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Unternehmensbewertung, Derivate und Risikomanagement (Fach) / 1.Risiken und Derivate (Lektion)

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Diese Lektion wurde von hayabusa999 erstellt.

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  • Was ist das Lernziel dieser Lektion? Bewertung derivativer Finanzmarktinstrumente und Einsatz von Derivaten beim Risikomanagement
  • Welche Finanzmarktrisiken gibt es? Markt(preis)risiken, Kreditrisiken, Liquiditätsrisiko, Operationelles Risiko
  • Was sind Marktpreisrisiken? Risiko in Verbindung mit der Änderung von Marktpreisen (Aktienkurse, Zinssätze, Wechselkurse, Rohstoffpreise) im Zeitverlauf
  • Was sind Kreditrisiken? Risiko in Verbindung mit der möglichen Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners
  • Was ist operationelles Risiko? Risiko, das durch unangemessene interne Prozesse, Fehler von Mitarbeitern oder externe Ereignisse ein Verlust entseteht IT-Risiko: Millenium Bug/Y2K (Alte Systeme), Euro-Umstellung Personalrisiko: Rogue Trader, d.h. Händler überschreitet Handelslimit ohne Erlaubnis und bleibt vorerst unentdeckt Katastrophenrisiko: 9/11, Fukushima
  • Was ist Liquiditätsrisiko? Risiko, dass Zahlungsverpflichtungen nicht mehr jederzeit uneingeschränkt nachgekommen wird Marktliquiditätsrisiko: entsteht durch Störung am Geldmarkt Refinanzierungsrisiko bei Banken: entsteht durch Abzug von kurzfristigen Einlagen
  • Was ist ein Rogue Trader, zur welcher Art von Risiko gehört es und nennen Sie Akteure.. Rogue Trader (Personal Risiko) und gehört zu Operationelles Risiko. Händler überschreitet Handelslimit ohne Erlaubnis und bleibt vorerst unentdeckt. 2012 JP Morgan - Bruno Iksil, Javier Martin-Artajo, Julien Grout - London - Kreditderivate - 6 Mrd $ Verlust 2011 UBS - Kweku Adoboli - London - Aktienderivate - 2,3 Mrd $ Verlust -> 7 Jahre Gefängnisstrafe 2008 Societe Generale - Jerome Kerviel - Paris - Aktienderivate - 6,9 Mrd $ Verlust     -> 5 Jahre Gefängnis 1996 Sumitomo Corporation - Yasuo Hamanaka - Tokio - Kupfer - 2,6 Mrd $ Verlust - 8 Jahre Gefängnis 1995 Barings Banks - Nick Leeson - Singapore - Aktienderivate - 1,3 Mrd $ Verlust -> 6,5 Jahre Gefängnis
  • Was ist ein Liquiditätsrisiko, zur welcher Art von Risiko gehört es und nennen Sie prominente Fälle.. Liquiditätsrisiko ist, dass Zahlungsverpflichtungen nicht mehr jederzeit uneingeschränkt nachgekommen wird. Lehman Brothers (2008), AIG (2008), Hypo Real Estate (2008)
  • Welche weiteren Risiken gibt es noch außer den Finanzmarktrisiken? Polititsches Risiko: Verlustgefahr durch eine wirtschaftliche oder politische Instabilität Inflationsrisiko: Verlustgefahr durch Geldentwertung Steuerliches Risiko: Verlustgefahr durch geänderte Steuergesetzgebung; Doppelbesteuerung Strategisches Risiko: Bei einem Unternehmen: Verlustgefahr durch falsche strategische Geschäfttsentscheidungen Reputationsrisiko: Bei einem Unternehmen: Verlustgefahr durch Schädigung der Reputation Länderrisiko: Bei Anleihen: Verlustgefahr durch fehlende Devisentransferfähigkeit/-bereitschaftdes Landes eines Schuldners Kündigungsrisiko: Bei Anleihen: Verlustgefahr durch vorzeitige Kündigung und Rückzahlung Aulosungsrisiko: Bei Tilgungsanleihen mit Auslosungsverfahren: Gefahr das die Anleihe vorzeitig zurückgezahlt wird Dividendenrisiko: Bei Aktien: Gefahr einer Kürzung der Dividende
  • Warum sollte ein Unternehmen Risikomanagement betreiben und was ist die Zielsetzung? Es gibt 2 Motive für das Risikomanagement bei Unternehmen: einerseits gesetzlich vorgeschrieben (Aufsichtsrechtliche Perspektive), andererseits auch Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts (Ökonomische Perspektive)
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  • Was sind die Aufsichtsrechtliche Perspektiven beim Risikomanagement, geschieht dies freiwillig? Ist gesetzlich vorgeschrieben Unternehmen: Risikofrüherkennungssystem nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) Aktiengesellschaften: Pflicht zur Sicherstellung eines funktionsfähigen Risikomanagements nach §91 AktG Kreditinstitute/Banken: Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) nach §25a Kreitwesengesetz (KWG) Regulatorische Regelwerke; Basel II und III für Banken, Solvency II für Versicherungen
  • Welche Ökonomischen Perspektiven bietet sich das Risikomanagement für Unternehmen? Anreize für das Management in Bezug auf Anteilseigner und auf Gläubiger Reduktion der Insolvenzwahrscheinlichkeit Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit Reduktion der unternehmerischen Steuerlast Selektion des optimalen Risiko-Portfolios
  • Wie sind die Stufen des Risikomanagementprozess aufgebaut? Identifikation - Erkennen von Risiken Bewertung, Beurteilung - Einschätzung, Quantifizierung und Beurteilung von Risiken Steuerung - z.B. Übernahme, Abwälzung, Vermeidung, Begrenzung durch Limits, Reduzierung durch Diversifikation Kontrolle - Überwachung, Reporting, Eskalation von Limitüberschreitungen (Kreislauf)
  • Was ist ein Derivat? Geben Sie dazu Beispiele.. Derivatives Finanzinstrument (financial derivative) Finanzmarktinstrument, das aus anderen Finanzprodukten abgeleitet wird Beispiele: Forwards, Futures, Optionen, Swaps
  • Was ist ein Kassageschäft? Nennen Sie Beispiele.. Erfüllung erfolgt unmittelbar nach Abschluss In Deutschland Erfüllung nach spätestens 2 Tagen Bsp.: Währungstransaktion
  • Was sind Termingeschäfte, welche Arten von Termingeschäften gibt bzw. worin unterscheiden Sie sich? Vertragsabschluss und Erfüllung des Geschäfts fallen zeitlich auseinander Abschluss heute, Erfüllung in der Zukunft Unterscheidung nach Art der Erfüllung:  -Unbedingte Termingeschäfte: z.B. Forwards, Future -Bedingte Termingeschäfte: z.B. Optionen
  • Wie sind Termingeschäfte und Derivate zu verstehen? Siehe S.10 Skript 1 Termingeschäfte i.w.S. = Derivat Termingeschäfte i.e.S = Unbedingtes Termingeschäft (z.B. Forwards, Swaps (OTC), Futures (börsengehandelt)