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MWU 15 (Fach) / Wissenschaftstheorien (Lektion)
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- Erläutern Sie die Korrespondenztheorie. Welche Probleme bietet sie? Wahr ist etwas dann, wenn es mit der Wirklichkeit übereinstimmt.zB.: Die Aussage: " Auf diesem Schreibtisch liegt ein Kugelschreiber." ist wahr, wenn dort tatsächlich ein Kugelschreiber liegt. Erstmals von Aristoteles formuliert Probleme: All-Sätze sind mittels der Korrespondenztheorie nicht überprüfbar, weil nicht jeder Einzelfall, der betroffen ist, geprüft werden kann Vergangenes kann nicht überprüft werden (zB.: Caesar wurde ermordet und es ist heute nicht mehr überprüfbar, ob es tatsächlich so war) Infiniter Regress: die Behauptung einer Korrespondenz zwischen einer Aussage und der Realität verweist auf die nächste Frage (ad infinitum) Man kommt also nicht aus dem Bereich von Aussagen hinaus, denn das vorliegen bestimmter Tatsachen wird wieder als Aussage formuliert
- Erläutern Sie die Kohärenztheorie. Welche Probleme bietet sie? Eine Aussage ist wahr, wenn sie nicht mit anderen bereits akzeptierten Aussagen zu diesem Inhalt in Widerspruch steht. Ziel dieser Theorie ist es, einen Wahrheitstest oder ein Wahrheitskriterium zu liefern Probleme: In der Wissenschaft kann Kohärenz kein endgültiger Garant für Wahrheit sein, doch zumindest so etwas wie ein Zuverlässigkeitskriterium Diese funktioniert nur, wenn wir bereits über wahre Aussagen verfügen mit denen die anderen kohärieren müssen verschiedene Aussagesysteme können konsistent sein müssen aber nicht wahr sein
- Erläutern Sie die Konsensustheorie. Welche Probleme bietet sie? entwickelt von Jürgen Habermas Die Wahrheit ist jener Konsens, der in einer idealen Gesprächssituation (Diskussion mehrerer Phasen) einstimmig erreicht wird. Ideale Gesprächssituation bedeuten, dass jeder die gleiche Möglichkeit hat regulativ ins Gespräch einzugreifen, seine Meinung kundzutun, gleich lange zu sprechen, ....das bessere Argument gewinnt. Probleme: Diese ideale Gesprächssituation gibt es in der Realität aber nicht. Kann eine große Anzahl an Menschen, die einer Meinung sind, nicht auch irren? Sind nicht die großen Menschheitsverbrechen des 20. Jhd. das Ergebnis eines breiten Konsensus?
- Erläutern Sie den Begriff der Induktion. vom Einzelnen aufs Allgemeine schließen Ich beobachte eine Begebenheit immer wieder und schließe daher inuitiv daraus, dass es ein allgemeines Gesetz ist oder ich betreibe wissenschaftliche Arbeit und erkenne anhand vieler Einzelfälle, dass eine allgemeine Gesetzmäßigkeit hinter einem Phänomen steckt. "Scheinwerfertheorie"
- Bringen Sie zwei eigenständige Beispiele für induktive Forschung. BSP 1:Eine Tierärztin stellt fest, dass alle rotfarbigen Katzen, die sie bisher behandelt hat, ab einem Alter von 12 Jahren Nierenbehandlungen bekommen. Sie schließt daraus, dass dies immer so ist - bei allen roten Katzen und stellt diese Hypothese auf. Sie überprüft sie, indem sie eine repräsentative Stichprobe roter Katzen untersucht. BSP 2:Ein Marketingleiter eines Schokoladenherstellers stellt fest, dass in der Vergangenheit eine Erhöhung des Marketingbudgets immer auch zu einer Umsatzsteigerung geführt hat. Er überprüft diese Hypothese indem er in seiner Branche in Österreich von einem Marktforschungsinstitut alle Schokoladenfabrikanten befragen lässt bzw. die Umsatzzahlen mit den Marketingbudgets vergleichen lässt.
- Worin liegen die Vorteile der induktiven Methode? Vorteile:Es werden neue Erkenntnisse gewonnen, die mittels deduktiver Forschung nicht möglich sind, der Stand der Wissenschaft entwickelt sich weiter
- Worin liegen die Nachteile der induktiven Methode? Beschreiben Sie das Induktionsproblem (dieses setzt sich aus zwei unterschiedlichen Problemstellungen zusammen). Grundproblem: man kann nie alles gesehen haben. Induktion ist also nie vollständig und kann nie absolut sein (David Hume: "Nur weil die Sonne bisher jeden Tag aufgegangen ist, gibt es keinen logisch zwingenden Grund anzunehmen, dass sie auch weiterhin jeden Tag aufgehen wird -> Nicht logisch) Grundprobelm: Jede Beobachtung hat schon Begriffe und Theorien zur Voraussetzung. ZB.: wenn man beobachten will, ob sich ein Mensch intelligent verhält, muss man einen Begriff/Theorie der Intelligenz haben
- Erklären Sie ausführlich und verständlich den Begriff der Deduktion. Bringen Sie ein eigenständiges Beispiel. Der deduktive Schluss erfolgt vom Allgemeinen aufs Einzelne. Bsp: Alle Menschen sind sterblich. ich bin ein Mensch. Also bin ich auch sterblich! Die allgmein gültigen Sätze wie obiges Beispiel werden auch All-Sätze oder Axiome genannt. Sie gelten für alle denkbaren Fälle und sollen idealerweise apriorische Gültigkeit haben, d.h. nicht hinterfragbar sein.
- Worin liegen die wissenschaftlichen Vor- und Nachteile der deduktiven Methode? Vorteil:Die Deduktion genügt als einzige Schlussmethode strengen logischen Maßstäben. Nachteil:Die Deduktion schafft grundsätzlich kein neues Wissen - sie ist tautologisch d.h. Wiederholung eines schon Gesagten
- Was versteht man unter Reduktion? Führen Sie ein eigenständiges Beispiel an! Die Reduktion hat die logische Form: Wenn A, dann B; nun gilt B. Also gilt auch A. BSP: Schlecht gelaunte Lektoren geben schlechte Noten. Ich habe eine schlechte Note. Also war mein Lektor schlecht gelaunt. -> Die Reduktion ist nicht streng logisch (wie die Induktion), man schließt von einer Folge auf eine Ursache
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- Erläutern Sie ausführlich und verständlich die Position des Idealismus. Ein Idealist ist jemand, der an eine Idee glaubt, die in der Realität ("noch nicht") exisitiert. Er ist aber überzeugt diese verwirklichen bzw. sich ihr zumindest annähern zu können. Idealisten sind Menschen, die einer Idee nachstreben, obwohl sie die Früchte nicht gleich ernten könnnen. Im Idealismus steht das Geistige über dem Materiellen. Es wird an die perfekte Idee von etwas geglaubt.
- Worin liegen die wissenschaftlichen Probleme der idealistischen Position? Probleme: Wie können Ideen die Wirklichkeit repräsentieren? Und ist es nicht gefährlich, wenn Menschen auf Grund von Ideen damit beginnen, die Wirklichkeit zu regulieren, umzuformen oder zu gestalten? Es ist fraglich ob es vernünftig ist, die Realität nach Idealvorstellungen zu modellieren ; andererseits würde sich wenig verändern, wenn die Idealisten ihre Träume in der Realität hätten; So ist Platons Idee von Jenseits & der Welt der Ideen hübsch, aber es gibt absolut keine empirischen Beweise dafür. Wo das Wissen aufhört muss geglaubt werden...
- Was sind die Gemeinsamkeiten der idealistischen und der dogmatischen Position? Die Gemeinsamkeit liegt im Glauben. Beide können ihre Anschauungen nicht empirisch nachweisen. Ohne Wissen muss geglaubt werden. Der Idealist zB.: ein Hundezüchter glaubt daran, dass er den perfekten Hund züchten wird. Ein Idealist hat eine Idee verstanden & verfolgt diese. Aber er muss daran glauben, dass er das können wird, beweisen kann er das nicht. Ein Dogmatiker, der zB.: an den christlichen Gott glaubt, kann diesen auch nicht beweisen. Er glaubt an Gott, weil Jesus und andere Propheten sagen, dass sie eine Vision hatten usw., empirisch beweisbar oder nachvollziehbar ist auch das nicht. Sowohl Dogmatiker als auch Idealisten stellen das Geistige über das Materielle und stehen so im Gegensatz zum Materialismus & Realismus.
- Auf welche Weise tritt die realistische Position der idealistischen entgegen? Realismus: = entgegengesetzte Haltung zum platonischen Idealismus: geht von einer objektiven, vom Subjekt unabhängigen, erfahrbaren Wirklichkeit (Realität) aus Realist sieht die Dinge so wie sie sind (sachlicher Mensch) Evolutionäre Erkenntnistheorie Im Gegensatz zu Immanuel Kant (Kategorien wie Raum, Zeit und Kausalität stehen uns a priori zur Verfügung): Kategorien wurden über die Jahrhunderte von Evolution erworben.
- Auf welche Weise tritt die realistische Position der idealistischen entgegen? Realismus: = entgegengesetzte Haltung zum platonischen Idealismus: geht von einer objektiven, vom Subjekt unabhängigen, erfahrbaren Wirklichkeit (Realität) aus Realist sieht die Dinge so wie sie sind (sachlicher Mensch) Evolutionäre Erkenntnistheorie Im Gegensatz zu Immanuel Kant (Kategorien wie Raum, Zeit und Kausalität stehen uns a priori zur Verfügung): Kategorien wurden über die Jahrhunderte von Evolution erworben.
- Was bedeutet das griechische Wort "methodos"? methodos = der Weg um etwas zu erreichen Heute versteht man ein planmäßiges Verfahren zur Lösung bestimmter Probleme Entscheidend ist der Zusammenhang zwischen Weg und Ziel
- Was ist eine Methode? Heute versteht man unter Methode im Allgemeinen ein planmäßiges Verfahren zur Lösung bestimmter Probleme, das nach einiger Übung auch als Technik beherrscht und vermittelt werden kann. Entscheidend ist also der Zusammenhang zwischen Weg und Ziel. Laut Descartes: Plan allgm. Methodologie = Plan eines systematischen und abgeschlossenen Lehrsystems wissenschaftlichen Arbeitens
- Was verstand der Wiener Kreis unter einer wissenschaftlichem Weltanschauung? Die Mitglieder des Wr. Kreises wendeten sich gegen Metaphysik und Religion, weshalb sie streng zwischen sinnvollen und sinnlosen Sätzen unterschieden. -> sinnvolle Sätze waren für sie nur die, die auf empirischen erfahrbare und überprüfbare Gegenstände Bezug nahmen. Nur solche Sätze können falsch oder wahr sein. Deren Meinung nach besteht die Wissenschaft im empirischen Nachweis der Wahrheit solchen Aussagen in ihrer Verfifikation. -> alle anderen Sätze sind vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sinnlos, also ohne empirischen Gehalt; BSP:ad 1). Auf der Rückseit des Mondes leben grüne Affen -> sinnvoll, weil die Wahrheit des Satzes überprüft oder beobachtet werden kann ad 2). Mit flammenden Schwert bewacht der Engel das Paradies -> eher sinnlos, da die empirische Überprüfbarkeit nicht gegeben ist; Zusammengefasst: Gültig ist nur das logisch Überprüfbare und das positiv Erfahrbare!
- Beschreiben Sie den Begriff Hermeneutik. = die Kunst des Auslegens, Interpretierens und Verstehens Wie auch in Geisteswissenschaften, geht es um das Verstehen menschlichen Handelns, Denken und Schaffens. die Methode = die Hermeneutik früher hat man die Hermeneutik als Hilfswissenschaft in der Theologie für das Verständnis biblischer Texte entwickelt. heute sind die Auslegung von Texten, die Geschichte des Menschen und die Künste bevorzugte Gegenstände hermeneutischer Arbeit Gadamer: jeder Erkenntnisvorgang geht von einem Vor-Urteil aus, diese sind jedoch meist unbewusst - Hermeneutik sieht ihre Aufgabe darin, diese bewusst zu machen und kritisch zu hinterfragen;
- Was versteht man unter einem hermeneutischen Zirkel? Das Verstehen des Sinns eines Textes ist an bestimmte Vorbedingungen (Vorverständnis, Vorurteil) gebunden Der Prozess der "Versteheneshorizonte" geschieht in Kreisbewegungen - es gibt keinen linearen, direkt zielführenden Weg zum Sinn eines Textes Der eigentliche Verstehensprozess besteht dementsprechend aus: der Bildung von Vorurteilen der anschließenden Erarbeitung des Textes Der hermeneutische Zirkel ist nicht zu beseitigen, man kann aber versuchen, ihn sich bewusst zu machen und dadurch zu entschärfen
- Erläutern Sie das Münchhausner-Trilemma oder das Problem der Letztbegründung. Nach Albert führt jeder Versuch der Letztbegründung aller Aussagen zu 3 unauflösbaren Widersprüchen: zb: Jemand fragt nach den Gründen für mangelhafter Ausbildung von Maturanten 3 Begründungsstrategien: regressus in infinitum: Fragen ziehen immer Fragen nach sich - das Rückfragen ohne Ende - zB.: Grund für schlechte Ausbildung: schlechtes Schulsystem -> Warum schlecht? niedriges Bildungsbudget -> Warum so wenig Geld für Bildung? Politiker sind uneinsichtig -> usw. circulus vitiosus (Zirkelschluss): eine Begründung, in der das zu Begründende plötzlich als Grund seiner selbst auftaucht. Hinterfragen in einer Kette bis sich der Kreis schließt dogmatischer Abbruch des Begründungsverfahrens: "Politiker sind halt so" - jemand beendet die Diskussion, Fragen werden abgewürgt. Einziger Ausweg aus dem Trilemma ist die ständige kritische Überprüfung aller Theorien, Positionen und Meinungen.
- Erläutern Sie die logischen Grundsätze. Als logische Grundsätze bezeichnet man in der traditionellen Logik jene Sätze, auf denen die Logik selbst aufbaut. Diese Sätze sind selbst weiter nicht begründbar (Aristoteles bezeichnet sie als evident=unmittelbar einleuchtend) Der Satz der Identität: logischer Grundsatz. A=A Er ist "Prinzip des Begriffs" Der Satz vom Widerspruch: Ein und derselben Sache kann nicht zugleich Identität und Nicht-Identität zukommen. A kann nicht zugleich Nicht-A sein. "Prinzip des Urteils" Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten: Alles was ist, ist entweder A oder Nicht-A. Ein Drittens gibt es nicht. Der Satz vom zureichenden Grund: Alles muss einen zureichenden Grund haben. "Keine Aussage kann wahr sein, ohne dass ein zureichender Grund dafür vorhanden wäre, warum es gerade so und nicht anders ist."
- Wie heißt das Buch von Rene Descartes auf dem seine Methoden/Argumentierung begründet wurde? Meditationen über die Grundlagen der Philosophie - Cogito ergo sum (ich denke, also bin ich) -> Hamburg 2003
- Beschreiben Sie den Akt Descartes um zur Erkenntnis zu gelangen. Descartes war ein Begründer des neuzeitlichen Rationalismus! Akt des Zweifelns: alle Erkenntnis liegt im Denken Quelle der Erkenntnis ist die Vernunft Sinnen ist nicht zu trauen und Meinungen mangelt es an Beweiskraft Regeln nach Descartes: Nur das sei als wahr anzuerkennen, was klar und unbezweifelbar ist Alle Schwierigkeiten seien in überschaubare Teilprobleme zu zerlegen, um sie nacheinander zu lösen Immer habe man beim Einfachsten zu beginnen und zum Schwierigeren fortzuschreiten Von allem seien vollständige Übersichten und Aufzählungen anzufertigen
- Mit welchem Satz beendete er die Suche? "Ich bin, ich existiere, sooft ich ihn ausspreche oder in Gedanken fasse, notwendig wahr ist!"
- Mit welchen Argumenten widersprach ihm David Hume? David Hume war der Vertreter des Empirismus Argument: "Quelle der Erkenntnis und somit Grundlage unseres Wissens sei nicht der Verstand (Ratio), sondern die sinnliche Wahrnehmung. Erkenntnis könnte nur aus der Erfahrung (Empeiria) gewonnen werden!" Ebenso sagte Locke: "Es ist nichts im Verstand, was vorher nicht im Sinne war!" Also Empirismus vertritt die Meinung, dass die Erkenntnis ausschließlich aus der Erfahrung stammt - a posteriori!