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Tag 46 (Fach) / bakterielle Arthritis (Lektion)
- Ätiologie Direkte KontaminationIatrogen: z.B. Injektion oder Punktion eines Gelenks, ArthroskopieTraumaHämatogene Keimbesiedelung (Gonorrhö, Sepsis)ErregerErwachsene und ältere Kinder: Häufigster Erreger (ca. 50%): Koagulase-positive Staphylokokken (v.a. Staphylococcus aureus)Zweithäufigster Erreger (ca. 25%): Koagulase-negative Staphylokokken (v.a. Staphylococcus epidermidis)Säuglinge und Kinder unter 5 Jahren: Streptokokken, Haemophilus influenzae, Pneumokokken, Meningokokken, S. aureus, S. epidermidisBei Gelenkpunktionen ist wie bei allen anderen interventionellen Eingriffen an einem Gelenk unbedingt auf sterile Bedingungen zu achten!
- SYMPTOME Klassische Entzündungszeichen: Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerzen und Funktionsverlust Lokalisation: Meist Knie- oder Hüftgelenk Bakterielle Koxitis: Akut entwickelnder Gelenkerguss → Schonhaltung des Hüftgelenks in Flexions- und Außenrotationsstellung→ Schmerzlinderung durch Minderung des intraartikulären Drucks Die bakterielle Koxitis ist ein orthopädischer Notfall!
- Labor Entzündungsparameter
- Bildgebung Generelle Fragestellung: Hinweise auf Osteomyelitis? Ausschluss von Differentialdiagnosen (z.B. Morbus Perthes bei bakterieller Koxitis)Röntgen: Im Frühstadium unauffällig, meist erst nach ca. 2-3 Wochen Nachweis von OsteolysenSonographie: Starker Gelenkerguss, Weichteilödem, ggf. Empyem Frühdiagnostik mittels MRT, ggf. SkelettszintigraphieMRT zeigt sehr früh entzündliche Beteiligung des umgebenden Weichteilgewebes Szintigraphie geeignet zum Nachweis bzw. Ausschluss eines multifokalen Befalls
- Interventionell Frühzeitige Punktion: Nachweis des Keims im granulozytären eitrigen Punktat >50.000 Zellen/µl (mit einem überwiegenden Granulozyten-Anteil) sprechen für eine bakterielle ArthritisStaphylokokken: HaufenkokkenStreptokokken: KettenkokkenPneumokokken: Grampositive DiplokokkenMeningokokken: Gramnegative Diplokokken Die sofortige ultraschallgestützte Punktion des Hüftgelenkes dient sowohl zur Diagnosesicherung als auch zur Keimbestimmung. Zudem führt die Punktion zur Entlastung des hohen intraartikulären Drucks
- Komplikation Gelenkdestruktion Sepsis
- Therapie: Nachbehandling Nachbehandlung: Frühestmögliche physiotherapeutische Betreuung mit passiven Bewegungsübungen zur Vermeidung von Kontrakturen durch Kapselschrumpfung wünschenswert
- Therapie- Medikamentös Schnellstmöglicher Beginn einer intravenösen antibiotischen Therapie mit einem Breitbandantibiotikum, das nach Antibiogramm angepasst wird (für etwa 6 Wochen )NSAR: Zur Entzündungshemmung und Schmerzreduktion
- Allgemeine Therapie/chirurgisch Allgemeine Maßnahmen: Ruhigstellung des Gelenkes (insbesondere zur Schmerzreduktion) ChirurgischArthroskopisch oder offen: Operative Sanierung des betroffenen Gelenkes mit Lavage und Entnahme der betroffenen Synovialis (Synovialektomie)
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