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Klinische Interventionen (Fach) / VL11 Kognitive Verfahren (Lektion)

VL 11 Kognitive Verfahren (Ellis und Beck)

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  • Was sind Kognitionen? Kognitionen werden in verschiedenen Therapieansätzen unterchiedlich spezifiziert.  Wahrnehmung, Interpretationen und Bewertungen von konkreten auslösenden Situationen/Ereignissen Bewältigungssätze/innere Selbstgespräche/Selbstinstruktionen Situationsübergreifende Grundannahmen, Bewertungsmuster, Schemata, Lebensphilosophien innere Bilder/Vorstellungen Hautzinger et al. (1989): "schnell ablaufende, blitzartig auftretende, subjektive plausibel erscheinende und unfreiwillig sich einstellende Kognitionen, die zwischen einem Ereignis und seiner Konsequenz auftreten"
  • Nenne Merkmale dysfunktionaler und funktionaler Kognitionen. Dysfunktional: nicht realitätsgerecht, unlogisch, nicht empirisch belegbar, selbstschädigend, nicht zielführend. Funktionale Kognitionen: realitätsnahe, hilfreiche, zielführende Kognitionen.
  • Was sind die Grundannahmen der rational-emotiven Therapie nach Ellis? nicht die reale Umgebung ist das Problem, sondern was wir innerlich daraus machen. menschliches Erleben ist durch "innere Leitsätze" (allgemeine Einstellungen oder Zielsetzungen) geprägt. "neurotisches oder gestörtes Verhalten ist die Folge von "irrationalen Annahmen".
  • Was sind die Grundannahmen der Kognitiven Therapie nach Beck? Betonung nicht nur allgemeiner Einsellungen/Zielsetzungen (wie bei Ellis), sondern auch der einzelnen Gedanken ("automatic thoughts") Betonung von Denkfehlern (wie Ellis) und Notwendigkeit ihrer Änderung
  • Nenne Beispiele typischer irrationaler Annahmen (irrational beliefs) nach Ellis. Ich muss von allen geliebt werden Ich darf mich nicht blamieren Ich muss perfekt sein Wer einmal einen Fehler macht, ist inkompetent Wenn mich jemand lobt, meint er das nicht ernst Wer Lob annimmt, ist arrogant Wer mich kritisiert, lehnt mich grundsätzlich ab Wenn ich meine eigene Meinung sage, werden andere beleidigt sein und sich von  mir abwenden Wenn etwas nicht nach meinen Vorstellungen geht, ist das eine Katastrophe
  • Welche Kategorien irrationaler Annahmen (irrational beliefs) gibt es nach Ellis. Nenne jeweils ein Beispiel pro Kategorie. Absolute Forderungen (musturbations): Ich muss perfekt sein Die anderen müssen mich rücksichtsvoll behandeln Die Lebensbedingungen müssen so beschaffen sein, wie ich das will Globale negative Selbst- und Fremdbewertungen: Ich bin ein Versager Der andere ist nichts wert Katastrophendenken: Wenn etwas nicht nach meinen Vorstellungen geht, ist das eine Katastrophe Wenn ich einen Fehler mache, ist das ganz schrecklich Niedrige Frustrationstoleranz: Ich könnte es nicht aushalten, wenn andere ich kritisieren.
  • Auf welchem Schema/Erklärungsmodell beruht sowohl die rational-emotive Therapie nach Ellis, als auch die kognitive Therapie nach Beck? Situation --> Kognitionen --> Reaktionen Situation --> dysfunktionale Kognitionen --> psychische Reaktion
  • Was versteht man unter ABC, sekundäres ABC und ABCDE? ABC: Aactivating event, externes Ereignis ⇒ Bbelief, Wahrnehmung und Bewertung ⇒ CKonsequenz auf emotionaler und Verhaltensebene sekundäres ABC "Symptomstress": C = A ⇒ Bsekundäres ABC, "Symptomstress" ⇒ C  ABCDE: A ⇒B ⇒C ⇒DDisputation irrationaler Annahmen ⇒EEffekte nach Veränderung der kognitiven Sichtweise
  • Beschreibe die Rolle des Psychotherapeuten bei der REVT. aktiv-direktiv rationales Modell z.T pädagogisch - dozierend Empathie für Person, Skepsis gegenüber spezifischen Einstellungen Pragmatisch
  • Beschreibe den therapeutischen Prozess bei der RET. Vermittlung der Grundlagen der RET Assessment des Belief-Systems (Fragen, emotionsprovozierende Methoden) Disputation irrationaler Annahmen (z.B. "sokratischer Dialog") Durcharbeiten zentraler Themen Vermittlung von Strategien zur Selbsthilfe, Beendigung
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  • Welche Arten des Disputs werden in der REVT unterschieden? Logischer Disput: Patent wird mit logischen Widersprüchen in seinen Aussagen konfrontiert. Empirischer Disput: Patient wird mit Widersprüchen seiner Annahmen zur erfahrbaren Welt konfrontiert. Hedonistischer Disput: Patient wird mit negativen Konsequenzen einer bestimmten Bewertung konfrontiert. Für Beispiele siehe Folie 26
  • Welche Techniken werden in der REVT verwendet? der sokratische Dialog Vorstellungstechniken Humor SelbstÖffnung, Besipiele aus Therapeutenleben (≠ Abstinenz des Psychoanalytikers) Sprichwörter, Lieder, Gedichte zur "Entkrampfung" Risikoübungen ("shame attacking exercises") und weitere Verhaltensübungen Hausaufgaben und Belohnung für Veränderung Übernahme fixer neuer Rollen ("fixed role therapy" von Kelly)
  • Wie wirksam kann REVT eingeschätzt werden? Bei welchen Störungen? Was sind Probleme der einschätzenden Metaanalysen? Potentiell (sehr) wirksames Therapieverfahren, z.B. bei Angststörungen, Sozialer Unsicherheit und Depression. Kritik: Die Studien der Metaanalyse von Grawe inkludieren sehr viele Patienten mit subschwelliger Symptomatik. Sehr heterogene Studien und Befundlage. Kaum neuere Metaanalysen vorhanden (Verfahren aufgegangen in KVT-Vorgehen und kaum einzeln oder als Komponente komplexer KVT-Programme separat evaluiert).
  • Beschreibe das kognitive Modell nach Beck. GrundannahmenIch bin unfähig → Regeln/Erwartungen/GrundsätzeWenn ich etwas nicht genau verstehe, heißt es, dass ich doof bin; Es ist schrecklich unfähig zu sein; Wenn ich mich sehr anstrenge, dann schaffe ich es vielleicht, nicht unfähig zu wirken → Automatische Gedanken SituationPrüfung → Automatische GedankenDas ist zu schwer, den Stof werde ich nie verstehen → Reaktionenemotional: Traurigkeit; verhalten: Buch zuklappen; physiologisch: Kloß im Hals
  • Nenne die sechs Denkverzerrungen nach Beck. Willkürliches Schlussfolgern Selektives Verallgemeinern Übergeneralisieren Maximieren und Minimieren Personalisieren Verabsolutiertes, dichotomes Denken
  • Nenne dysfunktionale Denkmuster (Beck) inkl. Beispiel und möglicher Funktion (typischer Symptomgewinn). Katastrophendenken ⇒ Das ertrage ich nicht. Es ist alles sinnlos ⇒ Rechtfertigung der Passivität und Opferrolle Versicherungsdenken ⇒ Aus Angst vor Enttäuschung erwarte ich immer erstmal das Negative ⇒ Minimierung von Erwartungsangst und Schutz vor Enttäuschung Absolutes Fordern und Muss-Denken ⇒ Weil ich das so will. Weil man das so macht ⇒ vermeintliche Sicherheit das Richtige zu tun Gerechtigkeitsdenken ⇒ Es soll gerecht auf der Welt zugehen ⇒ Forderung nach Gerechtigkeit verhindert Aktivität und führt zu abwartender Haltung Menschenwertbestimmung ⇒ Ich bin ein Versager ⇒ einfache Einteilung von Menschen in gut und schlecht, Einzelbetrachtungen bleiben erspart Null-Verzicht-Denken ⇒ Ich will keine Nachteile haben, auf nichts verzichten müssen ⇒ Vermeidung von Bestrafung und Ablehnung aufgrund von Fehleinschätzungen Untertanendenken ⇒ Ist mir egal ⇒ durch Ablehnung von Verantwortungsübernahme keine Fehler oder Ablehnung riskieren Schwarz-Weiß-Denken ⇒ Es wird nie etwas gelingen ⇒ scheinbare Entscheidungssicherheit und leichtere Orientierung in der Welt.
  • Was ist Ziel der kognitiven Therapie? Welche Methoden werden angewandt? Ziel: Den Patienten rationales und wissenschaftliches Denken beibringen, um emotionale und Verhaltenssymptome zu reduzieren. Methoden: Vermittlung des kognitiven Modells Identifikation dysfunktionaler Gedanken, Regeln und Grundannahmen Überprüfung der Richtigkeit von Gedanken an der Realität Bewertung der Funktionalität von Gedanken Umsetzen ins Handeln
  • Beschreibe die Therapeutenrolle in der kognitiven Therapie nach Beck. aktiv Partner (weniger Lehrer als bei Ellis) Problem wird als gemeinsame Aufgabe gesehen aktive Beteiligung des Patienten wird erwartet eigenes Wertesystem zurückhalten durch geschicktes Fragen, den Patienten selbs die Schlussfolgerungen überlassen: "guided discovery".
  • Welche Techniken werden in der kognitiven Therapie verwendet? Vorbereitung: Gedanken erfragen Vermitllung des kognitiven Modells Pfeil-abwärts-Technik Techniken Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten Begriffe definieren Kosten-Nutzen-Analyse Untersuchen der Beweise Skalentechniken Tortentechnik Spaltentechnik