39
Sozialkunde Didaktik (Petrik) MLU (Fach) / Basismodul Prüfung (Lektion)
lalelu
Diese Lektion wurde von larsolino erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Beutelsbacher Konsens 1976didaktisches GrundgesetzKontroversitätsgebot > GegenstandsproblemInteressenorietierung > BrückenproblemÜberwältigungsverbot > Aushandlungsproblem
- Didaktisches Dreieck übernommen aus Linguistischem Kommunikationsdreieck Ziel: dient der Pol Didaktik zur Verdeutlichung der Strukturmomente Besteht aus Sender (Lehrer), Nachricht (Gegenstand) und Empfänger (SuS)
- Didaktik und didaktisches Handeln Didaktik(griech. didaskein) ist die Lehre von der Lehrkunst und den Lehrprozessendidaktisches HandelnZiel: lustvolle, fruchtbare und kritische Begegnungen zwischen SuS und gezielt gewählten Ausschnitten der Kultur zu gestalten
- Anforderungen an Politische Bildung Hauptaufgabe der Politikdidaktik Politische Bildung Anforderungen: gesellschaftlich relevante Probleme und politische Konflikte perspektivisch wahrnehmen, analysieren, diskutieren und bewerten zu können um den demokratischen Prozess mitgestalten zu können. Politik Didaktik Hauptaufgabe: Ordnung von gesellschaftlichen Konflikten und Auswahl bildungsrelevanter Streitfragen.
- Anforderungen an Politische Bildung Hauptaufgabe der Politikdidaktik Mündigkeit Politische Bildung Anforderungen: gesellschaftlich relevante Probleme und politische Konflikte perspektivisch wahrnehmen, analysieren, diskutieren und bewerten zu können um den demokratischen Prozess mitgestalten zu können. Politik Didaktik Hauptaufgabe: Ordnung von gesellschaftlichen Konflikten und Auswahl bildungsrelevanter Streitfragen. MündigkeitKant: Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten UnmündigkeitPolitik Didaktik: Bürger soll den demokratischen Prozess mitgestalten (wahrnehmen, analysieren, disktuieren, bewerten) können
- Did Strukturmomente pol Bildung (Grundfragen jedes Bildungsprozesses) 1. Ziele - Warum und wozu? > Gegenwarts und Zukunftsbedeutung > Kompetenzentwicklung > Gesellschaftsentwicklung >Didaktische Perspektive 2. Inhalte - Was?> Exemplarischer Bildungsgehalt> Thematische Struktur 3. Lernbedingungen - Wer? Wo? > Alltagstheorien und Gesellschaftsbilder > Lerner- und Lehrerperspektive auf den Inhalt im lebensw. und schulischen Kontext 4. Methoden - Wie?> Lernwege> Lernphasen> Lehrerrolle 5. Medien - Womit?> Inhaltsträger> Zugangs- und Darstellungsmöglichkeiten 6. Folgen - Was wird ausgelöst?> Lernprozesse der SuS und der Lehrer> Lernergebnisse> Bewertungen
- Potenzial an kommunikativen Störungen Das Potenzial an kommunikativen Störungen 1. Zwischen Gegenstand und Lehrer = Gegenstandsproblem > Sachanalyse, did. Perspektivenbildung 2. Zwischen Gegenstand und Vorstellungen der SuS = Brückenproblem > Bedingungsanalyse, Methodenwahl, Lernmotivation 3. Zwischen Schülerhandeln und Lehrerhandeln = Aushandlungsproblem > Lehr-Lern-Prozesse, politische und politikdid Kompetenzentwicklung
- Das Gegenstandsproblem Das Gegenstandsproblem Umfasst die doppelte Schwierigkeit einen exemplarischen politischen Inhalt auszuwählen und seinen kontroversen Gehalt herauszuarbeiten und zu bewerten > Erfordert Perspektivierungskompetenz > Ziel ist es duch eine Sachanalyse zu einer didaktischen Perspektive zu gelangen (Zielstellungs- und Inhaltsstrukturierung) Ursachen: unscharfer Ort der Politik; Wo, von wem, mit welchem Erfolg werden Entscheidungen getroffen; beispiellose Unübersichtlichkeit; Schwierigkeit Gegenstand auszuwählen, Inhalt herauszuarbeiten und zu bewerten
- Brückenproblem Das Brückenproblem Beschreibt die Schwierigkeit eine Begegnung zwischen Lernenden und Politik anzubahnen, die an subjektive Interessen und Gesellschaftsbilder anknüpft und die Entfaltung politischer Kompetenzen ermöglicht > Erfordert Inzenierungskompetenz (Bedingungsanalyse und Methodenwahl)
- Aushandlungsproblem Das Aushandlungsproblembezeichnet die Kontaktschwierigkeiten zum pol Gegenstand, die in der direkten/medial vermittelten Interaktion zwischen Lehrern und SuS sowie zwischen SuS untereinander vermittelt erzeugt werden > Erfordert wird Aushandlungs- und Diagnosekompetenz(Lehrfähigkeit, Evaluation)
- Anzeige
- Das Gegenstandsproblem - Unschärfe des Politischen Die Unschärfe des PolitischenPolitikdidaktik reproduziert die Unschärfe, weil sie bisher keinen Gemeinsamen Kern des Politischen formuliert hat. Politik Im weiteren Sinn: Politik beschäftigt sich mit dem sozialem Handeln, mit der Lösung von gesellschaftlichen Konflikten, die im gesellschaftlichen Zusammenleben auftreten.
- Das Modell der Wissensformen Das Modell der Wissensformen (der Kommunikativen Fachdidaktik von Grammes) Liefert ein Werkzeug zur Ordnung gesellschaftlicher Konflikte und zur Auswahl bildungsrelevanter Streitfragen. Es unterscheidet verschiedene Arten gesellschaftlicher Konflikte nach Kontexten und dazugehörigen Handlungslogiken. Es beschreibt Eigenarten und Zusammenspiel der drei basalen Inhaltsstrukturen Situation (Lebenswelt), Problem (Sozialwisenschaftliches Wissen), Fall (Institutionelles Wissen) > Politikdidaktische Prinzipien, Methoden, teacher beliefs und Fehlkonzeptionen lassen sich "tendenziell" dem Modell der drei Wissensformen zuordnen
- Soziales Problem und politisches Problem Voraussetzung das soziales Problem=politisches Problem 1. Problem muss zum öffentlichen Konflikt werden 2. Problem muss auf die Agenda politischer Entscheider kommen
- Politik nach Alemann Politik (Alemann) ist ein dreifaches Prinzip, das institutionell (polity) , inhaltlich (policy) und prozessual (politics) bestimmt wird. Es ist nicht alles politisch in der Gesellschaft, aber alles kann politisch relevant werden, wenn es mit einem der drei Prinzipien verbunden werden kann.
- Alltagspoltisches Handeln Alltagspolitik Alltagspolitische Normsetzung Alltagspolitisches Handeln bezeichnet die Selbstregulierungsprozesse innerhalb des lebensweltlichen Systems inklusive ihrer Auswirkungen auf das politische Makrosystem. Alltagspolitikkennt keine zentrale Entscheidungsinstanz (im Gegensatz zu institutioneller Politik) Alltagspolitische Normsetzung wirkt über gesamtgesellschaftliche Trends auf die politische Struktur zurück
- Codes (Talcot Parson) Der Wahrheitscode Wissenschaft folgt dem Wahrheitscode > Aufklären durch Erklären, Verstehen, Kritik(Sozialwissenschaftliches Wissen) Der Macht-,Gerechtigkeits- und Geldcode Institutionelle Politik folgt dem Machtcode Recht folgt dem Gerechtigkeitscode Ökonomie folgt dem Geldcode> Entscheidungen in Politik, Recht und Wirtschaft(Institutionelles Wissen) Der Solidaritäts- und GeltungscodeZusammenhalt sozialer Gruppen folgt dem SolidaritätscodeKampf um Deutungshoheit zwischen sozialen Gruppen folgt dem Geltungscode> Alltagspolitik und Bewältigung durch Streit, Kompromiss, Aushandeln, Normdurchsetzung(Lebensweltliches Wissen)
- Politikfreie Räume und unpolitisches Handeln Politikfreie Räumesind private Lebensbereiche in denen Machtausübung und Verallgemeinerungs-bestrebungen dem eigentlichen Handlungszweck widersprechen. unpolitisches Handelnbleibt egozentrisch, obwohl der Kontext eine Interessenkoordination erfordert.
- Politikwissenschaftliche Bildung im Sozialwiss Verbund 1. Sozialwissenschaften = Soziologie/PW, Wirtschaftswiss, Jura> Probleme lösen! 2. Institutionen = Gericht, NGO/Parlament, Betrieb, Markt, Börse > Fälle unterscheiden 3. Lebenswelt = Alltagspolitik > Machtbildung, Normsetzung, Güterverteilung = Alltagsrechtsprechung > Streitschlichtung, Normanwendung = Alltagsökonomie > Arbeit, Konsum, Haushalten, Sparen = Alltagswissenschaft > Selbstreflexion, Alltagstheorien Situationen bewältigen
- Fachdid Prinzip und Politikdid Konzeptionen Fachdidaktisches Prinzipbezeichnet das Alleinstellungsmerkmal einer politikdidaktischen Konzeptiones ist dadurch definiert, dass es einen anerkannten und eigenständige theoretischen Zugriff mit gegenstandsadäquaten Lernwegen verknüpft. Politikdidaktische Konzeptionen sind die primäre Grundlage zur didaktischen Perspektivierung, weil sie einen gesellschaftstheoretischen Ausgangspunkt mit didaktischen Zielen, Inhalten, Lernwegen und Medien verknüpfen
- Fachdid Prinzipien nach Reinhardt ergänzt durch Petrik 1. Konfliktorientierung> Methoden: Konfliktanalyse, Planspiel, Konferenzsimulation 2. Problemorientierung inkl Wissensschaftspropädeutik > Problemstudie, Politikwerkstatt, Erhebung 3. Handlungsorientierung > Projekt, Bürgeraktion, Service Learning 4. Schülerorientierung > Rollenspiel, Forumtheater, lebensw Fallanalyse 5. Fallprinzip > institutionelle Fallstudie, Gerichtssimulation 6. Zukunftsorientierung> Zukunftswerkstatt, Szenariotechnik 7. Werteorientierung bzw. politisch-moralische-Urteilsbildung > Dilemma-Methode 8. Genetische Orientierung > Lehrstücke, Gründungssimulationen, soziale Erfindungen, Experimente
- Politikzyklus Überzeitlicher Kern des Politischen als Politikzyklus Klassisch: 6 Phasen 1. Agenda Setting > 2. Decission-Making > 3. Implemantation > 4. Execution > 5. Evaluation > 6. Re-Definition = Schwerpunkt liegt auf institutioneller Konfliktbearbeitung und kürzt alltagspolitische Grundlagen heraus. Soziale Normsetzungs- und Aushandlungsprozesse bilden aber die Grundlage des Agenda-Settings Politikdidaktische Version: 3 Phasen1. Problem > 2. Aushandlung > 3. Lösung/Entscheidung (impliziert Kritik/Probleme)> viele Konflikte durchlaufen den Politizyklus mehrmals, wie Atomausstieg
- Politikdid Politikzyklus und Kompetenzen Der Politikzyklus zeigt die prägende Rolle zentraler politischer Kategorien im Politikprozess alle Kategorien fließen in unterschiedlicher Intensität in alle drei Hauptphasen ein klärt welche der 5 Kompetenzen sich in welcher Phase benötigt werden Problem 1. Perspektivenübernahme (1) > Problemwahrnehmung durch Selbstdistanzierung 2. Analysefähigkeit I (2) > Anbahnung sozialwiss Verstehens, wertdominiertes Sachurteil Aushandlung 3. Urteilsbildung I (3) > Anbahnung, Manifestation und Vertiefung von Werturteilen 4. Konfliktlösung (4) > Konfrontation und Aushandlung kontroverser Urteile Lösung/Entscheidung 5. Urteilsbildung II > Wertgebundene individuelle und kolektive Entscheidung 6. Analysefähigkeit II > Selbstdistanziertes Sachurteil 7. Partizipation (5) > Umsetzung oder erneute Problemsetzung
- Fünf Kompetenzen die SuS lernen sollen Die 5 Kompetenzen der alltagspolitischen Auseinandersetzung > Sollen SuS erlernen 1. Perspektivenübernahme > Fähigkeit, sich von eigenen Perspektiven und Rollen zu distanzieren, um verschiedene Perspektiven und Rollen von Menschen in problemhaltigen Situationen wahrzunehmen, zu verstehen, auseinanderzuhalten, probeweise einzunehmen und theoretisch zu verallgemeinern 2. Sozialwiss Analysieren > Fähigkeit, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Probleme und Konflikte mit Hilfe sozialwiss Instrumente (Methoden, Kategorien, Modelle, Theorien) auf ihre Strukturen und Zusammenhänge zu untersuchen und ein Sachurteil abzugeben. 3. Konfliktlösung > Fähigkeit, in mikro- und makropolitischen Auseinandersetzungen und Verhandlungen die eigene Position argumentativ zu vertreten, auf Gegenargumente adäquat einzugehen sowie Konfliktlösungsverfahren einzusetzen und zu reflektieren, die einen begründeten Dissens, Konsens oder Kompromiss ermöglichen. 4. Politisch-moralischen Urteilsbildung > Fähigkeit, kontroverse Wertvorstellungen, politische Positionen und gesellschafttheoretische Konzepte selbstbezogen abzuwägen, um ein eigenes Werturteil und eine verallgemeinerungsfähige politische Identität zu finden, zu begründen und zu reflektieren. 5. Partizipation > Fähigkeit zur Teilnahme an bürgerlicher Selbstverwaltung, sozialen und politischen Initiativen, innerbetrieblicher und -organisatorischer Mitbestimmung, informellen und formalisierten Prozessen öffentlicher und Meinungs- und Willensbildung
- Politikdidaktische Kompetenzen die Lehrer lernen sollen Politikdidaktische Kompetenzen definieren den professionellen Umgang von Lehrern mit den Anforderungen des Gegenstands-, Aushandlungs- und Brückenproblems 1. Pespektivierungskompetenz > Fähigkeit politikdid Konzeptionen (Prinzipien) und ihre sozial- und bildunsgwiss Grundlagen herzuleiten, anzuwenden, zu kombinieren, zu kontrastieren und kritisch zu reflektieren =>traditioneller Kern der Lehrerausbildung 2. Inszenierungskompetenz/Planungskompetenz > Fähigkeit politikdid Methoden, ihre sozialwiss und lernth Grundlagen, Phasen, Lernbedingungen und Kompetenzwirkungen herzuleiten, anzuwenden, zu kombinieren , zu kontrastieren und kritisch zu reflektieren =>traditioneller Kern der Lehrerausbildung 3. Aushandlungskompetenz > Fähigkeit Lehrer- und Schülerperspektiven sowie Interessen kommunikativ und konstruktiv zu moderieren und auszuhandeln ohne die didakt Zielstellungen sowie die politischen Vorstellungen der Lernenden zu vernachlässigen =>zweiter Phase Phase der Lehrerausbildung 4. Diagnosekompetenz > Fähigkeit, Schüleräußerungen und - leistungen, fachbezogene Alltagstheorien und Aushandlungsprozesse in Schule und Lebenswelt sowie das eigene Lehrerhandeln und ferner die Politikdidaktik als Wissenschaft kriteriengeleitet zu analysieren und zu bewerten
- Warum gibt es unpolitischen Unterricht? unpolitischer Politikunterricht aufgrund der unklaren Unterscheidung des politischen vom unpolitischen, der geringen Halbwertszeit politischer Fälle und der Ünübersichtlichkeit politischer Kategoriensysteme > Es wird der prozessuale Kern des politischen nicht herausschälen kann > Ursächlich ist eine Lehrerausbildung, die wenig kompetenzorientiert aufgebaut ist
- Teacher beliefs und Perspektiven auf Politikunterricht Teacher beliefs sind Unterrichtsleitbilder, die sich nach den 3 Wissensformen gruppieren und verwandten politikdidaktischen Prinzipien zuordnen lassen Sozialwiss Perspektive > Analyse & Kritik 1. Aufklärung=> Fehlkonzeption: Versozialwissenschaftlichung, Wissenschaftsgläubigkeit Institutionelle Perspektive > Herstellung von Verbindlichkeiten 2. Politisierung => Fehlkonzeption: Missionierung=Verwendung zu manipulativen Einsozialisierung in totalitäre oder autokratische Systeme, Gesellschaftskritik bezieht sich auf externe, feindliche Systeme 3. Funktionalismus => Fehlkonzeption: Reine Institutionenkunde, Entpolitisierung=Schülerferne Institutionenkunde oder entpolitiserte Assimilationserwartung an den institutionellen Stataus Quo Lebensweltliche Perspektive> Bewältigung, Normsetzung und Einmischung 4. Subjektive Erfahrung => Fehlkonzeption: ego-zentrierte Betroffenheitspädagogik=Themen werden behandelt ohne sie strukturell zu untersuchen. SuS bleiben passive Konsumenten von Politik ohne Urteilskriterien dazuzulernen 5. Demokratisches Handeln => Fehlkonzeption: Aktionismus, Mikro-Makro-Kurzschlüsse=Problem wenn Fälle nicht auf politische-institutionelle und ökonomische Interessen untersucht wird 6. Wertevermittlung => Moralisierung, Konformismus= Institutionelle Rahmenbedingungen und politische Kontroversen werden außen vor gelassen indem Missstände moralisierend und mit konformistischem Wahrheitsanspruch behandelt werden. Konfliktlinien zwischen den Wissensformen > Wissen gegenüber Erfahrung > Unpolitische gegenüber politischer Haltung > Relaivismus gegenüber Realismus
- Lernprozesse Lernprozesse lassen sich mit dem Behaviorismus, dem Kognitivismus und dem Konstruktivismus unterschiedlich beschreiben und fördern Behaviorismus > Lernen ist eine Verhaltensmodifikation gesteuert durch biologische und konditionierte Stimuli sowie durch die Anpassung an Konsequenzen des eigenen Verhaltens. => Stärke liegt in der Erklärung und Förderung automatischer Verhaltensweisen Kognitivismus > Lernen ist aktive Informationsverarbeitung und Problemlösung, also subjektive Repräsentation einer objektiv gegebenen Wirklichkeit > Lernen bedeutet in einem politischen Fall, Problem oder Konflikt ein Allgemeines zu entdecken, dass als Schlüsselbegriff/Prinzip/Regel/Grundproblem an einem neuen Besonderen wiedererkannt werden kann => problem-, konflikt- und fallorientierte Ansätze erweisen sich als lernpsychologisch sinnvoll Didaktische Konstruktivismus > zur Problemlösung gesellt sich die Generierung von Problemen in Entdeckungssituationen=entdeckendes Lernen => ist verbunden mit bildungsgang-, schüler-, handlungs- und genetischen orientierten Ansätzen
- Konzeptwechsel bei SuS Konzeptwechsel eigentliche Lernprogression oder Bildung ist ein ist ein diskontinuierlicher Weg über kognitive Konflikte, die bisherige Schemata oder Skripte durch neue Vorstellungen ablösen und unser Selbst- und Weltbild verändern Erfolgreicher Konzeptwechsel wenn vier Bedingungen erfüllt sind bzw. didaktisch hergestellt werden können 1. Unzufriedenheit > mit vorhandenen Strukturen, da diese ein Problem nicht lösen können 2. Verständlichkeit > neue Konzepte müssen logisch und sprachlich verständlich sein 3. Plausibilität > neue Konzepte müssen einleuchtend, plausibel und intersubjektiv wahr erscheinen 4. Fruchtbarkeit > neu Konzepte werden angenommen, wenn sie sich als praktisch fruchtbar/nützlich erweisen Die Handlungsleitenden Konzepte, die die Umwelt assimilieren oder akkomodieren entsprechen dem, was in der aktuellen didaktischen Diskussion Kompetenzen genannt wird
- Die Methode Methoden der Demokratie Methode (griech. methodos) bedeutet Gang einer Untersuchung.> die gewählte Lehr- oder Lernform sollt dem zu erarbeitenden Gegenstand entsprechen Methoden der Demokratie > sind die Methoden, die gesellschaftliches Wissen zur Koordinierung konträrer Interessen generieren. > verkörpern die zentralen lebensweltlichen, institutionellen und sopzialwiss Herstellungsweisen politisch relevanter Erkenntnisse und damit die Verfahren zur Brückenbildung > erst der Blick auf die Inhaltsdimesionen ermöglicht einen Bildungswirksamen einsatz
- Methodenfundus Reinhardts Methodenfundus Reinhardts > beinhaltet soziale (lebensweltlich genutzte), soziologische, politisch-institutionelle und politikwiss Methoden und Verfahren > können nach sozialwiss, institutionellen und lebensweltlichen Ausgangspunkten unterschieden werden, die durch ihre jeweiligen Inhaltsstruktur vorgegeben werden > beinhalten verschiedene Handlungsmodi: real (eingreifend, wirklichkeitsverändernd), simulativ (nachgestellt, experimentell) oder analytisch (theoretisch kategorial, diskursiv) bearbeiten Ausgangspunkt sozialwiss Problemereal: Erhebung, Erkundung, Problemstudie/Politikwerkstatt, soziales Experiment durchführensimulativ: Lehrstück: soziale Erfindung (nachentdecken)analytisch: Szenariotechnik, Lektüre Ausgangspunkt institutionelle Konflikte real: aktives Engagement in Parteien/NGOs simulativ: Planspiel, Konferenz & Gerichtssimulation, Debatte, Lehrstück: Staatsgründung/Umbruch analytisch: Fallstudie, Konfliktanalyse Ausgangspunkt lebensweltliche Situationen real: Klassenrat, Schulparlament, Zukunftswerkstatt, Projekt, Bürgeraktion, Service Learning => basieren eher auf konstruktivistischen GrundannahmenSimulativ: Rollenspiel, Forumstheater, Unsichtbares Theater, Streigespräch, Lehrstück, Soziales Experiment/Gründung erleben, Juniorwahl => basieren eher auf konstruktivistischen Grundannahmenanalytisch: Dilemma-Methode, Fall-bzw- Lebensweltanalyse => basieren eher auf kognitivistischen Grundannahmen
- Anzeige
- Methoden und ihre Merkmale Methoden > bilden Brücken zu anderen Wissensformen Grundeigenschaften (auch von der Methode verlangte Tätigkeiten > Kompetenzen=Perspektivübernahme, Analysefähigkeit, Konfliktfähigkeit, Urteilsbildung, Partizipation > Jede Methode trägt zwar indirekt zur Förderung aller 5 Kompetenzen bei fördert bzw. trainier aber nur eine direkt durch konkrete Aktivitäten), Einsatzmöglichkeiten, Brückeneigenschaften, potenzielle Lerneffekte einzelner Methoden oder Methodengruppen Methoden > erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn man ihre unterschiedlichen Inhaltsstrukturen und Handlungsformen berücksichtigt > Entscheidung für eine/gegen eine Methode hängt zum einem von der gewählten Inhaltsstruktur ab und zum anderen von der Bedingungsanalyse > die Frage wie effektiv eine Methode eine Kompetenz fördert lässt sich nur durch empirische Lernprozessanalysen testen
- Methoden: Fallanalyse, Fallstudie, Konfliktanalyse Fallanalyse > schulen primär die Perspektivenübernahme und sozialwiss Analysekompetenz Fallstudien > schulen primär die sozialwiss Analysekompetenz und ferner die Perspektivenübernahme Konfliktanalyse> schulen primär die Analyse- und Urteildfähigkeit und durch den Einsatz von Kontroversverfahren zusätzlich die Perspektivübernahme und Konfliktfähigkeit
- Methoden: Rollenspiele; Streitgespräch/Debatte/Talkshow/Podiumsdiskussion; Planspiel, Konferenz- und Gerichtssimulation Rollenspiele > schulen primär die Perspektivübernahme, Konflikt- und Urteilsfähigkeit Streitgespräch, Debatte, Talkshow, Podiumsdiskussion> schulen primär die Perspektivübernahme, Konfliktfähigkeit und Urteilsbildung Planspiel, Konferenz- und Gerichtssimulation > schulen primär die Konflikt- und Urteilsfähigkeit; Partizipationsfähigkeit eher indirekt
- Risiken des kategorialen Politikunterrichts Typische Risiken des kategorialen Politikunterrichts 1. einzelne Kategorien werden bloß als mechanisch handhabbare Instrumentarien verwendet 2. ihr theoretischer und politischer Bedeutungs- und Sinnzusammenhang geht verloren => Diese Dimensionen sind typische Ausprägungen des Gegenstands- und Brückenproblems
- Begriffsbildung und Denkoperationen Begriffsbildung > Begriffe werden gebildet, wenn eigene und fremde Handlungen und Prozesse durchdenken und wesentliche Teile zueinander in Beziehung setzen > Begriffe sind gedankliche Gegenstände die Helfen aus der Masse der Eindrücke herauszulösen und handlich zu verpacken> Begriffe entstehen durch einen längeren individuellen Aufbauprozess, indem Bekannte Merkmale miteinander zu einem neuen Begriff kombiniert werden => es entstehen Brücken zwischen Phänomenen Denkoperationen zum Aufbau eines neuen Begriffs 1. Bewußtwerdung der eigenen Begriffbasis 2. Argumentativer Austausch untereinander
- Störungen im Politikunterricht Drei Lesarten für Störungen im Politikunterricht 1. vorpolitische und undemokratische Verhaltensweisen, weil die den öffentlichen, gleichberechtigten Austausch im Klassenraum blockieren> Öffentlichkeitsverweigerung> postautoritäre Schule befindet sich in einem Dilemma, da sie auch Lebenswelt sein will=> Politikdidaktische Lesart 2. Schule ist noch nicht ausreichend zur Lebenswelt geworden, Störungen sind alltagspolitische Protest gegen eine Unterrichtsstruktur, die persönlichen Bedürfnissen zu wenig Stellenwert einräumt => Pädagogische Bildungsforschung 3. demokratische Verhaltensdefizite von SuS sind die Folge mangelnder Deliberationskultur => Demokratiepädagogische Lesart
- Demokratiepädagogik und 3stufiger Bildungsgang Demokratiepädagogik versteht sich als Alternativmodell zum politikwiss orientierten kategorialen Ansatz, d.h. der Zugang zum Politischen erfolgt nicht über die begriffsgeleitete Analyse makropolitischer Fälle => der Analyse soll eine propädeutische Phase eigenen Demokratischen Handelns im mikropolitischen Nahraum vorgeschaltet werden > sogenannte Re-pädagogisierung der politischen Bildung > es sollen Modernisierungsfolgen wie Gewalt, Rechtsextremismus, Politikverdrossenheit, Individualisierung, etc. durch produktive Handlungserfahrungen in demokratische Handlungskompetenz münden Dre dreistufige Demokratische Bildungsgang 1. Demokratie als Lebensform: personale, soziale, moralische Voraussetzungen der Demokratie => Ziel: Selbst-Lernen, Ich-Kompetenz 2. Demokratie als Gesellschaftsform: Pluralismus, Konflikt, Konkurrenz, Zivilgesellschaft der Demokrate => Soziales Lernen, soziale Kompetenz 3. Demokratie als Herrschaftsform: Demokratie/Politik, Macht, Kontrolle, Menschenrechte, Volkssouveränität, Recht, Entscheidungsverfahren => Politik Lernen, Politik Kompetenz
- J_Systemopposition Allg.: Im Widerspruch oder im Gegensatz zu etwas stehen (z. B. zur öffentlichen Meinung, zur Regierung). Pol.: Opposition bezeichnet die im Parlament vertretenen Parteien, die sich (als Minderheit) gegen die Regierung und die Parteien der (Regierungs-)Mehrheit stellen. Die politische O. ist insofern wesentliches Element moderner Demokratien, als sie (mehr noch als die Parteien der Regierungsmehrheit) die parlamentarischen Kontrollaufgaben gegenüber der Exekutive wahrnimmt. Zu unterscheiden sind 1. parl. O., die ihre Ziele innerhalb des parlamentarischen Systems verfolgt, 2. außerparl O., die ihre Ziele durch gesellschaftliche O. durchzusetzen sucht3. fundam O., die ihre Ziele außerhalb der gegebenen Verfassungsordnung verfolgt.
- J_Mehrebenensysteme Mehrebenensystem (engl. multi-level governance) bezeichnet in der PW das komplexe Beziehungsgefüge verschiedener horizontaler sowie vertikaler politischer Entscheidungsstrukturen, wie es in einigen modernen politischen Systemen anzutreffen ist. Schwierigkeiten von MES1. Wechselseitige Blockaden 2. Mangelnde Repräsentanz unterer Ebenen 3. Mangelnde Legitimität entscheidender Ebenen 4. Interessenskonflikte bei Abstimmung von Entscheidungen 5. Unzurechenbarkeit von Entscheidungen Mehrebenenystemen Deutschland, EU, Global Unterteilung Mehrebenensystem EU subnationale Ebene: Länder, Regionen, etc.nationale Ebene, Deutschland, Italien, Großbritanniensubranationale Ebene: Europäische Institutionen (Parlament, Europäisches Kommission, Europäischer Gerichtshof, etc.