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Tag 47 (Fach) / gutartige Knochentumore (Lektion)
- allgemeine Kriterien Einteilung nach histologischem ErscheinungsbildLangsames WachstumRadiologischScharfe BegrenzungKeine Weichteilbeteiligung
- (Stammfernes) Enchondrom Definition: Aus hyalinem Knorpel bestehender TumorEpidemiologieZweithäufigster gutartiger KnochentumorJedes Lebensalter möglich, Altersmaximum im 2.-4. Lebensjahrzehnt Lokalisation: Kleine Röhrenknochen von Fingern und MittelhandKlinikOft keine SymptomeAuftreibung des KnochensSpontanfrakturenTherapie: Ausräumung und Spongiosaauffüllung, um Spontanfrakturen zu verhindern
- Stammnahes Enchondrom Definition: Seltenes, semimalignes EnchondromEpidemiologie: Häufigkeitsgipfel im Kindes- bis jungen ErwachsenenalterLokalisation: Insbesondere in langen Röhrenknochen, Rippen, BeckenKlinik: SchmerzenDiagnostik: Abgrenzung zum Chondrosarkom kann in HE-Färbung schwierig sein, deshalb Immunhistochemie notwendigKonventionelles Röntgen: Rundlicher Knochendefekt, ausgeprägte Verkalkung möglichTherapie: Komplette operative Entfernung Der Tumor neigt bei wiederholter Resektion zur malignen Entartung (sekundäres Chondrosarkom)
- Enchondromatose Definition: Multiples, meist hereditäres Auftreten von Enchondromen Häufig Deformierungen und WachstumsretardierungErhöhtes Risiko der Entartung Befall einer Körperhälfte = Morbus Ollier
- Chondroblastom Definition: Gutartiger Knorpeltumor, der sich üblicherweise in der Epiphyse befindetEpidemiologieSehr seltenHäufigkeitsgipfel im 10.-20. LebensjahrLokalisation: Epiphyse langer RöhrenknochenKlinik: BewegungsschmerzTherapie: Ausräumung und Spongiosaauffüllung
- Synoviale Chondromatose Definition: Enchondrale Knorpelneubildung als Metaplasie der Synovialis Epidemiologie: Häufigkeitsgipfel im 30.-50. LebensjahrLokalisation: Kniegelenk (ca. 70%)Klinik: Schmerzen, Erguss, EinklemmungserscheinungenKonventionelles Röntgen: Röntgendichte Gelenkkörper Therapie: Entfernung der Gelenkkörper und der SynovialisPrognose: Seltene Entartung zum synovialen Chondrosarkom Komplikation:Sekundär kann es zu einer Kalzifizierung und Verknöcherung kommen (Osteochondromatose).
- Osteochondrom( kartilaginäre Exostose) Definition: Von Knorpelkappe bedeckter Tumor im MetaphysenbereichEpidemiologieHäufigster primär benigner TumorHäufigkeitsgipfel: 1.-2. LebensdekadeLokalisation: Metaphyse langer RöhrenknochenKlinik: Meist keine SymptomeKonventionelles Röntgen: Pilzförmige Vorwölbung (auch blumenkohlartig)Therapie: Nur bei Symptomen Abtragung des TumorsVerlaufsform: Multiple kartilaginäre ExostoseDefinition: Autosomal-dominant vererbte Sonderform mit multiplen ExostosenAb 2.-3. Lebensjahr tastbarMaligne Entartung möglich (etwa 5%)
- Osteoidosteom Definition: Vorwiegend kortikaler, kleiner Tumor (etwa 1cm) mit radiologisch zentraler Aufhellungszone (Nidus)Epidemiologie: Häufigkeitsgipfel im 10.-20. LebensjahrHäufigste LokalisationenDiaphyse langer Röhrenknochen (hauptsächlich proximale Tibia)Wirbelkörper KlinikStarke nächtliche SchmerzenDie Schmerzen sprechen typischerweise gut auf eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure an ("ASS-sensibel")DiagnostikKonventionelles Röntgen: Perifokale Sklerosierung rund um einen als Nidus bezeichneten AufhellungsherdSzintigraphie: Meist intensive AnreicherungDouble-density-Zeichen Intraoperative nuklearmedizinische Messsondentechnik zum Aufspüren des TumorsTherapie: Operative Entfernung (zur Schmerzbeseitigung)
- Osteoblastom Definition: Ein Tumor, der dem Osteoidosteom sehr ähnlich, aber größer ist (>1cm)Epidemiologie: 10.-20. LebensjahrLokalisation: Wirbelsäule (hauptsächlich Wirbelbögen)Klinik: Starke lokale Schmerzen (kein Nachtschmerz)Konventionelles Röntgen: Kortikal lokalisiert, zentrale Aufhellungszone (Nidus) bei meist schwacher oder fehlender perifokaler SklerosierungTherapie: Operative Entfernung
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