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BIOPSYCHOLOGIE (Fach) / 2.4 Das Hormonsystem (Endokrines System) (Lektion)

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  • 2.4 Das Hormonsystem (Endokrines System) Bei der Besprechung des Nervensystems wurde an verschiedenen Stellen bereits das Hormonsystem erwähnt Hypothalamus = Zentrales Steuerungsorgan des Hormonsystems Hormone können als Transmitter wirken  Als Neuromodulatoren werden Hormone bezeichnet, wenn sie nicht als Transmitter wirken, sondern die Wirkung von Transmittern verstärken oder dämpfen. Hormone werden in bestimmten Zellen synthetisiert, ins Blut abgegeben und über den Blutkreislauf zu den Zielzellen befördert. Anhand ihrer chemischen Struktur lassen sich zwei Gruppen von Hormonen unterscheiden. Lipophile Hormone können direkt in die Zielzelle gelangen hydrpphile Hormone docken an der Membran einer Zelle an und aktivieren dort weitere Vermittlungsstoffe. (sog Second Messenger). hinsichtlich ihrer Übertragungswege werden hormonelle Botenstoffe unterschieden. Botenstoffe können Signale an die sezernierende Zelle selbst (autokrine Übertragung) oder benachbarte Zellen senden (parakrine Übertragung).  endokrine Übertragung ist der Vorgang, wenn die Hormone von bestimmten Zellen sezerniert und über das Blut in weit entfernte Zielzellen gelangen. neroendokrine Übertragung Möglichkeit, dass Nervenzellen Empfänger oder sogar Sender von Hormonen sind.  Der Hypothalamus setzt als oberstes Steuerorgan Hormone frei,→ die als stimulierende Releasinghormone wiederum → die Freisetzung von Hormonen aus dem Hypophysenvorderlappens bewirken oder als inhibitorische Releasinghormone deren Freisetzung hemmen.  → die Hormone des Hypophysenvorderlappens wirken ihrerseits entweder direkt auf Zielzellen (nicht glandotrope Hormone) oder die regen die Tätigkeit endokriner Drüsen an (glandotrope Hormone). Der Hypophysenhinterlappen wird durch den Hypothalamus neuronal gesteuert. Dort werden vom Hypothalamus produzierte Hormone gespeichert und bei Bedarf ausgeschüttet. Regelkreis mit negativer Rückkopplung Im Hypothalamus werden Informationen über den Hormonstatus spezifischer Hormone verarbeitet. Bei Absinken der Konzentration →  Hormonsystem wird angeregt, die Produktion und Sezernierung zu fördern, bis der Sollwert wieder erreicht ist. Die eigentliche Produktion von Hormonen geschieht durch Synthese in den produzierenden Zellen oder die Verwandlung von Vorgängerstoffen, die z.B. aus der Nahrung aufgenommen werden. Die Verfügbarkeit von Hormonen im Organismus kann durch verschiedene Mechanismen verändert werden. Die produzierenden Zellen können aktiviert beziehungsweise desaktiviert werden oder die Aktivität  von Syntheseenzymen  kann verändert werden. Durch die Bindung von Hormonen an Speicher- oder Transportproteine wird die Verfügbarkeit erhöht. Schließlich kann die Abbaugeschwindigkeit durch die Aktivierung oder Desaktivierung von Abbauenzymen verändert werden. Hypophysenhormone im folgenden werden die wichtigsten Hormone des menschlichen Körpers vorgestellt, zunächst die beiden nicht-glandotropen Hormone des Hypophysenvorderlappens, das Wachstumshormon und das Prolaktin.  Wachstumshormon (Somatotropin) ist verantwortlich für die menschlichen Wachstumsprozesse durch seine Wirkung vor allem auf die Knorpelzonen des Körpers, Muskeln und Knochen. Beim Erwachsenen beeinflusst das Wachstumshormon die Energiebereitstellung. Das die Ausschüttung von Somatotropin inhibierende (=hemmende) Hypothalamus-Hormon Somatostatin wird als Neuromodulator (= dämpft die Wirkung von Transmittern) wirksam. Die Wirkung des Hypophysenvorderlappen-Hormons Prolaktin besteht in der Anregung des Brustwachstums bei der Frau in der Pubertät sowie in der Stimulation der Milchdrüsen nach der Geburt.  Bei Stress kann der Prolaktinspiegel ansteigen, eine Auswirkung an das Immunsystem wird diskutiert. wird den nicht-glandotropen Hormonen zugeordnet.  Die Einteilung in die Kategorie der nicht-glandotropen Hormonen wird allerdings vor allem seit Beginn der 90er Jahre diskutiert, als herausgefunden wurde, dass Prolaktin auch die Funktion der Unterdrückung des Follikelsprungs während der Stillzeit hat.  In diesem Zusammenhang hemmt Prolaktin die Ausschüttunh der für den Eisprung notwendigen Gonadotropine und hat somit eine Wirkung auf weitere Hormondrüsen.  die gonadotropen Hormone, die vom Hypophysenvorderlappen gebildet werden, sind das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierungshormon (LH) sie bilden eine Subgruppe der glandotropen Hypophysen-Hormone und regen die Ausschüttung der Keimdrüsenhormone aus den Gonaden von Männern und Frauen an.  Sie wirken zudem auf Nervenzellen des limbischen Systems und des Hypothalamus und steuern insgesamt das Sexualverhalten beziehungsweise dessen Vorraussetzungen.  Das follikelstimulierende Hormon bewirkt bei der Frau die Reifung des Follikels und (gemeinsam mit dem Luteinisierungshormon) die Biosynthese des Östrogens. Beim Mann regt es die Spermienproduktion an. Das Luteinisierungshormon aktiviert bei der Frau die Östrogenproduktion. Es löst den Eisprung aus und regt die Gelbkörperbildung an. Beim Mann führt es zur Synthese und Ausschüttung der Androgene (männlichen Sexualhormone), darunter das Testosteron.  Menstruationszyklus Der Verlauf des weiblichen Menstrualtionszyklus wird durch die beiden Hormone beeinflusst.  In der Follikelphase (bis zum 12. Tag des Zyklus) fördert das follikelstimulierende Hormon die Reifung einer Eizelle: Es bildet sich eine Schicht um das Ei, die Östrogene, v.a. Östradiol, erzeugt.  Es folgt eine vermehrte Freisetzung des folikelstimulierenden sowie des Luteinisierungshormons, wobei letzteres schließlich dazu führt, dass der Follikel platzt (Eisprung) In der Lutealphase (16.-28. Zyklustag) wird der geplatzte Follikel zum Gelbkörper umgebildet und produziert Progesteron und Östrogene. Kam es nicht zu einer Befruchtung, werden schließlich die Gebärmutterschleimhaut sowie die Eizelle abgestoßen. Ein weiteres, vom Hypophysenvorderlappen gebildetes, glandotropes Hormon ist das Adrenocorticotrope Hormon (ACTH) Es wirkt auf die Nebennierenrinde; regt dort die Synthese der Nebennierenhormone wie Kortisol an.  ACTH weist eine deutliche circadiane Thythmik auf und wird bei Stress vermehrt ausgeschüttet. Zusammenhänge mit depressieven Erkrankungen werden diskutiert.