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Ökonomische Analyse des Rechts (Fach) / Ökonomische Theorie der Unternehmung (Lektion)

Unternehmung

Diese Lektion wurde von Marmoody erstellt.

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  • Thesen der Theorie der Unternehmung Es gibt keine Unternehmensorganisationsform, die stets allen anderen überlegen ist. Die effiziente Organisationslösung hängt von den kostengestaltenden Umständen ab, in denen sich das Unternehmen befindet. Welche Gruppe am besten Eigentümer des Unternehmens ist, hängt von den jeweiligen Kosten der Marktverträge ("Cost of Contracting") und den Kosten der Eigentümerstellung ("Cost of Ownership") aller alternativ möglichen Eigentümer ab.
  • Was ist das Eigentum an einem Unternehmen? Die rechtlich mögliche Kontrolle des Unternehmens und zugleich das Recht auf Aneignung des Residuums (Gewinn). Kumulative Kombination der beiden Rechte notwendig, da ohne Kontrollrechte kein Residuum zu erwarten und ohne Residuum kein Kapitalgeber
  • Was bedeutet Kontrolle? Das Recht, diejenigen Geschäftsentscheidungen zu bestimmen, die aufgrund zu hoher Transaktionskosten und unvollkommener Vorhersagemöglichkeiten nicht im voraus vertraglich im einzelnen festgelegt werden können.
  • Was sind mögliche Eigentümer (Eigentümergruppen)? Reiner Unternehmer ohne Ressourcenbeteiligung ("Betreiber") Kapitalgeber mit Festvergütung (Kreditgeber) Kapitalgeber ohne festen Zins (Investoren) Konsumenten Produzenten Arbeitnehmer Andere Vorlieferanten Niemand: wie bei Non-Profits (Stiftung, Vereinen) Der Staat
  • Was sind Patrons? Alle Individuen, Gruppen oder Organisationen, die entweder in einer Beziehung zum Unternehmen stehen Beispiele: Kunden, Arbeitnehmer, Kreditgeber, Lieferanten
  • Was ist eine Produzenten-Kooperative? Die Mitglieder beliefern die Kooperative ("das Unternehmen") zu fixen (geringem) Preis mit einem Input und erhalten nach Verkauf des Outputs einen Gewinnanteil. Bsp: Molkereigenossenschaft
  • Was ist eine Konsumenten-Kooperative? Mitglieder nehmen der Kooperative Güter ab und erhalten Gewinnanteil in Höhe ihrer Käufe.
  • Was ist eine Kapitalgeber-Kooperative? "Klassische Kapitalgesellschaft" Kapitalgeber liefern einen Inputfaktor (Geld oder geldwerte Güter) ohne fest vereinbarte Gegenleistung und Rückgabevereinbarung und erhalten einen Gewinnanteil.
  • Was sind Non-Profits? Wesensmerkmal: Non-Distribution Constraint Gewinne dürfen zwar erwirtschaftet, jedoch nicht an diejenigen ausgeschüttet werden, die die Gesellschaft kontrollieren Folge: Non-Profit-Organisation hat keine(n) Eigentümer
  • Was sind Unternehmen? Ein Unternehmen ist das koordinierte Zentrum eines Netzes von Verträgen ("Nexus of contracts").
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  • Was ist ein Marktvertrag? Verträge zwischen Unternehmen und Patron (Kunden, Lieferanten), der kein Eigentum an der Firma hält.
  • Was sind Transaktionskosten? "Costs of Contracting" (Marktvertragskosten) Besonders hoch bei Marktversagen Die Coase'sche Frage: "Why Firms? Costs of Contracts!"
  • Was sind Eigentumskosten? Nicht nur Marktverträge, auch die Eigentumsposition an einem Unternehmen führt zu Kosten = "Costs of Ownership" (Unternehmensorganisationskosten) Je nach Eigentümergruppe unterschiedlich hoch Wettbewerb muss entdecke, wann welche Gruppe welche Eigentumskosten verursacht und wie diese sich zu den Marktvertragskosten verhalten.
  • Arten von Eigentumskosten? Managementkontrollkosten / "Agency Costs" (z.B. Monitoring = Governance Kosten) Kosten der kollektiven Entscheidungsbildung bei den Eigentümern Risikokosten
  • Wann ist eine Eigentümerstruktur Effizient? Eigentumsstruktur eines Unternehmens ist effizient, wenn sie die Summe aus: den Kosten von Marktverträgen (Cost of Contracting) und den Eigentumskosten (Cost of Ownership) minimieren. --> Warum sollte jemand Eigentümer sein, wenn andere Gruppen als Eigentümer insgesamt höhere Kosten ersparen können?
  • Wozu führt ein Wettbewerb der Rechts- und Organisationsformen? Führt zu Kostenminimierung Erwartet wird das Überleben von den "günstigsten" Unternehmensformen Unwirtschaftliche Eigentümerformen wurden historisch staatlich erzwungen Kostenminimierende Unternehmensform ist abhängig von den jeweiligen Märkten.
  • Kosten der Marktverträge bei einfacher Marktmacht? Monopole und Kartelle verfügen über Macht im Hinblick auf mindestens eine Gruppe von Patrons und nutzen diese Macht zu ihren Gunsten aus (überhöhte Flug-/ Strompreise) Lösung: Übernahme der Firma durch betroffene Patrons senkt Ausbeutung und Unterkonsum
  • Kosten der Marktverträge bei Ex-Post Marktmacht trotz Wettbewerb ex ante ("Lock-In") Entstehungsmöglichkeiten: Patron muss spezifische Investition tätigen ("Sunk Costs") Langfristige, komplexe Verträge, deren Asprekte sich erst im Verlauf der Zeit offenbaren Folge: Gefangener Markt ("Lock-In") Die den Patron schützende Möglichkeit des Ausstiegs aus dem Vertrag entfällt, da mit hohen (Marktaustritts-)Kosten verbunden Beispiel: Arbeitsverträge mit der Enteignung der beruflichen Investition, Aldilieferverträge .. Lösung: Vertikale Integration als typische Industrielösung, d.h. Eigentum statt Marktverträge
  • Kosten der Marktverträge bei langfristigen Verträgen? Notwendigkeit wegen "Sunk Costs", opportunistischem Verhalten, Adverse Selektion und Risikoverteilung Problem: Risiko entsteht in einem Nullsummenspiel (z.B. Unerwartete Preisänderungen oder Inflation: bevorzugen und benachteiligen die andere um denselben Betrag Lösung: Integration der Beteiligten führt für beide Seiten zu Beseitigung des Risikos, im Laufe der Zeit zufällig benachteiligt zu werden.
  • Kosten der Marktverträge bei asymmetrischer Information Wenn eine Vertragsseite wesentlich besser als die andere Seite über vertragsbedeutsame Umstände informiert ist. Problem: vor Vertragsabschluss: "Adverse Selektion" Bsp.: Akerlof's Market for Lemons nach Vertragsschluss: "Moral Hazard", wenn Kunden Wissensvorteil haben Lösung: Kunden werden Eigentümer (z.B. Bauern von Düngerproduzenten)
  • Was sind Managementkontrollkosten / "Agency Costs"? Geschäftsführungsdelegation  unvermeidbar, damit auch die Principal-Agent-Problem-Kosten (Agency Costs) der Managementkontrolle Arten: Überwachungskosten "Monitoring Costs" Kosten des opportunistischen Managementverhaltens aufgrund der nur unvollständig möglichen Überwachung
  • Was sind Willensbildungskosten? Politische Kosten des Eigentums aufgrund Heterogenität der Eigentümer (Meinungsunterschiede der Eigentümer) Folge heterogener Präferenzen und Interessen der Eigentümer über die Art der Leitung des Unternehmens
  • Was sind Kosten der Risikoübernahme? Neben Kontroll- und Willensbildungskosten auch Kosten des Rechts auf den Gewinn Eigentümerstatus wird durch Aneignung des Residuums (Gewinn) des Unternehmens entgolten Gewinn unterliegt dem Risiko von starken, extrem hervorgerufenen Schwankungen und auch von Verlusten Diversifikation verringert das Risiko
  • Eigentumskosten bei Entrepreneurtum und Umwandlung der Struktur? Gründung eines Unternehmens benötigt einen Entrepreneur, der die Organisation bestimmt und (um)ordnet. Spätere Eigentümer des Unternehmens bezahlen beim Anteilskauf den Entrepreneur für den Aufbau von Chancen auf zukünftige Gewinne Management kann häufig wichtige Umwandlung verhindern Nötig auvh M&A-Dienstleistungen
  • Martvertragskosten externer Kapitalgeber Asymmetrische Information Informationsvorteile der Eigentümer führen zu opportunistischem Verhalten der Eigentümer gegenüber externer Kapitalgebern Folgen: Zu hohe Ausschüttung, hohe Kosten, riskante Projekte, Selbstbedienung Haftungsbeschränkungen ungesicherte Kapitalgeber tragen das Risiko einseitig (Schützende Verträge) Lock-In (langfristige Kreditverträge für spezifische Investitionen) Lösung: Kapitalgeber werden Eigentümer 
  • Kosten des Eigentums bei Kapitalgesellschaften Eigentümer (Investoren) können übernommene unternehmensspezifische Risiken durch Portfoliobildung besser minimieren als jede andere Patron-Gruppe Kontrolle des Managements:  Monitoring erschwert bei breit gestreuten Anteilen Kontrollverlust an Banken und Manager  Kontrolle über den Markt für Unternehmenskontrolle
  • Was ist Arbeitnehmereigentum? Formen: Arbeitnehmerkooperative (AN als Eigentümer, Häufig im Servicebereich) Teilweise Teilhabe an der Unternehmenskontrolle (50% des Aufsichtsrats) Partielle Aneignung des Residuums (Aktienpläne für Angestellte und Vorstände) Vorteile: Anreiz zur Beseitigung von "Moral Hazard", Entfremdung, Interessenkonflikt ...  Kosten der Marktverträge (Lock In (langfristige Anstellungsverhältnisse..) Folgerung: Kosten der Marktverträge sind nicht entscheidend. Probleme des Arbeitnehmereigentums: Doppelte Patronschaft bedeutet schlechte Diversifikation von Humankaptial und Kapital Doppeltes Risiko führt zu Risikoscheu
  • Was ist Arbeitnehmereigentum (2) Kosten des Eigentums: Geringe "Agency-Costs" (Angestellte besser informiert als Investoren) Quelle der Ineffizienz des Arbeitnehmertums: (Hohe Willensbildungskosten) Arbeitsnehmereigentum an einem Unternehmen ist aufgrund der hohen Willensbildungskosten nur möglich in Unternehmen mit gleichartigen Angestellen (Ärzte, Anwälte...), kleinen Unternehmen ... Gleichmacherei zur Konfliktsenkung Bei Wachstums zunehmende Heterogenität Umwandlung in Kapitalgeberkooperations oder Non-Profits Arbeitnehmereigentum durch Aktienvergütung: Theorie: AN-Beteiligung erhöht Motivation und Produktivität Praxis: keine Evidenz Extreme Risiken für AN: Arbeits- und Kapitaleinkommen hängen an derselben Firma Ergebnis: Die als größter Vorteil gelobte Demokratisierung durch breite Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensentscheidungen ist in Wirklichkeit die entscheidende Schwäche dieser Organisationsform.