bedürftige d) finanzieren die Gesundheitsausgaben von knapp 80% der amerikanischen Bevölkerung Richtig sind Antwort B & C
- Welche Aussagen treffen zu? (In) Health Maintenance Organizations (HMO)… a) gehören zum Managed Care-System in den USA b) sind Prämien und Zuzahlungen sehr hoch c) zeichnen sich durch Gatekeeping und Kopfpauschalen aus d) ist Risikoselektion ein potentielles Problem Richtig sind Antwort A, C & D
- Welche Aussagen treffen zu? PPOs… a) steht für Preferred Provider Organizations b) steht für Personal Partnership Organizations c) werden mittlerweile von ca. 60% der Versicherten in Anspruch genommen d) haben wie HMOs einen Arzt mit Gatekeeperfunktion Richtig sind Antwort A & C
- Welche Aussagen treffen zu? a) Point of Service Plans (POS) sind eine Mischung aus HMO und PPO b) durch die Einführung von Obamacare sollen 32 Mio. Unversicherte versichert werden c) Seit der Einführung von Obamacare sind ausnahmslos alle US-Amerikaner pflichtversichert d) Es gibt heute noch einen Teil Unversicherte in den USA RIchtig sind Antwort A, B & D
- Welche der folgenden Aussagen treffen zu? a) Qualität und Quantität bedeutet im Prinzip ein. Und dasselbe b) Qualität bedeutet „Art“ und Quantität bedeutet „Menge“ c) Qualität und Quantität sind ohne weitere Attribute inhaltsleer d) Qualitätssicherung ist ein definierter Standard, der nie erreicht werden kann RIchtig sind Antwort B & C
- Definieren Sie kurz die Begriffe Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement QS: Verfahren, Aktivitäten, Techniken, Prozesse, etc. zur Sicherstellung, dass Diagnostik und Therapien den definierten Anforderungen gerecht werden.QM: Definition von Qualitätszielen, Qualitätsplanung, Qualitätssicherung, Kontrollmaßnahmen, Steigerung der Qualität, …
- Welche der folgenden Aussagen treffen zu? a) Qualität wird anhand sogenannter Qualitätsindikatoren gemessen b) Man kann Qualität nach drei Arten unterteilen. Nämlich Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität c) Mit Prozessqualität sind zum Beispiel Behandlungserfolge (Linderung von Schmerzen etc.) gemeint d) Strukturqualität meint alles zum Betrieb Notwendige wie die technische Ausstattung oder die regelmäßige Wartung und Erneuerung von Geräten Richtig sind Antwort A, B & D.
- Welche der folgenden Institutionen im Gesundheitswesen haben mit „Qualität“ zu tun? a) Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) b) Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) c) Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) d) Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) e) Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (AQUA Institut) Alle Antworten sind richtig.
- Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) … a) haben sektorenübergreifend mit „Qualität“ im Gesundheitswesen zu tun b) haben im stationären Bereich mit „Qualität“ zu tun c) haben im Arzneimittelsektor mit „Qualität“ zu tun d) weisen gewisse Überschneidungen, Parallelen und Abgrenzungen hinsichtlich ihrer Aufgabenbereiche auf Richtig sind Antwort C & D.