64
Investition und Finanzierung (Fach) / Theorie (Lektion)
Anzeige
- Kritikpunkte der Kostenvergleichsrechnung - Rechnen mit Durchschnittswerten - Nur sinnvoll bei identischen Erlösen oder Irrelevant der Erlöse - grobe Annahmen bei kalkulatorischen Zinsen
- Kritikpunkte der Gewinnvergleichsrechnung - Rechnen mit Durchschnittswerten - Grobe Annahmen bei kalkulatorischen Zinsen - Nicht-Berücksichtigung des unterschiedlichen Kapitaleinsatzes (FK/EK) und der unterschiedlichen Nutzungsdauer
- Vor-/Nachteile der statischen Investitionsrechenverfahren - zeitliche Struktur der Zahlungsströme bleibt unberücksichtigt - es wird nur eine Periode betrachtet => nur Durchschnittswerte - nur periodisierte Größen - Handlungsalternativen sind nicht vollständig miteinander vergleichbar - einfach, ressourcenschonend (was aber keine Aussage über Qualität darstellt)
- Amortisationsrechung - Kritik Verfahren beachtet nicht, was nach dem break-even point passiert.
- Berechnung Gesamtkapitalrentabilität (Gewinn + Kapitalzins x(FK/GK)) / GK
- Goldene Regel Nr.1 Zahlungen müssen erst auf die gleiche Einheit und den gleichen Zeitpunkt umgewandelt werden, damit diese verglichen oder kombiniert werden können.
- Goldene Regel Nr. 2 Werden CF in die Zukunft verschoben, so müssen diese aufgezinst werden.
- Goldene Regel Nr. 3 Werden künftige CF in die Gegenwart verschoben, müssen diese diskontiert werden.
- Kapitalwert, Formel BW(Einzahlungen)-BW(Auszahlungen)
- Determinanten der Investitionsentscheidungen Höhe, Risiko, zeitlicher Anfall
- Anzeige
- Dynamische vs. Statische Verfahren Vorteil, dynamische Verfahren => Zeitfaktor wird berücksichtigt
- Interner Zinsfuß / Kalkulationszinsfuß Kalkulationszins, der, wenn überschritten, die Unrentabilität einer Investition anzeigt und vice versa
- Vorteile Kapitalwertmethode - widerspruchfreies theoretisches Fundament - Kritik bekannt => Effekte abschätzbar - geht von einem realistischeren, weil hinreichend effizientem, Markt aus (nur eine Zielfunktion: Nutzenmaximierung)
- Bayessche Kriterium (Mü-Prinzip) Eine Entscheidung lässt sich nach dem Erwartungswert treffen, wenn man unterstellt, dass der Entscheidende Wahrscheinlichkeiten von Ereignissen angeben kann. Die Maximierung des Erwartungswertes steht im Vordergrund. Kritik: Wahrscheinlichkeitsquantifizierung ist nur über Trends möglich, welche daher nicht numerisch exakt sein kann. Dem Entscheidenden wird eine Indifferenz zwischen Risiko und Sicherheit unterstellt.
- Bernoulli Prinzip Das Bernoulli-Prinzip ordnet jedem Erwartungswert einen Nutzen in Abhängigkeit der Nutzenfunktion des Entscheiders zu; diese enthält immer auch die Risikopräferenzen. Die Alternative mit dem höchsten Nutzen wird gewählt. Bestimmungsmöglichkeiten der Nutzenfunktion: Ableiten aus früheren Entscheidungen, Befragung, Entscheidungsspiele Kritik: Risikoneigung ist nicht absolut, sondern abhängig von der Unternehmenssituation, den Umweltbedingungen, Handlungsmöglichkeiten des Entscheidungsträgers
- Traditionelles Korrekturverfahren Das trad. Korrekturverfahren modifiziert Eingangsgrößen mit Risikoab- und Zuschlägen. Je höher die Unsicherheit, desto kürzer sollte die Nutzungsdauer festgelegt werden; die Investition muss sich schneller armortisieren. Ein- und Auszahlungen werden in Abhängigkeit der Unsicherheit niedriger bzw. höher angesetzt. Kritik: + einfach, zeitsparend, daher beliebt, - nur summarische, keine analytische Bestimmung, - es liegt kein geschlossenes Modell vor, - Entscheidender als risikoavers festgelegt
- Sensitivitätsanalyse Die Sensitivitätsanalyse zeigt die Reagibilität von Zielgrößen gegenüber von Variationen von unsicheren Inputgrößen, indem die kritischen Werte der unsicheren Größen bestimmt werden. (Bsp: KW < 0) Kritik: + ob Unsicherheit über Werte bedeutungsvoll, + einfach/zeitsparend, + Einblicke in die Struktur des Investitionsvorhabens - keine Wahrscheinlichkeiten angegeben => keine Entscheidungsgrundlage, - Neigung Chancen zu vernachlässigen, - Annahme der Unabhängigkeit der Inputgrößen voneinander
- Risikoanalyse Trennung sichere/unsichere Faktoren => Wahrscheinlichkeiten der unsicheren Faktoren in einer kompetenten Runde bestimmen => Zufallssimulation => KW der Werte aus vorherigem Schritt berechnen => Erstellen eines visualisierten Risikoprofils aus den berechneten KW Kritik: + spiegelt unternehmensindividuelle Zukunftserwartungen wider => gute Entscheidungsgrundlage, + viele Größen können hinsichtlich Wahrscheinlichkeit und Korrelation integriert werden, macht Unsicherheit/ Risiko transparenter, - (relativ aufwendig - mit Computereinsatz aber vertretbar), - keine Entscheidungsregel
- Entscheidungsbaumverfahren Der Entscheidungsbaum berücksichtigt Entscheidungen und deren Folgeentscheidungen, die die ursprüngliche Entscheidung revidieren können. Die dafür nötigen Erkenntnisse erhält man durch Roll-Back-Verfahren oder Rekursionsverfahren. Kritik: + Übersichtliche Darstellung von Entscheidungsabhängigkeiten in der Gegenwart und Zukunft, kombinierbar mit anderen Methoden (Sensitivitätsanalyse, Bernoulli-Prinzip) - Risikoeinstellung wird grundsätzlich nicht berücksichtigt (kann aber ergänzt werden), - keine neuen Aspekte, - bei stark komplexen Entscheidungsproblemen nimmt der Aufwand unverhältnismäßig stark zu
- Kapitalstruktur Verschudlungsgrad V oder Anteile von EK und FK
- Bedingung der Optimalen Kapitalstruktur Kostenminimierung auf das eingesetzte Kapital = Marktwertmaximierung des Unternehmens
- Durchschnittliche Kapitalkosten WACC WACC=r(index d) =(EK/GK)*r(des EK) + (FK/GK)*i(des FK)
- Marktwert der Unternehmung GK=x/r(index d) x sei: EK*r(des EK) + FK*i(des FK)
- Leverage-Effekt Wenn Investitionsrendite > Fremdkapitalzins und wenn Fremdkapitalzins konstant: Mit steigendem FK-Anteil erhöht sich die EK-Rendite. Daraus ergibt sich ein Geschäftsrisiko (Leverage-Horn) und ein Kapitalstrukturrisiko (wachsende Zinslast, höheres Ausfallrisiko). In beiden Fällen passen Kapitalgeber ihre Kapitalkosten an.
- Leverage-Horn Wenn Investitionsrendite > FK-Zins: Je höher der Verschuldungsgrad, desto größer die EK-Rendite. Wenn Investitionsrendite < FK-Zins: Je höher der Verschuldungsgrad, desto kleiner die EK-Rendite.
- 1. These von Modigliani-Miller Wenn ein vollkommener Markt herrscht, sind die durchschnittlichen Kapitalkosten unabhängig von der Kapitalstruktur, wodurch auch der Unternehmenswert fix ist. => Alle Unternehmen können Risikoklassen zugewiesen werden, wodurch ihre Kapitalkosten festgelegt sind. GK=x/p(Marktrate der Risikoklasse)
- 2. These von Modigliani-Miller Die Eigenkapitalkosten eines Unternehmens sind eine steigende Funktion des Verschuldungsgrades. Annahme, dass kein Ausfallrisiko der Kredite besteht: Der FK-Zins bleibt bei wachsendem oder schrumpfendem Verschuldungsgrad konstant. Daher verlaufen die Eigenkapitalkosten (Renditeforderungen der EK-Geber) linear zum Verschuldungsgrad. Annahme, dass ein Ausfallrisiko der Kredite besteht: Der FK-Zins erhöht sich, da die FK-Geber erkennen, dass das Ausfallrisiko mit zunehmendem Verschuldungsgrad steigt. Daher wachsen die EK-Kosten mit zunehmendem Verschuldungsgrad weniger, während die FK-Kosten sich asymptotisch an die EK-Kosten annähern.
- Trade-Off-Theorie Ein steigender FK-Anteil erhöht die FK-Zinsen, was die Steuerlast mindert und den Investoren zu Gute kommt. Gleichzeitig erhöht ein steigender FK-Anteil das Insolvenzrisiko und die direkten(Verwalter, etc) und indirekten(stagnierende Auftragslage im Vorfeld) Insolvenzkosten.
- Kapitalstruktur - Agencytheoretischer Ansatz Bei geringer Verschuldung im Unternehmen: Anreize mehr FK für Investitionen einzusetzen => übermäßige Sachzuwendungen nehmen dann ab, Fehlinvestitionen nehmen dann ab, Empire Building nimmt dann ab Bei hoher Verschuldung im Unternehmen: Anreize weniger FK für Investitionen einzusetzen => Übermäßige Risikobereitschaft nimmt dann ab, Unterinvestition nimmt dann ab, Cashing Out nimmt dann ab
- Pecking-Order-Theorie Bei Veränderung der Unternehmensfinanzierung, so wenig Signale so den Kapitalmarkt wie möglich senden. Innenfinanzierung => Veräußerung von Finanzanlagen => Finanzierung über FK => Finanzierung über Mezzanines Kapital => Finanzierung über Eigenkapital
- Anzeige
- Mezzanines Kapital Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Dabei wird in der klassischen Variante einem Unternehmen wirtschaftliches oder bilanzielles Eigenkapital zugeführt, ohne den Kapitalgebern Stimm- oder Einflussnahmerechte wie den echten Gesellschaftern zu gewähren.
- Kapitalfreisetzungseffekt oder Lohmann-Ruchti-Effekt In den Verkaufspreisen der hergestellten Erzeugnisse wird der Abschreibungswert für die Anlagennutzung i.d.R. früher vergütet, als er für die verschleißbedingte Erneuerung der Anlagegüter benötigt wird, von denen die Abschreibungsbeträge stammen. Werden die vorweggenommenen Abschreibungsbeträge laufend investiert, so führt das zu einer Anlagenexpansion, ohne dass es der Zuführung neuer Mittel bedarf.
- Private Equity - Vorraussetzungen Unternehmen muss zukunftsorientiert und entwicklungsfähig sein Zuverlässiges Management und aussagekräftiges ReWe Sichere künftige Erträge (gemessen an Erfahrungswerten, Verschuldungsgrad) Stärkung der Marktstellung und Ertragskraft bei Beteiligung
- Aktionärsrechte Dividendenrecht, Teilnahme an der Hauptversammlung, Stimmrecht auf der Hauptversammlung, Informationsrecht, Bezugsrecht bei der Ausgabe junger Aktien, Anteil am Liquidationserlös
- Aktien nach Rechteübertragbarkeit Inhaberaktie: nur Einigung und Übergabe notwendig => hohe Fungibilität Namensaktie: läuft auf einen Namen, Eintrag ins Aktienbuch => Transparenz, Erleichterung der Investor-Relations Vinkulierte Namensaktie: läuft auf einen Namen, Eintrag ins Aktienbuch, Weitergabe nur mit Zustimmung des Vorstandes/Aufsichtsrates => Aktien pro Aktionär können beschränkt werden, Schutz vor feindlichen Übernahmen
- Börsengang/ Kapitalerhöhungen Mit Beteiligungsfinanzierungseffekt: Ordentliche Kapitalerhöhung, Bedingte Kapitalerhöhung, Genehmigtes Kapital Ohne Beteiligungsfinanzierungseffekt: Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln
- Kostenvergleichsrechnung - Kritische Menge Fixe Kosten + Variable Kosten*x = Fixe Kosten + Variable Kosten*x
- Bernoulli-Prinzip - Anwendung bei gleichen Erwartungswerten (Rückfluss (Szenario 1) - Rückfluss (Szenario 2) * Eintrittswahrscheinlichkeit (Szenario 1)) + (Rückfluss (Szenario 2) - Rückfluss (Szenario 3) + Eintrittswarhscheinlichkeit (Szenario 2) + (...) = σ^2 => Wurzel aus σ^2 = Streuungsmaß
- Bernoulli-Prinzip - Risikopräferenzfunktion Wie viele Erfolgseinheiten (μ) sind notwendig, um eine zusätzliche Risikoeinheit (σ) zu kompensieren ? Funktion als Viertelkreis nach rechts geöffnet => risikofreudig Funktion als Viertelkreis nach links geöffnet => risikoavers Funktion als zur y-Achse parallele Geraden => risikoindifferent
- Empire Building Menge kontrollierter Ressourcen wichtiger, als optimaler Einsatz der Ressourcen
- Innenfinanzierung Selbstfinanzierung (Offene Selbstfinanzierung, Verdeckte Selbstfinanzierung), Umschichtung (aktivisch durch Veränderung der Abschreibungen, der Kapitalbindungsdauer; passivisch durch Veränderung der Kapitalstruktur) Rückstellungen (Pensionen, Steuern)
- Offene Selbstfinanzierung - aus der GuV ersichtlich - unterliegt der Besteuerung - verfügbarer als Finanzierung von Außen
- Verdeckte/ Stille Selbstfinanzierung - Einbehaltung nicht ausgeschütteter Gewinne - Keine Besteuerung, d.h. teilweise mit Steuerstundungs-/ Zinseffekt - Bsp: Unterbewertung von Aktiva, Unterlassung von Aktivierung, Überbewertung von Passiva
- Selbstfinanzierung(offen + verdeckt) - Kritik + Kapitalbeschaffungskosten werden vermieden, keine Veränderung der Herrschaftsverhältnisse, keine Sicherheiten nötig - Kapitalvolumen verringert sich, Bilanzverschleierung, keine regulierende Wirkung des Kapitalmarktzinses
- Umschichtungen Aktivisch: Kapitalfreisetzung, Finanzierung aus Abschreibungen, Verringerung der Kapitalbindungsdauer Passivisch: Kapitalstrukturänderungen
- Umschichtungen - Kapitalfreisetzung (Aktivisch) Außerordentliche Umsätze Dauerhafte Kapitalfreisetzungen
- Umschichtungen - Finanzierung aus Abschreibungen (Aktivisch) Lohman-Ruchti-Effekt: Kapitalfreisetzungseffekt +/ Kapazitätserweiterungseffekt
- Umschichtungen - Verringerung der Kapitalbindungsdauer (Aktivisch) Verringerung der Forderungen a. L. u. L., der Vorräte
- Umschichtungen - Kapitalstrukturänderungen (Passivisch) Umwandlung von Wandelanleihe, Bündelung von Krediten
- Finanzierung aus Rückstellungen Bindung von liquiden Mitteln durch Bildung von Rückstellungen Langfristig = Pensionsrückstellungen, Mittelfristig = Rückstellungen für schwebende Geschäfte, Kurzfristig = Instandhaltungs- und Steuerrückstellungen