14
Psychologie (Fach) / Klinische 2 4 (Lektion)
Anzeige
- Welche Funktion haben Emotionen? Verhaltenssteuerung → Angst als Grundemotion evolutionär sinnvoll → adaptive Funktionen: Motivation, Handlungsvorbereitung, Lernen, Kognition, Kommunikation
- Was läuft bei einer Angststörung im ZNS schief? Adaption an situative/funktionelle Erfordernisse misslingt → Angst tritt auch in ungefährlichen Situationen auf → Hypothese: Fehlsteuerungen sind auf maladaptive Lernprozesse + spezifische Dispositionen zurückzuführen
- Wie lauten begünstigende Entstehungsfaktoren für Angststörungen? genetische Vulnerabilität Lernerfahrungen:- direkte Konditionierung: Hundephobie nach Hundeattacke- Lernen am Modell: Furcht der Mutter erzeugt bei Kind Furcht vor zuvor angstfreien Dingen- Infovermittlung: Tierphobiker führen Infos über Gefährlichkeit der Tiere als Ursache an- nicht spezifische aversive Lernerfahrungen in kritischen Lebensabschnitten
- Was versteht man unter einer spezifischen Phobie? dauerhafte, unangemessene, intensive Furcht vor bzw. Vermeidung von spezifischen Objekten oder Situatione→ starkes Vermeidungsverhalten→ deutlich beeinträchtigte Lebensführung ohne zwangstypische angstreduzierende Rituale Symptome müssen bei <18 J. über 6 Monate andauern beginnt meist in Kindheit Frauen : Männer = 2:1 hohe Komorbiditätsraten mit anderen Angststörungen Obergruppen:- Tierphobien- situationale Phobien (z.B. Höhen)- Phobien v. Natruereignissen (z.B. Wasser, Gewitter)- Verletzungsphobien (z.B. Spritzen)- Restkategorie bei Vorliegen mehrerer situationaler Phobien → Diagnose: Agoraphobie
- Was besagt die 2-Faktoren-Theorie der Angstentstehung? klass. Konditionierung: ursprünglich neutrale Reize (NS) werden wg. traumatischer Ereignisse mit zentralem motivationalem Angstzustand assoziiert → verstärkt Vermeidungsverhalten → operanter Kond. durch negative Verstärkung (Selbstverstärkung) → Stärkung des CS + Verringerung der CR aber: nicht ausreichend zur Erklärung klinischer Phobien → 3-Pathway-Modell
- Was versteht man unter Äquipotenzialität? auslösende Reize für phobische Reaktionen zeigen stabile Verteilung Verteilung entspricht weder Häufigkeit im wahren Leben, noch WS unangenehmer Erfahrungen Bsp.: Spinnen, Schlangen + Höhen werden häufiger gefürchtet als Messer, Steckdosen + Autos
- Was kennzeichnet Seligmans Preparedness-Theorie? artspezifische Bereitschaft zur erleichterten Kombi spezifischer CS + US (Konditionierbarkeit) aufgrund natürlicher Selektion neben Lernerfahrungen auch Prädisposition auf best. Reize mit Angst zu reagieren nur bei phobischen Reizen starke Effekte, die auch während Extinktion auftreten→ Furchtreaktion bei best. Reizen leichter konditionierbar + schwerer löschbar
- Welche Kriterien sind zum Beleg eines nicht-assoziativen Phobieerwerbs nötig? eine plausible evolutionäre Begründung retrospektive Studien: Fallidentifizierungen, bei denen ein nicht-assoziativer Erwerb plausibel ist prospektive Studien, die zeigen, dass assoziatives Lernen nicht notwendig ist andere Primaten/Spezies zeigen ähnliche Ängste & evolutionäre Begründung ist ebenso plausibel eine substantielle genetische Mitverursachung kann belegt werden → für Höhenphobie gelten die ersten 4 Kriterien als belegt
- Was kennzeichnet die Krebsbehandlung mit Zytostatika? zu den unangenehmsten Nebenwirkungen von Zytostatika gehören Übelkeit & Erbrechen Erklärung für antizipatorische Übelkeit & Erbrechen (Ø 33%): Klassische Konditionierung→ US: Zytostatika, UR: Übelkeit/Erbrechen, CS: KH, CR: aÜE Behandlung: Methode der „Überschattung“ in Kombination mit „Belongingness“- damit die Klinikreize alleine nicht mehr als CS ausreichen, wird zusätzlich ein starker Extrareiz kurz vor der Infusion gesetzt (z.B. wechselndes Getränk)→ allgemeine Reize der Klinik werden so nicht mehr zum CS, nur in Kombination mit dem jeweiligen Getränk
- Was kennzeichnet die Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie? · Lebenszeitprävalenz: ca. 3,5% · beginnt mit ca. 5,5 Jahren · bei 50 % mit Ohnmachtsneigung
- Anzeige
- Was kennzeichnet die emotionale Ohnmacht? vasovagale/neurokardiogene Synkope möglicher Auslöser: „emotionaler Stress“ diphasischer Verlauf:- initialer Blutdruckanstieg & Herzratenerhöhung- sekundärer Blutdruckabfall, Verlangsamung der Herzrate & evtl. flache schnelle Atmung begleitet von: Schwindelgefühlen, Desorientierung, Übelkeit, Schwitzen, Verlust des Bewusstseins nach Ohnmacht langsame Erholung von Blutdruck & Herzrate; betroffene Person fühlt sich schwach
- Was kennzeichnet die soziale Phobie? Kernmerkmal: übertriebene + irrationale Angst vor negativer Bewertung durch andere epidemiologisch: 1 ½ - 2-fach höheres Risiko für Frauen klinisch: annähernd gleiches Geschlechterverhältnis Beginn: meist im Jugend- o. jungen Erwachsenenalter i.d.R. chronischer Verlauf bzw. Oszillation der Symptomatik um definierte Grenzen Komorbidität ist die Regel:- besonders zu anderen Angststörungen- Depression als Folge von soz. + berufl. Einschränkungen- Substanzprobleme als Folge von Selbstmedikation
- Wie lauten Diagnosekriterien der sozialen Phobie? ausgeprägte + anhaltende Angst vor einer o. mehreren soz. o. Leistungssituationen Konfrontation mit gefürchteter Situation ruft unmittelbare panikartige Angstreaktion hervor Person erkennt, dass Angst übertrieben + unvernünftig ist gefürchtete Situationen werden vermieden o. unter intensiver Angst ertragen beeinträchtigte Lebensführung o. erhebliches Leiden
- Welche Risikofaktoren kennzeichnen die soziale Phobie? genetische Vulnerabilität bei Vorliegen psych. Störungen in Familie psychologische Faktoren:- Persönlichkeit/Temperament: behavioral inhibition: vererbte Verhaltenstendenz eines Kindes in neuen Situationen mit anfänglicher Zurückhaltung, Hemmung + verstärkter physiologischer Aktivierung zu reagieren- Erziehungsstil (besonders bei generalisierter SP): ängstlich-protektives/überbehütendes o. ablehnendes/gleichgültiges Erziehungsverhalten führt zu selbstunsicher-vermeidendem Bindungsmuster / Kombi aus Überbehütung + starken Tendenzen zu Kritik + Zurückweisung- Modelllernen: empirisch noch nicht nachgewiesen- kognitive Faktoren: stärkere Aktivierung der Amygdala→ verringerte Erregungsschwelle neuronaler Angstschaltkreise bzgl. soz. Reize→ erhöhte Aufmerksamkeit für soziale Stimulistörungsspezifische Interpretation sozialer Ereignisse- evolutionsbiologischer Sinn: sich als unterlegenes Gruppenmitglied wechselnden Dominanzhierarchien besser anpassen- beitragende Lebenserfahrungen: soz. Traumata, Lebensereignisse, Lebensbedingungen