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Psychologie (Fach) / Klinische 2 12 (Lektion)
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- Wie lautet das allgemeine Merkmal psychotischer Störungen? Auftreten von psychotischen Symptomen, insbesondere Wahn + Halluzinationen
- Wie lautet die Epidemiologie der Schizophrenie? · Frauen : Männer = 1:1 · Krankheitsbeginn bei Männern in frühen Zwanzigern · Krankheitsbeginn bei Frauen in späten Zwanzigern + 2. Gipfel nach Menopause → in jungen Jahren bei Männern häufiger als bei Frauen → im Rentenalter dreht sich Effekt um
- Wie lautet der Wesensgehalt der Schizophrenie? 4 As: Ø Assoziationsstörung Ø Affektivitätsstörung Ø Autismus Ø Ambivalenz Positivsymptome: während akuter psychotischer Episode Übermaß/Verzerrung von normalen psych. Funktionen dem gesunden Erleben wird „Neues“ hinzugefügt Bsp.: Halluzinationen, Wahn, Denkzerfahrenheit, bizarres Verhalten Negativsymptome: Minderung/Verlust normaler Funktionen Defizite im Verhalten + Erleben Bsp.: emotionale Verflachung, soz. Rückzug, Apathie, Verlangsamung, Sprachverarmung
- Wie lauten formale Denkstörungen der Schizophrenie? · Lockerung der Assoziationen: Gedanken wechseln ohne logische Struktur · Zerfahrenheit: unverständliche Sprachäußerungen · Verarmung der Inhalte: vage, übermäßig abstrakt/konkret · Inhaltsleere
- Wie lauten inhaltliche Denkstörungen der Schizophrenie? falsche persönliche Überzeugungen beruhen auf inkorrektem Urteil über äußere Realität werden aufrechterhalten, ungeachtet unbestreitbarer + offensichtlicher Beweise für das Gegenteil + dessen, was nahezu alle anderen glauben Formen: bizarrer Wahn (Erstrangsymptom) Verfolgungswahn Beziehungswahn Ich-Störungen: Gedankenausbreitung, -entzug, -kontrolle, -eingebung, -lautwerden
- Wie lauten Wahrnehmungsstörungen der Schizophrenie? · sensorische Wahrnehmungen (Halluzinationen) · drängen sich mit Wirklichkeitscharakter echter Wahrnehmungen auf · erfolgen ohne äußere Stimulation des betroffenen Sinnesorgans · Formen: akustische, taktile, optische, olfaktorische, haptische Halluzinationen
- Was versteht man unter sensomotorischem Gating? · sensorische Filterprozesse während der frühen Reizverarbeitung · verantwortlich für Aufmerksamkeitsdefizit
- Wie lauten Affektstörungen der Schizophrenie? · flacher Affekt: kein Ausdruck affektiver Beteiligung · Anhedonie: kein Gefühl mehr zu besitzen · inadäquater Affekt: deutlicher Widerspruch der Gefühlsäußerungen zum Inhalt
- Wie lauten psychomotorische Störungen der Schizophrenie? · verminderte Spontanbewegungen, nicht medibedingt · katatoner Stupor: Fehlen aller psychomotorischer Äußerungen · katatone Erregung: erregte ziellose Bewegungen ohne Auslöser
- Wie lauten Schizophrenie-Symptome 1. Ranges? Gedankenlautwerden, -kontrolle, -eingebung, -entzug, -ausbreitung Wahngedanken, Wahnwahrnehmungen kommentierende o. dialogische Stimmen anhaltender, bizarrer Wahn, wie z.B. das Wetter kontrollieren zu können o. im Kontakt mit Außerirdischen zu sein
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- Wie lauten Schizophrenie-Symptome 2. Ranges? weniger spezifisch für Schizophrenie anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität täglich über Wochen + Monate auftretend Gedankenabreißen → Zerfahrenheit, Danebenreden o. Neologismen katatone Symptome: Erregung, Haltungsstereotypien o. wächserne Biegsamkeit, Negativismus, Mutismus + Stupor auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachte o. inadäquate Affekte, sozialer Rückzug, verminderte soz. Leistungsfähigkeit Ziellosigkeit, Trägheit, in sich selbst verlorene Haltung
- Was kennzeichnet die Schizophrenie-Diagnostik? begründet sich hauptsächlich auf Plus-Symptome mind. 1 eindeutiges Symptom (1.-4.) o. mind. 2 Symptome (5.-8.) fast ständig während 1 Monats o. länger bei 9. länger als 1 Jahr schizophrene Störung: nur wenn schizophrene Symptome den affektiven vorausgehen schizoaffektive Störung: schizophrene + affektive Symptome entwickeln sich gleichzeitig→ sonst Diagnose affektive Störung
- Wie lautet der Phasenverlauf der Schizophrenie? Promodalphase: beginnt mit ersten unspezifischen, negativen Symptomen→ wesentliche soziale + Rolleneinbußen endet beim 1. positiven Symptom dauert im Ø 5 Jahre 75% der Ersterkrankten bemerken + berichten Prodromalsymptome→ Risikoanzeichen mit sign. Vorhersagewert psychotische Vorphase: positive Symptome zeigen sich zum 1. Mal dauert im Ø 1,1 Jahre reicht bis zum Höhepunkt der 1. psychotischen Episode Latenzphase: Zeit bis zum 1. Klinikaufenthalt dauert im Ø 0,2 Jahre
- Wie lauten Heilungsraten der Schizophrenie? · 25% Heilung, keine Behinderung · 50% mehrere Phasen, leichte Behinderung · 25% chronisch, schwere Behinderung
- Wie lautet die Ätiologie der Schizophrenie? Dopaminhypothese: gestörte dopaminerge Transmittermechanismen regionale Hyperaktivität dopaminerger Neurone→ Plussymptome der Schizophrenie Belege:- antipsychotische Medis postsynaptische Dopaminrezeptoren blockieren- Stimulantien mit verstärkter Dopaminübertragung können schizophrene Symptome auslösen o. steigern- antipsychotische Wirkung der Medis korreliert mit Dopaminrezeptorblockade in PET-Untersuchungen andere auf das dopaminerge System wirkende Neurotransmitter: Glutamat, GABA, Serotonin, Adenosin Minderdurchblutung des dorsalen Präfrontalkortex morphometrische Hirnveränderungen: z.B. vergrößerte Seitenventrikel, reduziertes Volumen limbischer Strukturen Familienklima nicht als Ursache, aber als aufrechterhaltender Faktor
- Gibt es eine genetische Prädisposition für Schizophrenie? Rate höher bei biologischen Verwandten Korrelation zw. Verwandtschaftsgrad + Auftreten der Krankheit→ genetische Prädisposition aber: Interaktion zw. genetischer Prädisposition + Umwelt→ sign. Assoziation zw. gestörter Erziehung + Diagnose → genetisches Risiko als Moderator für umweltbedingtes Risiko: bei vorhandenem gen. Risiko wirkt sich umweltbedingtes Risiko überadditiv aus
- Wie lauten Merkmale für eine günstige 5-Jahres-Prognose der Schizophrenie? · ♀ · verheiratet · gute soz. + berufl. Integration · akuter Beginn · belastende Ereignisse vor Krankheitsbeginn · seltene + kurze psychotische Episoden · affektive Störungen · frühe Medibehandlung + gutes Ansprechen
- Wie lauten Merkmale für eine ungünstige 5-Jahres-Prognose der Schizophrenie? · ♂ · geschieden · soz. Isolation · Anpassungsstörungen während Adoleszenz · früher Beginn · schleichender Beginn · lange + häufige psychotische Phasen · ausgeprägte Negativsymptomatik · vermeidungsorientierter Umgang mit Erkrankung · fehlende Medibehandlung · fortgesetzter Drogenkonsum · kogn. Defizite bzw. verminderte Intelligenz