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Tierpfleger (Fach) / Allgemeines (Lektion)
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Diese Lektion wurde von Lissy1994 erstellt.
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- Definition "Milchfieber" = Krankheit bei Säugetieren, die um den Geburtszeitpunkt bei Muttertieren auftreten kann -> vor allem bei Rindern und Schafen
- Ursache des Milchfiebers * vermindeter Calciumgehalt des Blutes, da durch die abgegebene Milch der Calciumspiegel sinkt -> Mehrbedarf an Calcium ist noch nicht an die Abgabe der Milch angepasst
- Symptome des Milchfiebers * Tiere sind nicht mehr zum Aufstehen zu bewegen (Calciummangel -> Muskeln kontrahieren nicht mehr)
- Symptome des Milchfiebers bei Rindern etwa zwei Tage nach der Geburt* taumelnder Gang* stolpern* festliegen* Teilnahmslosigkeit* Absinken der Körpertemperatur
- Symptome des Milchfiebers bei Hunden etwas ein bis zwei Wochen nach der Geburt* Muskelzittern* Ängstlichkeit* steifer Gang* festliegen* Krämpfe
- Behandlung des Milchfiebers Auffüllen des Calciumspiegels m.H.v. Infusionen
- Prophylaxe des Milchfiebers * Gabe von Calciumpräparaten* Verring des Kaliumgehaltes (Kalium -> Einfluss auf Säuren-Basen-HH)
- Definition "Tetanie" = Störung der Motorik (krampfartig) und der Sensibilität (kribbeln)= Übererregbarkeit der Nerven und MuskelnExtremfall: Muskelkrampf
- Ursache der Tetanie Kalziummangel im Blut
- Symptome der Tetanie * Anfälle mit ängstlicher Unruhe* Taubheitsgefühle* Missempfindungen* Muskelkrämpfe
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- Behandlung der Tetanie * Kalzium spritzen (bei akutem Anfall)* bei Hyperventilation: in Plastiktüte atmen
- Definition "Paradontitis" = Erkrankung des Zahnhalteapparates
- Symptome der Paradontitis * Zahnfleischentzündungen* Zahnausfall* Zahnstein* Mundgeruch
- Ursachen der Paradontitis * Bakterien, die durch Essensreste an den Zähnen kleben bleiben (vor allem bei weicher Nahrung) = Plaque
- Prophylaxe bei Paradontitis * häufige, kleine Mahlzeiten (Speichel wird öfter produziert als bei einmaliger Fütterung und reinigt die Zähne)* härtere Futterbrocken* Knochen etc.
- Behandlung bei Paradontitis * Entfernung von Plaque und Zahnstein
- Tierarten grob einordnen Säugetiere betreiben Brutpflege und bringen ihre Jungtiere lebend zur Welt, das bedeutet, sie legen keine Eier. Einzige Ausnahme bildet das Schnabeltier. Außerdem haben alle Säugetiere Haare. Vögel zeichnen sich durch veränderte vordere Gliedmaße aus, welche sich über die Millionen Jahre zu Flügeln ausgebildet haben. Auch der Schnabel ist spezifisch, aber nicht eizigartig für Vögel. Allerdings können nicht alle Vögel fliegen (Pinguine, Emus etc.). Fische sind Tiere, welche unter Wasser leben und keine Lungen besitzen, sondern Wasser durch die Kiemen aufnehmen, dieses filtern und so ihren Sauerstoffbedarf decken. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, welche Sauerstoff aus der Luft aufnehmen (Lungenfisch oder Schlammspringer). Reptilien sind Wirbeltiere, welche auf Wärme von außen (Sonneneinstrahlung) angewiesen sind, um die Körpertemperatur zu halten. Amphibien sind im Unterschied zu Reptilien auf Wasser angewiesen (Flüsse, Seen), um sich fortzupflanzen. Charakteristisch für Insekten sind die sechs Beine, welche jedes Tier trägt, drei auf jeder Seite. Außerdem haben diese ein Exoskelett, also keine Knochen. Als Arachnide bezeichnet man alle Spinnentiere. Diese besitzen acht Beine.
- Einzelfuttermittel = verschiedene Getreidearten z.B. Weizen, Gerste -> kann zusammen mit anderen FM als Mischfuttermittel eingesetzt werden
- Definition Mischfuttermittel = mehrere EFM gemischt -> optimal an Bedarf der Tiere angepasst -> kann als AFM eingesetzt werden
- Alleinfuttermittel = FM, welche die Tiere (abhängig vom Alter, Gewicht) mit allen notwendigen NS versorgen
- Ergänzungsfuttermittel = ergänzt EFM um ausgewogene NS-Versorgung zu gewährleisten -> ergänzt z.B. den Weidegang von Rindern
- Beispiele Grünfutter * Gräser* Klee* Kräuter
- Melassefutter = relativ hoher Zuckeranteil
- Raufutter = FM mit relativ hohem Gehalt an strukturierten Rohfasern = Futterwert meist gering (Ergänzung durch z.B. Kraftfutter) -> Schweine: Sättigung ohne zu viel Energie bereit zu stellen, Beschäftigung -> Wiederkäuer: notwendig fürs Wiederkauen z.B. Stoh, Heu, Spreu
- Grobfutter = nicht/wenig zerkleinerte Pflanzen -> Verfütterung: frisch oder getrocknet z.B. Rüben, Maiskolben, Maispflanze
- Saftfutter = Teile von Pflanzen mit TSG > 55% z.B. Rüben, Wurzeln, Knollen, Silage, Grünfutter
- Kraftfutter = energiereiches, rohfaserarmes Futter -> TSG > 55% -> Energiegehalt > 7MJ NEL/kg -> als AFM meist ungeeignet, da kein Strukturwert
- Wann hat ein FM eine "gute Qualität"? * optimale Herstellung (Ernte/Schlachtung)* optimale Verarbeitung (z.B. Konservierung)* optimale Lagerung* optimale Zubereitung für die Fütterung
- FM - Ansehen: Struktur/Gefüge Achtung bei: * Verklebungen -> Feuchtigkeit, Schimmel* Auflösungserscheinungen z.B. Staub, Flüssigkeiten -> Futterschädlinge, schlechte Behandlung (Hitze, Gewalt)* anderen Stoffen -> Feuchtigkeit
- FM - Farbe Achtung bei: * andere Farbe -> Feuchtigkeit* blasse Farbe -> alt, Sonneneinstrahlung, unreif* schwarz, weiß, grün -> Schimmel
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- FM - Griff: Struktur, Gefüge, Konsistenz Achtung bei: * Verklebungen -> Feuchtigkeit, Schimmel* schmierig -> Feuchtigkeit, Zersetzung, Fremdstoffe* Auflösungserscheinungen z.B. Staub, Flüssigkeiten -> Futterschädlinge, schlechte Behandlung (Hitze, Gewalt)* zu weich -> faulig, Feuchtigkeit* zu schwer -> Feuchtigkeit* zu hart -> ausgetrocknet, alt* andere Stoffe -> Feuchtigkeit
- FM - Geruch Achtung bei: * muffig -> Schimmel* staubig -> alt, verschmutzt* faulig -> Eiweißzersetzung* ranzig -> Fettzersetzung* beißend -> Fremdstoffe, starke Zersetzung* fremd -> Kontamination * alkoholisch -> gegoren
- FM - Geschmack Achtung bei: * salzig -> Menschennahrung, eingetrocknet* süß -> Verderb* sauer -> Kontamination, falsche Konservierung* bitter -> Giftpflanzen* scharf -> Kontamination, Menschennahrung
- FM - Verpackung Achtung bei: * fehlender, unvollständiger Auszeichnung -> unbekanntes FM* Beschädigung -> Kontamination mit allem Möglichen * Aufblähungen -> Verderb mit Gasbildung* abgelaufenes Verfallsdatum -> NS-Verlust, unter Umständen Verderb
- FM - Lagerumgebung Achtung bei: * nicht verschlossen -> Kontamination, Futterschädlinge* verschmutzt -> Kontamination, alte MO* feucht -> beste Wachstumsbedingungen für MO* heiß/warm -> beste Wachstumsbedingungen für MO* schlecht riechend -> Kontamination, Verderb* unordentlich -> abgelaufene/alte FM, Kontamination, Vermischungen der FM
- Ablauf der FM-Prüfung in Hinsicht auf die Qualitätskontrollen 1. hygienische Qualitätskontrolle: Gesundheit des Tieres 2. NS-Qualitätskontrolle -> kein FM hat "keine NS"; NS-Lücken erkennen und mit anderen FM ergänzen
- Ziel der Tierernährung: Tiere mit FM versorgen, deren NS für eine optimale Leistung (Training, Bewegung, Trächtigkeit, Jungenaufzucht, Milchleistung etc.) und Gesundheit sorgen
- Fachgerechte Fütterung ist: * individuell (= bedarfsgerecht) und* artgerecht -> Faustzahlen z.B. Pferd 1kg Raufutter/100kg LM (9plus1)
- Individuelle Fütterung (9plus1) * Infos zum Tier: Tierart, Rasse, Gewicht, Alter, Temperament (gelassen/stressanfällig), Ernährungszustand (Verhältnis Muskelmasse zu Fettmasse), Haltung (Klima, Temperatur, Gruppenzusammensetzung), besondere Leistungen (Bewegungsleistung, Zuchtleistung, Fellwechsel), Gesundheitszustand (gesund, krank mit Angabe der Krankheit z.B. Durchfall)* Zielformulierung: Tier soll Gewicht halten / 3 kg abnehmen/zunehmen -> festlegen, wie und wann Zielerreichung überprüft wird * Beurteilung der Auswirkungen der Eckdaten auf den Energie- und Nährstoffbedarf (3plus1)* Futterauswahl und Menge durch Nutzung der Durchschnittsbedarfszahlen aus den Bedarfstabellen* Erstellung der Tagesration* Qualitätskontrolle: hygienische Qualität, toxikologische Qualität, NS-Qualität* Fütterungstechnik: 3xtäglich aus einem Napf * Zubereitung: z.B. mit Wasser mischen oder kochen um Verdaulichkeit zu erhöhen* Kontrolle: Kurzzeitkontrolle -> Tier frisst und säuft in typischer Weise, keine Kolik, unauffälliger Kot- und Urinabsatz Langzeitkontrolle -> Ernährungszustand verändert sihc, Leistungsveränderung, Gesundheitskontrolle gibt Hinweise
- 5 Schritte der FM-Kontrolle 1. FM erkennen (verschiedene Schichtweisen)2. Hauptnährstoff- und Inhaltsstoffgehalte nennen (etwa drei NS-Arten nennen, die für die NS-Qualität des FM die wichtigsten sind)3. gewünschte typische Qualitätsmerkmale beschreiben, die das FM bei "guter Qualität" haben sollte (SOLL-Werte) - gewünschte Lagerung, Verpackung, Farbe, Ansehen, Griff, Geruch, Geschmack 4. Beurteilung des FM: FM untersuchen (IST-Werte beschreiben) - aktuelle Lagerung, Verpackung, Farbe, Ansehen, Griff, Geruch, Geschmack 5. entscheiden: * Begründung, welche Qualität das FM aufweist durch Vergleich von SOLL- und IST- Wert, Bezug auf die hygienische und NS-bezogene Qualität* Entscheidung über Verwendung des FM (Fütterungstauglichkeit - bezogen auf eine Tierart oder speziell, Zubereitungszwänge z.B. abkochen, Fütterungstechnikzwänge, Lagerfähigkeit
- FM-Erkennung: Sichtweisen der FM-Beschreibung * zweckbezogene SW z.B: "Alleinfuttermittel für erwachsene Katzen" -> Alleinfuttermittel -> Einzelfuttermittel/Ergänzungsfuttermittel* inhaltsstoffbezogene SW z.B. "eiweißreiches FM 50%"* hauptkomponentenbezogene SW z.B. Rindfleischgemüsemischung"* wassergehaltsbezogene SW z.B. "Pellets"* handelsformbezogene SW z.B. "5kg Papiersack"-> Realität: Mischung aus allen SW zu finden um FM praxisgerecht zu beschreiben
- Definition "Konservierung" = FM wird in lagerfähigen Zustand gebraccht und über einen längeren Zeitraum weitgehend erhalten = Verlängerung der Haltbarkeit
- Grundbedingungen, die alle Futterkonservierungsverfahren erfüllen müssen * geringe NS-Verluste* hohe NS-Konzentration des konservierten Futter* gute Qualität und Schmackhaftigkeit* geeignetes Konservierungsverfahren* Senkung der Futterverluste
- Verfahren der Futterkonservierung * Heubereitung* Silierung* Heißlufttrocknung
- Grünfuttersilierung - Arten der NS-Verluste * Feldverlust (Atmung, Auswaschung, Abbröckeln beim Welken, Ernte- und Transportverlust)* Gärverlust (Atmung, Gärgasbildung)* Sickersaftverlust (Sickersaftbildung, Auswaschung)* Randverlust (Gasbildung, Auswaschung, Wertminderung durch Erhitzen, Fütterungsuntauglichkeit der Silage)
- Grundsätze für die Silagebereitung * Wahl optimaler Schnittzeitpunkte* Siliergut vorher anwelken lassen* Siliergut sauber ins Silo einbringen* Silo schnell füllen und schließen* Siliersalz, Viehsalz, Melasse etc. zusetzen* Siliergut, insbesondere Welkgut, intensiv festfahren* zum vollständigen Luftabschluss das Silo gut mit einer Polyäthylenfolie und ganzflächig mit einer zehn cm dicken Erdschicht bedecken
- Trockensubstanzgehalt für die Welksilage - Gras 25-35%
- Trockensubstanzgehalt für die Welksilage - Klee 30-40%
- Trockensubstanzgehalt für die Welksilage - Luzerne 40-50%
- Ablauf der Silierung * Ernte des Pflanzenmaterials* Zerkleinerung* schnelle Einbringung in das Silo* luftdichter Abschluss bei einer Temperatur von 25-35°C und einem pH-Wert von 4,5-5-> Fehlgärungen verursachende MO (Hefe, Schimmelpilze..) werden unterdrückt -> Milchsäuregärung: MO, die die Milchsäure aus den KH der Pflanzen bilden, werden in ihrem Wachstum gefördert --->> Futterwert der Silage entspricht bei einwandfreier Silierung dem des Ausgangsmaterials, auch in Hinsicht auf den Vitamin- und Eiweißgehalt <<--- -> schwer vergärbare (insbesondere eiweißreiche) Pflanzen können nur mit Sicherungszusätzen siliert werden-> Grünfutterpflanzen sollten vor dem Silieren vorgewelt werden (Erhöhung des Trockensubstanzgehaltes)