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Marktforschung (Fach) / Grundsätze der Fragebogenentwicklung (Lektion)

Grundsätze der Fragebogenentwicklung

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  • Wie sollten die Formulierungen in Fragebögen sein? 4  Einfache, klare Sprache (keine Fremdwörter und Slang) 4  Kurze prägnante Sätze 4  Keine Beeinflussung (keine Suggestivfragen) 4  Konkrete, eindimensionale und eindeutige Fragestellung 4  Befragte nicht überfordern 4  Verlegenheitsantworten vermeiden (z. B. Unwissenheit, Gruppenzwang/Anwesenheitspflicht) 4  Symmetrische Bewertungsskalen 4  Klare thematische Sortierung 4  Spannungskurve beachten à Eisbrecherfragen, dann normale Fragen, dann Demografie 4  Sparsam mit Sprungverweisen
  • Wie lauten die Grundsätze in der Fragebogenentwicklung`? 4  Grundsatz der Einfachheit /          Geringer Wortschatz /          Fragen kurz und einfach (für alle verständlich) à umgangssprachlich /          Befragte nicht überfordern /          Befragte geben keine Unverständnis zu /          Ja-Sage-Tendenz 4  Grundsatz der Neutralität /          Jede Beeinflussung bei Fragestellungen vermeiden (z. B. Einsatz wertender Wörter) /          Z. B. „Finden Sie, dass in England nicht langsam auch mal der Rechtsverkehr eingeführt werden sollte? /          Politische Reizwörter: Freiheit, Solidarität, Ruhe und Ordnung 4  Grundsatz der Differenzierung /          Z. B. in TV-Befragungen (Bitte wählen sie die xxxxxx und die 1 für und die 2, wenn dagegen) /          Unterschiedliche Fragestellungen können unterschiedliche Ergebnisse bewirken 4  Grundsatz der Eindeutigkeit /          Einheitlicher Bezugsrahmen für alle Befragten (Genauigkeitsgrad spezifizieren) /          Vermeidung von mehrdeutigen Begriffen und unklaren Formulierungen (z. B. Frage nach Einkommen: ist Brutto oder Netto gemeint?)
  • Welche Arten von Fragetypen gibt es? 4  Fragetypen werden nach Zielsetzungen aufgegliedert /          Instrumentelle Fragen <  Kontrolle der Antwortkonsistenz (Korrelations- und Fälscherfragen) <  Kontrolle des Ablaufs à zur Überleitung (Filterfragen, Ausgleichfragen) <  Psychologisch funktionelle Fragen (Eisbrecher-, Überleitungs-, Pufferfragen) /          Ergebnisfragen <  Präzisionsfragen <  Maßstabfragen
  • Was sind offene Fragen? Vorteile und Nachteile? 4  Ungestützte Antworten à Antwortformulierung dem Befragten überlassen (W-Fragen) 4  Vorteile: /          Keine eingeschränkte Auskunftsbereitschaft /          Antworten nicht durch Vorgaben programmiert /          Befragter nicht zu unpassenden oder falschen Antwort veranlasst /          Keine Gefahr nicht vollständig abgebildeter Antwortkategorien 4  Nachteile: /          Nicht-Beantwortung aus Bequemlichkeit /          Vergleichbarkeit erschwert /          Antworten können Kern der Frage verfehlen /          Klassifizierung der Antworten oft schwierig /          Interpretationsspielräume /          Starke Abhängigkeiten von Ausdrucksvermögen /          Häufigkeiten sind oft anders zu werten /          Handschriftliche Texte nur bedingt maschinell erfassbar
  • Was sind geschlossene Fragen? Vorteile und Nachteile? 4  Gestützte Antworten à Entscheidung zwischen Antwortmöglichkeiten 4  Verschiedene Formen /          Mehrere Antwortmöglichkeiten /          Vorgabe von zwei Antwortalternativen (ja/nein etc.) à implizit oder explizit 4  Multiple Choice /          Können Rangordnung darstellen oder „ungeordnete“ Antwortkategorien /          Übliche Antwortvorgaben mit Rangordnung <  Häufigkeiten                    à nie, selten, gelegentlich, oft, immer <  Bewertungen                  à trifft nicht zu, trifft eher nicht zu, teils … <  Wahrscheinlichkeiten  à keinesfalls, wahrscheinlich nicht, möglich, … 4  Mehrfachnennung /          Sinnvoll, wenn mehrere Verhaltensweisen oder Eigenschaften gleichzeitig möglich /          Muss in Fragestellung verdeutlich werden 4  Vorteile: /          Erleichterung der Antwort à Reduzierung der Denkleistung /          Keine besondere Anforderung an Interviewer /          Zeit- und Kostenersparnis bei Auswertung /          Problemlose Vergleichbarkeit 4  Nachteile: /          Gefahr vergessener Antwortalternativen (à daher lieber hybride Fragen) /          Anzahl der Alternativen können unausgewogen sein /          Gefahr nicht neutraler Formulierung à wertender Charakter /          Mögliche Ja-Sage-Tendenz /          Reihenfolge für zur gegenseitiger Überstrahlung  (à besser rollierende Reihenfolge)
  • Was versteht man unter hybriden Fragen? 4  Kombination offener und geschlossener Fragen 4  In Praxis sehr geläufig 4  Bei Bedarf kann zusätzliche Antwortmöglichkeit gegeben werden
  • Welche Arten der Frageformulierung gibt es? 4  Direkte Fragen:                               sprechen Befragten persönlich an 4  Indirekte Fragen:           Befragter macht Aussage über andere, nicht über sich; besonders bei                                                               Fragen, die sonst nicht beantwortet werden (Einkommen, Tabu-Themen)
  • Welche Fehlerquellen gibt es im Interview? 4  Soziale Unerwünschtheit:         Verzerrung des Antwortverhaltens in Richtung gesellschaftlicher                                                         Normen (lieber, Wunschdenken, da Wahrheit evtl. gegen Konven-                                                    tionen verstößt) 4  Response-Sets:                                              Systematische Antwortmuster von Befragten (Tendenz zur Mitte;                                                       Zustimmungstendenz; Links- oder Rechtskreuzer, Musterkreuzer) 4  Kontexteffekte:                             Halo-Effekte (Frage hat Einfluss auf die nächste); Effekte der Fragen-                                                reihenfolge; Assimilationseffekt: Erinnerungsaktivierung und Beein-                                                flussung durch die Vorfragen (Wichtigkeit, dann wie es erfüllt ist?) 4  Intervieweffekt:                            ungewollte Beeinflussung durch Interviewer; Fälschung durch Inter-                                                  viewer à Interviewerschulung, geringe Intervieweranzahl etc. 4  Anwesenheitseffekte:                Beeinflussung durch Anwesenheit Dritter („Schamverhalten“)
  • Welche Tipps gibt es bei der Fragebogenentwicklung? 4  In Gruppenarbeit erstellen lassen 4  Einheitliche Bewertungsskala 4  Sinnvoll strukturiert à guter Spannungsbogen (Dem Befragten sagen, dass gleich Ende ist, dann können „schlimmere“ oder persönlichere Fragen gestellt werden, die sonst nicht direkt beantwortet werden würden, jetzt schon, da gleich Ende ist) 4  Pretest 4  Übersichtliche Gestaltung (alles raus lassen, was nicht dem Befragten dient) 4  Demografie ans Ende stellen 4  Danksagung am Ende 
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