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Psychologie (Fach) / Klinische 2 2 (Lektion)
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- Wie lauten die Pro Argumente moderner kategorialer Diagnostik? bessere Kommunikation durch einheitliche + klar definierte Nomenklatur bessere Praktikabilität durch sinnvolle Informationsreduktion ökonomische Informationsvermittlung: aus Diagnose kann auf Vorhandensein einer Reihe von Merkmalen geschlossen werden → Ableitung praktischer Konsequenzen möglich bestimmte klinischer Symptome treten überzufällig gemeinsam auf → Klassifikation bietet sich an Handlungsanleitung fürs praktische Vorgehen (spezielle Interventionsverfahren) Wissensakkumulation Klassifikation als Basis für den Aufbau von Wissen, Forschung + wiss. fundierter Praxis ermöglicht objektive Überprüfung unverzichtbar + gesetzlich vorgeschrieben
- Wie lauten die Contra Argumente moderner kategorialer Diagnostik? Gefahr von Etikettierung/Labeling: Krankheitsbezeichnungen können zu negativer Stigmatisierung hilfsbedürftiger o. ungewöhnlicher Menschen führen abweichende Menschen o. Verhaltensweisen werden zu Problemfällen erklärt Informationsverlust: statt detaillierte Beschreibung von Phänomenen nur noch Etiketten Verwechslung von Deskription + Erklärung möglich: Pseudoerklärungen/Zirkelschlüsse Reifikation künstlicher Einheiten möglich: Konstrukte werden Realität Verschleierung zu Grunde liegender Dimensionen: keine qualitativ verschiedenen Kategorien → klassifikatorisch schwierige Abgrenzung von z.B. Angstst. + Depression beeinflusst von wissenschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen o. politischen Entscheidungen (Bsp.: Homosexualität, Transgender) Revisionen der Diagnosesysteme führen zu neuen/anderen Diagnosen menschliches Denken ist fehleranfällig → psychometrisch gute Instrumente nötig
- Wie lauten die größeren Änderungen im DSM-5? · Achsenstrukturierung wurde aufgegeben → Persönlichkeitsstörungen werden zu restlichen Diagnosen eingeordnet · zusätzliche Bewertung der psychosozialen Stressoren, der relevanten Faktoren + der Einschätzung des „allg. Funktionsniveaus“ auf eigenen Achsen fällt weg · als Ersatz dient dimensionale Komponente mit entsprechenden Messinstrumenten · Annäherung an ICD-10: bei Komorbidität soll Diagnose, die am ehesten Primärdiagnose darstellt, festgehalten werden Kodierung auf alphanumerische Zuordnung umgestellt „nicht näher bezeichnete Störung“ ersetzt durch „nicht näher bezeichnete Störung mit …“/“unspezifische Störung mit…“
- Was sind die Aufgaben der Epidemiologie? Feststellung der Krankheitsverteilung über Raum + Zeit in Abhängigkeit von Umwelt, Persönlichkeit + Organismus Untersuchung von Entstehung, Verlauf + Ausgang von Erkrankungen Ermittlung von individuellen Krankheitsrisiken Prüfung von Hypothesen über kausale Beziehungen zwischen Umweltfaktoren + Krankheit
- Welche epidemiologischen Messvariablen gibt es? Prävalenz: Gesamtzahl aller Krankheitsfälle, die in einer definierten Population zu einem bestimmten Zeitpunkt (Punktprävalenz) o. während einer Zeitperiode (Periodenprävalenz) vorhanden sind Lebenszeitprävalenz: Gesamtzahl der Fälle, die in ihrem Leben mind. 1 Episode zumindest einer bestimmten psychischen Störung hatten Inzidenz: Häufigkeit des Neuauftretens einer Krankheit innerhalb eines bestimmten Zeitraumes unabhängig davon, ob die Erkrankung zum Ende der Zeitperiode noch besteht oder nicht Odds ratio: „Odds“ (Chance) = Quotient aus dem Risiko für das Auftreten einer Störung & der Gegenwahrscheinlichkeit Odds ratio = Quotient aus den Odds in 2 Gruppen (z.B. Männer vs. Frauen) wenn Odds ratio = 1, dann sind Frauen & Männer gleich häufig betroffen wenn Odds ratio (Frauen/Männer) > 1, dann sind Frauen häufiger betroffen Risk ratio: Verhältnis der Krankheitshäufigkeit in einer Bevölkerung mit einem Risikofaktor im Vergleich zu einer Bevölkerung ohne Risikofaktor Bsp.: Erkältung (Inzidenz > Prävalenz), HIV (Inzidenz < Prävalenz)
- Was versteht man unter Komorbidität? das Auftreten von mehr als einer spezifisch diagnostizierbaren psychischen Störung bei einer Person in einem definierten Zeitintervall Komorbidität bei Frauen häufiger als bei Männern 57,1 % der affektiven Störungen sind komorbid 51,1 % (51-60%) der Angststörungen (v.a. GAS) sind komorbid 47 % der somatoformen Störungen sind komorbid 38,1 % der Substanzstörungen sind komorbid
- Was besagt der Mental Health Survey? Häufigkeit psych. Störungen bei Erwachsenen: 20% mind. eine im letzten Monat 31% eine oder mehr im vergangenen Jahr 43% im bisherigen Leben → Punktprävalenz < Monatsprävalenz < Jahresprävalenz < Lebenszeitprävalenz < Lebenszeitrisiko
- Welche psych. Störungen treten am häufigsten auf? nach Gruppen: Angststörungen > affektive Störungen > somatoforme Störungen > Substanzstörungen > psychotische Störungen > med. Krankheitsfaktor nach Einzeldiagnosen: Nikotin (10,2%) > MD (8,3%) > Schmerzstörung (8,1%) > spez. Phobie (7,6%) > Alkohol (4,1%) > Panikstörung (2,3%) > soz. Phobie, Agoraphobie (2%) > GAS (1,5%) > Schizophrenie (1%) > bipolare Störungen (0,8%) > Zwänge, illegale Drogen (0,7%) > Essstörungen (0,3%)
- Welche psych. Störungen treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern? Angststörungen: spezifische Phobie affektive Störungen: Depression somatoforme Störungen PTB Schmerzstörung Medikamentenabhängigkeit Essstörungen
- Welche psych. Störungen treten bei Männern häufiger auf als bei Frauen? Störungen durch Substanzgebrauch (außer Mediabhängigkeit)
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- An welchen psych. Störungen erkranken Frauen + Männer gleich häufig? psychotische Störungen bipolare Störungen Zwangsstörungen
- Wann erfolgt die Erstmanifestation psychischer Störungen? · Kindheit: spezifische Phobie · Jugend/junges Erwachsenenalter: soz. Phobie, Panikattacken, bipolare Störung · Erwachsenenalter: Schizophrenie, Panikstörung, Agoraphobie, Depression · Ältere: GAS
- Welche soziodemographischen Kennwerte gelten als Risikofaktoren für eine psych. Störung? · Familienstand: ledig, getrennt, geschieden, verwitwet · Berufsstatus: berentet, arbeitslos · niedrige soziale Schicht → bestenfalls Moderator o. Folge · Großstädte
- Wie lautet die Definition von DALY? · DALY = YLL + YLD · YLL (Years of Life lost): durch vorzeitigen Tod verlorene Lebensjahre · YLD (Years lived with Disability): mit Behinderung gelebte Lebensjahre · Platz 1: unipolare Depression