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Marktforschung (Fach) / Grundsätze der Fragebogenentwicklung (Lektion)
Grundsätze der Fragebogenentwicklung
Diese Lektion wurde von Henboo92 erstellt.
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- Wie sollten die Formulierungen in Fragebögen sein? 4 Einfache, klare Sprache (keine Fremdwörter und Slang) 4 Kurze prägnante Sätze 4 Keine Beeinflussung (keine Suggestivfragen) 4 Konkrete, eindimensionale und eindeutige Fragestellung 4 Befragte nicht überfordern 4 Verlegenheitsantworten vermeiden (z. B. Unwissenheit, Gruppenzwang/Anwesenheitspflicht) 4 Symmetrische Bewertungsskalen 4 Klare thematische Sortierung 4 Spannungskurve beachten à Eisbrecherfragen, dann normale Fragen, dann Demografie 4 Sparsam mit Sprungverweisen
- Wie lauten die Grundsätze in der Fragebogenentwicklung`? 4 Grundsatz der Einfachheit / Geringer Wortschatz / Fragen kurz und einfach (für alle verständlich) à umgangssprachlich / Befragte nicht überfordern / Befragte geben keine Unverständnis zu / Ja-Sage-Tendenz 4 Grundsatz der Neutralität / Jede Beeinflussung bei Fragestellungen vermeiden (z. B. Einsatz wertender Wörter) / Z. B. „Finden Sie, dass in England nicht langsam auch mal der Rechtsverkehr eingeführt werden sollte? / Politische Reizwörter: Freiheit, Solidarität, Ruhe und Ordnung 4 Grundsatz der Differenzierung / Z. B. in TV-Befragungen (Bitte wählen sie die xxxxxx und die 1 für und die 2, wenn dagegen) / Unterschiedliche Fragestellungen können unterschiedliche Ergebnisse bewirken 4 Grundsatz der Eindeutigkeit / Einheitlicher Bezugsrahmen für alle Befragten (Genauigkeitsgrad spezifizieren) / Vermeidung von mehrdeutigen Begriffen und unklaren Formulierungen (z. B. Frage nach Einkommen: ist Brutto oder Netto gemeint?)
- Welche Arten von Fragetypen gibt es? 4 Fragetypen werden nach Zielsetzungen aufgegliedert / Instrumentelle Fragen < Kontrolle der Antwortkonsistenz (Korrelations- und Fälscherfragen) < Kontrolle des Ablaufs à zur Überleitung (Filterfragen, Ausgleichfragen) < Psychologisch funktionelle Fragen (Eisbrecher-, Überleitungs-, Pufferfragen) / Ergebnisfragen < Präzisionsfragen < Maßstabfragen
- Was sind offene Fragen? Vorteile und Nachteile? 4 Ungestützte Antworten à Antwortformulierung dem Befragten überlassen (W-Fragen) 4 Vorteile: / Keine eingeschränkte Auskunftsbereitschaft / Antworten nicht durch Vorgaben programmiert / Befragter nicht zu unpassenden oder falschen Antwort veranlasst / Keine Gefahr nicht vollständig abgebildeter Antwortkategorien 4 Nachteile: / Nicht-Beantwortung aus Bequemlichkeit / Vergleichbarkeit erschwert / Antworten können Kern der Frage verfehlen / Klassifizierung der Antworten oft schwierig / Interpretationsspielräume / Starke Abhängigkeiten von Ausdrucksvermögen / Häufigkeiten sind oft anders zu werten / Handschriftliche Texte nur bedingt maschinell erfassbar
- Was sind geschlossene Fragen? Vorteile und Nachteile? 4 Gestützte Antworten à Entscheidung zwischen Antwortmöglichkeiten 4 Verschiedene Formen / Mehrere Antwortmöglichkeiten / Vorgabe von zwei Antwortalternativen (ja/nein etc.) à implizit oder explizit 4 Multiple Choice / Können Rangordnung darstellen oder „ungeordnete“ Antwortkategorien / Übliche Antwortvorgaben mit Rangordnung < Häufigkeiten à nie, selten, gelegentlich, oft, immer < Bewertungen à trifft nicht zu, trifft eher nicht zu, teils … < Wahrscheinlichkeiten à keinesfalls, wahrscheinlich nicht, möglich, … 4 Mehrfachnennung / Sinnvoll, wenn mehrere Verhaltensweisen oder Eigenschaften gleichzeitig möglich / Muss in Fragestellung verdeutlich werden 4 Vorteile: / Erleichterung der Antwort à Reduzierung der Denkleistung / Keine besondere Anforderung an Interviewer / Zeit- und Kostenersparnis bei Auswertung / Problemlose Vergleichbarkeit 4 Nachteile: / Gefahr vergessener Antwortalternativen (à daher lieber hybride Fragen) / Anzahl der Alternativen können unausgewogen sein / Gefahr nicht neutraler Formulierung à wertender Charakter / Mögliche Ja-Sage-Tendenz / Reihenfolge für zur gegenseitiger Überstrahlung (à besser rollierende Reihenfolge)
- Was versteht man unter hybriden Fragen? 4 Kombination offener und geschlossener Fragen 4 In Praxis sehr geläufig 4 Bei Bedarf kann zusätzliche Antwortmöglichkeit gegeben werden
- Welche Arten der Frageformulierung gibt es? 4 Direkte Fragen: sprechen Befragten persönlich an 4 Indirekte Fragen: Befragter macht Aussage über andere, nicht über sich; besonders bei Fragen, die sonst nicht beantwortet werden (Einkommen, Tabu-Themen)
- Welche Fehlerquellen gibt es im Interview? 4 Soziale Unerwünschtheit: Verzerrung des Antwortverhaltens in Richtung gesellschaftlicher Normen (lieber, Wunschdenken, da Wahrheit evtl. gegen Konven- tionen verstößt) 4 Response-Sets: Systematische Antwortmuster von Befragten (Tendenz zur Mitte; Zustimmungstendenz; Links- oder Rechtskreuzer, Musterkreuzer) 4 Kontexteffekte: Halo-Effekte (Frage hat Einfluss auf die nächste); Effekte der Fragen- reihenfolge; Assimilationseffekt: Erinnerungsaktivierung und Beein- flussung durch die Vorfragen (Wichtigkeit, dann wie es erfüllt ist?) 4 Intervieweffekt: ungewollte Beeinflussung durch Interviewer; Fälschung durch Inter- viewer à Interviewerschulung, geringe Intervieweranzahl etc. 4 Anwesenheitseffekte: Beeinflussung durch Anwesenheit Dritter („Schamverhalten“)
- Welche Tipps gibt es bei der Fragebogenentwicklung? 4 In Gruppenarbeit erstellen lassen 4 Einheitliche Bewertungsskala 4 Sinnvoll strukturiert à guter Spannungsbogen (Dem Befragten sagen, dass gleich Ende ist, dann können „schlimmere“ oder persönlichere Fragen gestellt werden, die sonst nicht direkt beantwortet werden würden, jetzt schon, da gleich Ende ist) 4 Pretest 4 Übersichtliche Gestaltung (alles raus lassen, was nicht dem Befragten dient) 4 Demografie ans Ende stellen 4 Danksagung am Ende
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