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Psychologie (Fach) / Klinische 2 8 (Lektion)
- Wie lauten Definitionen zu Suizidalität? Suizid: ein zum Tode führender Suizidversuch Suizidideen: Nachdenken über Tod im Allgemeinen o. eigenen Tod direkte Vorstellungen über Suizidhandlungen Suizidversuche: Verhalten mit suizidaler Absicht Handlung im Glauben, dass sie zum Tode führt Parasuizid: nicht tödliche Handlung, aber absichtlich selbstverletzend selbstschädigendes Verhalten soll evtl. für Umfeld als Suizid aussehen Bsp.: Überdosierung von Medis, Suchtmittel zur Selbstschädigung
- Wie lauten Häufigkeiten zu Suizidarten? Tabletten/Medikamente: 51% Alkoholintoxikation: 16% Erhängen/Strangulation: 16% Pulsadereröffnung: 15% Suizid : Suizidversuch = 1 : 10-20 Männer : Frauen (Suizid) = 2 : 1 Männer : Frauen (Suizidversuch) = 1 : 2-3 mehr Tote durch Suizid als durch Verkehrsunfälle Suizide bei Älteren:- 4 mal höher als in Jugend- eher „stiller“ Suizid z.B. durch eingeschränkte Nahrungsaufnahme- in 80% der Fälle Mitbeteiligung v. Depression
- Welche Risikofaktoren bzgl. Suizid gibt es? Adoptionsstudien: genetische Vulnerabilität für Suizide soziodemographische Risikofaktoren: Geschlecht: Männer > Frauen Alter: älter als 50 Jahre > jünger als 50 Jahre Familienstand: geschiedene > verwitwet > ledige > verheiratet soziale Schicht: Unterschicht überrepräsentiert Arbeitsstand: Arbeitslose > mit Arbeitsplatz Jahreszeit: Sommer + Frühling < Winter + Herbst (trifft auch auf Depressionen zu) Stadt/Land: Stadt > Land (in Ländern der ehemaligen UDSSR umgekehrt) Religion: protestantisch > katholisch Suizidversuche: 50% der SV-Patienten haben mind. 1 Versuch in Vorgeschichte 12-35% begehen innerhalb v. 2 J. erneuten Versuch 5-10 J. nach Versuch suizidieren sich 6-10% 10-30 J. nach Versuch suizidieren sich 10-13% psychopathologische Risikofaktoren: Hoffnungslosigkeit niedriges Selbstwertgefühl depressiver Wahn (nihilistisch, Schuld, Selbstbestrafung) imperative Stimmen mit Aufforderung zum Suizid paranoide Beziehungsideen (Bedrohtheit, Verfolgung, etc.) innere Unruhe, Getriebenheit Angst vor Kontrollverlust über eigene Suizidimpulse
- Wie lauten die Stadien der suizidalen Entwicklung? Erwägung: suggestive Momente (TV, Literatur, Bekannte, Chats, Foren, etc.) nach innen gerichtete Aggressionen Ambivalenz: Intervention möglich Hilferufe, Ankündigungen Appelle müssen ernstgenommen + explizit erfragt werden Entschluss: höchstens indirekte Ankündigung oft scheinbar ruhig + gelassen → sieht nach gebessertem Zustand aus
- Welche möglichen Funktionen haben Suizidversuche? · Appell-Funktion/Hilferuf · Wunsch nach (befristeter o. endgültiger) Ruhe · Autoaggressivität, Selbstbestrafung · Rachemotiv, Fremdbestrafung · (Beziehungs-) Manipulation
- Was kann auf latente Suizidabsichten hinweisen? rücksichtsloses Autofahren Trunkenheit am Steuer Anfangen von Hobbies mit hohem Risiko häufige Unfälle in der neueren Lebensgeschichte Berichte von lebensgefährlichen Erlebnissen ohne angemessene emotionale Beteiligung Diabetiker ohne Selbstdisziplin häufig wechselnde Geschlechtspartner ohne Berücksichtigung von Safer-Sex-Praktiken exzessiver Drogenkonsum (auch Nikotin + Alkohol)
- Wann besteht erhöhtes Suizidrisiko? · bisherige Suizidversuche weisen eine Tendenz zu immer härteren Methoden auf · Selbsttötungsabsichten werden nur gegenüber Dritten (nicht dem Partner) geäußert · Patient nennt mehr Gründe für das Sterben als für das Leben · Suizidgedanken dauern länger an (über mehrere Minuten hinweg) · depressive Phase hat begonnen o. ist im Abklingen · Patient berichtet starke Schuldgefühle · keine Hindernisse wie religiöse Einstellungen o. Kinder sind vorhanden · Methode ist gut durchdacht · Patient ist im Besitz einer Anleitung zur Selbsttötung · Vorbereitungen sind getroffen · geringe Wahrscheinlichkeit, dass Sozialpartner einschreiten können · nach anfänglich ernst zu nehmenden Suiziddrohungen entsteht ungewöhnliche Ruhe
- Wie lauten typische Fehler im Umgang mit Suizidalität? latente suizidale Reaktionen übersehen Bagatellisierung akzeptieren zu schnelle Orientierung auf positive Veränderungen (Kann ich Ratlosigkeit aushalten?) konventionelle Klischees (Verlegenheitsäußerungen unter Zeitdruck) abgenutzte Beschwörungsformeln Provokationen („Ich kann Ihnen gerne ein Geschäft nennen, wo sie einen Strick finden.“) (eigene) Gründe für das Weiterleben aufzählen → Distanz unangemessene Therapieziele → Überforderung des Patienten
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