18
Ernährungslehre (Fach) / Wasser (Lektion)
Nierenfunktion
Flüssigkeitsbedarfsdeckung
Aufgaben des Wassers im Organismus
Regulierung des Wasserhausshalts
Wasserbilanz
Flüssigkeitsräume im Körper
Diese Lektion wurde von natschi erstellt.
Anzeige
- Wassergehalt in der fettfreien Körpermasse 73% mit zunehmenden Alter abnehmend bei Frauen geringer als bei Männern vor allem in den Organen, Blut, Lymphe und Gehirn enthalten
- Was passiert bei Wasserverlust? verliert der Körper mehr als 0,5% seines Gewichts an Wasser, so entsteht Durst Wasserverlust von etwa 10% der Gesamtkörperflüssigkeit führen zu Verwirrungszuständen Ab 20% Verlust nicht mehr mit dem Leben vereinbar
- Verteilung des Wassers im Organismus IZR Intrazellulärer Raum rund 70% der Körperflüssigkeit nur bei genügend Wasser in den Zellen können enzymatische Reaktionen ablaufen EZR Extrazellulärer Raum besteht aus Blutplasma Lymphe und Gewebsflüssigkeit (befindet sich in den Zellzwischenräumen - interstitielle Flüssigkeit, sie stellt Verbindung zw. Blutplasma und Zellflüssigkeit her und sorgt für Nährstoffversorgung und Abtransport der SWendprodukt) transzellulärer Raum: Verdauungstrakt und Niere in den Verdauungstrakt ergießen sich Speichel, Magensaft, Pankreassaft, Gallenflüssigkeit und Dünndarmsaft bei der Berechnung des Wasserhaushalts wird der transzelluläre Raum nicht berücksichtigt
- Ausgeglichene Wasserbilanz Wasseraufnahme in Liter Wasserausscheidung in Liter Getränke ca. 1,2 Niere (Harnbildung) ca. 1,4 Speisen (∅ 60-70%) ca. 1,0 Kot ca. 0,1 Oxidationswasser ca. 0,3 Haut und Lunge ca. 1,0 insgesamt ca. 2,5 ca. 2,5 eine Mindestharnmenge von 0,5 Liter ist notwendig, um SWendprodukte und überschüssige MS (besonders Kochsalz) ausscheiden zu können über Kot gering, aber stark erhöht bei Durchfall und Erbrechen. Gefährlich vor allem im Säuglingsalter, da Regulation des Wasserhaushaltes noch nicht stabil ist
- Regulierung des Wasserhaushalts Grobregulierung erfolgt über den Durst Niere ist Hauptorgan für die Feinregulierung, wird hormonell geregelt ADH Adiuretin bewirkt eine verstärkte Rückresorption des Wassers in der Niere und damit Ausscheidung des konzentrierten Harns Erhöhte Osmolarität des Blutplasmas durch Wasserverlust (z.B. Schwitzen) führt zur verstärkten Ausschüttung von ADH Zunahme des Blutplasmas führt zur Dehnung des linken Herzvorhofes oder Erniedrigung der Osmolarität des Blutplasmas bei größerer Wasserzufuhr (durch Trinken) ⇒ Hemmung der Freisetzung von ADH, es wird verstärkt verdünnter Harn ausgeschieden, bis die Osmolarität des Blutplasmas normalisiert ist
- ADH-Ausschüttung wird verstärkt durch Coffein und Alkohol
- ADH-Ausschüttung wird gehemmt durch Adrenalin Ohnmacht Schmerz Nikotin Barbiturate zu geringe Kochsalzaufnahme
- Hyperhydration ≈ Überwässerung hypertone oder isotonische Hyperhydration extrazellulärer Wasserüberschuss, Osmolarität erhöht es kommt zu Ödemen und Wasseransammlung in Körperhöhlen verursacht durch ungenügende Herzmuskelleistung, Nierenversagen hypotone Hyperhydration Wasserintoxikation Wasserüberschuß im extra- und intrazellulären Raum Osmolarität erniedrigt MS-Verlust Ursache ist erhöhte Wasserzufuhr Muskelschwäche, -krämpfe, Störungen des ZNS
- Dehydration ≈ Wassermangel Symptome: starkes Durstgefühl, Gewichtsabnahme, Austrocknung der Haut und Schleimhäute, verminderte Speichelproduktion, konzentrierter Harn Hypotone oder isotone Dehydration durch Natriummangel, Kochsalzaustrockung EZR verkleinert, Osmolarität erniedrigt oder normal durch Erbrechen, Durchfall, Verbrennung, Blutung, Schwitzen Muskelschwäche, gestörte Herztätigkeit, Insulinausschüttung blockiert Hypertone Dehydration Wassermangel, Durstgefühl Osmolarität erhöht, Verkleinerung IZR Ursachen: geringe Wasseraufnahme z.B. bei gestörtem Durstgefühl im Alter, gesteigerte Wasserabgabe bei Diabetes m. oder ADH-Mangel
- Aufgaben des Wassers im Organismus dient als Lösungsmittel dient als Transportmittel ist Reaktionspartner bei enzymatischen Prozessen dient als Baustoff ermöglicht Wärmeregulation
- Anzeige
- Säuren-Basen-Gleichgewicht I Puffersysteme im Körper Eine ph-Wert-Änderung des Blutes ist ein Zeichen für eine Stoffwechselstörung. Im gesunden Organismus kommt es nicht zu ph-Wert-Änderungen. Puffersysteme können pH-Wert-Änderungen ausgleichen, sie enthalten Protonendonatoren und -akzeptoren Hydrogencarbonat HCO-3/Kohlensäure H2CO3 Hämoglobin-/Hämoglobin Proteinat/Protein Hydrogenphosphat HPO4-/Dihydrogenphosphat H2PO-4
- Säure-Base-Gleichgewicht II Acidose/Alkalose Absinken des ph-Wertes unter 7,35 ⇒ Metabolische Acidose Überproduktin von Protonen oder Verminderung der Alkalireserven Erhöhung des ph-Wertes auf über 7,45 ⇒ Metabolische Alkalose Gefährlich wird es bei unter 7,0 oder über 7,8. Mögliche Ursachen für Entgleisungen können sein: Nierenversagen, Diab. m.,
- Säure-Base-Gleichgewicht III Regulation durch Atmung und Niere unterstützt wird das Hydrogencarbonat/Kohlensäurepuffersystem durch Atmung und Niere Atmung Steigt die Wasserstoffionenkonzentration und infolge dessen die Kohlensäurekonzentration im Blut, so dann durch tieferes und schnelleres Atmen (Hyperventilation) überschüssiges CO2 mit der Atemluft abgegeben werden. Durch Hypoventilation kann dagegen weniger CO2 abgegeben werden, bis der normale ph-Wert wieder erreicht ist. Niere Wasserstoffatome werden an Ammoniak gebunden und mit dem Harn ausgeschieden
- Normale Nierenfunktion Funktionen regulieren die Wassermenge des Organismus, indem sie den Wasserhaushalt kontrollieren regulieren den Elektrolythaushalt, indem sie die MS-Ausscheidung kontrollieren Rückresorption und so Erhalt von wertvollen Blutbestandteilen wie Glucose und AS Bildung von Hormonen, die den Blutdruck konstant halten Auscheidung von Harnstoff (Endprodukt des AS-SW), Kreatinin und andere körperfremde Stoffe Regulierung des Säure-Base-HH, Ausscheidung von H+-Ionen.
- Normale Nierenfunktion Harnbildung In jeder Minute durchfließt etwa ein Liter Blut beide Nieren ⇒ in 24 h also etwa 1500 l Blut. Filtration des Blutes: Primärharn: Zusammensetzung wie Blut, nur praktisch proteinfrei Rückresoption des Wasser und der gelösten Stoffe: Bis auf etwa 1,5 l wird in den Nierenkanälchen das Wasser und Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid, Phosphat und Hydrogencarbonat rückresorbiert. Diffusion und aktiver Transport Aktive Abgabe von Substanzen an den Harn: NH3 und H+ und auch körperfremde Stoffe wie Medikamente werden in den Harn abgegeben.
- Flüssigkeitsbedarfsdeckung Die durch die Haut und Lunge abgegebene durchschnittliche Wassermenge und die Mindestharnmenge von 0,5 l erfordern eine tägliche Mindestwasserzufuhr von 1 bis 1,5 l. Ein gesunder Erwachsender sollte täglich 2 bis 2.5 l Flüssigkeit aufnehmen. Säuglinge haben relativ höhreren Bedarf, da sie höheren Grundumsatz haben und nur bedingt harnpflichtige Substanzen ausscheiden können. Ältere Menschen trinken oft zuwenig, da das Durstempfinden sinkt.
- Gesteigerter Flüssigkeitsbedarf trockenes, heißes Klima (Flüssigkeitsbedarf kann auf bis zu 10 l täglich ansteigen) Salzgehalt der Nahrung (salzige Speisen rufen Durstgefühl hervor, Flüssigkeit nötig zum Ausscheiden des Kochsalzes) Arbeitsleistung/Freizeit Alter
- Deckung des Flüssigkeitsbedarfs bevorzugt durch energiearme Getränke vitamin- und mineralstoffreiche Getränke: Gemüse- und Obstsäfte verdünnt, fettarme Milch, Buttermilch Beim Einkauf beachten: Produktbezeichnung - Fruchsaft Frucht- bzw. Gemüsesaftanteil Zutatenliste, z.B. Zusatzstoffe, Vitamine, Zucker Mineralstoffzusammensetzung - Natriumgehalt Mindesthaltbarkeitsdatum