AVWL (Fach) / Gesetz der Nachfrage II (Lektion)

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IIndifferenzkurven etc.

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  • Indifferenzkurven Sind ein graphisches Hilfsmittel zur Abbildung von Präferenzen Zeigt im Güterdiagramm jeweils den geometrischen Ort aller Kombinationen von Gütern, zwischen denen der Haushalt indifferent ist bzw. die eingesetzt in die Nutzenfunktion zum gleichen Nutzenindex führen. Unter den üblichen Annahmen über die Präferenzen (Vollständigkeit, Nichtsättigung, Ausgewogenheit, Transitivität) verlaufen Indifferenzkurven konvex, füllen den Güterraum vollständig aus, zeigen mit zunehmender Entfernung vom Ursprung einen höheren Nutzen für den Haushalt und schneiden sich nicht. Ihre Steigung heißt Grenzrate der Substitution. ! Auf einer Indifferenz- oder Isonutzenkurve liegen Güterbündel, die der Haushalt als gleichwertig einschätzt ! Der Haushalt präferiert die Güterbündel, die auf einer höheren Indiffernzkurven liegen. ! Indifferenzkurven können sich nicht schneiden. ! Indifferenzkurven haben fallenden Verlauf (Nichtsättigungsannahme). ! Indifferenzkurven sind konvex (Ausgewogenheitsannahme).
  • Nutzenfunktion Methodisches Hilfsmittel, das Präferenzordnungen so abbildet, dass diese der Marginalanalyse zugänglich werden   Nutzenfunktionen sind so konstruiert, dass sie einen höheren Indexwert für eine Alternative liefern, die die Wirtschaftssubjekte einer anderen Alternative vorziehen Der Indexwert wird üblicherweise als Nutzen bezeichnet, seine absolute Höhe ist aber bedeutungslos, da sämtliche positiv monoton transformierten Nutzenfunktionen dieselbe Präferenzordnung abbilden In der ordinalen Nutzentheorie sind die Abstände zwischen den Nutzenindexwerten nicht interpretierbar. Liefert eine Nutzenfunktion den gleichen Indexwert für zwei verschiedene Alternativen, stehen diese in der Präferenzordnung des Wirtschaftssubjekts auf gleicher Stufe, d.h. es ist indifferent (s.a. Indifferenzkurve). In der kardinalen Nutzentheorie geht man davon aus, daß sich Nutzen metrisch messen läßt, d.h. die Abstände zwischen zwei Nutzenwerten interpretierbar sind (s.a. Grenznutzen).
  • Transitivitätsannahme Annahme über die Präferenzen der Wirtschaftssubjekte, die die Schlussfolgerung zulässt, dass Alternative A besser ist als Alternative C, wenn der Haushalt die Alternative A der Alternative B und die Alternative B der Alternative C vorzieht. Die Annahme stellt sicher, dass Indifferenzkurven sich nicht schneiden können.
  • Präferenzen, Präferenzordnung In der Mikroökonomie als exogen aufgefasste Bedürfnisse der Wirtschaftssubjekte. Es wird unterstellt, dass die Wirtschaftssubjekte in der Lage sind, je zwei beliebige Situationen (Alternativen) dahingehend einzuschätzen, ob eine ihren Bedürfnissen eher entspricht oder sie als gleichwertig (indifferent) anzusehen sind, ohne dass es dabei zu Widersprüchen kommt (Transitivitätsannahme). Die Reihung der Alternativen wird Präferenzordnung genannt.
  • Vollständigkeitsannahme Annahme über die Präferenzen der Wirtschaftssubjekte, dass diese grundsätzlich in der Lage sind, über zwei beliebige Alternativen angeben zu können, ob eine besser als die andere ist oder beide gleichwertig sind. Die Annahme sichert, dass durch jeden Punkt im Güterdiagramm eine Indifferenzkurve verläuft.
  • Grenznutzen Der Grenznutzen einer Aktivität gibt in der kardinalen Nutzentheorie den Nutzenzuwachs an, der (näherungsweise) durch eine weitere Aktivitätseinheit entsteht. Kann als erste partielle Ableitung der Nutzenfunktion berechnet werden. Eine Aktivität wird ausgedehnt, wenn ihr Grenznutzen ihre Grenzkosten übertrifft.
  • Erstes Gossensches Gesetz (auch: Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen) Unter der Annahme kardinal meßbaren Nutzens die für die meisten Aktivitäten als gültig erachtete Hypothese, daß die erste Aktivitätseinheit mehr Nutzen stiftet als die zweite, die zweite mehr als die dritte, die dritte mehr als die vierte usw. Das Gesetz gilt für ein Gut, wenn die zweite partielle Ableitung der Nutzenfunktion nach diesem negativ ist. Paradebeispiel ist der Konsum von Nahrungsmitteln, bei denen typischerweise Sättigung eintritt (und in der Folge der Grenznutzen auch negativ werden kann). Das Gesetz vereinfacht die Berechnung von Haushaltsoptima und Nachfragefunktionen, ist aber in weiten Bereichen der mikroökonomischen Theorie verzichtbar. Eine Ausnahme bilden stochastische Modelle, in denen Wirtschaftssubjekte Entscheidungen treffen, deren Konsequenzen zufallsbehaftet sind. Mit der Annahme eines abnehmenden (zunehmenden) Grenznutzen des Geldes läßt sich dann risikoaverses (risikofreudiges) Verhalten modellieren, da der Nutzen eines sicheren Betrages A größer ist als der Nutzen des Spiels mit dem Einsatz A und den gleich wahrscheinlichen Auszahlungen null und 2 A.
  • Ungut Während Gütern unterstellt wird, dass sie einen Nutzen stiften, geht man bei "Ungütern" von einem Disnutzen (negativer Einfluß auf das Wohlbefinden) aus. Ungüter, die mitunter auch als "Übel" bezeichnet werden, erfordern keine besondere Behandlung im Rahmen der mikroökonomischen Theorie, da sich Ungüter (durch ein negatives Vorzeichen) immer in Güter umdefinieren lassen. So entspricht z. B. der ein Leid verursachenden Arbeit ein Verlust an Freizeit, Krankheit läßt sich als ein Weniger an Gesundheit auffassen und Verschmutzung kann als "negative Sauberkeit" definiert werden.
  • Grenzrate der Substitution Die Grenzrate der Substitution zeigt das Tauschverhältnis je zweier Güter bei Indifferenz des Haushalts Sie spiegelt sich in der Steigung der Indifferenzkurve für die gerade betrachtete Ausstattung des Haushalts mit Gütern wider und entspricht dem negativen umgekehrten Verhältnis der Grenznutzen.
  • Gesetz von der abnehmenden Grenzrate der Substitution Das Gesetz von der abnehmenden Grenzrate der Substitution behauptet, daß sich das Tauschverhältnis eines Gutes X gegen ein anderes Gut Y, das den Haushalt indifferent läßt, um so schlechter für X darstellt, je besser der Haushalt in der Ausgangssituation mit X ausgestattet ist. Das erste Gossensche Gesetz ist eine hinreichende, aber keine notwendige Bedingung für eine abnehmende Grenzrate der Substitution. Graphisch kommt das Gesetz in einer konvexen Gestalt der Indifferenzkurven zum Ausdruck.
  • Haushaltsoptimum auch: Haushaltsgleichgewicht Im Haushaltsgleichgewicht entspricht das Preisverhältnis je zweier Güter dem Verhältnis ihrer Grenznutzen bzw. der negativen umgekehrten Grenzrate der (Güter-)Substitution. Grafisch entspricht dieser Aussage ein Tangentialpunkt der Budgetgeraden mit einer (der höchsten erreichbaren) Indifferenzkurve. Dieser Punkt zeigt das Güterbündel, das der Haushalt bei den gegebenen Preisen und dem gegebenen Einkommen präferiert. In der kardinalen Nutzentheorie (s. Zweites Gossensches Gesetz) handelt es sich um das Güterbündel, das den Nutzen des Haushalts maximiert. Im Haushaltsgleichgewicht (oder -optimum) stimmen die Steigungen von Budgetgerade und Indifferenzkurve überein.
  • Zweites Gossensches Gesetz auch: Equimarginalprinzip, Grenznutzenausgleichsregel, Gesetz vom Ausgleich der gewogenen Grenznutzen, Gossensches Grenznutzenausgleichsgesetz Ausgehend von der Annahme kardinal messbaren Nutzens befindet sich ein Haushalt im Gleichgewicht, wenn die Grenznutzen aller Güter geteilt durch ihren jeweiligen Preis übereinstimmen. Andernfalls kann der Haushalt seinen Nutzen steigern, da sich eine Umstrukturierung des Konsums so vornehmen ließe, dass eine Ausgabenreduzierung bei einem Gut weniger Nutzeneinbuße als eine entsprechende Ausgabenerhöhung bei einem anderen Gut Nutzenzuwachs bedeutet. Die Aussage, dass im Haushaltsgleichgewicht das Preisverhältnis je zweier Güter mit dem Verhältnis ihrer Grenznutzen übereinstimmen muss, ist prinzipiell mit dem Zweiten Gossenschen Gesetz identisch, kommt aber ohne die Annahme kardinaler Messbarkeit des Nutzens aus, da das Verhältnis der Grenznutzen der (negativen) umgekehrten Grenzrate der Substitution entspricht. Das Zweite Gossensche Gesetz beschreibt somit das Haushaltsgleichgewicht.
  • Zeitpräferenz, -rate Unter Zeitpräferenz versteht man den Wunsch, Konsumaktivitäten zu bestimmten Zeitpunkten bzw. in bestimmten Perioden durchzuführen. In der Regel wird unterstellt, dass der Konsum um so höher bewertet wird, je zeitnäher er stattfindet. Zukünftiger wird im Vergleich zu gegenwärtigem Konsum minder geschätzt. Die Zeitpräferenzrate r dient zur Messung der Zeitpräferenz. Sie ist definiert als der um 1 verminderte absolute Betrag der Grenzrate der Substitution zwischen zukünftigen C1 und gegenwärtigem Konsum C0: r = |(dC1/dC0)| - 1. Der Ausdruck zeigt an, mit welcher Rate die Gütermenge anwachsen muss, so dass der Haushalt gerade indifferent ist, sie in der Gegenwarts- oder in der Zukunftsperiode zu konsumieren. Da sich die Zeitpräferenzrate mit den in den Perioden zur Verfügung stehenden Gütermengen infolge der auch hier üblichen Konvexitätsannahme ändert, gibt man die Zeitpräferenz eines Haushalts unter der Annahme an, dass sein gegenwärtiges und zukünftiges Einkommen (bzw. sein gegenwärtiger und zukünftiger Konsum) gleich hoch sind.